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第七場
グレートヒェン、ナネッテ

ナネッテ
お嬢さん、ほんとうにあの先生が恋人なんですか?

グレートヒェン
恋人?ちがうわ、婚約者よ。

ナネッテ
しかし、どうしてまたあれほどお年の方と結婚なさるのです?


グレートヒェン
あなたは事情を知らないからそんなこと言えるのよ。あたしたちみたいに二十五歳で、おまけにまだ独身だったら巷ではもうオールドミス扱いなのよ。あれ、ほんとうに不愉快だから誰だってあんな言われるくらいなら年寄りとでも結婚したほうがいいって思うわ。特にセバスティアンは収入もいいのよ。この村は大きいし、教える子どもたちがいて・・・。あなたにはわからないでしょうけど、あたしたたちはいつも子どもたちの祝福を受けてるのよ。



ナネッテ
結婚式はいつ?

グレートヒェン
一週間以内には式を挙げるつもりなんだけど・・・。でも、セバスティアンが職をなくしてしまったらどうしたらいいか。

ナネッテ
まあ、僕の立場ではあまり心配していないが。

グレートヒェン
何て失礼な! 親しげに どうしてそんなこと言うの?

ナネッテ
万一の時は僕が校長になろうかと思ってね。もし・・・花嫁を得られるのなら。

グレートヒェン
やめてよ!そんなつるつるした肌で校長だなんて不可能だわ。子どもたちから尊敬してもらえないわよ。


ナネッテ
そんなこと、気にしないよ。愛があれば困難など切り抜けられるさ。もし、この望みがかなえば・・・。抱きしめておくれ、グレートヒェン。

グレートヒェン
ちょっと、恥だと思いなさい!まじめな娘を相手にそんなことを持ちかけるなんて。放してよ。あたし、お客さんのところに行かないといけないんだから。きっとどこにいるのかと思ってるわ。

ナネッテ
だが、お客がいなくなったら・・・

グレートヒェン
そしたらまたすることが待ってるの。洗濯物を仕分けして、ほかにも家事がいっぱい・・・ 自分の住まいを指し、もったいぶって とにかくね、嫁入り前にはすることが山ほどあるんだから。


ナネッテ
何か手伝おうか?

グレートヒェン
たしかに、あなたはうまくやれそうね。

ナネッテ
あなたの婚約者さまから任務を言いつかってるものだから。ノートを取りながらお相手ができれば。

グレートヒェン
とんでもない、おしゃべりしてたら考えはまとまらないわよ。

ナネッテ
でも、僕が勉強していることについてだったら?

グレートヒェン
だったら大丈夫かもね。窓のところに立って何かお話しして。


ナネッテ
ジークフリート伝説を話して聞かせようか?

グレートヒェン
どんな人だったの?

ナネッテ
ジークフリートの名まえは有名だよ。角笛を持ってる男さ。

グレートヒェン
それって面白いお話?

ナネッテ
ああ、とっても面白いよ。

グレートヒェン
すてき。ぜひ聞きたいわ、あたしの知識を増やせそう。ねえ、ノートなんか取らないでおいたら?すごく退屈よ。それよりここのベンチに座ってお話しして。


ナネッテ
あまり長くはいられないよ。雨が降り出しそうだし・・・空が曇ってきてるよ。

グレートヒェン
もちろん、雨が降ったら外にいられないわよ。当たり前じゃない。 恥ずかしそうに  降りだしたら、家の中に来てもいいわよ、ほんのちょっとだけなら。そのかわりちゃんと節度をわきまえてよね。さもないと・・・


第八場
前場の人々、バクルス。

バクルス
おい、節度をわきまえてないじゃないか!

グレートヒェン
Ei freilich. Ich gebe ihm nur ein bisschen gute Lehren.

バクルス
Du? Das kommt mir ganz wunderbar vor. Geh Er hinauf, Sein Freund verlangt nach Ihm.

ナネッテ
Also auf Wiedersehen, schöne Braut.
ab

バクルス
Ja, wart Er, ich will Ihm die Wiedersehens-Gedanken schon vertreiben.

グレートヒェン
Ach, Herr Sebastian, das ist ein nettes Kerlchen.

バクルス
Warum nicht gar, so ein unreifes Bürschchen! Er sieht ja aus wie ein abgebrochener Bleistift.

グレートヒェン
Er erzählt mir die Geschichte vom gehörnten Sebastian -

バクルス
Was? Vom gehörnten -?

