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VIERTE SZENE
Die Vorigen, Benozzo

BENOZZO
kommt aus dem Wirtshaus
Haben Exzellenza mich gerufen?

NASONI
Weisst du, dass ich Lust hätte, dich durchprügeln zu lassen?

BENOZZO
unterwürfig
Mich ... Exzellenza?

NASONI
Du Lügenmaul hast uns abermals um eine ganze Nacht betrogen!

BENOZZO
Also Exzellenza haben Gasparone nicht gefunden?

NASONI
stark
Nein!
einlenkend, leiser
Das heisst ... eine Spur von ihm schon!

BENOZZO
Also doch!

NASONI
leise
Dies Billett.

BENOZZO
beiseite
Unser Schiffsschreiber hat's geschrieben!

NASONI
Dies Billett, das mir, an einen Stein gebunden, vor die Füsse fiel!
liest
"Wo der Podestà Nasoni erscheint, zieht sich Gasparone zurück. Der kleine Räuber weicht dem grösseren!"

BENOZZO
heiter, mit dem Finger drohend
Exzellenza, der kennt Sie!
leise
Er wird gehört haben, dass unser Podestà gern ein Auge zudrückt, wenn man ein Pflaster drauflegt.
macht die Gebärde des Geldzählens

NASONI
leise
Ah bah! Wenn ich nur täglich ein Auge zumache, so trägt das mehr ein, als wenn ich alle beide eine Woche lang offen habe. Das bin ich meiner Gesundheit schuldig!
laut
Es ist nun schon das dritte Mal, Benozzo, dass du mich, die Gendarmen und Zollwächter umsonst auf Gasparones Spur gehetzt hast! Warum begleitest du uns nie?

BENOZZO
Ei, wenn ich gerade meinen mutigen Tag habe, mit Freuden!

NASONI
Mutigen Tag?

Sora ist in den Hintergrund abgegangen.

BENOZZO
sanft
Mein Vater, Exzellenza, war Hirte und Witwer. Er päppelte das Kind mit Schafsmilch auf, und diese Milch gab meinem Charakter jene Milde, welche mich zum Liebling von ganz Syrakus machte.

NASONI
spöttisch
Eingebildeter Tropf!

BENOZZO
achselzuckend
Geschmacksache! Eines Abends geriet unser Büffelstier mit einer seiner Odalisken in Streit, ich wollte sie trennen, der Stier gabelte mich auf, rannte davon und... stürzte mit mir in einen Abgrund!

NASONI
misstrauisch
Ist das auch alles wahr?

BENOZZO
Der Abgrund existiert noch!

NASONI
Nun dann!

BENOZZO
Ein Eremit nahm sich meiner an, flösste mir das Herzblut des schwer verwundeten Stiers ein und rettete mir so das Leben!

NASONI
misstrauisch
Ist das ebenfalls wahr?

BENOZZO
So wahr Sie - ein ehrlicher Mann sind!

NASONI
Also hast du Kerl Büffelblut in den Adern?

BENOZZO
Und Schafsmilch! Deshalb habe ich Tage,
wild
wo ich mutig bin wie ein Büffel und welche,
sanft
wo ich sanft bin wie ein Lämmchen!

NASONI:
Mir scheint, mit diesem Lämmchen, diesem Büffel willst du mir einen Bären aufbinden?!

BENOZZO
Gewiss nicht! So wahr Sie ein ehrlicher Mann...

NASONI
Haha! Das hast du schon einmal gesagt!

BENOZZO
Gestern zum Beispiel, als Sie auszogen gegen Gasparone, war ich ein ... Lämmchen. Heute aber bin ich der Büffel!
brummt wild
Muh! Wenn's heute gefällig ist, heute ziehe ich mit!

NASONI
überlegend
Heute? Hm! Heute schon wieder? Ach, wenn's nicht wegen der tausend Zechinen Belohnung wäre, die ich so notwendig brauche! Also einverstanden! Wir ziehen abends wieder aus: ich, du, die Gendarmen und die Zollwache!

