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SECHZEHNTE SZENE
Carlotta (allein), dann Zenobia, Sora, später Nasoni. Erminio, Luigi, zuletzt Benozzo, Massaccio, Volk (Frauen, Männer), Musikanten

Dialog

CARLOTTA
Was soll ich von alledem denken? Der Ton seiner Stimme klang so ehrlich, so männlich, so glaubwürdig ... Aber nein, nein! Ich kann, ich darf nicht zurück! Nasoni, der mir Beweise uneigennütziger Freundschaft gegeben, ist ein Ehrenmann, und ich will ihm beweisen, dass ich würdig bin, den Namen Santa Croce zu tragen. Ach, und doch, wenn ich denke: dieser Sindulfo und er!! - Nein, nein! - Es darf nicht sein!
leidenschaftlich, Erminio Kusshände nachwerfend
Addio! Addio denn! Und nun schweig, mein Herz!
hat sich sinnend in einen Sessel gesetzt, ohne anfänglich durch das im Hintergrunde hörbar werdende Geräusch gestört zu werden

Nr. 6 - Finale

ZENOBIA
auf dem Balkon
Hört von fern das Geschrei!
Vieles Volk strömt herbei!

SORA
kommt aus dem Haus
Hört doch, wie die Glocken schallen,
Freudenschüsse widerhallen!

ZENOBIA
Jubel zeiget jeder Blick!

SORA
Das verkündet Glück!
Ja, das verkündet Glück!

CARLOTTA
aus ihren Träumen erwachend
Glück - für wen?

SORA
Für wen? Für Sie nur ganz allein!

CARLOTTA
Für mich?. Ach nein!

Volk sammelt sich im Hintergrund. Musikanten ziehen auf.

VOLK
im Auftreten
Hierher! Kommet hier herein!
Rufet laut das Tamburin,
tönet lustig die Schalmei,
strömt von nah und fern
gleich alt und jung herbei!
Jubelruf und Vivat-Schrein
klingt in die Musik hinein!
Alles mag sich nun der Freude weihn!
Jubelruf, Vivat-Schrein
klingt in die Musik hinein!
Alles mag sich
der Lust und Freude weihn!
Hemmt euren Lauf,
stellt hier euch auf!
Haltet Ruh,
schweigt und höret zu!

NASONI
tritt auf, Schweigen gebietend
Genug! Wir sind am Ziel!
Man lärme nicht zuviel!

VOLK
leise, unter sich
Haltet Ruh,
höret zu!

Erminio und Luigi treten unbemerkt auf.

CARLOTTA
für sich
Sollt' der Prozess entschieden sein?
Darf ich mich froher Hoffnung weihn?

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, ERMINIO, LUIGI
Entscheidung ist jetzt nah,
der Augenblick ist da!
Das Wort hat jetzt der Podestà.

NASONI
entfaltet eine Papierrolle
1.
So höret, was mein Mund euch jetzt verkündet!
Ihr seht in mir den Dolmetsch der Gerechtigkeit!
Wie vor dem Sonnenstrahl der Nebel schwindet,
ward aller Trug durch Richterspruch zerstreut.
Wer daran zweifelt, kommt sofort ins Loch!
Ach, denn in Sizilien gibt es Richter noch!

NASONI, VOLK
Denn in Sizilien gibt es Richter noch!

NASONI
2.
Das alte Schloss mitsamt dem Barvermögen
der Gräfin Santa Croce nun gehört!
Die Richter mussten lang sich's überlegen.
Ich selbst hab' längst als Herrin sie verehrt,
weil ich das Richt'ge sozusagen roch.
Ach, denn in Sizilien gibt es Richter noch!

NASONI, SORA, ZENOBIA, ERMINIO, LUIGI, VOLK
Denn in Sizilien gibt es Richter noch!
Heil der Contessa! Preis und Heil,
das solches Glück ihr ward zuteil!

NASONI
zu Carlotta tretend
Ich gratulier'
als erster hier!
Von Herzen froh,
dass dieses nun
gefügt sich so
recht opportun!
Jetzt fordr' ich auch des Freundes Lohn:
die schöne Hand für meinen Sohn!
Sie schweigen?

CARLOTTA
betroffen, für sich
Mich ergreifet Zagen!
Was soll ich tun?

ERMINIO
sie beobachtend, für sich
Was wird sie sagen?

NASONI
Hab' ich erfüllt die Freundespflicht?

