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DRITTER AKT

Freier Platz in Syrakus, auf einem gegen das Meer abfallenden Hochplateau gelegen. Links vorn das Rathaus mit prächtigem Eingang. Vor demselben eine mächtige Palme, unter der später das Standgericht im Freien abgehalten wird: vorläufig stehen ein langer Tisch und mehrere Stühle unter derselben. Rechts Häuser; der Prospekt bildet eine Stadtvedute: hinter einer nach abwärts steigenden Strasse sieht man das Meer. Nach rückwärts ist die Bühne mittels einer steinernen Balustrade abgeschlossen, durch die ein Eingang besteht, der mittels Treppe nach abwärts führt.


ERSTE SZENE
Sora, Benozzo, Massaccio, Volk (Frauen, Mädchen, Männer), ein Leutnant, ein Fahnenträger, zwei Trompeter, eine Abteilung Carabinieri

Nr. 13 - Chor

Frauen, Mädchen und Männer, unter ihnen Sora, Benozzo und Massaccio blicken und deuten erwartungsvoll auf die aufmarschierenden Carabinieri.

CHOR DER CARABINIERI
aufmarschierend
Die Carabiniers marschieren ein
und stelin die Ordnung her!
Die Carabiniers marschieren ein,
drum fürchtet euch nicht mehr!
Wir nehmen hier
bei euch Quartier,
um eure Beschützer zu sein.
Auch Appetit
bringt jeder mit,
lasst sehn, was habt ihr für Wein!
Respekt vor der bewaffneten Macht!
Ihr Fraun und Mädchen, habet wohl acht,
die Carabiniers marschieren ein,
um Sieger hier zu sein!

Nachdem die Carabinieri in der Mitte der Bühne Stellung genommen, pflanzt man die Fahne schräg in die Palme, wo sie ein Mann befestigt.

LEUTNANT
Er liest aus einer gedruckten Rolle
"Für Stadt und Bezirk Syrakus wird bis zur Habhaftwerdung des Räubers Antonio Gasparone und seiner Genossen hiermit das Standrecht publiziert. Im Namen des Königs: das königliche Obergericht!"
Die Rolle wird an die Palme geheftet. Der Leutnant geht in das Haus des Podestà. Die Carabinieri marschieren ebenso ab, wie sie gekommen sind.

FRAUEN, MÄDCHEN, CARABINIERI
Die Carabiniers marschieren ein
und stelin die Ordnung her!
Die Carabiniers marschieren ein,
drum fürchtet euch nicht mehr!

FRAUEN, MÄDCHEN
Sie nehmen hier
bei uns Quartier,
um unsre Beschützer zu sein!

CARABINIERI
Wir nehmen hier
bei euch Quartier.
um eure Beschützer zu sein!

FRAUEN, MÄDCHEN, CARABINIERI
Auch Appetit bringt jeder mit.
lässt gern sich schmecken den Wein!
Respekt vor der bewaffneten Macht!
Ihr Fraun und Mädchen, habet wohl acht,
die Carabiniers marschieren ein,
um Sieger hier zu sein!

Die Carabinieri mit Fahnenträger und Trompetern sind abmarschiert. Das Volk zerstreut sich.


ZWEITE SZENE
Benozzo, Massaccio, Sora

DiaIog

BENOZZO
vorn, sich verlegen den Kopf kraulend, halblaut
Nun, Onkel Massaccio. was sagst du dazu! Das Standrecht?!

MASSACCIO
halblaut
Pah, was kümmert's mich? Sind wir vielleicht Räuber?

BENOZZO
Das nicht, aber Schmuggler!

MASSACCIO
So lange das Standrecht dauert, werden wir eben nicht schmuggeln!

BENOZZO
Recht geschieht uns! Wozu haben wir den Gasparone an die Wand gemalt! Wüsst' ich nur, wer den Raub an der Gräfin in seinem Namen ausgeführt hat?!

MASSACCIO
Ein kecker Streich! Doch was kümmert's uns? Fort, nach Hause!

BENOZZO
Ich muss den Conte Erminio noch aufsuchen. Er befahl es.
zu Massaccio halblaut
Zucker und Kaffee!

SORA
Und ich soll der Gräfin dies Billet des Podestà bringen.
zeigt ein Billet

MASSACCIO
Also dann auf heute abend! Verratet euch nicht, das Standgericht versteht keinen Spass!

