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Introduktion

ERSTER AKT

Freier Platz eines am Meeresufer gelegenen Ortes nächst Syrakus. Links auf dem Prospekt eine Bucht des zerklüfteten, hier und da von einem Flecken unterbrochenen Meeresufers. In blauer Ferne der leicht rauchende Ätna. Das Meeresufer rückwärts praktikabel. Vorn rechts Benozzos Kneipe mit Balkon, welcher, unten eine Laube bildend, das Erdgeschoss überragt. Vor der Kneipe einige einfache Tische und Stühle. Ganz vorn links der praktikable Eingang zum Keller. Wenn der Vorhang aufgeht, ist es vorn möglichst dunkel. Der Ätna glänzt im lichten Morgenrot. Das Ufer ist von demselben leicht gefärbt.


ERSTE SZENE
Eine Stimme (hinter der Szene), Massaccio, Chor der Schmuggler, dann Benozzo

Nr. 1 - Szene

Die Bühne ist leer.

EINE STIMME
rechts hinter der Szene in weiter Entfernung
Wihu! Wihu!

MASSACCIO
eilt von links auf die Bühne, gefolgt von einigen Schmugglern, ruft ins Meer hinaus
Wihu! Wihu!

EINE STIMME
hinter der Szene, aber schon näher
Wihu! Wihu!

MASSACCIO
Hört nur, hört!
Den wohlbekannten Ton!

CHOR DER SCHMUGGLER
Die Freunde sind's!
Sie nahen schon!

MASSACCIO
Zu bergen gilt's
ihre Ladung reich!

CHOR DER SCHMUGGLER
Doch wo ist Benozzo?

MASSACCIO
Den weck' ich gleich!
eilt zum Fenster des Wirtshauses
Benozzo, ohne Säumen!
Genug hast du geruht!
Jetzt ist nicht Zeit zu träumen!

BENOZZO
aus dem Hause, gähnend
Ah! Ah! Schon gut!

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
Sie sind schon da!
Sie kommen schon heran!
Dem Ufer ganz nah,
dort legen sie an!

MASSACCIO
der indes wieder ans Ufer geeilt war, ungeduldig wieder zu Benozzos Fenster zurückkehrend
Schon wird es hell und heller,
drum heisst es: auf der Hut!
Benozzo, öffne uns den Keller!

BENOZZO
auf dem Balkon; er trägt nichts als ein Leinenbeinkleid, grobe Schuhe über den blossen Füssen, ein offenes gestreiftes Hemd, einen schlichten Wollgürtel und eine Zipfelmütze, weiss und rot gestreift; er hat krauses Haar, Ohrringe, ein Amulett um den blossen Hals, einen spärlichen Vollbart, stark bronzierten Teint; gähnend
Ah! Ah! Schon gut!

MASSACCIO
Mit Kisten schwer beladen
kommt von Afrikas Strand
Unser Schiff ohne Schaden
mit unsern Freunden ans Land.
Vorsicht nun! Auf der Hut!

BENOZZO
Ja, ja! Schon gut!
verschwindet und kommt nach einer kleinen Pause mit dem Schlüssel zum Keller, den er öffnet. Indes ist rückwärts die "Tartane" gelandet, der eine Anzahl Schmuggler entsteigen, die sich mit den auf der Bühne befindlichen vereinigen.

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
Hier, wo die Schergen
uns bewachen,
gilt's zu bergen
schnell die Sachen.
Sind wir am Land, Verrat uns droht,
drum ist hier Vorsicht stets Gebot.
Freiheit wohnt nur auf dem Meer!
Wenn Feinde dort hinter uns her,
ha, bald vorbei war
die Gefahr!
Wir flohn mit der Beute
ins Weite.
Doch hier, wo Schergen
uns bewachen,
gilt's zu bergen
schnell die Sachen.
Weil am Land Verrat uns droht,
ist Vorsicht hier Gebot!

