オペラ作曲家別索引

オペラ対訳完成

その他対訳完成

対訳一部完成

対訳がズレるとき

編集方法

原語リブレット

このサイトについて

アクセス数

  • 今日  14
  • 昨日  7
  • 累計  4623

翻訳エンジン








SoundDock Series II system limited-edition Red

チケットぴあ
第1幕

前奏曲

第1場
マルツェリーネ、 ヤキーノ

№1 - デュエット

ヤキーノ
さあ、マルちゃん、これで俺たち2人きりだ。
じっくりおしゃべりしようよ。

マルツェリーネ
たいしたお話はないんでしょ、
お仕事で手が離せないのよ。

ヤキーノ
一言だけでいいからさ、ガンコさんなんだから、頼むよ!

マルツェリーネ
なら、聞かせてちょうだい、ちゃんと聞いてるから。

ヤキーノ
そんな邪険な目で見なくたっていいだろ、
オレは舌ベロが固まっちまうよ。

マルツェリーネ
私に四の五の言うんだったら、
私は耳に栓をしとくわよ。

ヤキーノ
すぐすむから、よおく聞いといてくれ、
そしたら、そっとしといたげるからさ。

マルツェリーネ
とか言って、そっとしといてくれたためしがあって?
とにかく言うなら言うで、はやく聞かせなさいよ。

ヤキーノ
オレがかみさんに選んだのは、マルちゃんだけど、
わかってるよねえ?

マルツェリーネ
そんなの答えるまでもないじゃない。

ヤキーノ
それで、後はマルちゃんにイエスと言ってもらうだけなんだけど、どうなのかなあ?

マルツェリーネ
そうやって夫婦になるんじゃないの。

ヤキーノ
できたら来週か、その次の週にでも・・・

マルツェリーネ
結構だこと、日取りまで決めちゃってさ。

ヤキーノ
ちきしょう、ここはノックが絶えたためしがないや!

マルツェリーネ
やっと厄介払いができたわ!

ヤキーノ
あんなに順風満帆だったオレ、
獲物を逃がすが習いとはおのが名折れ。

マルツェリーネ
オレの愛だなんて、ほんとに疲れるわね、
いつまでたっても、きりがないわね。
かわいそうに、今あの人は悩める人、
ヤキーノ、ほんとにあんたには気の毒だけど!
フィデリオ、あなたはあたしの意中の人、
あなたを想えば、甘い蜜の味だけど。

ヤキーノ
オレはどこにいたんだ?マルちゃんは、オレに目もくれなかったぞ。
マルツェリーネ
あの人、来たわ・・・また始まるわね。

ヤキーノ
いつになったら、イエスの返事がもらえるんだい?
それが今日でも、かまわないだろ。

マルツェリーネ
まあ、なんて! ヤキーノのせいで、あたしの人生まっくら。いつ何時来られても、答えはノーよ!

ヤキーノ
マジにマルちゃん、鉄の意志か!
平身低頭、頼みこんでも無視か。

マルツェリーネ
ヤキーノには、つらくあたっておかないとだめ、
少しのスキで、その気になるからだめ。

ヤキーノ
てことは、なにかい?
もうマルちゃんの決心は変わらないんだね?

マルツェリーネ
もう出ていけば。

ヤキーノ
なんだって? マルちゃんを目にするのも、だめなのか?そこまで言うかい?

マルツェリーネ
なら、ここにいればいいじゃない!

ヤキーノ
あれほど、なんどもオレと約束した仲なのに・・・

マルツェリーネ
約束したですって? いやだ、そこまでした覚えはないわよ!

ヤキーノ
ちきしょう、ここはノックが絶えたためしがないや!

マルツェリーネ
やっと厄介払いができたわ!

ヤキーノ
マジ、マルちゃん、怒らせちまったい、
なあに、オレはしくじったわけじゃない。

マルツェリーネ
ありがたいわ、ノックの音で助かったわ、
あたし、こわくて死ぬ思いだったわ。


第2場
マルツェリーネ 1人

マルツェリーネ
かわいそうなヤキーノ! 昔はあれほど、好きだったのに、そこへフィデリオが、あたしの家へやってきた。それからというもの、あたしのすべて、あたしの周りのすべてが変わってしまった。

Nr. 2 - Arie

MARZELLINE
ああ、あなたと添い遂げて、
あなたを夫と呼びたなら!
されど、思い半ばを心に秘めて、
言葉半ばは、たおやめの習い。
Doch wenn ich nicht erröten muss
Ob einem warmen Herzenskuss,
Wenn nichts uns stört auf Erden -
Die Hoffnung schon erfüllt die Brust
Mit unaussprechlich süsser Lust,
Wie glücklich will ich werden!