グレートヒェン
Siegfried wollt' ich sagen.

バクルス
Grete, ich sage dir: lass mir den jungen Schnüffel aus dem Spiele, oder ich bleibe da und lasse alles gehen, wie es wolle. Jetzt gehst du hinauf zu den Gästen, später sperrst du dich in deine Stube ein und lässt dir keine Geschichten erzählen, weder gehörnte noch ungehörnte.

グレートヒェン
Will Er denn zu Fusse gehn?

バクルス
Muss ich denn nicht?

グレートヒェン
Ach, es ist ja wahr, sein Esel -

バクルス
Nulla malheuritas solo, sagen wir Lateiner, Unglück kommt nie allein; habe auf dem guten Tiere so manchen Ritt in die Nachbarschaft vollbracht, doch seit einigen Tagen muss ich per pedes wandern.

グレートヒェン
Ach, der gute Esel wird schon wiederkommen.

バクルス
Wollen's hoffen: denn ich leugn' es nicht, wir waren ein Herz und eine Seele; er war, was man sagt, mein zweites Ich - Das Vorspiel des folgenden Musikstücks beginnt. Was ist denn das für ein Geblase? Kann ich denn von den Hörnern gar nicht loskommen? Sieht in die Szene. So wahr ich lebe, das ist der gnädige Herr mit seiner Jagdgesellschaft.

グレートヒェン
Der Herr Graf?

バクルス
sie zurückdrängend
Marsch hinauf, und lass dich nicht blicken, so lange er hier ist.

グレートヒェン
Ich wollte gern die Musik hören.

バクルス
Die will ich dir morgen auf der Orgel vorspielen. Fort! Fort!
zieht sie ins Wirtshaus


NEUNTER AUFTRITT
Der Graf und der Baron treten auf mit Jagdgefolge.

Nr. 5 - Jagdlied

伯爵、男爵、狩人たち
Seht dort den muntern Jäger,
Den wilden Büchsenträger,
Er zieht aus stillem Haus
Ganz früh zum Wald hinaus.
Im Auge glänzt die Freude,
Ein Horn an seiner Seite;
Weil sie ihm engt die Brust,
Haucht er ins Horn die Lust.
Drum liebt das Horn der Jäger,
Der wilde Büchsenträger.
Trara! Trara! Trara!

Wenn spät die Sonne scheidet,
In Gold die Berge kleidet,
Er heim die Schritte lenkt
Und heiss ans Liebchen denkt.
Des Jägerhornes Lieder,
Sie hallen waldwärts wider
Und locken seinen Schatz
Zum kühlen Eichenplatz.
Drum liebt das Horn der Jäger,
Der wilde Büchsenträger,
Trara! Trara! Trara!

Sitzt sie ihm nun zur Seite,
Dann haucht er Lust und Freude
Süss aus in einem Kuss,
Vergisst des Hornes Gruss;
Das legt er auf den Rasen,
Zu seinen toten Hasen
Und schwelgt in freud'ger Lust
An seines Liebchens Brust!
Da braucht kein Horn der Jäger,
Der zahme Büchsenträger.
Trara! Trara! Trara!

伯爵
zu den Jägern
Eine kurze Rast, Kinder, dann ziehen wir weiter. Erquickt euch.

Die Jäger gehen ins Wirtshaus

伯爵
zum Baron, der sich auf die Bank vor Baculus' Haus gesetzt
Müde vom Jagen, Herr Bruder, oder hat unser Jagdlied, mit seinen Anspielungen auf das Glück der Liebe, deinen Weltschmerz wieder rege gemacht?

男爵
Und wenn es so wäre, könnte man es mir verargen? Du weisst -

伯爵
Aber, ich bitte dich, höre doch endlich auf, das alte Lied deiner missratenen Ehe zu singen! - Du hattest eine glückliche Idee, dich nach dem Trauerjahr hierherzuflüchten; wir haben hier in der Gegend einen herrlichen Mädchenflor; da suche dir aus, Herr Bruder, und gesetzt, du fändest keine, deren Blick dich fesselte, nun so haben wir ja noch meine Schwester, deren Ankunft ich täglich erwarte - welche Freude, wenn ihr euch gegenseitig behagtet. Schon habe ich in meinen Briefen ihr einen Wink gegeben.

