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4. Szene

(Im Hintergrund, möglichst weit hinten, auf einem der Hügel, erhebt sich ein Mann, blickt eine Weile in die Richtung, wo man den Berg der Offenbarung zu denken hat, weckt gestikulierend einige ihm zunächst Liegende, die er veranlaßt, in dieselbe Richtung zu blicken und ruft dann)

EIN MANN
Moses steigt vom Berg herab!

(Auf diesen Ruf hin erwachen allenthalben die Schlafenden, erheben sich, und von allen Seiten strömt wieder Volk herbei)

MOSES
Vergeh, du Abbild des Unvermögens,
das Grenzenlose in ein Bild zu fassen!

(Das Goldene Kalb vergeht; das Volk weicht zurück und verschwindet rasch von der Bühne)

VOLK
Der Strahl des Goldes erlischt;
Unser Gott ist wieder unsichtbar.
Alle Lust, alle Freude, alle Hoffnung
ist weg!
Alles wieder trüb und lichtlos!
Laßt uns den Gewaltigen fliehn!

(Alle ab bis auf Moses und Aron)

5. Szene: Moses und Aron

MOSES in höchstem Zorn.
Aron, was hast du getan?

ARON
Nichts Neues!
Nur, was stets meine Aufgabe war:
Wenn dein Gedanke kein Wort,
mein Wort kein Bild ergab,
vor ihren Ohren,
ihren Augen ein Wunder zu tun.

MOSES
Auf wessen Geheiß?

ARON
Wie immer:
ich hörte die Stimme in mir.

MOSES
Ich habe nicht gesprochen.

ARON
Aber ich habe dennoch verstanden.

MOSES
(drohend einen Schritt auf Aron zu)
Schweig!

ARON
(weicht erschreckt zurück)
Dein...Mund...
Du warst lange fern von uns...

MOSES
Bei meinem Gedanken!
Das müßte dir nahe sein!

ARON
Wenn du dich einsam machst,
wirst du tot geglaubt.
Das Volk hat auf das Wort deines Mundes,
dem Recht und Gesetz entspringen,
lange gewartet.
So mußte ich ihm ein Bild zu schauen geben.

MOSES
Dein Bild verblich vor meinem Wort!

ARON
Deinem Wort waren sonst Bilder
und Wunder, die du mißachtest, versagt.
Und doch war das Wunder nicht mehr als ein Bild:
als dein Wort mein Bild zerstörte.

MOSES
Gottes Ewigkeit vernichtet Götter Gegenwart!
Das ist kein Bild, kein Wunder!
Das ist das Gesetz.
Das Unvergängliche, sag es, wie diese Tafeln,
vergänglich; in der Sprache deines Mundes!

(Er hält Aron die Tafeln hin)

ARON
Israels Bestehn bezeuge den Gedanken des Ewigen!

MOSES
Ahnst du nun die Allmacht des
Gedankens über die Worte und Bilder?

ARON
Ich verstehe es so:
dieses Volk soll erhalten bleiben.
Aber ein Volk kann nur fühlen.
Ich liebe dieses Volk,
ich lebe für es
und will es erhalten!

MOSES
Um des Gedankens willen!
Ich liebe meinen Gedanken und lebe für ihn!

ARON
Auch du würdest dies Volk lieben,
hättest du gesehn, wie es lebt,
wenn es sehen, fühlen, hoffen darf.
Kein Volk kann glauben, was es nicht fühlt.

MOSES
Du erschütterst mich nicht!
Es muß den Gedanken erfassen!
Es lebt nur deshalb!

ARON
Ein beklagenswertes, ein Volk von
Märtyrern wäre es dann!
Kein Volk erfaßt mehr als einen Teil
des Bildes, das den faßbaren Teil des
Gedankens ausdrückt.
So mache dich dem Volk verständlich;
auf ihm angemeß’ne Art.

MOSES
Ich soll den Gedanken verfälschen?

ARON
Laß mich ihn auflösen!
Umschreibend, ohne auszusprechen:
Verbote,
furchterregend, doch befolgbar,
sichern das Bestehen;
die Notwendigkeit verklärend,
Gebote,
hart, doch hoffnungserweckend,
verankern den Gedanken.
Unbewußt wird getan, wie du willst.
Menschlich schwankend
wirst du dein Volk dann finden,
doch liebenswert!

MOSES
Das will ich nicht erleben!

ARON
Du mußt leben!
Du kannst nicht anders!
Du bist an deinen Gedanken gebunden!

MOSES
Ja, an meinen Gedanken,
wie ihn diese Tafeln ausdrücken...

ARON
Ein Teil des Gedankens sind.

MOSES
So zertrümmere ich diese Tafeln und
will Gott bitten, daß er mich von
diesem Amt abberuft.