In Ruhe stiller Häuslichkeit
Erwach ich jeden Morgen,
Wir grüssen uns mit Zärtlichkeit,
Der Fleiss verscheucht die Sorgen.
Und ist die Arbeit abgetan,
Dann schleicht die holde Nacht heran,
Dann ruhn wir von Beschwerden.
Die Hoffnung schon erfüllt die Brust
Mit unaussprechlich süsser Lust,
Wie glücklich will ich werden!


DRITTER AUFTRITT
Marzelline, Rocco, Jaquino.

ROCCO
Marzelline, ist Fidelio noch nicht zurückgekommen?

MARZELLINE
Nein, Vater.

ROCCO
Ich erwarte ihn mit Ungeduld,

MARZELLINE
Da ist er ja! Wie beladen er ist.


VIERTER AUFTRITT
Die Vorigen, Leonore.

ROCCO
Warte! Warte, Fidelio! Diesmal hast du dir zu viel aufgeladen.

LEONORE
Ich muss gestehen, ich bin ein wenig ermüdet. Der Schmied hatte an den Ketten so lange auszubessern.

ROCCO
Sind sie jetzt gut?

LEONORE
Gewiss, gut und stark. Keiner der Gefangenen wird sie zerbrechen.

ROCCO
Wieviel kostet alles zusammen?

LEONORE
Zwölf Piaster ungefähr. Hier ist die Rechnung.

ROCCO
Gut! Du bist ein kluger Bursche. Ich kann gar nicht begreifen, wie du deine Rechnung machst.

LEONORE
Ich suche zu tun, was mir möglich ist.

ROCCO
Sei versichert, dein Lohn wird nicht ausbleiben.

LEONORE
O glaubt nicht, dass ich meine Schuldigkeit nur des Lohnes wegen - ich…

ROCCO
Still! Meinst du, ich kann dir nicht ins Herz sehen?

Nr. 3 - Quartett

MARZELLINE
Mir ist so wunderbar,
Es engt das Herz mir ein;
Er liebt mich, es ist klar,
Ich werde glücklich sein.

LEONORE
Wie gross ist die Gefahr,
Wie schwach der Hoffnung Schein!
Sie liebt mich, es ist klar,
O namenlose Pein!

ROCCO
Sie liebt ihn, es ist klar;
Ja, Mädchen, er wird dein.
Ein gutes, junges Paar,
Sie werden glücklich sein.

JAQUINO
Mir sträubt sich schon das Haar,
Der Vater willigt ein;
Mir wird so wunderbar,
Mir fällt kein Mittel ein.


ROCCO
Höre, Fidelio! Sobald der Gouverneur nach Sevilla gereist sein wird, mache ich dich zu meinem Tochtermann. Am Tage nach seiner Abreise gebe ich euch zusammen.

MARZELLINE
Den Tag nach seiner Abreise? O ja, lieber Vater!

LEONORE
Den Tag nach seiner Abreise?

ROCCO
Nun, meine Kinder, ihr habt euch doch lieb, nicht wahr? Aber das ist noch nicht alles, was zu einer vergnügten Haushaltung gehört.

Nr. 4 - Arie

ROCCO
Hat man nicht auch Gold beineben,
Kann man nicht ganz glücklich sein;
Traurig schleppt sich fort das Leben,
Mancher Kummer stellt sich ein.
Doch wenns in der Tasche fein klingelt und rollt,
Da hält man das Schicksal gefangen,
Und Macht und Liebe verschafft dir das Gold
Und stillet das kühnste Verlangen.
Das Glück dient wie ein Knecht für Sold,
Es ist ein schönes Ding, das Gold.