CARLOTTA
verlegen
Gewiss!

NASONI
drängend
Zaudern Sie drum nicht!

VOLK
untereinander
Was wird sie tun?
Was sagt sie nun?
Nicht Freude zeiget ihr Gesicht!

ERMINIO
leise zu Carlotta
Hüten Sie sich vor dem Räuberpaar,
das schmeichelnd die Freundeshand Ihnen bot!
Im Walde war kleiner die Gefahr,
als hier von diesen beiden droht!

CARLOTTA
unentschlossen, für sich
Was höre ich? Was soll ich tun?

ERMINIO, NASONI
für sich
Sie zaudert noch!

SORA, ZENOBIA, VOLK
untereinander
Was sagt sie nun?

CARLOTTA
zögernd
Nun denn

NASONI
Der Augenblick
entscheidet mein Geschick
und meines Sohnes Glück!
für sich
Der Kerl ist niemals da!

CARLOTTA
sich aufraffend
Nun denn, nun denn, ich sage Ja!
Will Ihnen Tochter sein.

NASONI
losplatzend
Triumph! Sie willigt ein!

SORA, ZENOBIA, VOLK
Sie willigt ein, sie willigt ein!

NASONI
umherlaufend
Sindulfo! Sohn! Wo mag er sein?

ERMINIO
schmerzlich zu Carlotta
Oh, mögen Sie es nie bereun!
schnell mit Luigi ab

NASONI
Sie willigt ein, sie willigt ein,
sie will mir Tochter sein!
Die Stunde zu verschonen,
lasst nun Musik ertönen,
der Freude mag sich alles nun weihn!

SORA, ZENOBIA, VOLK
Um die Stunde zu verschönen,
lasst Musik nun ertönen,
alles mag sich nun
der Lust und der Freude nur weihn!
Es lebe hoch das Paar!
Wir bringen Wünsche dar
und wollen uns mit Ihnen freun!

CARLOTTA
gewaltsam
Ja, fort mit allem Leid,
es herrsche Heiterkeit!
Zu frohem Sang seid nun bereit,
seid nun bereit!

VOLK
Zu frohem Sang seid nun bereit!

SORA
hervortretend
1.
Anzoletto sang "Komm, mia bella!
unterm Fenster der holden Estrella.
"Komm hinaus in den duftenden Hain,
möcht' dir sagen ein Wörtchen allein!'
Doch nicht will ihn Estrella verstehen.
sie bleibt taub, mag er bitten und flehen,
bis von fern Tamburinschlag erklingt
und der Liebende singt:
Hör doch die Töne, Estrella,
man tanzt Tarantella!
Berauschende Musik
bringt mir der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer zaudert da noch lang,
wenn hell das Tamburin erklang?

Hör doch die Töne, Estrella,
man tanzt Tarantella!
Berauschende Musik
bringt mir der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

CARLOTTA
Ah! Ah! Ah! O Zauberklang!

VOLK
La, la, la
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

SORA
2.
Lange eh Anzoletto geendet,
hat sie trotzig das Köpfchen gewendet,
doch bald wendet sie's wieder zurück,
gar zu lockend erschallt die Musik!
Nein, Estrella kann einsam nicht bleiben,
bei dem Ton war's zu End' mit dem Sträuben,
und bald hält sie im Reigen so warm
Anzoletto im Arm!
Nun tanzt die schöne Estrella
mit ihm Tarantella.
Berauschende Musik
bracht' ihm der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer zaudert da noch lang,
wenn hell das Tamburin erklang?

Nun tanzt die schöne Estrella
mit ihm Tarantella.
Berauschende Musik
bracht' ihm der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

CARLOTTA
Ah! Ah! Ah! O Zauberklang!

VOLK
La, la, la
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

BENOZZO
hinter der Szene
Weh! O weh!

ZENOBIA, NASONI, VOLK
sich nach dem Hintergrund drängend
Was soll das sein?

SORA
Benozzo ist's!

ZENOBIA
Was fällt ihm ein?

BENOZZO
tritt auf
Weh! O weh!

NASONI
Was hast du, sprich!
Sahst meinen Sohn du?

BENOZZO
Sicherlich!
Wir gingen ja zusammen fort.

NASONI
Und woher kommst du jetzt allein?
Ist er nicht hier?

BENOZZO
Nein, er ist dort,
denn Gasparone lud ihn ein!

