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Nr. 5 Duett

CAMILLE
Ja, was?

VALENCIENNE
Ein trautes Zimmerlein-

CAMILLE
Gewiß.

VALENCIENNE
In Abenddämmerschein-

CAMILLE
Wie süß!

VALENCIENNE
Zwei Menschen ganz allein-
O könnten wie es sein.

CAMILLE
Da sage ich nicht nein!
Was dann?

VALENCIENNE
Wir sitzen still beimand-

CAMILLE
Ganz stumm?

VALENCIENNE
Und halten Hand in Hand-

CAMILLE
Warum?

VALENCIENNE
Ein Zauber hält uns süß gebannt!

BEIDE
Das ist der Zauber der stillen Häuslichkeit,
die Welt liegt draußen so fern und weit!
Das ist der Zauber, der uns gefangen hällt,
wir sind für uns allein die ganze Welt!

VALENCIENNE
Ja, wenn man so recht betrachtet,
wo findet man das Lebensglück?
Dort, wo das Leben lärmend braust?
Dort, wo's im Stillen friedlich haust?
Ja, wenn man es so recht betrachtet,
gibt's einen einz'gen Zufluchtsort,
das ist das Haus, das ist das Heim,
dort ist das Glück, nur dort, nur dort!

CAMILLE
Was nun?

VALENCIENNE
Doch geht es leider nicht!

CAMILLE
Wie schad'!

VALENCIENNE
Drum leisten Sie Verzicht!

CAMILLE
Verzicht?

VALENCIENNE
Es muß ja leider, sein,
es muß ein Ende sein!

CAMILLE
Ich sage nein und nein!
O weh!

VALENCIENNE
Ein Luftschloß ist es nur!

CAMILLE
Ein Traum!

VALENCIENNE
Von Wahrheit keine Spur!

CAMILLE
Das kaum!

VALENCIENNE
Ein Luftschloß ist es leider nur!

BEIDE
Das ist der Zauber der stillen Häuslichkeit,
die Welt liegt draußen so fern und weit!
Das ist der Zauber, der uns gefangen hällt,
wir sind für uns allein die ganze Welt!

(Valencienne und Camille gehen zur Mitte ab. Zeta und Danilo betreten den Salon.)

ZETA
Ah, da sind Sie ja endlich, lieber Graf!
Also lieber Graf, Sie sind mein Mann!
Und Sie sollen heiraten!

DANILO
(springt auf)
Heiraten?

ZETA
Des Vaterland verlangt es von Ihnen!

DANILO
Das Veterland? Das heisst,
wen soll ich heiraten, bitte?

ZETA
Frau Glawari!

DANILO
Frau Gla -? Niemals!

Nr. 6 Finale I

ZETA
Frau Glawari wird dann einen Pariser heiraten und -
Parisino
nuestra amada patria perderá los numeros
millones! Y eso no se puede consentir!
los, Grat! Das Vaterland wird es Ihnen lohnen.
(Zeta geht ab. Hanna tritt aus dem rückwärtigen Saal, gefolgt von Cascada, St. Brioche und zwölf Herren.)

HERRENCHOR
Damenwahl!
Hört man rufen rings im Saal!
Ach, Madame, nun hoffentlich,
kommt doch die Reihe jetzt an mich!
(Die Herren umringen Hanna, so daß sie ganz verdeckt wird und man sie nur mit hocherhobenen Händen abwehren sieht.)
Oh bitte, diese Tour,
ach diese einz'ge nur -
Ja, überglücklich wäre ich,
fiel doch die Wahl auf mich.

HANNA
(schafft sich endlich Raum)
Meine Herrn, im Prinzipe
hätt' ich nichts dagegen,
doch die Konkurrenz so vieler
macht mich ganz verlegen.
Da ich nicht beleid'gen will,
sitz' die Tour ich lieber still,
's gibt doch Damen hier die Masse!

DANILO
(für sich)
Doch ist keine so bei Kasse.

HERRENCHOR
Eine Tour! Eine nur!
Eine einz'ge Tour!