Wenn sich nichts mit nichts verbindet,
Ist und bleibt die Summe klein;
Wer bei Tisch nur Liebe findet,
Wird nach Tische hungrig sein.
Drum lächle der Zufall euch gnädig und hold
Und segne und lenk euer Streben;
Das Liebchen im Arme, im Beutel das Gold,
So mögt ihr viel Jahre durchleben.
Das Glück dient wie ein Knecht für Sold,
Es ist ein mächtig Ding, das Gold.


LEONORE
Ihr könnt das leicht sagen, Meister Rocco, aber es gibt etwas, was mir nicht weniger kostbar sein würde.

ROCCO
Und was wäre das?

LEONORE
Euer Vertrauen. Oft sehe ich Euch aus den unterirdischen Gewölben ganz ausser Atem zurückkommen. Warum erlaubt Ihr mir nicht, Euch dahin zu begleiten?

ROCCO
Du weisst doch, dass ich den strengsten Befehl habe, niemanden zu den Staatsgefangenen zu lassen.

MARZELLINE
Aber Ihr arbeitet Euch ja zu Tode, Vater.

ROCCO
Ja, ihr habt recht. Der Gouverneur muss mir erlauben, dich in die geheimen Kerker mit mir zu nehmen. Aber es gibt ein Gewölbe, in das ich dich wohl nie werde führen dürfen.

MARZELLINE
Vermutlich, wo der Gefangene ist, von dem Ihr schon mehrere Male gesprochen ...

ROCCO
Ja, ja.

LEONORE
Ich glaube, es ist schon lange her, dass er gefangen ist?

ROCCO
Schon über zwei Jahre.

LEONORE
Zwei Jahre, sagt Ihr? Er muss ein grosser Verbrecher sein.

ROCCO
Oder er muss grosse Feinde haben, das kommt ungefähr auf eins heraus. Aber es kann nicht mehr lange mit ihm dauern.

LEONORE
Grosser Gott!

ROCCO
Seit einem Monat schon muss ich auf Pizarros Befehl seine Portion immer kleiner machen. Jetzt hat er binnen vierundzwanzig Stunden nicht mehr als zwei Unzen schwarzes Brot und eine halbe Mass Wasser; kein Licht - kein Stroh - nichts - nichts -!!

MARZELLINE
O Vater, führt Fidelio ja nicht zu ihm! Diesen Anblick könnte er nicht ertragen.

LEONORE
Warum denn nicht? Ich habe Mut und Kraft!


Nr. 5 - Terzett

ROCCO
Gut, Söhnchen, gut,
Hab immer Mut,
Dann wird's dir auch gelingen;
Das Herz wird hart
Durch Gegenwart
Bei fürchterlichen Dingen.

LEONORE
Ich habe Mut!
Mit kaltem Blut
Will ich hinab mich wagen:
Für hohen Lohn
Kann Liebe schon
Auch hohe Leiden tragen.

MARZELLINE
Dein gutes Herz
Wird manchen Schmerz
In diesen Grüften leiden;
Dann kehrt zurück
Der Liebe Glück
Und unnennbare Freuden.

ROCCO
Du wirst dein Glück ganz sicher bauen.

LEONORE
Ich hab auf Gott und Recht Vertrauen.

MARZELLINE
Du darfst mir auch ins Auge schauen
Der Liebe Macht ist auch nicht klein.
Ja, wir werden glücklich sein.

LEONORE
Ja, ich kann noch glücklich sein.

ROCCO
Ja, ihr werdet glücklich sein.

Der Gouverneur soll heut erlauben,
Dass du mit mir die Arbeit teilst.

LEONORE
Du wirst mir alle Ruhe rauben,
Wenn du bis morgen nur verweilst.

MARZELLINE
Ja, guter Vater, bitt' ihn heute,
In kurzem sind wir dann ein Paar.

ROCCO
Ich bin ja bald des Grabes Beute,
Ich brauche Hilf', es ist ja wahr.

LEONORE
Wie lang bin ich des Kummers Beute!
Du, Hoffnung, reichst mir Labung dar.

MARZELLINE
Ach, lieber Vater, was fällt Euch ein?
Lang' Freund und Rater müsst Ihr uns sein.

ROCCO
Nur auf der Hut, dann geht es gut,
Gestillt wird euer Sehnen.
Gebt euch die Hand und schliesst das Band
In süssen Freudentränen.