SORA, CARLOTTA, ZENOBIA, NASONI, VOLK
Der Gasparone?
Was soll das sein?

BENOZZO
Ach, ich bin gelaufen!
Lasst mich nur verschnaufen!
Dann erzähl' sogleich
ich die Sache euch!

NASONI
Was ist's mit meinem Sohne,
und was mit Gasparone?
O sprich, o sprich,
ich bitte dich!

BENOZZO
Sogleich, sogleich
erzähl' ich's euch!
zu Massaccio, der mit ihm aufgetreten war
Nichts als "Zucker und Kaffee".
zu allen
Wo der Wald sich zieht herunter
bis nahe an das Meer,
schritt Signor Sindulfo munter,
und ich ging hinterher!
Die Zeit uns zu verkürzen,
ich ein lustig Liedchen summ'!
mit geschlossenem Munde
Mm-Mm-Mm-Mm
Aber plötzlich bleib' ich stecken,
Herr Sindulfo schaut sich um:
"Warum schweigst du voller Schrecken
und siehst mich an so dumm?
So singe doch nur weiter!",
sagt Herr Sindulfo heiter,
"dein lustig Liedchen summ!"
mit geschlossenem Munde
Mm-Mm-Mm-Mm
Doch währt es nicht lange,
wird ihm auch recht bange,
denn es regt sich
plötzlich dort im Busch,
es bewegt sich
drinnen husch, husch, husch!
Das ist sehr verdächtig,
und wetten drauf möcht' ich,
dass hinterm Baum dort einer steht!
Hör'n und Seh'n uns vergeht!

Richtig! Bald
aus dem Wald
stürzen plötzlich sieben Mann
und ein "Halt!"
donnernd schallt!
Zu zittern ich begann,
doch war ich voll Entschlossenheit
sogleich zur Flucht bereit!
Auch Ihr Sohn
rennt davon
und ich lief hinterdrein.
Doch mit Spott
und mit Hohn
holt man uns wieder ein!
Noch eh ich "Wer da?" konnte sagen,
packen zwei mich schon beim Kragen
Unterdess' mit dicken Stricken
wird auf eines Maultiers Rücken
Herr Sindulfo festgeschnürt
und ins Dickicht fortgeführt!
Mir gab man diesen Brief,
und einer von den Räubern rief:
"Du magst frei nun von hinnen gehen.
schnell, laufe 'jetzt nach Haus!
Eilig melde, was geschehen.
richte viele Gruse aus!
Die Zeit dir zu verkürzen,
dein lustig Liedchen summ!"
Mm-Mm-Mm-Mm
Hui, wie ich da ausriss
und lief und lief und lief bis
der Atem wollte mir vergehn!
Das Weitre wird da drinnen stehn!
gibt Nasoni einen Brief

NASONI
öffnet den Brief und liest
"Bruder Nasoni!" - Impertinenter Kerl! -
liest weiter
"Ich habe deinen Sohn entführt. Willst du ihn wiederhaben, so kostet das zehntausend Zechinen Lösegeld." - Zehntausend Zechinen! Misericordia!
wischt sich den Schweiss ab, liest weiter
"Ein unbewaffneter Fussgänger bringe die Summe heute nach Sonnenuntergang zum Steinbruch, 'Das Ohr
des Dionysos' genannt. Mit kollegialem Gruss, Antonio Gasparone, Podestà einer Banditen-Gemeinde."

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA. BENOZZO. MASSACCIO, VOLK
O Frechheit des Banditen,
das fordert Blut!
Wie sollen wir uns hüten
vor seiner Wut?

NASONI
Wo nehme zehntausend
Zechinen ich her?
Ich kann sie so leicht
nicht stehlen wie er!
Mein Sohn als Pfand bei ihm versetzt!
Wer löst ihn aus? Wie helf' ich jetzt?

CARLOTTA
mit plötzlichem Entschluss
Das Geld geb' ich, bin ich doch reich!

NASONI
Was höre ich, ist's wahr?

CARLOTTA
Sogleich
sei das verlangte Lösegeld
dem Räuber zugestellt!

NASONI
Zehntausend Zechinen sind es bloss!

ZENOBIA
unmutig
Und mich gab ganz umsonst er los!

CARLOTTA
Wer aber wagt es,
das Geld ihm zu bringen?

BENOZZO
Ich will es tun,
mir wird's gelingen!
Ich folg' der Pflicht
und zage nicht!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, NASONI, MASSACCIO, VOLK
Er folgt der Pflicht
und zaget nicht!
Er zaget nicht!