男爵
Das ist mir nicht lieb. Eben um eine Gelegenheitsmacherei zu vermeiden, kam ich hierher unter dem Titel eines Stallmeisters. Meine eigene Schwester, deine Gattin, die das elterliche Haus verliess, als ich noch ein Kind war, ahnt nicht, dass ich ihr Bruder sei, ja, ich habe mir sogar erlaubt, ihr ein wenig den Hof zu machen.

伯爵
Ei, du Spitzbube, meine ehrbare Gemahlin zum besten zu haben? Und wie lange gedenkst du dein Inkognito zu behaupten?

男爵
Vielleicht nur bis morgen. Entweder wähle ich mir morgen eine Frau oder ich ziehe weiter.

伯爵
Doch nicht, ohne meine Schwester gesehen zu haben?

男爵
Das kann ich dir nicht versprechen. Der Gedanke, sie sei mir bestimmt, macht sie mir schon zuwider. Nur meinem Herzen will ich folgen, wes Standes die Erkorene auch sei.

伯爵
Und wenn nun ein Kammerkätzchen dein Herz eroberte?

男爵
Gleichviel.

伯爵
Oder eine Bauerndirne?

男爵
Einerlei.

伯爵
Ich glaube, du wärst imstande, bloss um deiner Grille zu genügen, einem Manne die Braut oder gar die Frau abspenstig zu machen.

男爵
Wo denkst du hin, Herr Bruder? Ich habe strenge Grundsätze.

伯爵
lächelnd
Wirklich?

男爵
Du lächelst? Das könnte ich dir übelnehmen. Du musst mich nicht nach dir beurteilen.

伯爵
Nach mir?

男爵
Allerdings. Die böse Welt will behaupten, dass kein hübsches Mädchen vor dir sicher sei.

伯爵
Schändliche Verleumdung! Nein, Herr Bruder, auch ich habe Grundsätze. Ich verehre meine Gattin über alle Massen-nun, du weisst, wie diese Heirat zustande kam: ich war arm, sie war reich, ich bin jung, sie nicht mehr ganz jung, jedes hat seine eigene Liebhaberei, und trotz dieser Ungleichheiten kann keine glücklichere Ehe existieren als die unsrige. Wenn ich mir nun wirklich einmal erlaubte -

Man hört im Wirtshaus einen Toast ausbringen

伯爵
Was Teufel ist denn da los?

男爵
Gewiss ein Fest.

伯爵

Eine Hochzeit! Bruder, so eine Bauernhochzeit ist mein Leben; lass uns hinein!

男爵
Ich bin verstimmt, was soll ich bei den Fröhlichen?

伯爵
Schüttle deinen Weltschmerz ab, tu es mir zuliebe.

男爵
Wohl! Bloss um dein Vergnügen nicht zu stören.

伯爵
führt ihn vor
Höre, es läuft doch nicht gegen unsere Grundsätze?

男爵
nach kurzem Bedenken
Ich dächte nicht.

伯爵
ihn unter den Arm fassend
Nun also! - Sie wenden sich gegen das Wirtshaus. Aber, wie es scheint, ist die Gesellschaft im Aufbruch begriffen und kommt hierher.

男爵
So müssen wir sie hier erwarten.

伯爵
durch die offene Tür sehend
Hübsche Mädchen, hol mich der Teufel! Lass uns ein wenig beiseite treten.


ZEHNTER AUFTRITT
Die Vorigen, Baculus, die Gäste. Die Gäste treten zuerst auf. Baculus, ihnen das Geleit gebend, folgt; wie er den Grafen sieht, geht er schnell zurück und bleibt unter der Tür des Wirtshauses stehen

Nr. 6 - Finale

農民たち
Lasset uns nach Hause gehen,
Nehmet unsern Dank, Herr Wirt,
Alle müssen eingestehen,
Ganz honett hat Er traktiert.

伯爵
hervortretend
Guten Abend, liebe Leute!

農民たち
Der Herr Graf! Wie, sehn wir recht?

伯爵
Wie ich merke, wurde heute
Hier ein Fest gefeiert? Sprecht!

農民たち
Ei, ja freilich, gnäd'ger Herr!

伯爵
zum Baron
Nun, gefallen dir die hübschen Weiber nicht?

男爵
Allerliebst!

伯爵
Von diesen allen
Keine dir zum Herzen spricht?

男爵
Finster ist mein Sinn und trübe,
Die Erinnrung will nicht ruhn!
Doch, mein Bruder, dir zuliebe,
Will ein übriges ich tun.