LEONORE
Ihr seid so gut, Ihr macht mir Mut,
Gestillt wird bald mein Sehnen!
Ich gab die Hand zum süssen Band,
Es kostet bittre Tränen.

MARZELLINE
O habe Mut! O welche Glut!
O welch ein tiefes Sehnen!
Ein festes Band mit Herz und Hand,
O süsse, süsse Tränen!
ERSTER AKT

Ouvertüre

ERSTER AUFTRITT
Marzelline, Jaquino.

Nr. 1 - Duett

JAQUINO
Jetzt, Schätzchen, jetzt sind wir allein,
Wir können vertraulich nun plaudern.

MARZELLINE
Es wird ja nichts Wichtiges sein,
Ich darf bei der Arbeit nicht zaudern.

JAQUINO
Ein Wörtchen, du Trotzige, du!

MARZELLINE
So sprich nur, ich höre ja zu.

JAQUINO
Wenn du mir nicht freundlicher blickest,
So bring ich kein Wörtchen hervor.

MARZELLINE
Wenn du dich nicht in mich schickest,
Verstopf ich mir vollends das Ohr.

JAQUINO
Ein Weilchen nur höre mir zu,
Dann lass' ich dich wieder in Ruh.

MARZELLINE
So hab ich denn nimmermehr Ruh;
So rede, so rede nur zu.

JAQUINO
Ich habe zum Weib dich gewählet,
Verstehst du?

MARZELLINE
Das ist ja doch klar.

JAQUINO
Und, wenn mir dein Jawort nicht fehlet,
Was meinst du?

MARZELLINE
So sind wir ein Paar.

JAQUINO
Wir könnten in wenigen Wochen -

MARZELLINE
Recht schön, du bestimmst schon die Zeit.

JAQUINO
Zum Henker, das ewige Pochen!

MARZELLINE
So bin ich doch endlich befreit!

JAQUINO
Da war ich so herrlich im Gang,
Und immer entwischt mir der Fang.

MARZELLINE
Wie macht seine Liebe mir bang,
Wie werden die Stunden mir lang.
Ich weiss, dass der Arme sich quälet,
Es tut mir so leid auch um ihn!
Fidelio hab ich gewählet,
Ihn lieben ist süsser Gewinn.

JAQUINO
Wo war ich? - Sie sieht mich nicht an.

MARZELLINE
Da ist er - er fängt wieder an.

JAQUINO
Wann wirst du das Jawort mir geben?
Es könnte ja heute noch sein.

MARZELLINE
O weh! Er verbittert mein Leben.
Jetzt, morgen und immer, nein!

JAQUINO
Du bist doch wahrhaftig von Stein!
Kein Wünschen, kein Bitten geht ein.

MARZELLINE
Ich muss ja so hart mit ihm sein,
Er hofft bei dem mindesten Schein.

JAOUINO
So wirst du dich nimmer bekehren?
Was meinst du?

MARZELLINE
Du könntest nun gehn.

JAQUINO
Wie? Dich anzusehn willst du mir wehren?
Auch das noch?

MARZELLINE
So bleibe hier stehn!

JAQUINO
Du hast mir so oft doch versprochen -

MARZELLINE
Versprochen? Nein, das geht zu weit!

JAQUINO
Zum Henker, das ewige Pochen!

MARZELLINE
So bin ich doch endlich befreit!

JAQUINO
Es ward ihr im Ernste schon bang,
Wer weiss, ob es mir nicht gelang.

MARZELLINE
Das ist ein willkommener Klang,
Es wurde zu Tode mir bang.


ZWEITER AUFTRITT
Marzelline allein.

MARZELLINE
Der arme Jaquino! Ich war ihm sonst recht gut, da kam Fidelio in unser Haus, und seit der Zeit ist alles in mir und um mich verändert.

Nr. 2 - Arie

MARZELLINE
O wär ich schon mit dir vereint
Und dürfte Mann dich nennen!
Ein Mädchen darf ja, was es meint,
Zur Hälfte nur bekennen.
Doch wenn ich nicht erröten muss
Ob einem warmen Herzenskuss,
Wenn nichts uns stört auf Erden -
Die Hoffnung schon erfüllt die Brust
Mit unaussprechlich süsser Lust,
Wie glücklich will ich werden!