BENOZZO
Voll Courage, ohne Beben
bring' kühn ich ihm sein Geld.
Will ein Beispiel dadurch geben,
wie sich benimmt ein Held!
Ich bin nicht mehr das Lämmchen,
ich fühle Heldenmut!
Und schäumend, siedend, zischend
rollt in mir das Büffelblut!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, BENOZZO, NASONI, MASSACCIO
Wohlan! Wohlan!
Zum Ruhme führt die Bahn!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, NASONI, MASSACCIO, VOLK
Nur Courage! Ohne Beben
bring ihm das Lösegeld!

BENOZZO
Nur Courage! Ohne Beben
bring' jetzt ich ihm sein Geld!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, BENOZZO, NASONI, MASSACCIO
Wohlan! Wohlan!
Zum Ruhme führt die Bahn!

CARLOTTA, SORA, ZENOBTA, NASONI, MASSACCIO, VOLK
Ja, ein Beispiel sollst du geben,
wie sich benimmt ein Held!
Nui Courage! Ohne Beben,
sei ein Held,
bring ihm das Lösegeld
und zeige dich als kühner Held!
Er will sich ermannen,
zieht fröhlich von dannen,
dringt mit bemerkenswertem Mut
ins Hauptquartier der Räuberbrut!
Wenn's wirklich gelinget,
wenn heim er ihn bringet,
der in der Räuber Krallen schon,
kehrt wieder heim der teure Sohn,
dann wird ihm reicher Lohn!

BENOZZO
Ja, ein Beispiel soll ich geben,
wie sich benimmt ein Held!
Nur Courage! Ohne Beben,
als ein Held,
bring ich das Lösegeld
und zeige mich als kühner Held!
Ich will mich ermannen,
zieh' fröhlich von dannen,
dring' mit bemerkenswertem Mut
ins Hauptquartier der Räuberbrut!
Wenn's wirklich gelinget,
wenn heim ich ihn bringe,
der in der Räuber Krallen schon,
dann wird mir reicher Lohn!
SECHZEHNTE SZENE
Carlotta (allein), dann Zenobia, Sora, später Nasoni. Erminio, Luigi, zuletzt Benozzo, Massaccio, Volk (Frauen, Männer), Musikanten

Dialog

CARLOTTA
Was soll ich von alledem denken? Der Ton seiner Stimme klang so ehrlich, so männlich, so glaubwürdig ... Aber nein, nein! Ich kann, ich darf nicht zurück! Nasoni, der mir Beweise uneigennütziger Freundschaft gegeben, ist ein Ehrenmann, und ich will ihm beweisen, dass ich würdig bin, den Namen Santa Croce zu tragen. Ach, und doch, wenn ich denke: dieser Sindulfo und er!! - Nein, nein! - Es darf nicht sein!
leidenschaftlich, Erminio Kusshände nachwerfend
Addio! Addio denn! Und nun schweig, mein Herz!
hat sich sinnend in einen Sessel gesetzt, ohne anfänglich durch das im Hintergrunde hörbar werdende Geräusch gestört zu werden

Nr. 6 - Finale

ZENOBIA
auf dem Balkon
Hört von fern das Geschrei!
Vieles Volk strömt herbei!

SORA
kommt aus dem Haus
Hört doch, wie die Glocken schallen,
Freudenschüsse widerhallen!

ZENOBIA
Jubel zeiget jeder Blick!

SORA
Das verkündet Glück!
Ja, das verkündet Glück!

CARLOTTA
aus ihren Träumen erwachend
Glück - für wen?

SORA
Für wen? Für Sie nur ganz allein!

CARLOTTA
Für mich?. Ach nein!

Volk sammelt sich im Hintergrund. Musikanten ziehen auf.

VOLK
im Auftreten
Hierher! Kommet hier herein!
Rufet laut das Tamburin,
tönet lustig die Schalmei,
strömt von nah und fern
gleich alt und jung herbei!
Jubelruf und Vivat-Schrein
klingt in die Musik hinein!
Alles mag sich nun der Freude weihn!
Jubelruf, Vivat-Schrein
klingt in die Musik hinein!
Alles mag sich
der Lust und Freude weihn!
Hemmt euren Lauf,
stellt hier euch auf!
Haltet Ruh,
schweigt und höret zu!