DANILO
(für sich)
Zudringlich, auf mein Ehrenwort!
Diese Knaben müssen fort!
Diese Knaben müssen fort!
Knäblein, bettelt ruhig weiter,
ich hole ein'ge Blitzableiter!
(geht ab)

CASCADA
Es gibt keine größ're Beleidigung und nichts,
was so schmerzlich verstimmt,
als wenn auf dem Ball eine Dame
so gar nicht Notiz von uns nimmt!

ST. BRIOCHE
Es kämpfen die Damen schon lange
um das nämliche Recht mit dem Mann.
Jetzt haben Madame hier das Wahlrecht
und fangen damit gar nichts an!

CASCADA
Drum agitier' ich...

ST. BRIOCHE
Drum affichier' ich...

CASCADA, ST. BRIOCHE
Ach bitte, lesen Sie mein Wahlplakat!

CASCADA
"Wählen Sie doch Cascada!"

ST. BRIOCHE
"Wählen Sie doch St. Brioche!"
Cascada, St Brioche
Das ist der würdigste Tanzkandidat!

CASCADA
"Wählen Sie doch Cascada!"

ST. BRIOCHE
"Wählen Sie doch St. Brioche!"

CASCADA, ST. BRIOCHE
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

HERRENCHOR
Wählen Sie nicht Cascada!
Wählen Sie nicht Saint Brioche!
(treten näher zu ihr)
Ich bin der wördigste Tanzkandidat!

HANNA
Darauf muß ich Ihnen entgegnen:
Verhaßt ist mir Politik;
verdirbt sie beim Mann den Charakter,
so raubt sie uns Frauen den Schick!
Doch wollt Ihr durchaus kandidieren
und leistet auf mich nicht Verzicht,
und gibt mir das Ballrecht das Wahlrecht,
erfüll' ich die Ballbürgerpflicht!

CASCADA
Dann agitier' ich!

ST. BRIOCHE
Dann affichier' ich!

HANNA
Ich kenn' ja ganz genau Ihr Wahlplakat!
Kann es nicht verhehlen,
schwer fällt mir das Wählen,
wer ist der würdigste Tanzkandidat?

CASCADA, ST. BRIOCHE, HERRENCHOR
(umringen sie)
Bitte mich zu wählen!
Bitte mich zu wählen!
(dringen auf sie ein)
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

HANNA
Aber meine Herr'n!
Sie wollen also durchaus mit mir tanzen?
Also gut, ich bin bereit!

DAMENCHOR
(hinter der Szene)
Damenwahl, Damenwahl!
(Allgemeine Bewegung unter den Herren, die sich Positur stellen, dabei einen blick in den Tanzsaal werfen und, da sie die Dammen kommen sehen, sich nach links zurückziehen.)
(Danilo kommt mit acht Damen)

DANILO
Hilfe kommt zur rechten Zeit!
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
folgt den süßen Walzertönen,
Wie sie singen und klingen,
so tanzt doch mit,
hebt Eure Füßchen
ein bißchen
im Walzerschritt.
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
zögert nicht, das Fest zu krönen,
seht, da steht ein Tänzerheer!
(schiebt einen Herrn in die Mitte)

ERSTE DAME
(knickst, zu dem jungen Mann)
Also bitte, bitte sehr!
(Die beiden tanzen ab.)

DANILO
Wie die Blumen im Lenze erblüh'n,
und in leuchtenden Farben erglüh'n,
so erblühet in rosigster Glut,
lockend dar Töne Flut.
Wenn die Geige so zaub'risch erklingt,
und Musik sich den Reigen erzwingt,
dann frisch auf, zögert nicht,
denn die Jugend sie spricht:
's ist der Tanz, holder Füßchen Pflicht!
(Es vereint sich immer ein Herr mit einer Dame, die abtanzen.)

DAMENCHOR
Bitte sehr, wir zögern nicht!