In Ruhe stiller Häuslichkeit
Erwach ich jeden Morgen,
Wir grüssen uns mit Zärtlichkeit,
Der Fleiss verscheucht die Sorgen.
Und ist die Arbeit abgetan,
Dann schleicht die holde Nacht heran,
Dann ruhn wir von Beschwerden.
Die Hoffnung schon erfüllt die Brust
Mit unaussprechlich süsser Lust,
Wie glücklich will ich werden!


DRITTER AUFTRITT
Marzelline, Rocco, Jaquino.

ROCCO
Marzelline, ist Fidelio noch nicht zurückgekommen?

MARZELLINE
Nein, Vater.

ROCCO
Ich erwarte ihn mit Ungeduld,

MARZELLINE
Da ist er ja! Wie beladen er ist.


VIERTER AUFTRITT
Die Vorigen, Leonore.

ROCCO
Warte! Warte, Fidelio! Diesmal hast du dir zu viel aufgeladen.

LEONORE
Ich muss gestehen, ich bin ein wenig ermüdet. Der Schmied hatte an den Ketten so lange auszubessern.

ROCCO
Sind sie jetzt gut?

LEONORE
Gewiss, gut und stark. Keiner der Gefangenen wird sie zerbrechen.

ROCCO
Wieviel kostet alles zusammen?

LEONORE
Zwölf Piaster ungefähr. Hier ist die Rechnung.

ROCCO
Gut! Du bist ein kluger Bursche. Ich kann gar nicht begreifen, wie du deine Rechnung machst.

LEONORE
Ich suche zu tun, was mir möglich ist.

ROCCO
Sei versichert, dein Lohn wird nicht ausbleiben.

LEONORE
O glaubt nicht, dass ich meine Schuldigkeit nur des Lohnes wegen - ich…

ROCCO
Still! Meinst du, ich kann dir nicht ins Herz sehen?

Nr. 3 - Quartett

MARZELLINE
Mir ist so wunderbar,
Es engt das Herz mir ein;
Er liebt mich, es ist klar,
Ich werde glücklich sein.

LEONORE
Wie gross ist die Gefahr,
Wie schwach der Hoffnung Schein!
Sie liebt mich, es ist klar,
O namenlose Pein!

ROCCO
Sie liebt ihn, es ist klar;
Ja, Mädchen, er wird dein.
Ein gutes, junges Paar,
Sie werden glücklich sein.

JAQUINO
Mir sträubt sich schon das Haar,
Der Vater willigt ein;
Mir wird so wunderbar,
Mir fällt kein Mittel ein.


ROCCO
Höre, Fidelio! Sobald der Gouverneur nach Sevilla gereist sein wird, mache ich dich zu meinem Tochtermann. Am Tage nach seiner Abreise gebe ich euch zusammen.

MARZELLINE
Den Tag nach seiner Abreise? O ja, lieber Vater!

LEONORE
Den Tag nach seiner Abreise?

ROCCO
Nun, meine Kinder, ihr habt euch doch lieb, nicht wahr? Aber das ist noch nicht alles, was zu einer vergnügten Haushaltung gehört.

Nr. 4 - Arie

ROCCO
Hat man nicht auch Gold beineben,
Kann man nicht ganz glücklich sein;
Traurig schleppt sich fort das Leben,
Mancher Kummer stellt sich ein.
Doch wenns in der Tasche fein klingelt und rollt,
Da hält man das Schicksal gefangen,
Und Macht und Liebe verschafft dir das Gold
Und stillet das kühnste Verlangen.
Das Glück dient wie ein Knecht für Sold,
Es ist ein schönes Ding, das Gold.

Wenn sich nichts mit nichts verbindet,
Ist und bleibt die Summe klein;
Wer bei Tisch nur Liebe findet,
Wird nach Tische hungrig sein.
Drum lächle der Zufall euch gnädig und hold
Und segne und lenk euer Streben;
Das Liebchen im Arme, im Beutel das Gold,
So mögt ihr viel Jahre durchleben.
Das Glück dient wie ein Knecht für Sold,
Es ist ein mächtig Ding, das Gold.


LEONORE
Ihr könnt das leicht sagen, Meister Rocco, aber es gibt etwas, was mir nicht weniger kostbar sein würde.