NASONI
tritt auf, Schweigen gebietend
Genug! Wir sind am Ziel!
Man lärme nicht zuviel!

VOLK
leise, unter sich
Haltet Ruh,
höret zu!

Erminio und Luigi treten unbemerkt auf.

CARLOTTA
für sich
Sollt' der Prozess entschieden sein?
Darf ich mich froher Hoffnung weihn?

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, ERMINIO, LUIGI
Entscheidung ist jetzt nah,
der Augenblick ist da!
Das Wort hat jetzt der Podestà.

NASONI
entfaltet eine Papierrolle
1.
So höret, was mein Mund euch jetzt verkündet!
Ihr seht in mir den Dolmetsch der Gerechtigkeit!
Wie vor dem Sonnenstrahl der Nebel schwindet,
ward aller Trug durch Richterspruch zerstreut.
Wer daran zweifelt, kommt sofort ins Loch!
Ach, denn in Sizilien gibt es Richter noch!

NASONI, VOLK
Denn in Sizilien gibt es Richter noch!

NASONI
2.
Das alte Schloss mitsamt dem Barvermögen
der Gräfin Santa Croce nun gehört!
Die Richter mussten lang sich's überlegen.
Ich selbst hab' längst als Herrin sie verehrt,
weil ich das Richt'ge sozusagen roch.
Ach, denn in Sizilien gibt es Richter noch!

NASONI, SORA, ZENOBIA, ERMINIO, LUIGI, VOLK
Denn in Sizilien gibt es Richter noch!
Heil der Contessa! Preis und Heil,
das solches Glück ihr ward zuteil!

NASONI
zu Carlotta tretend
Ich gratulier'
als erster hier!
Von Herzen froh,
dass dieses nun
gefügt sich so
recht opportun!
Jetzt fordr' ich auch des Freundes Lohn:
die schöne Hand für meinen Sohn!
Sie schweigen?

CARLOTTA
betroffen, für sich
Mich ergreifet Zagen!
Was soll ich tun?

ERMINIO
sie beobachtend, für sich
Was wird sie sagen?

NASONI
Hab' ich erfüllt die Freundespflicht?

CARLOTTA
verlegen
Gewiss!

NASONI
drängend
Zaudern Sie drum nicht!

VOLK
untereinander
Was wird sie tun?
Was sagt sie nun?
Nicht Freude zeiget ihr Gesicht!

ERMINIO
leise zu Carlotta
Hüten Sie sich vor dem Räuberpaar,
das schmeichelnd die Freundeshand Ihnen bot!
Im Walde war kleiner die Gefahr,
als hier von diesen beiden droht!

CARLOTTA
unentschlossen, für sich
Was höre ich? Was soll ich tun?

ERMINIO, NASONI
für sich
Sie zaudert noch!

SORA, ZENOBIA, VOLK
untereinander
Was sagt sie nun?

CARLOTTA
zögernd
Nun denn

NASONI
Der Augenblick
entscheidet mein Geschick
und meines Sohnes Glück!
für sich
Der Kerl ist niemals da!

CARLOTTA
sich aufraffend
Nun denn, nun denn, ich sage Ja!
Will Ihnen Tochter sein.

NASONI
losplatzend
Triumph! Sie willigt ein!

SORA, ZENOBIA, VOLK
Sie willigt ein, sie willigt ein!

NASONI
umherlaufend
Sindulfo! Sohn! Wo mag er sein?

ERMINIO
schmerzlich zu Carlotta
Oh, mögen Sie es nie bereun!
schnell mit Luigi ab

NASONI
Sie willigt ein, sie willigt ein,
sie will mir Tochter sein!
Die Stunde zu verschonen,
lasst nun Musik ertönen,
der Freude mag sich alles nun weihn!

SORA, ZENOBIA, VOLK
Um die Stunde zu verschönen,
lasst Musik nun ertönen,
alles mag sich nun
der Lust und der Freude nur weihn!
Es lebe hoch das Paar!
Wir bringen Wünsche dar
und wollen uns mit Ihnen freun!

CARLOTTA
gewaltsam
Ja, fort mit allem Leid,
es herrsche Heiterkeit!
Zu frohem Sang seid nun bereit,
seid nun bereit!

VOLK
Zu frohem Sang seid nun bereit!