HANNA, DANILO, ST. BRIOCHE, CASCADA UND HERREN
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
folgt den süßen Walzertönen,
Wie sie singen und klingen,
so tanzt doch mit,
hebt Eure Füßchen
ein bißchen
im Walzerschritt.
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
Ja, so ist's recht und schön, Ihr Ballsirenen,
tanzet lustig, meine Schönen,
fröhlich singt mit hellen Tönen,
solang' der Walzer klingt,
tanzt leicht beschwingt!

DAMEN
Ach ja, wir folgen gern den süßen Tönen,
die das Leben uns verschönen,
wie sie singen
und klingen;
o Walzerschritt,
wirst uns besiegen!
Wie fliegen im Tanze mit!
Wer kann da widerstehen
den süßen Tónen?
s'ist der Tanz doch unser Sehnen,
der uns zwingt mit hellen Tönen,
er macht uns leicht beschwingt,
solang' er klingt.
(Alle tanzen ab, bis auf Danilo, Hanna, Cascada, St. Brioche und vier Herren.)

DANILO
Oh Vaterland, du machst bei Tag
mir schon genügend Müh' und Plag'!
Für Nachtdienst dank' ich, Herr Baron,
da geb' ich meine Demission!

CASCADA
Madame, darf letzt ich hoffen?

ST. BRIOCHE
Ich seh' den Himmel offen!

HANNA
Ich habe nun die Qual der Wahl!

DANILO
Der Fall ist immer noch fatal!

HANNA
Na, schön, wen soll ich wählen?
(Valencienne und Camille treten auf.)

VALENCIENNE
(zu Hanna)
Dürft' ich den Tänzer empfehlen?

DANILO
Sapperment!
Ein neuer Konkurrent!

VALENCIENNE
Der junge Mann tanzt Polka,
Ich hab' es ausprobiert.
Auch tanzt famos er Mazurka,
Ich hab' es ausprobiert.
Nach rechts und links kann er tanzen,
Ich habe es ausprobiert.
Im Walzer hat er eszelliert,
drum wird er von mir protegiert!
Drum agitier' ich
und affichier' ich,
ach bitte, hören Sie mein Wahlplakat!
(deutet auf Camille)
Wählen Sie doch Rosillon,
wählen Sie doch Rosillon,
er ist der würdigst Tanzkandidat!

CASCADA
Wählen Sie nur Cascada!

ST. BRIOCHE
Wählen Sie nur Saint Brioche!

HANNA
Aha, schon wieder ein Tanzkandidat!

VALENCIENNE, CASCADA, ST. BRIOCHE
Er ist der würdigste Tanzkandidat!

VIER HERREN
Wählen Sie nicht Rosillon,
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

CAMILLE
(zu Hanna)
Pardon, Madam',
zu viel Reklam'!
(Valencienne wird eifersüchtig und zieht Camille mit sich nach hinten.)

HANNA
Das find' ich nicht...
doch nein...
(Ihr Blick fällt auf Danilo)
Den ich als Tänzer möchte,
ist einer, der sich gibt des Schein,
als ob ich ihm egal möcht sein.
(zu Danilo)
Graf Danilo, Sie sind wohl der Rechte?

DANILO
Ich? Gnäd'ge Frau, ich tanze nicht!

HANNA
So leisten Sie kurzweg Verzicht?

DANILO
Verzicht? Oh nein!
Der Tanz ist doch wohl mein?

HANNA
Gewiß! Warum?

DANILO
Nun, da der Tanz mein Eigentum,
so darf mit ihm ich alles tun,
was mir beliebt, nicht wahr?

HANNA
Nun ja?

VALENCIENNE, CAMILLE, ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Was treibt er da?

DANILO
Der Tanz, den mir die Gnädige gewährt,
ist doch zehntausend Francs wohl wert!
Mir gehört der Tanz,
ich verlang' dafür
zehntausend Francs zu wohltätigem Zweck!

CAMILLE, ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Zehntausend Francs?

CASCADA
(zu St. Brioche)
's ist unerhört!

DANILO
Für diesen Preis geb' Ich ihn weg!

ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Zehntausend Francs?
(ziehen sich zurück)

ST. BRIOCHE
(zu Cascada)
Er ist verrückt!