BENOZZO
Ja, namentlich die brave, ortskundige Zollwache!
für sich
Wir haben noch eine ganze Schiffsladung draussen! ...
plötzlich kleinlaut
Aber ... wenn sich Gasparone an mir rächt ... mich über den Haufen schiesst?

NASONI
Oho! Keine Schafsmilch! Büffelblut! Büffelmut! Wenn Gasparone dich tötet, das schwöre ich, hängt er zehn Minuten später am nächsten Baum!

BENOZZO
Zehn Minuten früher wäre mir lieber!

Man hört, ziemlich entfernt, kurz nacheinanderfolgende Pistolenschüsse; Bewegung. Alles springt auf und greift zu den Waffen.

NASONI
Was ist das?

BENOZZO
zeigt links
Schüsse im Pinienwäldchen!

NASONI
Gasparone etwa?

BENOZZO
für sich
Gasparone? Sollte dahinter nicht eher "Zucker und Kaffee" stecken?

NASONI
ersteigt einen hohen Stein
Da kommt Sora ... sie winkt, sie deutet, sie ruft!

allgemeine Stille


FÜNFTE SZENE
Die Vorigen, Sora, dann Carlotta


Nr. 3 - Melodram, Ensemble und Couplet

SORA
ruft hinter der Szene
Rettet die Gräfin Santa Croce!

NASONI
gesprochen
Die Gräfin Santa Croce? Meine künftige Schwiegertochter in Gefahr? Entsetzlich!
für sich
Ohne ihre Million wäre ich ein ruinierter Mann!

BENOZZO, NASONI, CHOR FRAUEN, MÄNNER, ZOLLWÄCHTER
Da ist sie! Sprich, was ist geschehn?

SORA
auftretend, sinkt erschöpft in Benozzos Arme, der sie nach vorn geleitet; alle folgen
Geduld!

BENOZZO
Wie soll ich das verstehn?
So sag!

CHOR
Was ist mit ihr?

SORA
sich angstvoll umschauend
Der Schreck!

NASONI
Was fehlet dir?

SORA
stockend und atemlos
Mir fehlt der Atem noch!
Ich bin ganz ausser mir!

NASONI
Ja, ja, das sehen wir!

BENOZZO
So sprich, erzähle doch!

SORA
Im dichten Walde hier
ein Hilferuf ... ganz nah!
Die Angst, ich kann nicht mehr!

NASONI
Und weisst du, was geschah?

SORA
Gewiss!
Die Gräfin, sie ward angefallen!

NASONI
Wie? Die Gräfin Santa Croce?

SORA
Schon ist sie
in des Räubers Krallen!

NASONI, CHOR
Schnell hin zu ihr,
zu retten sie!
sich gegen den Hintergrund wendend

CARLOTTA
in leichter Erregung, doch lächelnd, plötzlich entgegen
Ich bin schon da!

SORA, BENOZZO, NASONI, CHOR
Sie ist da!
Was geschah?

NASONI
bietet Carlotta einen Stuhl an, den sie verweigert
Was haben wir gehört?
Ist's möglich,
dass Sie in Gefahr geschwebt?

CARLOTTA
lächelnd
's war nicht der Rede wert!

NASONI
O teilen Sie uns mit,
was Sie erlebt!

CARLOTTA
mit heiterer Laune
1.
Ein höchst romantisch Abenteuer,
nicht weit von hier, im Pinienwald!
Zwar, die Gefahr schien ungeheuer,
doch ging's zum Glück vorüber bald.
Mein muntres Pferd war der Begleitung
vorausgeeilt auf schmalem Pfad;
ich überliess mich seiner Leitung
und träumte von der Zukunft grad.
Da plötzlich wurd' aus meinen Träumen
ich aufgeschreckt recht schauerlich:
zwei Räuber stürzten aus den Bäumen,
der packt' mein Pferd, der andre mich!
Da fühlte ich,
mein Mut entwich,
erbleichend dacht' ich innerlich:
Recht gefährlich ist der Aufenthalt
so allein im dunklen Pinienwald!
Ja, gefährlich ist der Aufenthalt
so allein im dunklen Pinienwald!