BENOZZO
Und erschiesst die Missetäter. Wenn sie sich erwischen lassen!

SORA
weinerlich
Ach Gott. wenn nur meinem Benozzo kein Leid geschieht!
klammert sich an ihn

MASSACCIO
Unsinn!
Sora weint.
Flenn nicht, einfältiges Ding!

BENOZZO
Geh. geh, mein Schatz!

SORA
karikiert
Ach, Benozzo!
umarmt ihn

BENOZZO
karikiert
Ach, Sora!
umarmt sie

MASSACCIO
drängend
Vorwärts! Vorwärts!

BENOZZO
Ja, geh, mein Schätzchen, geh!

SORA
weinend
Ach, wenn ihm nur nichts geschieht!
geht weinend, von Massaccio gezogen, links ab


DRITTE SZENE
Benozzo (allein)

BENOZZO
Wie sie mich liebt, die gute Sora! Wie besorgt sie ist, dass mir etwas geschehen könnte! Oh, oh!
wirft ihr Kusshânde nach
In der Lotterie "Ehe" hat mir Gott einen Treffer beschert mit dieser Frau! Ich hab' es vor der Heirat auch an Gebeten nicht fehlen lassen. Heisst's in Sizilien doch: "Gehst du in den Krieg, so bete einmal; gehst du zur See, bete zweimal; gehst du in den Ehestand, bete dreimal!" Ich habe sechsmal gebetet! Doppelt hält besser! Deshalb macht mich meine Soretta auch so glücklich, und wir führen eine Ehe, die sich für Geld sehen lassen kann. vertraulich zum Publikum Denn in Sizilien haben sich die Weiber den Ehestand zurechtgelegt in einer Weise, welche mir nicht passen würde. Mir nicht!

Nr. 14 - Walzer

BENOZZO
Er soll dein Herr sein!
Wie stolz das klingt!
Geltung hat's leider nur sehr bedingt;
denn man beseh'
sich in der Näh'
solche Eh' in Sizilien!

Hier steht der Eh'mann
stets vor der Tür.
Der Cicisbeo sitzt drin bei ihr
ganz ungeniert!
Und das passiert
in den besten Familien!

Lang blieb sie im Bette.
spät macht sie Toilette,
endlich sitzt sie im Glanz,
spielt mit dem Rosenkranz:
draussen am Herd
steht und schwitzt der Mann,
kocht ihr Schokolade!
Sie, mit dem Abbate,
plaudert vom Seelenheil
oder vom Gegenteil:
Wirtschaft, die geht sie nichts an!
Horch, aus dem Gemache
süsser Stimmenklang.
holder Zwiegesang!
Und der Mann hält draussen Wache,
lauscht auf den Tenor,
spitzt das Ohr.
Er muss Braten wenden.
bei der Wäsche stehn,
nach der Suppe sehn,
hat zu tun an hundert Enden,
weil ihr Freund zumeist
bei ihm speist!
"Geh, Mann!" ruft sie,
"zum Abend kauf ein!
Schau nach,
warum die Kinder so schrein!
Du störst uns hier,
wir machen Musik!"
Und er zieht sich zurück ...
Indes bleibt mit dem Freund sie allein,
schenkt von des Gatten Weinen ihm ein,
er dankt und trinkt
mit schmachtendem Blick,
er seufzt, sie seufzt zurück!
Oh, armer Ehemann,
wie bist du übel dran!
Nein, da dank' ich schön,
muss ich gestehn!

Er soll dein Herr sein!
Wie stolz das klingt!
Geltung hat's leider nur sehr bedingt;
denn man beseh'
sich in der Näh'
solche Eh' in Sizilien!
Hier steht der Eh'mann
stets vor der Tür!
Der Cicisbeo sitzt drin bei ihr
ganz ungeniert!
Und das passiert
in den besten Familien!
Benozzo geht rechts ab.


VIERTE SZENE
Nasoni, Leutnant, Gerichtsdiener

Dialog

NASONI
tritt mit Papieren in der Hand aus dem Bürgermeisteramt, verabschiedet sich von dem Leutnant
Melden Sie dem Herrn Oberst meinen Respekt. Das Verhör sei für zwölf Uhr anberaumt!
zum Gerichtsdiener
Hier meine Dispositionen!
Der Gerichtsdiener grüsst und geht ab.