DANILO
Sie geh'n!
Jetzt ist es mir geglückt!

HERRENCHOR
Zehntausend Francs, das ist zum Lachen!
(ab)

DANILO
(zu Hanna)
Sehen Sie, meine Gnädige, sehen Sie...
Wie sie aus dem Staub sich machen,
zahles woll'n die Herren nie!
Ein Griff ins Portemonnaie
tut Ihnen furchtbar weh!
So sind die Herren heutzutag,
ein wirklich nobler Schlag!
(Hanna wendet sich empört ab, Danilo tritt zu ihr.)

CAMILLE
(zu Valencienne)
Den Angriff muß Ich gleich parieren,
die zehntausend Francs, die gebe ich!
(greift in die Tasche)

VALENCIENNE
Sind Sie schon verliebt?

CAMILLE
Sie wünschten doch selbst...

VALENCIENNE
(zieht ihn fort)
Untersteh's Sie sich!
(Camille und Valancienne ab in den Ballsaal: Danilo und Hanna allein)

DANILO
Der Letzte ging, Sie sind befreit,
und jetzt, gnädige Frau, bin ich zum Tanz bereit!

HANNA
Jetzt danke ich sehr!

DANILO
Und mein Mandat?
Sie wählten mich doch!

HANNA
Oh Sie Haupt-Diplomat!
Ich tanze nicht!

DANILO
(beginnt zu tanzen)
Geigen erklingen,
locken so süß,
werden Sie zwingen gewiß...
(Er steht hinter ihr, versucht ihr ins Gesicht zu sehen, da wendet den Kopf koket immer weg)

HANNA
Nein, ich will nicht!
(Danilo tanzt allein um sie herum. Sie kämpf noch eine Weile, fliegt dann unwillkürlich in seine Arme und tanzt mit ihm.)
Sie abscheulicher Mann!
Wie prächtig Sie tanzen!

DANILO
Man tut, was man kann!
(Sie tanzen beide ab.)
Nr. 5 Duett

CAMILLE
Ja, was?

VALENCIENNE
Ein trautes Zimmerlein-

CAMILLE
Gewiß.

VALENCIENNE
In Abenddämmerschein-

CAMILLE
Wie süß!

VALENCIENNE
Zwei Menschen ganz allein-
O könnten wie es sein.

CAMILLE
Da sage ich nicht nein!
Was dann?

VALENCIENNE
Wir sitzen still beimand-

CAMILLE
Ganz stumm?

VALENCIENNE
Und halten Hand in Hand-

CAMILLE
Warum?

VALENCIENNE
Ein Zauber hält uns süß gebannt!

BEIDE
Das ist der Zauber der stillen Häuslichkeit,
die Welt liegt draußen so fern und weit!
Das ist der Zauber, der uns gefangen hällt,
wir sind für uns allein die ganze Welt!

VALENCIENNE
Ja, wenn man so recht betrachtet,
wo findet man das Lebensglück?
Dort, wo das Leben lärmend braust?
Dort, wo's im Stillen friedlich haust?
Ja, wenn man es so recht betrachtet,
gibt's einen einz'gen Zufluchtsort,
das ist das Haus, das ist das Heim,
dort ist das Glück, nur dort, nur dort!

CAMILLE
Was nun?

VALENCIENNE
Doch geht es leider nicht!

CAMILLE
Wie schad'!

VALENCIENNE
Drum leisten Sie Verzicht!

CAMILLE
Verzicht?

VALENCIENNE
Es muß ja leider, sein,
es muß ein Ende sein!

CAMILLE
Ich sage nein und nein!
O weh!

VALENCIENNE
Ein Luftschloß ist es nur!

CAMILLE
Ein Traum!

VALENCIENNE
Von Wahrheit keine Spur!

CAMILLE
Das kaum!

VALENCIENNE
Ein Luftschloß ist es leider nur!

BEIDE
Das ist der Zauber der stillen Häuslichkeit,
die Welt liegt draußen so fern und weit!
Das ist der Zauber, der uns gefangen hällt,
wir sind für uns allein die ganze Welt!