SORA
hervortretend
1.
Anzoletto sang "Komm, mia bella!
unterm Fenster der holden Estrella.
"Komm hinaus in den duftenden Hain,
möcht' dir sagen ein Wörtchen allein!'
Doch nicht will ihn Estrella verstehen.
sie bleibt taub, mag er bitten und flehen,
bis von fern Tamburinschlag erklingt
und der Liebende singt:
Hör doch die Töne, Estrella,
man tanzt Tarantella!
Berauschende Musik
bringt mir der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer zaudert da noch lang,
wenn hell das Tamburin erklang?

Hör doch die Töne, Estrella,
man tanzt Tarantella!
Berauschende Musik
bringt mir der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

CARLOTTA
Ah! Ah! Ah! O Zauberklang!

VOLK
La, la, la
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

SORA
2.
Lange eh Anzoletto geendet,
hat sie trotzig das Köpfchen gewendet,
doch bald wendet sie's wieder zurück,
gar zu lockend erschallt die Musik!
Nein, Estrella kann einsam nicht bleiben,
bei dem Ton war's zu End' mit dem Sträuben,
und bald hält sie im Reigen so warm
Anzoletto im Arm!
Nun tanzt die schöne Estrella
mit ihm Tarantella.
Berauschende Musik
bracht' ihm der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer zaudert da noch lang,
wenn hell das Tamburin erklang?

Nun tanzt die schöne Estrella
mit ihm Tarantella.
Berauschende Musik
bracht' ihm der Liebe süsses Glück.
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

CARLOTTA
Ah! Ah! Ah! O Zauberklang!

VOLK
La, la, la
Wem zuckt es nicht in den Füssen,
die Nacht zu geniessen?
Wer widersteht dir lang,
Zauberklang!

BENOZZO
hinter der Szene
Weh! O weh!

ZENOBIA, NASONI, VOLK
sich nach dem Hintergrund drängend
Was soll das sein?

SORA
Benozzo ist's!

ZENOBIA
Was fällt ihm ein?

BENOZZO
tritt auf
Weh! O weh!

NASONI
Was hast du, sprich!
Sahst meinen Sohn du?

BENOZZO
Sicherlich!
Wir gingen ja zusammen fort.

NASONI
Und woher kommst du jetzt allein?
Ist er nicht hier?

BENOZZO
Nein, er ist dort,
denn Gasparone lud ihn ein!

SORA, CARLOTTA, ZENOBIA, NASONI, VOLK
Der Gasparone?
Was soll das sein?

BENOZZO
Ach, ich bin gelaufen!
Lasst mich nur verschnaufen!
Dann erzähl' sogleich
ich die Sache euch!

NASONI
Was ist's mit meinem Sohne,
und was mit Gasparone?
O sprich, o sprich,
ich bitte dich!

BENOZZO
Sogleich, sogleich
erzähl' ich's euch!
zu Massaccio, der mit ihm aufgetreten war
Nichts als "Zucker und Kaffee".
zu allen
Wo der Wald sich zieht herunter
bis nahe an das Meer,
schritt Signor Sindulfo munter,
und ich ging hinterher!
Die Zeit uns zu verkürzen,
ich ein lustig Liedchen summ'!
mit geschlossenem Munde
Mm-Mm-Mm-Mm
Aber plötzlich bleib' ich stecken,
Herr Sindulfo schaut sich um:
"Warum schweigst du voller Schrecken
und siehst mich an so dumm?
So singe doch nur weiter!",
sagt Herr Sindulfo heiter,
"dein lustig Liedchen summ!"
mit geschlossenem Munde
Mm-Mm-Mm-Mm
Doch währt es nicht lange,
wird ihm auch recht bange,
denn es regt sich
plötzlich dort im Busch,
es bewegt sich
drinnen husch, husch, husch!
Das ist sehr verdächtig,
und wetten drauf möcht' ich,
dass hinterm Baum dort einer steht!
Hör'n und Seh'n uns vergeht!