LEUTNANT
salutiert
Guten Morgen, Herr Podestà!
geht ab

NASONI
Ganz Ergebenster, padrone, amilissimo servo!
begleitet ihn devot, kehrt in grosser Aufregung zurück, allein
Oh! Oh! Dieser Gasparone bringt mich noch ums Leben! Das Obergericht zeigt ein Aktenstück verlangt partout, dass ich Gasparone erwischen soll! Es droht mir mit Absetzung, wenn ich der Gräfin Santa Croce nicht wieder zu ihrer Million verhelfe! Man wirft mir vor, dass ich den Banditen zu neuen Taten ermutigt hätte, weil ich ihm das Lösegeld für meinen Sohn gesendet habe! Du lieber Gott, ich hätte das Lösegeld ja so gern unterschlagen, wenn's nur gegangen wäre! Zehntausend Zechinen zusammenbringen! Ach, wär ich nicht Podestà, ich möchte Gasparone sein!
setzt sich


FÜNFTE SZENE
Nasoni. Sindulfo, dann Erminio, Benozzo


SINDULFO
affektiert schwermütig; er hat einen Trauerflor am Hute, ein Trauerband um den linken Arm und ist schwarz gekleidet
Guten Morgen, Papa!

NASONI
mürrisch
Hol dich der ...
Rest unverständlich
Was soll das heissen? Du trauerst?

SINDULFO
mit Seufzen
Ja!

NASONI
Um wen?

SINDULFO
mit Seufzen
Um sie!

NASONI
Um die Million?

SINDULFO
Nein, - um Carlotta!

NASONI
erstaunt
Um Carlotta?

SINDULFO
Ich trauere, weil du mir jetzt auf einmal verbietest, sie zu heiraten!

NASONI
Carlotta hat kein Geld mehr!

SINDULFO
zeigt auf den Anschlag an der Palme
Wenn's aber Gasparone wieder herausgibt?

NASONI
Was man einmal gestohlen, gibt man nicht mehr heraus! Das versteh' ich besser!

SINDULFO
Aber du hast die Mutter doch auch ohne Geld geheiratet! Warum?

NASONI
Ausrede suchend
Ich …
karikiert weich
ich wollte dich zum Sohne haben!

SINDULFO
gerührt
Papa!

NASONI
gerührt
Sindulfo!
Umarmung

SINDULFO
bittend
Also ich darf die Gräfin heiraten?

NASONI
Nur, wenn sie die Million zurückkriegt!

SINDULFO:
streichelt Nasoni schmeichelnd das Kinn
Schau, Papa, Carlotta hat durch Erlass des Lösegeldes bewiesen, wie teuer ich ihr bin, wie sie mich liebt!

NASONI
Prr! Lieben ... dich ... dich? Lieben -
packt ihn am Kinn, zeigt dem Publikum Sindulfos Gesicht
mit der Larve? Der Figur?
zum Publikum
Einen Kerl. der nur aus zwei langen Beinen besteht! Lieben? Hahaha! So
lachen, das war ich meiner Gesundheit schuldig!
setzt sich

SINDULFO
unwillig
Nun sag. was du willst, ich bin mündig, liebe Carlotta. habe ihr Wort
und heirate! will abgehen

NASONI
springt auf, läuft Sindulfo nach
Unmensch! Bedenke unsere Lage! Halb Syrakus hat Geld von mir zu fordern!

SINDULFO
Und die andere Hälfte von mir! Haben wir einander nichts vorzuwerfen.
geht schnell ab

Erminio und Benozzo treten von rückwärts über die Treppe auf und beobachten Nasoni.

NASONI
Oh! Oh! Das ist zum Verzweifeln! Ein ungeratener Sohn - ruiniert - die Million beim Teufel - das Standrecht - Gasparone - das Obergericht - schlägt wütend auf den Tisch
Himmelkreuztausendbombenelement!
wirft sich wütend auf den Stuhl

BENOZZO
leise zu Erminio
Wenn die Not am grössten, ist der Podestà am bösesten! Jetzt, Exzellenza, wär der richtige Moment!

ERMINIO
leise
Du hast recht, lass uns allein!