SORA, BENOZZO, NASONI, CHOR
Ja, gefährlich,
ist's im dunklen Pinienwald!

CARLOTTA
2.
Im Innern fühlt' ich mich erbeben!
Kein Wunder, wenn so plötzlich man
den Raubgesellen preisgegeben,
an Widerstand nicht denken kann!
Schon war vom Rosse ich gesunken,
da knallt ein Schuss, ein zweiter dann,
ich blick' empor ... und freudetrunken
sah einen Helfer kühn ich nahn!
Die feigen Räuber fiohn ins Weite.
Mein Retter hob mit sichrer Hand
mich in den Sattel, trat zur Seite,
verbeugt sich artig und verschwand!
Was ich galant,
diskret auch fand,
weil er die Situation verstand!
Denn gefährlich ist der Aufenthalt
so zu zwein im dunklen Pinienwald!
Ja, gefährlich ist der Aufenthalt
so zu zwein im dunklen Pinienwald!

SORA, BENOZZO, NASONI, CHOR
Ja, gefährlich
ist's im dunklen Pinienwald!

NASONI
Und jener Retter?

CARLOTTA
War

NASONI
Mein Sohn! Das dacht' ich mir!

CARLOTTA
leicht verlegen
O nein! Es war ein andrer Kavalier,
sehr artig scheint er immer gegen Damen.

NASONI
Sie kennen ihn?

CARLOTTA
Nicht seinen Namen,
doch bin ich früher schon begegnet ihm.

NASONI
parodistisch
Gleichviel!
Die Heldentat war gross, sublim!
Wo ist der edle Mann,
dass ich ihm danken kann?
Der teuren Schwiegertochter Leben
erhielt er mir!

CARLOTTA
blickt in den Hintergrund, mit leichtem Schrei, da sie Erminio erblickt
Ha! Da kommt er eben!

NASONI
Mein Sohn!
Kommt endlich er hierher?

CARLOTTA
Nein, nicht Ihr Sohn!
Mein Retter! Er!


SECHSTE SZENE
Die Vorigen, Erminio

NASONI
Wer?

CARLOTTA
Er!

NASONI
Der?

BENOZZO
Der?

SORA
Der?

CARLOTTA
Ja, er!

SORA, BENOZZO, NASONI
Wie, der wär Er?

ERMINIO
war anfangs im Hintergrund geblieben, tritt jetzt vor
Vergebung, wenn ich stör'!
zu Carlotta
Mich zog's hierher,
zu sehn, wie Ihr Befinden wär!

CARLOTTA
Nach dem Malheur?
Ich danke sehr!

NASONI
für sich
Dieser Er
kommt hierher?
Meinem Sohn zum Malheur!
Was ist sein Begehr?
Mir ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer er wohl sei!
Als Unbekannter,
als Ungenannter
kommt er hierher,
der Herr von Er! Er!

CARLOTTA
für sich
Scheint auch verdächtig
noch mancherlei,
erfahren möcht' ich
doch, wer er sei!
Ein Ungekannter,
ein Ungenannter
blieb er bisher,
doch hübsch ist er!

ERMINIO
für sich
Ja, wetten möcht' ich
bei meiner Treu,
dass ich allen verdächtig
hier sei,
und trotzdem kam ich hierher!

NASONI
für sich
Mir ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer das wohl sei!
Als Ungekannter,
als Ungenannter
kommt er hierher,
der Herr von Er!

BENOZZO
für sich
Mir ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer das wohl sei!
Als Ungekannter,
als Ungenannter
kommt er,
der Herr von Er!