ROCCO
Und was wäre das?

LEONORE
Euer Vertrauen. Oft sehe ich Euch aus den unterirdischen Gewölben ganz ausser Atem zurückkommen. Warum erlaubt Ihr mir nicht, Euch dahin zu begleiten?

ROCCO
Du weisst doch, dass ich den strengsten Befehl habe, niemanden zu den Staatsgefangenen zu lassen.

MARZELLINE
Aber Ihr arbeitet Euch ja zu Tode, Vater.

ROCCO
Ja, ihr habt recht. Der Gouverneur muss mir erlauben, dich in die geheimen Kerker mit mir zu nehmen. Aber es gibt ein Gewölbe, in das ich dich wohl nie werde führen dürfen.

MARZELLINE
Vermutlich, wo der Gefangene ist, von dem Ihr schon mehrere Male gesprochen ...

ROCCO
Ja, ja.

LEONORE
Ich glaube, es ist schon lange her, dass er gefangen ist?

ROCCO
Schon über zwei Jahre.

LEONORE
Zwei Jahre, sagt Ihr? Er muss ein grosser Verbrecher sein.

ROCCO
Oder er muss grosse Feinde haben, das kommt ungefähr auf eins heraus. Aber es kann nicht mehr lange mit ihm dauern.

LEONORE
Grosser Gott!

ROCCO
Seit einem Monat schon muss ich auf Pizarros Befehl seine Portion immer kleiner machen. Jetzt hat er binnen vierundzwanzig Stunden nicht mehr als zwei Unzen schwarzes Brot und eine halbe Mass Wasser; kein Licht - kein Stroh - nichts - nichts -!!

MARZELLINE
O Vater, führt Fidelio ja nicht zu ihm! Diesen Anblick könnte er nicht ertragen.

LEONORE
Warum denn nicht? Ich habe Mut und Kraft!


Nr. 5 - Terzett

ROCCO
Gut, Söhnchen, gut,
Hab immer Mut,
Dann wird's dir auch gelingen;
Das Herz wird hart
Durch Gegenwart
Bei fürchterlichen Dingen.

LEONORE
Ich habe Mut!
Mit kaltem Blut
Will ich hinab mich wagen:
Für hohen Lohn
Kann Liebe schon
Auch hohe Leiden tragen.

MARZELLINE
Dein gutes Herz
Wird manchen Schmerz
In diesen Grüften leiden;
Dann kehrt zurück
Der Liebe Glück
Und unnennbare Freuden.

ROCCO
Du wirst dein Glück ganz sicher bauen.

LEONORE
Ich hab auf Gott und Recht Vertrauen.

MARZELLINE
Du darfst mir auch ins Auge schauen
Der Liebe Macht ist auch nicht klein.
Ja, wir werden glücklich sein.

LEONORE
Ja, ich kann noch glücklich sein.

ROCCO
Ja, ihr werdet glücklich sein.

Der Gouverneur soll heut erlauben,
Dass du mit mir die Arbeit teilst.

LEONORE
Du wirst mir alle Ruhe rauben,
Wenn du bis morgen nur verweilst.

MARZELLINE
Ja, guter Vater, bitt' ihn heute,
In kurzem sind wir dann ein Paar.

ROCCO
Ich bin ja bald des Grabes Beute,
Ich brauche Hilf', es ist ja wahr.

LEONORE
Wie lang bin ich des Kummers Beute!
Du, Hoffnung, reichst mir Labung dar.

MARZELLINE
Ach, lieber Vater, was fällt Euch ein?
Lang' Freund und Rater müsst Ihr uns sein.

ROCCO
Nur auf der Hut, dann geht es gut,
Gestillt wird euer Sehnen.
Gebt euch die Hand und schliesst das Band
In süssen Freudentränen.

LEONORE
Ihr seid so gut, Ihr macht mir Mut,
Gestillt wird bald mein Sehnen!
Ich gab die Hand zum süssen Band,
Es kostet bittre Tränen.

MARZELLINE
O habe Mut! O welche Glut!
O welch ein tiefes Sehnen!
Ein festes Band mit Herz und Hand,
O süsse, süsse Tränen!



|新しいページ|検索|ページ一覧|RSS|@ウィキご利用ガイド | 管理者にお問合せ
|ログイン|