BENOZZO
leise
Den Brief werde ich zur rechten Zeit bringen
sehr leise
Zucker und Kaffee!
geht ab durch die Treppe


SECHSTE SZENE
Nasoni, Erminio


NASONI
steht verzweifelt da
Ich sehe einen Abgrund vor mir! Tritt nicht ein Glücksfall ein, bin ich verloren!

ERMINIO
der langsam zu Nasoni trat, legt ihm die Hand auf die Schulter
Vielleicht doch nicht!

NASONI
blickt finster auf, barsch
Ha! Sie? Ich habe mit Ihnen nichts zu schaffen! Was wollen Sie?

ERMINIO
Einen Moment mit Ihnen plaudern, guter ehrlicher Mann!

NASONI
schroff, aufstehend
Ich bin kein guter ehrlicher Mann! Ich bin der Podestà Nasoni und werde Sie rufen lassen, wenn ich Sie zum Verhör brauche!

ERMINIO
Und wenn ich Ihnen Rettung brächte?

NASONI
höhnisch
Sie mir? Rettung? Sie, ein Unbekannter?! Ein dubioser Conte!

ERMINIO
Ich sehe, es ist an der Zeit, dass ich mich Ihnen gegenüber legitimiere. Hier, meine Papiere ... von Ihrer Regierung beglaubigt!

NASONI
blättert in zwei Dokumenten, die ihm Erminio reicht, erstaunt
Conte Erminio Saluzzo?
höflicher
Ein Verwandter des Ministers vielleicht?

ERMINIO
einfach
Sein Sohn!

NASONI
gibt artig das Papier zurück
Somit einer der angesehensten Kavaliere Piemontes

ERMINIO
mit artigem Grusse bestätigend
... und leidenschaftlicher Geologe! Die Erforschung des Ätna führte mich nach Syrakus!

NASONI
sichtlich artiger
Und der Herr Graf wollten mir hilfreich beispringen?

ERMINIO
Wenn Sie mir rückhaltlos vertrauen, ja! Zuvörderst heisst's, Ihren stark beschädigten Ruf als Podestà zu rehabilitieren!

NASONI
kratzt sich verlegen am Kopfe, sagt zaudernd und mit humoristischer Offenheit
Hm! Das wird schwer gehen, denn .., ich bin schlechter als mein Ruf!

ERMINIO
humoristisch bestätigend
Man zieht Vergleiche zwischen Ihnen und Gasparone, die zugunsten des Räubers ausfallen

NASONI
heiter triumphierend
... hat aber keine Beweise!

ERMINIO
Richtig! Sie können sogar in Amt und Würden bleiben, vielleicht avancieren, aber

NASONI
Aber?

ERMINIO
Sie müssten ein ehrlicher Mann werden!

NASONI
mit Grimasse
Ein ehrlicher Mann?

ERMINIO
herzlicher
Versuchen Sie's einmal!
reicht ihm die Hand
Und versprechen Sie mir …

NASONI
will einschlagen, tut es aber nicht, unterbricht Erminio
Versuchen will ich's! Versprechen nicht!

ERMINIO
Ja, in die Affäre des Millionendiebstahls glaube ich Licht bringen zu können!

NASONI
eifrig
Und etwa gar die Million wieder verschaffen?

ERMINIO
heiter
Oho! Sie gehen zu weit! Die Million ist für Sie unwiderruflich verloren!

NASONI
enttäuscht
Worin besteht dann das Licht?

ERMINIO
Man wird erfahren, wer das Geld genommen!

NASONI
Mir ganz gleich, wenn ich's nicht war!

ERMINIO
droht mit dem Finger
Ist das der Gedanke eines
betonend
ehrlichen Mannes?

NASONI
Ich will ja nur versuchen, einer zu werden!

ERMINIO
blickt hinter die Szene
Ah, die Gräfin!

NASONI
Sie kommt zum Verhöre!

ERMINIO
Ihre Aussage ist von Wichtigkeit. - Wenn Sie meiner bedürfen, Herr Podestà. so befehlen Sie! Ich bin in der Nähe.
will nach links abgehen

NASONI
Gut, gut!
hält ihn zurück
Sie glauben also wirklich, dass die Million hin ist?