SORA
für sich
Ein Ungekannter
blieb er bisher,
doch hübsch ist er!

ERMINIO
für sich
Ja, wetten möcht' ich,
meiner Treu,
dass ich verdächtig
hier sei!

BENOZZO, NASONI
für sich
Mir ist verdächtig
mancherlei,
und wissen möcht' ich,
wer er sei!

CARLOTTA, SORA
für sich
Scheint auch verdächtig
er bisher,
doch hübsch ist er!
Wissen möchte ich,
wer er wohl wär!

BENOZZO, NASONI
für sich
Ganz unbekannt
kommt er hierher,
der Herr von Er!
Hier ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer wohl der Er da sei,
denn verdächtig ist er,
dieser Er!

ERMINIO
für sich
Schwören möcht' ich,
dass verdächtig
ich hier,
meiner Ehr!

FRAUEN
untereinander
Ein Ungenannter
blieb er bisher,
doch ist er hübsch,
der Herr von Er!

MÄNNER, ZOLLWÄCHTER
untereinander
Ein Ungenannter
blieb er bisher.
Was will er hier,
der Herr von Er!

Erminio tritt einige Schritte näher.

NASONI
ihm entgegen
Mein Herr! Sie nennen sich?

ERMINIO
Noch nicht!

NASONI
für sich
Das klingt etwas verdächtig.
laut
doch meine ich, Sie kennen mich!

ERMINIO
Noch nicht!

NASONI
für sich
Das klingt noch mehr verdächtig,
und dabei lächelt er
ganz niederträchtig!
laut und heftig
Mein Herr,
wenn Sie's nicht wissen schon.
nun so erfahren Sie:
ich habe einen Sohn!

ERMINIO
verbeugt sich lächelnd
Sie sind beneidenswert!

NASONI
mit Grimasse
Nun, wie man's nimmt...
heftiger
Mein Sohn ist Bräutigam der Dame!
zeigt auf Carlotta

ERMINIO
mit Verbeugung, lächelnd
Bedaure! Ist das schon bestimmt?

NASONI
Gewiss! Drum frag' ich, wie Ihr Name?

CARLOTTA
Nur nicht so heftig!

NASONI
in Wut
Ja, zur Stunde
muss ich das wissen, weil's nicht klar,
ob mit dem Räuber Sie im Bunde,
vielleicht der Räuber selbst sogar!

ERMINIO
Hahaha! Hahaha!

CARLOTTA
Nasoni beruhigend
Was fällt Ihnen ein?

ERMINIO
Hahaha! Hahaha!

CARLOTTA
Was fällt Ihnen ein?

SORA, BENOZZO, FRAUEN, MÄNNER, ZOLLWÄCHTER
Wie? Der soll Gasparone sein.
ein Räuber sein?


Romanze

ERMINIO
mit Innigkeit gegen Carlotta, mit leiser Ironie gegen Nasoni
1.
Oh, dass ich doch der Räuber wäre,
ich strebte nicht nach Eurem Gold!
Erringen wollt', bei meiner Ehre,
ich mir weit süssern Minnesold!
Ein Lösegeld ich dann begehrte,
das aufzubringen nimmermehr,
das von unschätzbar hohem Werte.
Oh, dass ich doch der Räuber wär!

2.
Ja, wenn mir solch ein Fang gelungen,
wär meine Macht zu End fürwahr!
Gefangen würd ich sein, bezwungen
in Ihren Fesseln ganz und gar!
Doch nein, ich muss ja einem andern
nun dieses Kleinod geben hin,
muss meine Strasse weiter wandern,
weil leider ich kein Räuber bin!

hat bei den letzten Worten Carlottas Hand geküsst, verbeugt sich nun leicht und verschwindet im Hintergrund, wie er gekommen, während alle andern verblüfft dastehen. Carlotta blickt ihm mit Teilnahme nach.
VIERTE SZENE
Die Vorigen, Benozzo

BENOZZO
kommt aus dem Wirtshaus
Haben Exzellenza mich gerufen?