(Valencienne und Camille gehen zur Mitte ab. Zeta und Danilo betreten den Salon.)

ZETA
Ah, da sind Sie ja endlich, lieber Graf!
Also lieber Graf, Sie sind mein Mann!
Und Sie sollen heiraten!

DANILO
(springt auf)
Heiraten?

ZETA
Des Vaterland verlangt es von Ihnen!

DANILO
Das Veterland? Das heisst,
wen soll ich heiraten, bitte?

ZETA
Frau Glawari!

DANILO
Frau Gla -? Niemals!

Nr. 6 Finale I

ZETA
Frau Glawari wird dann einen Pariser heiraten und -
Parisino
nuestra amada patria perderá los numeros
millones! Y eso no se puede consentir!
los, Grat! Das Vaterland wird es Ihnen lohnen.
(Zeta geht ab. Hanna tritt aus dem rückwärtigen Saal, gefolgt von Cascada, St. Brioche und zwölf Herren.)

HERRENCHOR
Damenwahl!
Hört man rufen rings im Saal!
Ach, Madame, nun hoffentlich,
kommt doch die Reihe jetzt an mich!
(Die Herren umringen Hanna, so daß sie ganz verdeckt wird und man sie nur mit hocherhobenen Händen abwehren sieht.)
Oh bitte, diese Tour,
ach diese einz'ge nur -
Ja, überglücklich wäre ich,
fiel doch die Wahl auf mich.

HANNA
(schafft sich endlich Raum)
Meine Herrn, im Prinzipe
hätt' ich nichts dagegen,
doch die Konkurrenz so vieler
macht mich ganz verlegen.
Da ich nicht beleid'gen will,
sitz' die Tour ich lieber still,
's gibt doch Damen hier die Masse!

DANILO
(für sich)
Doch ist keine so bei Kasse.

HERRENCHOR
Eine Tour! Eine nur!
Eine einz'ge Tour!

DANILO
(für sich)
Zudringlich, auf mein Ehrenwort!
Diese Knaben müssen fort!
Diese Knaben müssen fort!
Knäblein, bettelt ruhig weiter,
ich hole ein'ge Blitzableiter!
(geht ab)

CASCADA
Es gibt keine größ're Beleidigung und nichts,
was so schmerzlich verstimmt,
als wenn auf dem Ball eine Dame
so gar nicht Notiz von uns nimmt!

ST. BRIOCHE
Es kämpfen die Damen schon lange
um das nämliche Recht mit dem Mann.
Jetzt haben Madame hier das Wahlrecht
und fangen damit gar nichts an!

CASCADA
Drum agitier' ich...

ST. BRIOCHE
Drum affichier' ich...

CASCADA, ST. BRIOCHE
Ach bitte, lesen Sie mein Wahlplakat!

CASCADA
"Wählen Sie doch Cascada!"

ST. BRIOCHE
"Wählen Sie doch St. Brioche!"
Cascada, St Brioche
Das ist der würdigste Tanzkandidat!

CASCADA
"Wählen Sie doch Cascada!"

ST. BRIOCHE
"Wählen Sie doch St. Brioche!"

CASCADA, ST. BRIOCHE
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

HERRENCHOR
Wählen Sie nicht Cascada!
Wählen Sie nicht Saint Brioche!
(treten näher zu ihr)
Ich bin der wördigste Tanzkandidat!

HANNA
Darauf muß ich Ihnen entgegnen:
Verhaßt ist mir Politik;
verdirbt sie beim Mann den Charakter,
so raubt sie uns Frauen den Schick!
Doch wollt Ihr durchaus kandidieren
und leistet auf mich nicht Verzicht,
und gibt mir das Ballrecht das Wahlrecht,
erfüll' ich die Ballbürgerpflicht!

CASCADA
Dann agitier' ich!

ST. BRIOCHE
Dann affichier' ich!

HANNA
Ich kenn' ja ganz genau Ihr Wahlplakat!
Kann es nicht verhehlen,
schwer fällt mir das Wählen,
wer ist der würdigste Tanzkandidat?