BENOZZO
hat den Keller aufgesperrt, tritt nun zu den Schmugglern, die ihn begrüssen
Fort! Nicht länger gesäumt,
weg damit! Aufgeräumt!
Dass kein Aug' es erspäht,
dass uns niemand verrät!
Ah! Nun behend
rührt die Händ'!
Angepackt! Aufgesackt!
Abgefahrn!
Mit den War'n
fort, nur fort!
Alles dort
ins Versteck,
dass entdeck'
kein Verräter das Gut,
wo es sicher dann ruht!
Vorwärts. Freunde, nur Mut!
Hurtig schnell
auf der Stell,
immer flink
auf den Wink!
Schafft es hin!
Viel Gewinn
es euch bringt,
wenn's gelingt!
Habet acht!
Aufs Signal seid bedacht!
Droht Gefahr,
macht euch rasch unsichtbar!

CHOR DER SCHMUGGLER
Hurtig schnell
gleich zur Stell!
Droht Gefahr,
macht euch rasch unsichtbar!

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
Doch wenn wir auf dem Meer,
nicht Gefahren mehr drohen;
wenn Feinde hinterher,
sind in Eil' wir entflohen!
Ja, sind wir dort an Bord,
segeln wir eilig fort!

BENOZZO
Mässigt euch,
solang ihr noch am Strand,
denn Verrat droht am Land!
Hurtig schnell
auf der Stell'
immer flink
auf den Wink!
Schafft es hin!
Viel Gewinn
es euch bringt,
wenn's gelingt!
Habet acht!
Aufs Signal seid bedacht!
Allzumal droht Gefahr,
so macht euch rasch unsichtbar!

CHOR DER SCHMUGGLER
Hurtig schnell,
immer flink,
schafft es fort
auf den Wink
und habt acht!
Allzumal droht Gefahr,
so macht euch rasch unsichtbar!

Die Waren sind fortgeschafft.

BENOZZO
Hurra! Gelungen ist's,
das Werk, es ist geglückt!
Nun vorwärts, schnell!
Zurück zur Stell!
Hurtig! Vorwärts!
Schneller! Flink!

Die zweite Hälfte der Schmuggler besteigt schnell das Boot, welches sich entfernt, während die übrigen Schmuggler, am Strande stehend, ihnen Lebewohl winken und dann rückwärts verschwinden. Massaccio und Benozzo schliessen währenddessen den Keller.

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
teilweise im Boot:
Vor den Schergen
muss man's bergen,
habt acht!
Weil am Land Verrat uns droht,
ist hier Vorsicht Gebot!


ZWEITE SZENE
Massaccio. Benozzo, dann Erminio, Luigi

Dialog

Es wird heller.

MASSACCIO
Wenn die Zollwächter uns erwischten, träf die Schuld dich, verdammter Langschläfer!

BENOZZO
Die Zollwächter sind für heute nacht unschädlich gemacht!
heiter
Ich habe sie samt dem Herrn Podestà wieder auf die Spur Gasparones gehetzt!

Erminio erscheint, von Luigi gefolgt. Sie schleichen sich unter Benozzos Balkon und horchen. Beide sind in grosse Mäntel gehüllt und tragen weiche grosse Hüte.

MASSACCIO
Bist doch ein Teufelskerl! Sprengt der Spitzbube
schlägt Benozzo auf die Schulter
nicht das Gerücht aus, dass Gasparone. der furchtbare Bandit der Romagna, sich hierher nach Sizilien geflüchtet habe!

BENOZZO
heiter
Nur, um uns freies Feld zu schaffen …,fürs Schmuggeln! Hahaha!

MASSACCIO
Nie ging unser Geschäft besser, als seit du den Leuten weismachtest, Gasparone hause in den Schluchten des Ätna!

ERMINIO
ruhig, in seinen Mantel gehüllt, an einer Seite des Balkons lehnend, Luigi neben ihm
....während er doch drüben die Abruzzen unsicher macht!

BENOZZO, MASSACCIO
anfangs bestürzt, greifen nach den Dolchmessern und wollen sich auf die beiden stürzen
Spione!

Erminio hält ihnen eine Pistole vor, gleiches tut Luigi. Beide avancieren. Benozzo und Massaccio erschrecken, weichen zurück. Erminio nimmt Massaccio aufs Korn, während Luigi nach Benozzo zielt.