(Er zertrümmert die Tafeln)

ARON
Kleinmütiger!
Du, der du Gottes Wort hast,
ob mit, ob ohne Tafeln:
Ich, dein Mund, bewahre deinen Gedanken,
wie immer ich ihn ausspreche.

MOSES
Durch Bilder!

ARON
Bilder deines Gedankens:
sie sind er, wie alles, was aus ihm hervorgeht.
Ich beuge mich der Notwendigkeit;
denn dieses Volk soll erhalten bleiben,
um für den Ewigkeitsgedanken zu zeugen.
Meine Bestimmung, es schlechter zu sagen,
als ich es verstehe.
Wissende jedoch werden ihn immer
wiederfinden!

CHOR
(zieht im Hintergrund vorüber, geführt von einer Feuersäule)
Er hat uns auserwählt vor allen Völkern,
das Volk des einz'gen Gottes zu sein;
ihm allein zu dienen,
keines andern Knecht!
Er wird uns führen in das Land,
wo Milch und Honig fließt,
und wir soll'n genießen,
was er unsern Vätern verheißen.
Allmächt'ger,
du bist stärker als Ägyptens Götter!

ARON
Sieh hin!

MOSES
Die Feuersäule!

ARON
Sie führt uns bei Nacht --
Der Allmächtige gibt durch mich dem
Volk ein Zeichen.

(Es wird im Hintergrund rasch Tag, die Feuersäule verblaßt und verwandelt sich in die Wolkensäule. Der Vordergrund bleibt verhältnismäßig finster)

MOSES
Die Wolkensäule!

ARON
Sie führt uns bei Tag.

MOSES
Götzenbilder!

ARON
Gottes Zeichen, wie der glühende Dornbusch.
Darin zeigt der Ewige nicht sich,
aber den Weg zu sich;
und den Weg ins gelobte Land!

(Aron langsam ab in den Hintergrund)

MOSES
Unvorstellbarer Gott!
Unaussprechlicher, vieldeutiger Gedanke!
Läßt du diese Auslegung zu?
Darf Aron, mein Mund, dieses Bild machen?
So habe ich mir ein Bild gemacht, falsch,
wie ein Bild nur sein kann!
So bin ich geschlagen!
So war alles Wahnsinn, was ich gedacht habe,
und kann und darf nicht gesagt werden!
O Wort, du Wort, das mir fehlt!

(Moses sinkt verzweifelt zu Boden)
4. Szene

(Im Hintergrund, möglichst weit hinten, auf einem der Hügel, erhebt sich ein Mann, blickt eine Weile in die Richtung, wo man den Berg der Offenbarung zu denken hat, weckt gestikulierend einige ihm zunächst Liegende, die er veranlaßt, in dieselbe Richtung zu blicken und ruft dann)

EIN MANN
Moses steigt vom Berg herab!

(Auf diesen Ruf hin erwachen allenthalben die Schlafenden, erheben sich, und von allen Seiten strömt wieder Volk herbei)

MOSES
Vergeh, du Abbild des Unvermögens,
das Grenzenlose in ein Bild zu fassen!

(Das Goldene Kalb vergeht; das Volk weicht zurück und verschwindet rasch von der Bühne)

VOLK
Der Strahl des Goldes erlischt;
Unser Gott ist wieder unsichtbar.
Alle Lust, alle Freude, alle Hoffnung
ist weg!
Alles wieder trüb und lichtlos!
Laßt uns den Gewaltigen fliehn!

(Alle ab bis auf Moses und Aron)

5. Szene: Moses und Aron

MOSES in höchstem Zorn.
Aron, was hast du getan?

ARON
Nichts Neues!
Nur, was stets meine Aufgabe war:
Wenn dein Gedanke kein Wort,
mein Wort kein Bild ergab,
vor ihren Ohren,
ihren Augen ein Wunder zu tun.

MOSES
Auf wessen Geheiß?

ARON
Wie immer:
ich hörte die Stimme in mir.

MOSES
Ich habe nicht gesprochen.

ARON
Aber ich habe dennoch verstanden.

MOSES
(drohend einen Schritt auf Aron zu)
Schweig!

ARON
(weicht erschreckt zurück)
Dein...Mund...
Du warst lange fern von uns...

MOSES
Bei meinem Gedanken!
Das müßte dir nahe sein!

ARON
Wenn du dich einsam machst,
wirst du tot geglaubt.
Das Volk hat auf das Wort deines Mundes,
dem Recht und Gesetz entspringen,
lange gewartet.
So mußte ich ihm ein Bild zu schauen geben.

MOSES
Dein Bild verblich vor meinem Wort!

ARON
Deinem Wort waren sonst Bilder
und Wunder, die du mißachtest, versagt.
Und doch war das Wunder nicht mehr als ein Bild:
als dein Wort mein Bild zerstörte.