CASCADA, ST. BRIOCHE, HERRENCHOR
(umringen sie)
Bitte mich zu wählen!
Bitte mich zu wählen!
(dringen auf sie ein)
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

HANNA
Aber meine Herr'n!
Sie wollen also durchaus mit mir tanzen?
Also gut, ich bin bereit!

DAMENCHOR
(hinter der Szene)
Damenwahl, Damenwahl!
(Allgemeine Bewegung unter den Herren, die sich Positur stellen, dabei einen blick in den Tanzsaal werfen und, da sie die Dammen kommen sehen, sich nach links zurückziehen.)
(Danilo kommt mit acht Damen)

DANILO
Hilfe kommt zur rechten Zeit!
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
folgt den süßen Walzertönen,
Wie sie singen und klingen,
so tanzt doch mit,
hebt Eure Füßchen
ein bißchen
im Walzerschritt.
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
zögert nicht, das Fest zu krönen,
seht, da steht ein Tänzerheer!
(schiebt einen Herrn in die Mitte)

ERSTE DAME
(knickst, zu dem jungen Mann)
Also bitte, bitte sehr!
(Die beiden tanzen ab.)

DANILO
Wie die Blumen im Lenze erblüh'n,
und in leuchtenden Farben erglüh'n,
so erblühet in rosigster Glut,
lockend dar Töne Flut.
Wenn die Geige so zaub'risch erklingt,
und Musik sich den Reigen erzwingt,
dann frisch auf, zögert nicht,
denn die Jugend sie spricht:
's ist der Tanz, holder Füßchen Pflicht!
(Es vereint sich immer ein Herr mit einer Dame, die abtanzen.)

DAMENCHOR
Bitte sehr, wir zögern nicht!

HANNA, DANILO, ST. BRIOCHE, CASCADA UND HERREN
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
folgt den süßen Walzertönen,
Wie sie singen und klingen,
so tanzt doch mit,
hebt Eure Füßchen
ein bißchen
im Walzerschritt.
Oh kommet doch, oh kommt, Ihr Ballsirenen,
Ja, so ist's recht und schön, Ihr Ballsirenen,
tanzet lustig, meine Schönen,
fröhlich singt mit hellen Tönen,
solang' der Walzer klingt,
tanzt leicht beschwingt!

DAMEN
Ach ja, wir folgen gern den süßen Tönen,
die das Leben uns verschönen,
wie sie singen
und klingen;
o Walzerschritt,
wirst uns besiegen!
Wie fliegen im Tanze mit!
Wer kann da widerstehen
den süßen Tónen?
s'ist der Tanz doch unser Sehnen,
der uns zwingt mit hellen Tönen,
er macht uns leicht beschwingt,
solang' er klingt.
(Alle tanzen ab, bis auf Danilo, Hanna, Cascada, St. Brioche und vier Herren.)

DANILO
Oh Vaterland, du machst bei Tag
mir schon genügend Müh' und Plag'!
Für Nachtdienst dank' ich, Herr Baron,
da geb' ich meine Demission!

CASCADA
Madame, darf letzt ich hoffen?

ST. BRIOCHE
Ich seh' den Himmel offen!

HANNA
Ich habe nun die Qual der Wahl!

DANILO
Der Fall ist immer noch fatal!

HANNA
Na, schön, wen soll ich wählen?
(Valencienne und Camille treten auf.)

VALENCIENNE
(zu Hanna)
Dürft' ich den Tänzer empfehlen?

DANILO
Sapperment!
Ein neuer Konkurrent!

VALENCIENNE
Der junge Mann tanzt Polka,
Ich hab' es ausprobiert.
Auch tanzt famos er Mazurka,
Ich hab' es ausprobiert.
Nach rechts und links kann er tanzen,
Ich habe es ausprobiert.
Im Walzer hat er eszelliert,
drum wird er von mir protegiert!
Drum agitier' ich
und affichier' ich,
ach bitte, hören Sie mein Wahlplakat!
(deutet auf Camille)
Wählen Sie doch Rosillon,
wählen Sie doch Rosillon,
er ist der würdigst Tanzkandidat!