ERMINIO
Futsch! Total futsch!
geht links ab

NASONI
Futsch!
stampft mit dem Fuss
Maledetto!
DRITTER AKT

Freier Platz in Syrakus, auf einem gegen das Meer abfallenden Hochplateau gelegen. Links vorn das Rathaus mit prächtigem Eingang. Vor demselben eine mächtige Palme, unter der später das Standgericht im Freien abgehalten wird: vorläufig stehen ein langer Tisch und mehrere Stühle unter derselben. Rechts Häuser; der Prospekt bildet eine Stadtvedute: hinter einer nach abwärts steigenden Strasse sieht man das Meer. Nach rückwärts ist die Bühne mittels einer steinernen Balustrade abgeschlossen, durch die ein Eingang besteht, der mittels Treppe nach abwärts führt.


ERSTE SZENE
Sora, Benozzo, Massaccio, Volk (Frauen, Mädchen, Männer), ein Leutnant, ein Fahnenträger, zwei Trompeter, eine Abteilung Carabinieri

Nr. 13 - Chor

Frauen, Mädchen und Männer, unter ihnen Sora, Benozzo und Massaccio blicken und deuten erwartungsvoll auf die aufmarschierenden Carabinieri.

CHOR DER CARABINIERI
aufmarschierend
Die Carabiniers marschieren ein
und stelin die Ordnung her!
Die Carabiniers marschieren ein,
drum fürchtet euch nicht mehr!
Wir nehmen hier
bei euch Quartier,
um eure Beschützer zu sein.
Auch Appetit
bringt jeder mit,
lasst sehn, was habt ihr für Wein!
Respekt vor der bewaffneten Macht!
Ihr Fraun und Mädchen, habet wohl acht,
die Carabiniers marschieren ein,
um Sieger hier zu sein!

Nachdem die Carabinieri in der Mitte der Bühne Stellung genommen, pflanzt man die Fahne schräg in die Palme, wo sie ein Mann befestigt.

LEUTNANT
Er liest aus einer gedruckten Rolle
"Für Stadt und Bezirk Syrakus wird bis zur Habhaftwerdung des Räubers Antonio Gasparone und seiner Genossen hiermit das Standrecht publiziert. Im Namen des Königs: das königliche Obergericht!"
Die Rolle wird an die Palme geheftet. Der Leutnant geht in das Haus des Podestà. Die Carabinieri marschieren ebenso ab, wie sie gekommen sind.

FRAUEN, MÄDCHEN, CARABINIERI
Die Carabiniers marschieren ein
und stelin die Ordnung her!
Die Carabiniers marschieren ein,
drum fürchtet euch nicht mehr!

FRAUEN, MÄDCHEN
Sie nehmen hier
bei uns Quartier,
um unsre Beschützer zu sein!

CARABINIERI
Wir nehmen hier
bei euch Quartier.
um eure Beschützer zu sein!

FRAUEN, MÄDCHEN, CARABINIERI
Auch Appetit bringt jeder mit.
lässt gern sich schmecken den Wein!
Respekt vor der bewaffneten Macht!
Ihr Fraun und Mädchen, habet wohl acht,
die Carabiniers marschieren ein,
um Sieger hier zu sein!

Die Carabinieri mit Fahnenträger und Trompetern sind abmarschiert. Das Volk zerstreut sich.


ZWEITE SZENE
Benozzo, Massaccio, Sora

DiaIog

BENOZZO
vorn, sich verlegen den Kopf kraulend, halblaut
Nun, Onkel Massaccio. was sagst du dazu! Das Standrecht?!

MASSACCIO
halblaut
Pah, was kümmert's mich? Sind wir vielleicht Räuber?

BENOZZO
Das nicht, aber Schmuggler!

MASSACCIO
So lange das Standrecht dauert, werden wir eben nicht schmuggeln!

BENOZZO
Recht geschieht uns! Wozu haben wir den Gasparone an die Wand gemalt! Wüsst' ich nur, wer den Raub an der Gräfin in seinem Namen ausgeführt hat?!

MASSACCIO
Ein kecker Streich! Doch was kümmert's uns? Fort, nach Hause!

BENOZZO
Ich muss den Conte Erminio noch aufsuchen. Er befahl es.
zu Massaccio halblaut
Zucker und Kaffee!

SORA
Und ich soll der Gräfin dies Billet des Podestà bringen.
zeigt ein Billet

MASSACCIO
Also dann auf heute abend! Verratet euch nicht, das Standgericht versteht keinen Spass!