ERMINIO
Werft die Messer fort!

Benozzo und Massaccio wollen noch einen Versuch machen, sich der lästigen Lauscher zu entledigen.

ERMINIO
Gehorcht, Schufte, oder
Massaccio und Benozzo gehorchen. Luigi und Erminio nehmen sie in die Mitte.
Also, ihr Halunken missbraucht Gasparones Namen zu euren Operationen?

BENOZZO
Als Schmuggler, Exzellenza!

MASSACCIO
Als ehrliche Schmuggler ... von etwas Zucker und Kaffee!

BENOZZO
Nur, um die Behörden von unserem Treiben abzulenken

ERMINIO
Ihr wisst, was euch bevorsteht, wenn ich euch anzeige?

LUIGI
Die Galeere!

BENOZZO, MASSACCIO
knien nieder
Gnade, Exzellenza, Gnade!

ERMINIO
So hört! Ich kann entschlossene Männer, wie ihr seid, brauchen. Wollt ihr mir blindlings gehorchen?

BENOZZO, MASSACCIO
demütig
Ja!

ERMINIO
Steht auf! Ich verspreche euch dagegen tiefstes Schweigen, werde euch für eure Dienste gut belohnen! Die Fabel von Gasparones Aufenthalt hier passt mir!

BENOZZO
Sollten Exzellenza in freien Stunden etwa selbst ...
macht die Gebärde des Stehlens und Zustechens

ERMINIO
heiter
Nein, mein Junge. Was ich stehlen will, ist ein Frauenherz!

BENOZZO
Das ist zollfrei!

ERMINIO
Und was ihr für mich rauben sollt, ist ein Drache!

BENOZZO, MASSACCIO
Ein Drache?

ERMINIO
Ja, eine alte, prüde Duenna, welche die Dame meines Herzens argwöhnisch bewacht, so dass es mir bis jetzt unmöglich war, mich ihr zu nähern.

BENOZZO
Capisco! Exzellenza wollen, dass wir auf Rechnung Gasparones die Alte unschädlich machen sollen?

ERMINIO
Auf kurze Zeit nur!
Glockengeläute

MASSACCIO
Die Morgenglocke!

LUIGI
Gehen wir!

ERMINIO
Gut!
zu Massaccio
Du, Alter, folgst mir, ich will dich instruieren
will ab
Halt! Sooft ich euer bedarf, diene euch als Erkennungszeichen die Losung ... die Losung

BENOZZO
Sagen wir... Zucker und Kaffee!

ERMINIO
Gut! Zucker und Kaffee!

BENOZZO, MASSACCIO
Einverstanden!

ERMINIO
Also: blind gehorchen!

MASSACCIO
Tiefstes Schweigen!

BENOZZO
Gut bezahlen!

ERMINIO
Losung?

BENOZZO, MASSACCIO, ERMINJO, LUIGI
Zucker und Kaffee!
Erminio, Luigi, Massaccio verschwinden.

BENOZZO
Eine seltsame Begegnung! Gleichviel, der Mann gefällt mir!
Man hört Geräusche von links.

Nr. 2 - Melodram, Chor und Auftrittslied

BENOZZO
geht nach hinten; gesprochen
Ah, die Zollwächter und Gendarmen, die der Podestà auf der Suche nach Gasparone die ganze Nacht
herumgehetzt hat!
geht an die Tür des Wirtshauses
Sora! Sora! Mach auf, wir bekommen Gäste!
zum Publikum
Denn einen Räuber suchen, der gar nicht da ist ... macht durstig!
ab ins Haus


DRITTE SZENE
Chor der Zollwächter, dann Nasoni, später Sora; Volk (Frauen, Männer)

CHOR DER ZOLLWÄCHTER
treten auf
Erscheinen wir als Rächer
mit lautem Trarara,
so wissen die Verbrecher
von weitem, dass wir da!
Wir bliesen auf Trompeten
auch heute Trarara!
Da ging der Fang uns flöten,
der unser schon beinah!
Trara! Trara!
Den Gasparone fangen,
ist Kleinigkeit ja nur!
Trara! Trara!
Ist's heut' auch nicht gegangen,
wir sind doch auf der Spur!
Wir kennen keine Schonung,
wir geben keine Ruh,
erringen die Belohnung
und Ehren noch dazu!
Trara! Trara!