NASONI
Weisst du, dass ich Lust hätte, dich durchprügeln zu lassen?

BENOZZO
unterwürfig
Mich ... Exzellenza?

NASONI
Du Lügenmaul hast uns abermals um eine ganze Nacht betrogen!

BENOZZO
Also Exzellenza haben Gasparone nicht gefunden?

NASONI
stark
Nein!
einlenkend, leiser
Das heisst ... eine Spur von ihm schon!

BENOZZO
Also doch!

NASONI
leise
Dies Billett.

BENOZZO
beiseite
Unser Schiffsschreiber hat's geschrieben!

NASONI
Dies Billett, das mir, an einen Stein gebunden, vor die Füsse fiel!
liest
"Wo der Podestà Nasoni erscheint, zieht sich Gasparone zurück. Der kleine Räuber weicht dem grösseren!"

BENOZZO
heiter, mit dem Finger drohend
Exzellenza, der kennt Sie!
leise
Er wird gehört haben, dass unser Podestà gern ein Auge zudrückt, wenn man ein Pflaster drauflegt.
macht die Gebärde des Geldzählens

NASONI
leise
Ah bah! Wenn ich nur täglich ein Auge zumache, so trägt das mehr ein, als wenn ich alle beide eine Woche lang offen habe. Das bin ich meiner Gesundheit schuldig!
laut
Es ist nun schon das dritte Mal, Benozzo, dass du mich, die Gendarmen und Zollwächter umsonst auf Gasparones Spur gehetzt hast! Warum begleitest du uns nie?

BENOZZO
Ei, wenn ich gerade meinen mutigen Tag habe, mit Freuden!

NASONI
Mutigen Tag?

Sora ist in den Hintergrund abgegangen.

BENOZZO
sanft
Mein Vater, Exzellenza, war Hirte und Witwer. Er päppelte das Kind mit Schafsmilch auf, und diese Milch gab meinem Charakter jene Milde, welche mich zum Liebling von ganz Syrakus machte.

NASONI
spöttisch
Eingebildeter Tropf!

BENOZZO
achselzuckend
Geschmacksache! Eines Abends geriet unser Büffelstier mit einer seiner Odalisken in Streit, ich wollte sie trennen, der Stier gabelte mich auf, rannte davon und... stürzte mit mir in einen Abgrund!

NASONI
misstrauisch
Ist das auch alles wahr?

BENOZZO
Der Abgrund existiert noch!

NASONI
Nun dann!

BENOZZO
Ein Eremit nahm sich meiner an, flösste mir das Herzblut des schwer verwundeten Stiers ein und rettete mir so das Leben!

NASONI
misstrauisch
Ist das ebenfalls wahr?

BENOZZO
So wahr Sie - ein ehrlicher Mann sind!

NASONI
Also hast du Kerl Büffelblut in den Adern?

BENOZZO
Und Schafsmilch! Deshalb habe ich Tage,
wild
wo ich mutig bin wie ein Büffel und welche,
sanft
wo ich sanft bin wie ein Lämmchen!

NASONI:
Mir scheint, mit diesem Lämmchen, diesem Büffel willst du mir einen Bären aufbinden?!

BENOZZO
Gewiss nicht! So wahr Sie ein ehrlicher Mann...

NASONI
Haha! Das hast du schon einmal gesagt!

BENOZZO
Gestern zum Beispiel, als Sie auszogen gegen Gasparone, war ich ein ... Lämmchen. Heute aber bin ich der Büffel!
brummt wild
Muh! Wenn's heute gefällig ist, heute ziehe ich mit!

NASONI
überlegend
Heute? Hm! Heute schon wieder? Ach, wenn's nicht wegen der tausend Zechinen Belohnung wäre, die ich so notwendig brauche! Also einverstanden! Wir ziehen abends wieder aus: ich, du, die Gendarmen und die Zollwache!