Er geht zu den Mädchen und schäkert mit ihnen

伯爵
für sich
Warte, Schelm, ich will drauf wetten,
Dass dein Weltschmerz, noch so gross,
Bald sein Ziel gefunden hat.

Baculus ist, während die beiden abgewendet standen, zu den Gästen getreten, ihnen begreiflich machend, dass sie seine Verlobung nicht erwähnen möchten

農民たち
unter sich
Das ist seltsam in der Tat;
Warum sollen wir nicht sagen,
Dass das Fest heute ihm gegolten hat?


ELFTER AUFTRITT
Die Vorigen. Gretchen, neugierig aus dem Wirtshause kommend

グレートヒェン
Ist der gnäd'ge Herr noch da?

伯爵、男爵
Sieh! Sieh! Ein allerliebstes Kind!
Immer näher, liebe Kleine!

バクルス
halblaut
Aber Grete,
Plagt dich ganz und gar der Teufel?

農民たち
Eifersüchtig ist er, ohne allen Zweifel,
Auf diese beiden da!

Baculus gibt ihnen abermals pantomimisch zu verstehen, nicht zu verraten, dass Grete seine Braut sei

伯爵、男爵
Diese Augen, diese Wangen
Wecken Sehnsucht und Verlangen.
Sprich, wie heisst du, holdes Mädchen?

グレートヒェン
eingeschüchtert und nach Baculus blickend, der ihr winkt und droht
Zu Befehl, ich heisse Gretchen.

伯爵
Gretchen! Allerliebster Name!

男爵
Ja, fürwahr, so rein idyllisch,
Reizend, wie das ganze Wesen.

伯爵
Ei, Herr Bruder, wie mir scheint,
So erwachen deine Triebe,
Und der Weltschmerz weicht.

男爵
Es geschieht nur dir zuliebe,
Darum wird mir's leicht, ganz leicht!

伯爵
Das ist wahrlich zum Ergötzen!
Ich muss lachen,
Mich an seinen Mienen letzen;
Seht den Schwachen,
Der als hochgepriesner Held
Gleich der Lieb' zum Opfer fällt.
O des Schwachen!

男爵
Sie ist wahrlich zum Ergötzen!
Ich muss wachen,
Darf mich nicht in Glut versetzen,
Mich, den Schwachen;
Denn fürwahr, nur wenig fehlt,
Dass mich heisse Glut beseelt.
Ich muss wachen!

グレートヒェン
Er ist wahrlich zum Ergötzen!
Ich muss lachen,
Mich an seinen Mienen letzen;
Seht den Schwachen,
Wie die Eifersucht ihn quält,
Kaum, dass er noch an sich hält.
O des Schwachen!

バクルス
O Spektakel! O Entsetzen!
Wie sie lachen,
Sich an meiner Angst ergötzen!
Solche Sachen
Muss erfahren auf der Welt,
Der sich mit der Liebe quält.
Wie sie lachen!

農民たち
Es ist wahrlich zum Ergötzen!
Man muss lachen,
Sich an seinen Mienen letzen;
Seht den Schwachen,
Wie die Eifersucht ihn quält,
Kaum, dass er noch an sich hält,
Man muss lachen!


ZWÖLFTER AUFTRITT
Die Vorigen. Baronin kommt in ländlicher Kleidung aus dem Hause

男爵夫人
Seht, da bin ich.

農民たち
Ei, wer ist das?
Eine Freundin Eurem Haus?

男爵
die Baronin gewahrend
Abermals ein reizend Kind!

伯爵
ebenso
Abermals ein reizend Kind!

グレートヒェン
für sich
Allerliebst sieht er doch aus!

バクルス
für sich
Blieb er lieber doch im Haus!

伯爵
auf die Baronin zeigend
Sieh die Gestalt!

男爵
Sie ist bezaubernd.

伯爵
Der frische Teint -

男爵
Die Rosenlippen -

伯爵
Der Hals -

男爵
Das Haar -

伯爵、男爵
Das Augenpaar -
Dieser Adel in den Zügen
Strafet Lügen ihren Stand.
Mädchen, sprich, bist du vom Land?

男爵夫人
Bin ein schlichtes Kind vom Lande,
Mein Palast auf grüner Flur
Jene Hütt' am Wiesenrande,
Meine Amme die Natur.
Freue mich inniglich,
Wenn die muntern Herden treiben
Auf der Berge luft'gen Höh'n;
Auf dem Lande will ich bleiben,
Auf dem Lande ist's so schön!