CASCADA
Wählen Sie nur Cascada!

ST. BRIOCHE
Wählen Sie nur Saint Brioche!

HANNA
Aha, schon wieder ein Tanzkandidat!

VALENCIENNE, CASCADA, ST. BRIOCHE
Er ist der würdigste Tanzkandidat!

VIER HERREN
Wählen Sie nicht Rosillon,
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

CAMILLE
(zu Hanna)
Pardon, Madam',
zu viel Reklam'!
(Valencienne wird eifersüchtig und zieht Camille mit sich nach hinten.)

HANNA
Das find' ich nicht...
doch nein...
(Ihr Blick fällt auf Danilo)
Den ich als Tänzer möchte,
ist einer, der sich gibt des Schein,
als ob ich ihm egal möcht sein.
(zu Danilo)
Graf Danilo, Sie sind wohl der Rechte?

DANILO
Ich? Gnäd'ge Frau, ich tanze nicht!

HANNA
So leisten Sie kurzweg Verzicht?

DANILO
Verzicht? Oh nein!
Der Tanz ist doch wohl mein?

HANNA
Gewiß! Warum?

DANILO
Nun, da der Tanz mein Eigentum,
so darf mit ihm ich alles tun,
was mir beliebt, nicht wahr?

HANNA
Nun ja?

VALENCIENNE, CAMILLE, ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Was treibt er da?

DANILO
Der Tanz, den mir die Gnädige gewährt,
ist doch zehntausend Francs wohl wert!
Mir gehört der Tanz,
ich verlang' dafür
zehntausend Francs zu wohltätigem Zweck!

CAMILLE, ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Zehntausend Francs?

CASCADA
(zu St. Brioche)
's ist unerhört!

DANILO
Für diesen Preis geb' Ich ihn weg!

ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Zehntausend Francs?
(ziehen sich zurück)

ST. BRIOCHE
(zu Cascada)
Er ist verrückt!

DANILO
Sie geh'n!
Jetzt ist es mir geglückt!

HERRENCHOR
Zehntausend Francs, das ist zum Lachen!
(ab)

DANILO
(zu Hanna)
Sehen Sie, meine Gnädige, sehen Sie...
Wie sie aus dem Staub sich machen,
zahles woll'n die Herren nie!
Ein Griff ins Portemonnaie
tut Ihnen furchtbar weh!
So sind die Herren heutzutag,
ein wirklich nobler Schlag!
(Hanna wendet sich empört ab, Danilo tritt zu ihr.)

CAMILLE
(zu Valencienne)
Den Angriff muß Ich gleich parieren,
die zehntausend Francs, die gebe ich!
(greift in die Tasche)

VALENCIENNE
Sind Sie schon verliebt?

CAMILLE
Sie wünschten doch selbst...

VALENCIENNE
(zieht ihn fort)
Untersteh's Sie sich!
(Camille und Valancienne ab in den Ballsaal: Danilo und Hanna allein)

DANILO
Der Letzte ging, Sie sind befreit,
und jetzt, gnädige Frau, bin ich zum Tanz bereit!

HANNA
Jetzt danke ich sehr!

DANILO
Und mein Mandat?
Sie wählten mich doch!

HANNA
Oh Sie Haupt-Diplomat!
Ich tanze nicht!

DANILO
(beginnt zu tanzen)
Geigen erklingen,
locken so süß,
werden Sie zwingen gewiß...
(Er steht hinter ihr, versucht ihr ins Gesicht zu sehen, da wendet den Kopf koket immer weg)

HANNA
Nein, ich will nicht!
(Danilo tanzt allein um sie herum. Sie kämpf noch eine Weile, fliegt dann unwillkürlich in seine Arme und tanzt mit ihm.)
Sie abscheulicher Mann!
Wie prächtig Sie tanzen!

DANILO
Man tut, was man kann!
(Sie tanzen beide ab.)



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