Rezitativ

NASONI
tritt auf; er trägt Zivilkleider jener Zeit, dazu einen Säbel, Pistolen und eine Tromba - Gewehr mit trompetenartiger Mündung -; in den Kreis tretend mit Aplomb
Ihr tapfern Kameraden,
Genossen in Gefahren,
macht euch nichts draus,
wenn heut' wir
nicht ganz glücklich waren!
Erwischen wir den Bösewicht,
wird er gehängt, doch früher nicht!

CHOR DER ZOLLWÄCHTER
Heil dem tapfern Podestà!
Trarara! Trarara!
Dem Podestà, dem Podestà!

NASONI
1.
Der verdammte Gasparone
treibt es mir denn doch zu bunt:
täglich hinter dem Patrone,
dabei geht man ja zugrund!
Was ich heute Nacht gelitten,
macht mich jetzt noch desperat!
Über Lavablöcke schritten
wir auf unwegsamstem Pfad!
Ringsherum in allen Ecken
soll der Gasparone stecken:
unterm Tische, in dem Bett,
selbst im kleinsten Kabinett;
in den Klöstern, in den Kellern,
in der Küche unter Tellern,
ob der Raum so eng und klein,
dass kein Teufel kommt hinein:
wo es dunkel oder licht,
wittert man den Bösewicht!

Ihn, den alle Häscher suchen,
ihn, dem alle Lippen fluchen,
ihn, den alle Wälder kennen,
ihn, den Räuber Bruder nennen,
ihn, von dem man schaudernd spricht:
ihn, ihn, ihn,
ihn erwisch' ich nicht,
o verflixte G'schicht!
Ich erwisch' ihn nicht,
o verflixte G'schicht!

2.
Bin schon völlig wie zerschlagen,
meine Beine fühl' ich kaum!
Hier im Kopfe, da im Magen:
überall ein leerer Raum!
Schon zu lang werd' ich geduldig
immer hin und her gesprengt,
bin's nun der Gesundheit schuldig,
dass der Kerl wird bald gehängt!
Sagt mir einer guten Morgen,
bin ich auch bereits in Sorgen,
ob's nicht Gasparone ist,
der mich so vertraulich grüsst.
Wenn Champagnerkorken knallen,
glaub' ich mich schon überfallen;
sticht mich irgendein Insekt,
glaub' ich, dass sein Dolch schon steckt,
schrei': halt auf den Bösewicht,
der auf Schandtat nur erpicht.

Ihn, den alle Häscher suchen,
ihn, dem alle Lippen fluchen,
ihn, den alle Wälder kennen,
ihn, den Räuber Bruder nennen,
ihn, von dem man schaudernd spricht:
ihn, ihn, ihn,
ihn erwisch' ich nicht,
o verflixte G'schicht!
Ich erwisch' ihn nicht,
o verflixte G'schicht!

Dialog

NASONI
legt Säbel, Pistolen und Tromba missmutig beiseite, setzt sich rechts
Ah, mir brechen fast die Beine ab vor Müdigkeit! Setzen, setzen! Das bin ich meiner Gesundheit schuldig!
dehnt sich behaglich
Ah!

SORA
kommt aus dem Wirtshaus
Eine Erfrischung gefällig. Exzellenza?

NASONI
mürrisch
Ein Glas Wein!
Sora näher betrachtend
Bist ja ein schmuckes Ding! Ich habe dich doch schon irgendwo gesehen?!

SORA
Ich heisse Sora, Exzellenza; war bis vor kurzem im Dienst der Gräfin Santa Croce!

NASONI
Meiner künftigen Schwiegertochter, richtig!

SORA
Eben will ich ihr entgegengehen. Sie hat versprochen, mich zu besuchen, meine neue
Wirtschaft anzusehen ... Ich bin seit acht Tagen verheiratet!