BENOZZO
Ja, namentlich die brave, ortskundige Zollwache!
für sich
Wir haben noch eine ganze Schiffsladung draussen! ...
plötzlich kleinlaut
Aber ... wenn sich Gasparone an mir rächt ... mich über den Haufen schiesst?

NASONI
Oho! Keine Schafsmilch! Büffelblut! Büffelmut! Wenn Gasparone dich tötet, das schwöre ich, hängt er zehn Minuten später am nächsten Baum!

BENOZZO
Zehn Minuten früher wäre mir lieber!

Man hört, ziemlich entfernt, kurz nacheinanderfolgende Pistolenschüsse; Bewegung. Alles springt auf und greift zu den Waffen.

NASONI
Was ist das?

BENOZZO
zeigt links
Schüsse im Pinienwäldchen!

NASONI
Gasparone etwa?

BENOZZO
für sich
Gasparone? Sollte dahinter nicht eher "Zucker und Kaffee" stecken?

NASONI
ersteigt einen hohen Stein
Da kommt Sora ... sie winkt, sie deutet, sie ruft!

allgemeine Stille


FÜNFTE SZENE
Die Vorigen, Sora, dann Carlotta


Nr. 3 - Melodram, Ensemble und Couplet

SORA
ruft hinter der Szene
Rettet die Gräfin Santa Croce!

NASONI
gesprochen
Die Gräfin Santa Croce? Meine künftige Schwiegertochter in Gefahr? Entsetzlich!
für sich
Ohne ihre Million wäre ich ein ruinierter Mann!

BENOZZO, NASONI, CHOR FRAUEN, MÄNNER, ZOLLWÄCHTER
Da ist sie! Sprich, was ist geschehn?

SORA
auftretend, sinkt erschöpft in Benozzos Arme, der sie nach vorn geleitet; alle folgen
Geduld!

BENOZZO
Wie soll ich das verstehn?
So sag!

CHOR
Was ist mit ihr?

SORA
sich angstvoll umschauend
Der Schreck!

NASONI
Was fehlet dir?

SORA
stockend und atemlos
Mir fehlt der Atem noch!
Ich bin ganz ausser mir!

NASONI
Ja, ja, das sehen wir!

BENOZZO
So sprich, erzähle doch!

SORA
Im dichten Walde hier
ein Hilferuf ... ganz nah!
Die Angst, ich kann nicht mehr!

NASONI
Und weisst du, was geschah?

SORA
Gewiss!
Die Gräfin, sie ward angefallen!

NASONI
Wie? Die Gräfin Santa Croce?

SORA
Schon ist sie
in des Räubers Krallen!

NASONI, CHOR
Schnell hin zu ihr,
zu retten sie!
sich gegen den Hintergrund wendend

CARLOTTA
in leichter Erregung, doch lächelnd, plötzlich entgegen
Ich bin schon da!

SORA, BENOZZO, NASONI, CHOR
Sie ist da!
Was geschah?

NASONI
bietet Carlotta einen Stuhl an, den sie verweigert
Was haben wir gehört?
Ist's möglich,
dass Sie in Gefahr geschwebt?

CARLOTTA
lächelnd
's war nicht der Rede wert!

NASONI
O teilen Sie uns mit,
was Sie erlebt!

CARLOTTA
mit heiterer Laune
1.
Ein höchst romantisch Abenteuer,
nicht weit von hier, im Pinienwald!
Zwar, die Gefahr schien ungeheuer,
doch ging's zum Glück vorüber bald.
Mein muntres Pferd war der Begleitung
vorausgeeilt auf schmalem Pfad;
ich überliess mich seiner Leitung
und träumte von der Zukunft grad.
Da plötzlich wurd' aus meinen Träumen
ich aufgeschreckt recht schauerlich:
zwei Räuber stürzten aus den Bäumen,
der packt' mein Pferd, der andre mich!
Da fühlte ich,
mein Mut entwich,
erbleichend dacht' ich innerlich:
Recht gefährlich ist der Aufenthalt
so allein im dunklen Pinienwald!
Ja, gefährlich ist der Aufenthalt
so allein im dunklen Pinienwald!