BENOZZO
Und erschiesst die Missetäter. Wenn sie sich erwischen lassen!

SORA
weinerlich
Ach Gott. wenn nur meinem Benozzo kein Leid geschieht!
klammert sich an ihn

MASSACCIO
Unsinn!
Sora weint.
Flenn nicht, einfältiges Ding!

BENOZZO
Geh. geh, mein Schatz!

SORA
karikiert
Ach, Benozzo!
umarmt ihn

BENOZZO
karikiert
Ach, Sora!
umarmt sie

MASSACCIO
drängend
Vorwärts! Vorwärts!

BENOZZO
Ja, geh, mein Schätzchen, geh!

SORA
weinend
Ach, wenn ihm nur nichts geschieht!
geht weinend, von Massaccio gezogen, links ab


DRITTE SZENE
Benozzo (allein)

BENOZZO
Wie sie mich liebt, die gute Sora! Wie besorgt sie ist, dass mir etwas geschehen könnte! Oh, oh!
wirft ihr Kusshânde nach
In der Lotterie "Ehe" hat mir Gott einen Treffer beschert mit dieser Frau! Ich hab' es vor der Heirat auch an Gebeten nicht fehlen lassen. Heisst's in Sizilien doch: "Gehst du in den Krieg, so bete einmal; gehst du zur See, bete zweimal; gehst du in den Ehestand, bete dreimal!" Ich habe sechsmal gebetet! Doppelt hält besser! Deshalb macht mich meine Soretta auch so glücklich, und wir führen eine Ehe, die sich für Geld sehen lassen kann. vertraulich zum Publikum Denn in Sizilien haben sich die Weiber den Ehestand zurechtgelegt in einer Weise, welche mir nicht passen würde. Mir nicht!

Nr. 14 - Walzer

BENOZZO
Er soll dein Herr sein!
Wie stolz das klingt!
Geltung hat's leider nur sehr bedingt;
denn man beseh'
sich in der Näh'
solche Eh' in Sizilien!

Hier steht der Eh'mann
stets vor der Tür.
Der Cicisbeo sitzt drin bei ihr
ganz ungeniert!
Und das passiert
in den besten Familien!

Lang blieb sie im Bette.
spät macht sie Toilette,
endlich sitzt sie im Glanz,
spielt mit dem Rosenkranz:
draussen am Herd
steht und schwitzt der Mann,
kocht ihr Schokolade!
Sie, mit dem Abbate,
plaudert vom Seelenheil
oder vom Gegenteil:
Wirtschaft, die geht sie nichts an!
Horch, aus dem Gemache
süsser Stimmenklang.
holder Zwiegesang!
Und der Mann hält draussen Wache,
lauscht auf den Tenor,
spitzt das Ohr.
Er muss Braten wenden.
bei der Wäsche stehn,
nach der Suppe sehn,
hat zu tun an hundert Enden,
weil ihr Freund zumeist
bei ihm speist!
"Geh, Mann!" ruft sie,
"zum Abend kauf ein!
Schau nach,
warum die Kinder so schrein!
Du störst uns hier,
wir machen Musik!"
Und er zieht sich zurück ...
Indes bleibt mit dem Freund sie allein,
schenkt von des Gatten Weinen ihm ein,
er dankt und trinkt
mit schmachtendem Blick,
er seufzt, sie seufzt zurück!
Oh, armer Ehemann,
wie bist du übel dran!
Nein, da dank' ich schön,
muss ich gestehn!

Er soll dein Herr sein!
Wie stolz das klingt!
Geltung hat's leider nur sehr bedingt;
denn man beseh'
sich in der Näh'
solche Eh' in Sizilien!
Hier steht der Eh'mann
stets vor der Tür!
Der Cicisbeo sitzt drin bei ihr
ganz ungeniert!
Und das passiert
in den besten Familien!
Benozzo geht rechts ab.


VIERTE SZENE
Nasoni, Leutnant, Gerichtsdiener

Dialog

NASONI
tritt mit Papieren in der Hand aus dem Bürgermeisteramt, verabschiedet sich von dem Leutnant
Melden Sie dem Herrn Oberst meinen Respekt. Das Verhör sei für zwölf Uhr anberaumt!
zum Gerichtsdiener
Hier meine Dispositionen!
Der Gerichtsdiener grüsst und geht ab.