NASONI
Richtig! Mit diesem Halunken von Benozzo!
Introduktion

ERSTER AKT

Freier Platz eines am Meeresufer gelegenen Ortes nächst Syrakus. Links auf dem Prospekt eine Bucht des zerklüfteten, hier und da von einem Flecken unterbrochenen Meeresufers. In blauer Ferne der leicht rauchende Ätna. Das Meeresufer rückwärts praktikabel. Vorn rechts Benozzos Kneipe mit Balkon, welcher, unten eine Laube bildend, das Erdgeschoss überragt. Vor der Kneipe einige einfache Tische und Stühle. Ganz vorn links der praktikable Eingang zum Keller. Wenn der Vorhang aufgeht, ist es vorn möglichst dunkel. Der Ätna glänzt im lichten Morgenrot. Das Ufer ist von demselben leicht gefärbt.


ERSTE SZENE
Eine Stimme (hinter der Szene), Massaccio, Chor der Schmuggler, dann Benozzo

Nr. 1 - Szene

Die Bühne ist leer.

EINE STIMME
rechts hinter der Szene in weiter Entfernung
Wihu! Wihu!

MASSACCIO
eilt von links auf die Bühne, gefolgt von einigen Schmugglern, ruft ins Meer hinaus
Wihu! Wihu!

EINE STIMME
hinter der Szene, aber schon näher
Wihu! Wihu!

MASSACCIO
Hört nur, hört!
Den wohlbekannten Ton!

CHOR DER SCHMUGGLER
Die Freunde sind's!
Sie nahen schon!

MASSACCIO
Zu bergen gilt's
ihre Ladung reich!

CHOR DER SCHMUGGLER
Doch wo ist Benozzo?

MASSACCIO
Den weck' ich gleich!
eilt zum Fenster des Wirtshauses
Benozzo, ohne Säumen!
Genug hast du geruht!
Jetzt ist nicht Zeit zu träumen!

BENOZZO
aus dem Hause, gähnend
Ah! Ah! Schon gut!

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
Sie sind schon da!
Sie kommen schon heran!
Dem Ufer ganz nah,
dort legen sie an!

MASSACCIO
der indes wieder ans Ufer geeilt war, ungeduldig wieder zu Benozzos Fenster zurückkehrend
Schon wird es hell und heller,
drum heisst es: auf der Hut!
Benozzo, öffne uns den Keller!

BENOZZO
auf dem Balkon; er trägt nichts als ein Leinenbeinkleid, grobe Schuhe über den blossen Füssen, ein offenes gestreiftes Hemd, einen schlichten Wollgürtel und eine Zipfelmütze, weiss und rot gestreift; er hat krauses Haar, Ohrringe, ein Amulett um den blossen Hals, einen spärlichen Vollbart, stark bronzierten Teint; gähnend
Ah! Ah! Schon gut!

MASSACCIO
Mit Kisten schwer beladen
kommt von Afrikas Strand
Unser Schiff ohne Schaden
mit unsern Freunden ans Land.
Vorsicht nun! Auf der Hut!

BENOZZO
Ja, ja! Schon gut!
verschwindet und kommt nach einer kleinen Pause mit dem Schlüssel zum Keller, den er öffnet. Indes ist rückwärts die "Tartane" gelandet, der eine Anzahl Schmuggler entsteigen, die sich mit den auf der Bühne befindlichen vereinigen.

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
Hier, wo die Schergen
uns bewachen,
gilt's zu bergen
schnell die Sachen.
Sind wir am Land, Verrat uns droht,
drum ist hier Vorsicht stets Gebot.
Freiheit wohnt nur auf dem Meer!
Wenn Feinde dort hinter uns her,
ha, bald vorbei war
die Gefahr!
Wir flohn mit der Beute
ins Weite.
Doch hier, wo Schergen
uns bewachen,
gilt's zu bergen
schnell die Sachen.
Weil am Land Verrat uns droht,
ist Vorsicht hier Gebot!