SORA, BENOZZO, NASONI, CHOR
Ja, gefährlich,
ist's im dunklen Pinienwald!

CARLOTTA
2.
Im Innern fühlt' ich mich erbeben!
Kein Wunder, wenn so plötzlich man
den Raubgesellen preisgegeben,
an Widerstand nicht denken kann!
Schon war vom Rosse ich gesunken,
da knallt ein Schuss, ein zweiter dann,
ich blick' empor ... und freudetrunken
sah einen Helfer kühn ich nahn!
Die feigen Räuber fiohn ins Weite.
Mein Retter hob mit sichrer Hand
mich in den Sattel, trat zur Seite,
verbeugt sich artig und verschwand!
Was ich galant,
diskret auch fand,
weil er die Situation verstand!
Denn gefährlich ist der Aufenthalt
so zu zwein im dunklen Pinienwald!
Ja, gefährlich ist der Aufenthalt
so zu zwein im dunklen Pinienwald!

SORA, BENOZZO, NASONI, CHOR
Ja, gefährlich
ist's im dunklen Pinienwald!

NASONI
Und jener Retter?

CARLOTTA
War

NASONI
Mein Sohn! Das dacht' ich mir!

CARLOTTA
leicht verlegen
O nein! Es war ein andrer Kavalier,
sehr artig scheint er immer gegen Damen.

NASONI
Sie kennen ihn?

CARLOTTA
Nicht seinen Namen,
doch bin ich früher schon begegnet ihm.

NASONI
parodistisch
Gleichviel!
Die Heldentat war gross, sublim!
Wo ist der edle Mann,
dass ich ihm danken kann?
Der teuren Schwiegertochter Leben
erhielt er mir!

CARLOTTA
blickt in den Hintergrund, mit leichtem Schrei, da sie Erminio erblickt
Ha! Da kommt er eben!

NASONI
Mein Sohn!
Kommt endlich er hierher?

CARLOTTA
Nein, nicht Ihr Sohn!
Mein Retter! Er!


SECHSTE SZENE
Die Vorigen, Erminio

NASONI
Wer?

CARLOTTA
Er!

NASONI
Der?

BENOZZO
Der?

SORA
Der?

CARLOTTA
Ja, er!

SORA, BENOZZO, NASONI
Wie, der wär Er?

ERMINIO
war anfangs im Hintergrund geblieben, tritt jetzt vor
Vergebung, wenn ich stör'!
zu Carlotta
Mich zog's hierher,
zu sehn, wie Ihr Befinden wär!

CARLOTTA
Nach dem Malheur?
Ich danke sehr!

NASONI
für sich
Dieser Er
kommt hierher?
Meinem Sohn zum Malheur!
Was ist sein Begehr?
Mir ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer er wohl sei!
Als Unbekannter,
als Ungenannter
kommt er hierher,
der Herr von Er! Er!

CARLOTTA
für sich
Scheint auch verdächtig
noch mancherlei,
erfahren möcht' ich
doch, wer er sei!
Ein Ungekannter,
ein Ungenannter
blieb er bisher,
doch hübsch ist er!

ERMINIO
für sich
Ja, wetten möcht' ich
bei meiner Treu,
dass ich allen verdächtig
hier sei,
und trotzdem kam ich hierher!

NASONI
für sich
Mir ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer das wohl sei!
Als Ungekannter,
als Ungenannter
kommt er hierher,
der Herr von Er!

BENOZZO
für sich
Mir ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer das wohl sei!
Als Ungekannter,
als Ungenannter
kommt er,
der Herr von Er!