Richtig! Bald
aus dem Wald
stürzen plötzlich sieben Mann
und ein "Halt!"
donnernd schallt!
Zu zittern ich begann,
doch war ich voll Entschlossenheit
sogleich zur Flucht bereit!
Auch Ihr Sohn
rennt davon
und ich lief hinterdrein.
Doch mit Spott
und mit Hohn
holt man uns wieder ein!
Noch eh ich "Wer da?" konnte sagen,
packen zwei mich schon beim Kragen
Unterdess' mit dicken Stricken
wird auf eines Maultiers Rücken
Herr Sindulfo festgeschnürt
und ins Dickicht fortgeführt!
Mir gab man diesen Brief,
und einer von den Räubern rief:
"Du magst frei nun von hinnen gehen.
schnell, laufe 'jetzt nach Haus!
Eilig melde, was geschehen.
richte viele Gruse aus!
Die Zeit dir zu verkürzen,
dein lustig Liedchen summ!"
Mm-Mm-Mm-Mm
Hui, wie ich da ausriss
und lief und lief und lief bis
der Atem wollte mir vergehn!
Das Weitre wird da drinnen stehn!
gibt Nasoni einen Brief

NASONI
öffnet den Brief und liest
"Bruder Nasoni!" - Impertinenter Kerl! -
liest weiter
"Ich habe deinen Sohn entführt. Willst du ihn wiederhaben, so kostet das zehntausend Zechinen Lösegeld." - Zehntausend Zechinen! Misericordia!
wischt sich den Schweiss ab, liest weiter
"Ein unbewaffneter Fussgänger bringe die Summe heute nach Sonnenuntergang zum Steinbruch, 'Das Ohr
des Dionysos' genannt. Mit kollegialem Gruss, Antonio Gasparone, Podestà einer Banditen-Gemeinde."

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA. BENOZZO. MASSACCIO, VOLK
O Frechheit des Banditen,
das fordert Blut!
Wie sollen wir uns hüten
vor seiner Wut?

NASONI
Wo nehme zehntausend
Zechinen ich her?
Ich kann sie so leicht
nicht stehlen wie er!
Mein Sohn als Pfand bei ihm versetzt!
Wer löst ihn aus? Wie helf' ich jetzt?

CARLOTTA
mit plötzlichem Entschluss
Das Geld geb' ich, bin ich doch reich!

NASONI
Was höre ich, ist's wahr?

CARLOTTA
Sogleich
sei das verlangte Lösegeld
dem Räuber zugestellt!

NASONI
Zehntausend Zechinen sind es bloss!

ZENOBIA
unmutig
Und mich gab ganz umsonst er los!

CARLOTTA
Wer aber wagt es,
das Geld ihm zu bringen?

BENOZZO
Ich will es tun,
mir wird's gelingen!
Ich folg' der Pflicht
und zage nicht!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, NASONI, MASSACCIO, VOLK
Er folgt der Pflicht
und zaget nicht!
Er zaget nicht!

BENOZZO
Voll Courage, ohne Beben
bring' kühn ich ihm sein Geld.
Will ein Beispiel dadurch geben,
wie sich benimmt ein Held!
Ich bin nicht mehr das Lämmchen,
ich fühle Heldenmut!
Und schäumend, siedend, zischend
rollt in mir das Büffelblut!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, BENOZZO, NASONI, MASSACCIO
Wohlan! Wohlan!
Zum Ruhme führt die Bahn!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, NASONI, MASSACCIO, VOLK
Nur Courage! Ohne Beben
bring ihm das Lösegeld!

BENOZZO
Nur Courage! Ohne Beben
bring' jetzt ich ihm sein Geld!

CARLOTTA, SORA, ZENOBIA, BENOZZO, NASONI, MASSACCIO
Wohlan! Wohlan!
Zum Ruhme führt die Bahn!

CARLOTTA, SORA, ZENOBTA, NASONI, MASSACCIO, VOLK
Ja, ein Beispiel sollst du geben,
wie sich benimmt ein Held!
Nui Courage! Ohne Beben,
sei ein Held,
bring ihm das Lösegeld
und zeige dich als kühner Held!
Er will sich ermannen,
zieht fröhlich von dannen,
dringt mit bemerkenswertem Mut
ins Hauptquartier der Räuberbrut!
Wenn's wirklich gelinget,
wenn heim er ihn bringet,
der in der Räuber Krallen schon,
kehrt wieder heim der teure Sohn,
dann wird ihm reicher Lohn!

BENOZZO
Ja, ein Beispiel soll ich geben,
wie sich benimmt ein Held!
Nur Courage! Ohne Beben,
als ein Held,
bring ich das Lösegeld
und zeige mich als kühner Held!
Ich will mich ermannen,
zieh' fröhlich von dannen,
dring' mit bemerkenswertem Mut
ins Hauptquartier der Räuberbrut!
Wenn's wirklich gelinget,
wenn heim ich ihn bringe,
der in der Räuber Krallen schon,
dann wird mir reicher Lohn!



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