MOSES
Gottes Ewigkeit vernichtet Götter Gegenwart!
Das ist kein Bild, kein Wunder!
Das ist das Gesetz.
Das Unvergängliche, sag es, wie diese Tafeln,
vergänglich; in der Sprache deines Mundes!

(Er hält Aron die Tafeln hin)

ARON
Israels Bestehn bezeuge den Gedanken des Ewigen!

MOSES
Ahnst du nun die Allmacht des
Gedankens über die Worte und Bilder?

ARON
Ich verstehe es so:
dieses Volk soll erhalten bleiben.
Aber ein Volk kann nur fühlen.
Ich liebe dieses Volk,
ich lebe für es
und will es erhalten!

MOSES
Um des Gedankens willen!
Ich liebe meinen Gedanken und lebe für ihn!

ARON
Auch du würdest dies Volk lieben,
hättest du gesehn, wie es lebt,
wenn es sehen, fühlen, hoffen darf.
Kein Volk kann glauben, was es nicht fühlt.

MOSES
Du erschütterst mich nicht!
Es muß den Gedanken erfassen!
Es lebt nur deshalb!

ARON
Ein beklagenswertes, ein Volk von
Märtyrern wäre es dann!
Kein Volk erfaßt mehr als einen Teil
des Bildes, das den faßbaren Teil des
Gedankens ausdrückt.
So mache dich dem Volk verständlich;
auf ihm angemeß’ne Art.

MOSES
Ich soll den Gedanken verfälschen?

ARON
Laß mich ihn auflösen!
Umschreibend, ohne auszusprechen:
Verbote,
furchterregend, doch befolgbar,
sichern das Bestehen;
die Notwendigkeit verklärend,
Gebote,
hart, doch hoffnungserweckend,
verankern den Gedanken.
Unbewußt wird getan, wie du willst.
Menschlich schwankend
wirst du dein Volk dann finden,
doch liebenswert!

MOSES
Das will ich nicht erleben!

ARON
Du mußt leben!
Du kannst nicht anders!
Du bist an deinen Gedanken gebunden!

MOSES
Ja, an meinen Gedanken,
wie ihn diese Tafeln ausdrücken...

ARON
Ein Teil des Gedankens sind.

MOSES
So zertrümmere ich diese Tafeln und
will Gott bitten, daß er mich von
diesem Amt abberuft.

(Er zertrümmert die Tafeln)

ARON
Kleinmütiger!
Du, der du Gottes Wort hast,
ob mit, ob ohne Tafeln:
Ich, dein Mund, bewahre deinen Gedanken,
wie immer ich ihn ausspreche.

MOSES
Durch Bilder!

ARON
Bilder deines Gedankens:
sie sind er, wie alles, was aus ihm hervorgeht.
Ich beuge mich der Notwendigkeit;
denn dieses Volk soll erhalten bleiben,
um für den Ewigkeitsgedanken zu zeugen.
Meine Bestimmung, es schlechter zu sagen,
als ich es verstehe.
Wissende jedoch werden ihn immer
wiederfinden!

CHOR
(zieht im Hintergrund vorüber, geführt von einer Feuersäule)
Er hat uns auserwählt vor allen Völkern,
das Volk des einz'gen Gottes zu sein;
ihm allein zu dienen,
keines andern Knecht!
Er wird uns führen in das Land,
wo Milch und Honig fließt,
und wir soll'n genießen,
was er unsern Vätern verheißen.
Allmächt'ger,
du bist stärker als Ägyptens Götter!

ARON
Sieh hin!

MOSES
Die Feuersäule!

ARON
Sie führt uns bei Nacht --
Der Allmächtige gibt durch mich dem
Volk ein Zeichen.

(Es wird im Hintergrund rasch Tag, die Feuersäule verblaßt und verwandelt sich in die Wolkensäule. Der Vordergrund bleibt verhältnismäßig finster)

MOSES
Die Wolkensäule!

ARON
Sie führt uns bei Tag.

MOSES
Götzenbilder!

ARON
Gottes Zeichen, wie der glühende Dornbusch.
Darin zeigt der Ewige nicht sich,
aber den Weg zu sich;
und den Weg ins gelobte Land!

(Aron langsam ab in den Hintergrund)

MOSES
Unvorstellbarer Gott!
Unaussprechlicher, vieldeutiger Gedanke!
Läßt du diese Auslegung zu?
Darf Aron, mein Mund, dieses Bild machen?
So habe ich mir ein Bild gemacht, falsch,
wie ein Bild nur sein kann!
So bin ich geschlagen!
So war alles Wahnsinn, was ich gedacht habe,
und kann und darf nicht gesagt werden!
O Wort, du Wort, das mir fehlt!

(Moses sinkt verzweifelt zu Boden)



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