LEUTNANT
salutiert
Guten Morgen, Herr Podestà!
geht ab

NASONI
Ganz Ergebenster, padrone, amilissimo servo!
begleitet ihn devot, kehrt in grosser Aufregung zurück, allein
Oh! Oh! Dieser Gasparone bringt mich noch ums Leben! Das Obergericht zeigt ein Aktenstück verlangt partout, dass ich Gasparone erwischen soll! Es droht mir mit Absetzung, wenn ich der Gräfin Santa Croce nicht wieder zu ihrer Million verhelfe! Man wirft mir vor, dass ich den Banditen zu neuen Taten ermutigt hätte, weil ich ihm das Lösegeld für meinen Sohn gesendet habe! Du lieber Gott, ich hätte das Lösegeld ja so gern unterschlagen, wenn's nur gegangen wäre! Zehntausend Zechinen zusammenbringen! Ach, wär ich nicht Podestà, ich möchte Gasparone sein!
setzt sich


FÜNFTE SZENE
Nasoni. Sindulfo, dann Erminio, Benozzo


SINDULFO
affektiert schwermütig; er hat einen Trauerflor am Hute, ein Trauerband um den linken Arm und ist schwarz gekleidet
Guten Morgen, Papa!

NASONI
mürrisch
Hol dich der ...
Rest unverständlich
Was soll das heissen? Du trauerst?

SINDULFO
mit Seufzen
Ja!

NASONI
Um wen?

SINDULFO
mit Seufzen
Um sie!

NASONI
Um die Million?

SINDULFO
Nein, - um Carlotta!

NASONI
erstaunt
Um Carlotta?

SINDULFO
Ich trauere, weil du mir jetzt auf einmal verbietest, sie zu heiraten!

NASONI
Carlotta hat kein Geld mehr!

SINDULFO
zeigt auf den Anschlag an der Palme
Wenn's aber Gasparone wieder herausgibt?

NASONI
Was man einmal gestohlen, gibt man nicht mehr heraus! Das versteh' ich besser!

SINDULFO
Aber du hast die Mutter doch auch ohne Geld geheiratet! Warum?

NASONI
Ausrede suchend
Ich …
karikiert weich
ich wollte dich zum Sohne haben!

SINDULFO
gerührt
Papa!

NASONI
gerührt
Sindulfo!
Umarmung

SINDULFO
bittend
Also ich darf die Gräfin heiraten?

NASONI
Nur, wenn sie die Million zurückkriegt!

SINDULFO:
streichelt Nasoni schmeichelnd das Kinn
Schau, Papa, Carlotta hat durch Erlass des Lösegeldes bewiesen, wie teuer ich ihr bin, wie sie mich liebt!

NASONI
Prr! Lieben ... dich ... dich? Lieben -
packt ihn am Kinn, zeigt dem Publikum Sindulfos Gesicht
mit der Larve? Der Figur?
zum Publikum
Einen Kerl. der nur aus zwei langen Beinen besteht! Lieben? Hahaha! So
lachen, das war ich meiner Gesundheit schuldig!
setzt sich

SINDULFO
unwillig
Nun sag. was du willst, ich bin mündig, liebe Carlotta. habe ihr Wort
und heirate! will abgehen

NASONI
springt auf, läuft Sindulfo nach
Unmensch! Bedenke unsere Lage! Halb Syrakus hat Geld von mir zu fordern!

SINDULFO
Und die andere Hälfte von mir! Haben wir einander nichts vorzuwerfen.
geht schnell ab

Erminio und Benozzo treten von rückwärts über die Treppe auf und beobachten Nasoni.

NASONI
Oh! Oh! Das ist zum Verzweifeln! Ein ungeratener Sohn - ruiniert - die Million beim Teufel - das Standrecht - Gasparone - das Obergericht - schlägt wütend auf den Tisch
Himmelkreuztausendbombenelement!
wirft sich wütend auf den Stuhl

BENOZZO
leise zu Erminio
Wenn die Not am grössten, ist der Podestà am bösesten! Jetzt, Exzellenza, wär der richtige Moment!

ERMINIO
leise
Du hast recht, lass uns allein!