BENOZZO
hat den Keller aufgesperrt, tritt nun zu den Schmugglern, die ihn begrüssen
Fort! Nicht länger gesäumt,
weg damit! Aufgeräumt!
Dass kein Aug' es erspäht,
dass uns niemand verrät!
Ah! Nun behend
rührt die Händ'!
Angepackt! Aufgesackt!
Abgefahrn!
Mit den War'n
fort, nur fort!
Alles dort
ins Versteck,
dass entdeck'
kein Verräter das Gut,
wo es sicher dann ruht!
Vorwärts. Freunde, nur Mut!
Hurtig schnell
auf der Stell,
immer flink
auf den Wink!
Schafft es hin!
Viel Gewinn
es euch bringt,
wenn's gelingt!
Habet acht!
Aufs Signal seid bedacht!
Droht Gefahr,
macht euch rasch unsichtbar!

CHOR DER SCHMUGGLER
Hurtig schnell
gleich zur Stell!
Droht Gefahr,
macht euch rasch unsichtbar!

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
Doch wenn wir auf dem Meer,
nicht Gefahren mehr drohen;
wenn Feinde hinterher,
sind in Eil' wir entflohen!
Ja, sind wir dort an Bord,
segeln wir eilig fort!

BENOZZO
Mässigt euch,
solang ihr noch am Strand,
denn Verrat droht am Land!
Hurtig schnell
auf der Stell'
immer flink
auf den Wink!
Schafft es hin!
Viel Gewinn
es euch bringt,
wenn's gelingt!
Habet acht!
Aufs Signal seid bedacht!
Allzumal droht Gefahr,
so macht euch rasch unsichtbar!

CHOR DER SCHMUGGLER
Hurtig schnell,
immer flink,
schafft es fort
auf den Wink
und habt acht!
Allzumal droht Gefahr,
so macht euch rasch unsichtbar!

Die Waren sind fortgeschafft.

BENOZZO
Hurra! Gelungen ist's,
das Werk, es ist geglückt!
Nun vorwärts, schnell!
Zurück zur Stell!
Hurtig! Vorwärts!
Schneller! Flink!

Die zweite Hälfte der Schmuggler besteigt schnell das Boot, welches sich entfernt, während die übrigen Schmuggler, am Strande stehend, ihnen Lebewohl winken und dann rückwärts verschwinden. Massaccio und Benozzo schliessen währenddessen den Keller.

MASSACCIO, CHOR DER SCHMUGGLER
teilweise im Boot:
Vor den Schergen
muss man's bergen,
habt acht!
Weil am Land Verrat uns droht,
ist hier Vorsicht Gebot!


ZWEITE SZENE
Massaccio. Benozzo, dann Erminio, Luigi

Dialog

Es wird heller.

MASSACCIO
Wenn die Zollwächter uns erwischten, träf die Schuld dich, verdammter Langschläfer!

BENOZZO
Die Zollwächter sind für heute nacht unschädlich gemacht!
heiter
Ich habe sie samt dem Herrn Podestà wieder auf die Spur Gasparones gehetzt!

Erminio erscheint, von Luigi gefolgt. Sie schleichen sich unter Benozzos Balkon und horchen. Beide sind in grosse Mäntel gehüllt und tragen weiche grosse Hüte.

MASSACCIO
Bist doch ein Teufelskerl! Sprengt der Spitzbube
schlägt Benozzo auf die Schulter
nicht das Gerücht aus, dass Gasparone. der furchtbare Bandit der Romagna, sich hierher nach Sizilien geflüchtet habe!

BENOZZO
heiter
Nur, um uns freies Feld zu schaffen …,fürs Schmuggeln! Hahaha!

MASSACCIO
Nie ging unser Geschäft besser, als seit du den Leuten weismachtest, Gasparone hause in den Schluchten des Ätna!

ERMINIO
ruhig, in seinen Mantel gehüllt, an einer Seite des Balkons lehnend, Luigi neben ihm
....während er doch drüben die Abruzzen unsicher macht!

BENOZZO, MASSACCIO
anfangs bestürzt, greifen nach den Dolchmessern und wollen sich auf die beiden stürzen
Spione!

Erminio hält ihnen eine Pistole vor, gleiches tut Luigi. Beide avancieren. Benozzo und Massaccio erschrecken, weichen zurück. Erminio nimmt Massaccio aufs Korn, während Luigi nach Benozzo zielt.