SORA
für sich
Ein Ungekannter
blieb er bisher,
doch hübsch ist er!

ERMINIO
für sich
Ja, wetten möcht' ich,
meiner Treu,
dass ich verdächtig
hier sei!

BENOZZO, NASONI
für sich
Mir ist verdächtig
mancherlei,
und wissen möcht' ich,
wer er sei!

CARLOTTA, SORA
für sich
Scheint auch verdächtig
er bisher,
doch hübsch ist er!
Wissen möchte ich,
wer er wohl wär!

BENOZZO, NASONI
für sich
Ganz unbekannt
kommt er hierher,
der Herr von Er!
Hier ist verdächtig
gar mancherlei!
Erfahren möcht' ich,
wer wohl der Er da sei,
denn verdächtig ist er,
dieser Er!

ERMINIO
für sich
Schwören möcht' ich,
dass verdächtig
ich hier,
meiner Ehr!

FRAUEN
untereinander
Ein Ungenannter
blieb er bisher,
doch ist er hübsch,
der Herr von Er!

MÄNNER, ZOLLWÄCHTER
untereinander
Ein Ungenannter
blieb er bisher.
Was will er hier,
der Herr von Er!

Erminio tritt einige Schritte näher.

NASONI
ihm entgegen
Mein Herr! Sie nennen sich?

ERMINIO
Noch nicht!

NASONI
für sich
Das klingt etwas verdächtig.
laut
doch meine ich, Sie kennen mich!

ERMINIO
Noch nicht!

NASONI
für sich
Das klingt noch mehr verdächtig,
und dabei lächelt er
ganz niederträchtig!
laut und heftig
Mein Herr,
wenn Sie's nicht wissen schon.
nun so erfahren Sie:
ich habe einen Sohn!

ERMINIO
verbeugt sich lächelnd
Sie sind beneidenswert!

NASONI
mit Grimasse
Nun, wie man's nimmt...
heftiger
Mein Sohn ist Bräutigam der Dame!
zeigt auf Carlotta

ERMINIO
mit Verbeugung, lächelnd
Bedaure! Ist das schon bestimmt?

NASONI
Gewiss! Drum frag' ich, wie Ihr Name?

CARLOTTA
Nur nicht so heftig!

NASONI
in Wut
Ja, zur Stunde
muss ich das wissen, weil's nicht klar,
ob mit dem Räuber Sie im Bunde,
vielleicht der Räuber selbst sogar!

ERMINIO
Hahaha! Hahaha!

CARLOTTA
Nasoni beruhigend
Was fällt Ihnen ein?

ERMINIO
Hahaha! Hahaha!

CARLOTTA
Was fällt Ihnen ein?

SORA, BENOZZO, FRAUEN, MÄNNER, ZOLLWÄCHTER
Wie? Der soll Gasparone sein.
ein Räuber sein?


Romanze

ERMINIO
mit Innigkeit gegen Carlotta, mit leiser Ironie gegen Nasoni
1.
Oh, dass ich doch der Räuber wäre,
ich strebte nicht nach Eurem Gold!
Erringen wollt', bei meiner Ehre,
ich mir weit süssern Minnesold!
Ein Lösegeld ich dann begehrte,
das aufzubringen nimmermehr,
das von unschätzbar hohem Werte.
Oh, dass ich doch der Räuber wär!

2.
Ja, wenn mir solch ein Fang gelungen,
wär meine Macht zu End fürwahr!
Gefangen würd ich sein, bezwungen
in Ihren Fesseln ganz und gar!
Doch nein, ich muss ja einem andern
nun dieses Kleinod geben hin,
muss meine Strasse weiter wandern,
weil leider ich kein Räuber bin!

hat bei den letzten Worten Carlottas Hand geküsst, verbeugt sich nun leicht und verschwindet im Hintergrund, wie er gekommen, während alle andern verblüfft dastehen. Carlotta blickt ihm mit Teilnahme nach.


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