BENOZZO
leise
Den Brief werde ich zur rechten Zeit bringen
sehr leise
Zucker und Kaffee!
geht ab durch die Treppe


SECHSTE SZENE
Nasoni, Erminio


NASONI
steht verzweifelt da
Ich sehe einen Abgrund vor mir! Tritt nicht ein Glücksfall ein, bin ich verloren!

ERMINIO
der langsam zu Nasoni trat, legt ihm die Hand auf die Schulter
Vielleicht doch nicht!

NASONI
blickt finster auf, barsch
Ha! Sie? Ich habe mit Ihnen nichts zu schaffen! Was wollen Sie?

ERMINIO
Einen Moment mit Ihnen plaudern, guter ehrlicher Mann!

NASONI
schroff, aufstehend
Ich bin kein guter ehrlicher Mann! Ich bin der Podestà Nasoni und werde Sie rufen lassen, wenn ich Sie zum Verhör brauche!

ERMINIO
Und wenn ich Ihnen Rettung brächte?

NASONI
höhnisch
Sie mir? Rettung? Sie, ein Unbekannter?! Ein dubioser Conte!

ERMINIO
Ich sehe, es ist an der Zeit, dass ich mich Ihnen gegenüber legitimiere. Hier, meine Papiere ... von Ihrer Regierung beglaubigt!

NASONI
blättert in zwei Dokumenten, die ihm Erminio reicht, erstaunt
Conte Erminio Saluzzo?
höflicher
Ein Verwandter des Ministers vielleicht?

ERMINIO
einfach
Sein Sohn!

NASONI
gibt artig das Papier zurück
Somit einer der angesehensten Kavaliere Piemontes

ERMINIO
mit artigem Grusse bestätigend
... und leidenschaftlicher Geologe! Die Erforschung des Ätna führte mich nach Syrakus!

NASONI
sichtlich artiger
Und der Herr Graf wollten mir hilfreich beispringen?

ERMINIO
Wenn Sie mir rückhaltlos vertrauen, ja! Zuvörderst heisst's, Ihren stark beschädigten Ruf als Podestà zu rehabilitieren!

NASONI
kratzt sich verlegen am Kopfe, sagt zaudernd und mit humoristischer Offenheit
Hm! Das wird schwer gehen, denn .., ich bin schlechter als mein Ruf!

ERMINIO
humoristisch bestätigend
Man zieht Vergleiche zwischen Ihnen und Gasparone, die zugunsten des Räubers ausfallen

NASONI
heiter triumphierend
... hat aber keine Beweise!

ERMINIO
Richtig! Sie können sogar in Amt und Würden bleiben, vielleicht avancieren, aber

NASONI
Aber?

ERMINIO
Sie müssten ein ehrlicher Mann werden!

NASONI
mit Grimasse
Ein ehrlicher Mann?

ERMINIO
herzlicher
Versuchen Sie's einmal!
reicht ihm die Hand
Und versprechen Sie mir …

NASONI
will einschlagen, tut es aber nicht, unterbricht Erminio
Versuchen will ich's! Versprechen nicht!

ERMINIO
Ja, in die Affäre des Millionendiebstahls glaube ich Licht bringen zu können!

NASONI
eifrig
Und etwa gar die Million wieder verschaffen?

ERMINIO
heiter
Oho! Sie gehen zu weit! Die Million ist für Sie unwiderruflich verloren!

NASONI
enttäuscht
Worin besteht dann das Licht?

ERMINIO
Man wird erfahren, wer das Geld genommen!

NASONI
Mir ganz gleich, wenn ich's nicht war!

ERMINIO
droht mit dem Finger
Ist das der Gedanke eines
betonend
ehrlichen Mannes?

NASONI
Ich will ja nur versuchen, einer zu werden!

ERMINIO
blickt hinter die Szene
Ah, die Gräfin!

NASONI
Sie kommt zum Verhöre!

ERMINIO
Ihre Aussage ist von Wichtigkeit. - Wenn Sie meiner bedürfen, Herr Podestà. so befehlen Sie! Ich bin in der Nähe.
will nach links abgehen

NASONI
Gut, gut!
hält ihn zurück
Sie glauben also wirklich, dass die Million hin ist?

ERMINIO
Futsch! Total futsch!
geht links ab

NASONI
Futsch!
stampft mit dem Fuss
Maledetto!



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