ERMINIO
Werft die Messer fort!

Benozzo und Massaccio wollen noch einen Versuch machen, sich der lästigen Lauscher zu entledigen.

ERMINIO
Gehorcht, Schufte, oder
Massaccio und Benozzo gehorchen. Luigi und Erminio nehmen sie in die Mitte.
Also, ihr Halunken missbraucht Gasparones Namen zu euren Operationen?

BENOZZO
Als Schmuggler, Exzellenza!

MASSACCIO
Als ehrliche Schmuggler ... von etwas Zucker und Kaffee!

BENOZZO
Nur, um die Behörden von unserem Treiben abzulenken

ERMINIO
Ihr wisst, was euch bevorsteht, wenn ich euch anzeige?

LUIGI
Die Galeere!

BENOZZO, MASSACCIO
knien nieder
Gnade, Exzellenza, Gnade!

ERMINIO
So hört! Ich kann entschlossene Männer, wie ihr seid, brauchen. Wollt ihr mir blindlings gehorchen?

BENOZZO, MASSACCIO
demütig
Ja!

ERMINIO
Steht auf! Ich verspreche euch dagegen tiefstes Schweigen, werde euch für eure Dienste gut belohnen! Die Fabel von Gasparones Aufenthalt hier passt mir!

BENOZZO
Sollten Exzellenza in freien Stunden etwa selbst ...
macht die Gebärde des Stehlens und Zustechens

ERMINIO
heiter
Nein, mein Junge. Was ich stehlen will, ist ein Frauenherz!

BENOZZO
Das ist zollfrei!

ERMINIO
Und was ihr für mich rauben sollt, ist ein Drache!

BENOZZO, MASSACCIO
Ein Drache?

ERMINIO
Ja, eine alte, prüde Duenna, welche die Dame meines Herzens argwöhnisch bewacht, so dass es mir bis jetzt unmöglich war, mich ihr zu nähern.

BENOZZO
Capisco! Exzellenza wollen, dass wir auf Rechnung Gasparones die Alte unschädlich machen sollen?

ERMINIO
Auf kurze Zeit nur!
Glockengeläute

MASSACCIO
Die Morgenglocke!

LUIGI
Gehen wir!

ERMINIO
Gut!
zu Massaccio
Du, Alter, folgst mir, ich will dich instruieren
will ab
Halt! Sooft ich euer bedarf, diene euch als Erkennungszeichen die Losung ... die Losung

BENOZZO
Sagen wir... Zucker und Kaffee!

ERMINIO
Gut! Zucker und Kaffee!

BENOZZO, MASSACCIO
Einverstanden!

ERMINIO
Also: blind gehorchen!

MASSACCIO
Tiefstes Schweigen!

BENOZZO
Gut bezahlen!

ERMINIO
Losung?

BENOZZO, MASSACCIO, ERMINJO, LUIGI
Zucker und Kaffee!
Erminio, Luigi, Massaccio verschwinden.

BENOZZO
Eine seltsame Begegnung! Gleichviel, der Mann gefällt mir!
Man hört Geräusche von links.

Nr. 2 - Melodram, Chor und Auftrittslied

BENOZZO
geht nach hinten; gesprochen
Ah, die Zollwächter und Gendarmen, die der Podestà auf der Suche nach Gasparone die ganze Nacht
herumgehetzt hat!
geht an die Tür des Wirtshauses
Sora! Sora! Mach auf, wir bekommen Gäste!
zum Publikum
Denn einen Räuber suchen, der gar nicht da ist ... macht durstig!
ab ins Haus


DRITTE SZENE
Chor der Zollwächter, dann Nasoni, später Sora; Volk (Frauen, Männer)

CHOR DER ZOLLWÄCHTER
treten auf
Erscheinen wir als Rächer
mit lautem Trarara,
so wissen die Verbrecher
von weitem, dass wir da!
Wir bliesen auf Trompeten
auch heute Trarara!
Da ging der Fang uns flöten,
der unser schon beinah!
Trara! Trara!
Den Gasparone fangen,
ist Kleinigkeit ja nur!
Trara! Trara!
Ist's heut' auch nicht gegangen,
wir sind doch auf der Spur!
Wir kennen keine Schonung,
wir geben keine Ruh,
erringen die Belohnung
und Ehren noch dazu!
Trara! Trara!

Rezitativ

NASONI
tritt auf; er trägt Zivilkleider jener Zeit, dazu einen Säbel, Pistolen und eine Tromba - Gewehr mit trompetenartiger Mündung -; in den Kreis tretend mit Aplomb
Ihr tapfern Kameraden,
Genossen in Gefahren,
macht euch nichts draus,
wenn heut' wir
nicht ganz glücklich waren!
Erwischen wir den Bösewicht,
wird er gehängt, doch früher nicht!

CHOR DER ZOLLWÄCHTER
Heil dem tapfern Podestà!
Trarara! Trarara!
Dem Podestà, dem Podestà!

NASONI
1.
Der verdammte Gasparone
treibt es mir denn doch zu bunt:
täglich hinter dem Patrone,
dabei geht man ja zugrund!
Was ich heute Nacht gelitten,
macht mich jetzt noch desperat!
Über Lavablöcke schritten
wir auf unwegsamstem Pfad!
Ringsherum in allen Ecken
soll der Gasparone stecken:
unterm Tische, in dem Bett,
selbst im kleinsten Kabinett;
in den Klöstern, in den Kellern,
in der Küche unter Tellern,
ob der Raum so eng und klein,
dass kein Teufel kommt hinein:
wo es dunkel oder licht,
wittert man den Bösewicht!

Ihn, den alle Häscher suchen,
ihn, dem alle Lippen fluchen,
ihn, den alle Wälder kennen,
ihn, den Räuber Bruder nennen,
ihn, von dem man schaudernd spricht:
ihn, ihn, ihn,
ihn erwisch' ich nicht,
o verflixte G'schicht!
Ich erwisch' ihn nicht,
o verflixte G'schicht!

2.
Bin schon völlig wie zerschlagen,
meine Beine fühl' ich kaum!
Hier im Kopfe, da im Magen:
überall ein leerer Raum!
Schon zu lang werd' ich geduldig
immer hin und her gesprengt,
bin's nun der Gesundheit schuldig,
dass der Kerl wird bald gehängt!
Sagt mir einer guten Morgen,
bin ich auch bereits in Sorgen,
ob's nicht Gasparone ist,
der mich so vertraulich grüsst.
Wenn Champagnerkorken knallen,
glaub' ich mich schon überfallen;
sticht mich irgendein Insekt,
glaub' ich, dass sein Dolch schon steckt,
schrei': halt auf den Bösewicht,
der auf Schandtat nur erpicht.

Ihn, den alle Häscher suchen,
ihn, dem alle Lippen fluchen,
ihn, den alle Wälder kennen,
ihn, den Räuber Bruder nennen,
ihn, von dem man schaudernd spricht:
ihn, ihn, ihn,
ihn erwisch' ich nicht,
o verflixte G'schicht!
Ich erwisch' ihn nicht,
o verflixte G'schicht!

Dialog

NASONI
legt Säbel, Pistolen und Tromba missmutig beiseite, setzt sich rechts
Ah, mir brechen fast die Beine ab vor Müdigkeit! Setzen, setzen! Das bin ich meiner Gesundheit schuldig!
dehnt sich behaglich
Ah!

SORA
kommt aus dem Wirtshaus
Eine Erfrischung gefällig. Exzellenza?

NASONI
mürrisch
Ein Glas Wein!
Sora näher betrachtend
Bist ja ein schmuckes Ding! Ich habe dich doch schon irgendwo gesehen?!

SORA
Ich heisse Sora, Exzellenza; war bis vor kurzem im Dienst der Gräfin Santa Croce!

NASONI
Meiner künftigen Schwiegertochter, richtig!

SORA
Eben will ich ihr entgegengehen. Sie hat versprochen, mich zu besuchen, meine neue
Wirtschaft anzusehen ... Ich bin seit acht Tagen verheiratet!

NASONI
Richtig! Mit diesem Halunken von Benozzo!



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