Hörte viel vom Glanz der Städte,
Wo man lebt in Saus und Braus;
Doch die Sittsamkeit, ich wette,
Ist nur spärlich dort zu Haus.
Ach, davon viele schon
Konnten nicht genug beschreiben!
Nein, ich mag die Stadt nicht sehn.
Auf dem Lande will ich bleiben,
Auf dem Lande ist's so schön!

伯爵、男爵
Solchen Reiz, ohn' Übertreiben,
Hab' ich niemals noch gesehn.

グレートヒェン、バクルス
Prächtig weiss er es zu treiben,
's ist 'ne Lust, ihn anzusehn.

農民たち
Auf dem Lande ist's so schön!


DREIZEHNTER AUFTRITT
Die Vorigen. Die Jäger treten aus dem Wirtshause

狩人たち
Es lässt am Himmel sich
Ein Ungewitter blicken;
Befehlen der Herr Graf,
Dass wir den Wagen schicken?

伯爵
(Vortrefflich! Geht allein! Ich bleibe!)

男爵
Du vergisst, es lud die Gräfin
Zur Vorlesung uns ein.

伯爵
Verwünscht! Doch hast du recht.
Mir Beifall zu erzielen,
Will heute abend ich
Mal den Soliden spielen.
zu den Landleuten
Doch morgen, morgen, zu meinem Wiegenfeste,
Lad' ich euch alle ein, traktiere euch aufs beste!
Seid alle meine Gäste!
Bei Gläserklang, bei Tanz und Gesang,
Mögt ihr dann ermessen und nimmer vergessen,
Wie huldvoll gesinnt stets euer gnäd'ger Herr.

農民と狩人
sich freudig bedankend
Doch morgen, morgen zu seinem Wiegenfeste
Läd't er uns alle ein, traktieret uns aufs beste!
Wir all sind seine Gäste!
Bei Gläserklang, bei Tanz und Gesang,
Da woll'n wir ermessen und nimmer vergessen,
Wie huldvoll gesinnt stets unser gnäd'ger Herr.

伯爵
Diese Holde dort zu sehen
Und zu sprechen sie allein,
Mich im Tanz mit ihr zu drehen,
Soll mir eine Wonne sein.
Eurer Wohlfahrt nur zu leben,
Ist mein Trachten, mein Bestreben,
Wird stets meine Sorge sein!

男爵
Ja, ich muss die Holde sehen
Und sie sprechen ganz allein;
Weiss nicht, wie mir ist geschehen,
Wunderbar nimmt sie mich ein.
Möglich, dass dies Mädchen eben
Krönet meiner Wünsche Streben
Und mir dann versüsst des herben Lebens Pein!

男爵夫人
Diesen Herrn, ich muss gestehen,
Flösste schnell ich Neigung ein;
So bewundert mich zu sehen,
Darf mir schmeichelhaft nur sein.
Gar zu klar ist ihr Bestreben,
Ihre Liebe mir zu weihn!

グレートヒェン
Dürft' ich nur mit ihnen gehen,
Auch mich dem Vergnügen weihn,
Mich im Tanz mit ihnen drehen!
Leider wird es anders sein.
Während sie der Lust ergeben,
Soll ich still und einsam leben
Und darf mich nicht mit andern freun.

バクルス
zu Gretchen
Gib nur acht, du wirst es sehen
Mit der List, so schlau und fein,
Wird es ganz vortrefflich gehen,
Und der Herr wird mir verzeihn.
Du wirst mir dein Händchen geben,
Uns winkt dann ein Götterleben,
Und bald ist versüsst uns die erlittne Pein!

農民と狩人
Lasst uns froh das Fest begehen
Und uns ganz der Freude weihn;
Alle will er uns dort sehen,
Alle finden wir uns ein.
Lasst dann beim Saft der Reben
Hoch, ja hoch den Herren leben
Und uns seiner Gnade freun!

Baculus führt Gretchen, die sich sträubt, ins Haus

伯爵
zur Baronin
Du wirst, mein schönes Kind,
Doch auch beim Fest erscheinen?

男爵夫人
Wenn es der Herr vergönnt -

伯爵
Ei ja, das will ich meinen.
Sich nach Gretchen umsehend.
Wo ist die andre Kleine,
Das hübsche Mädchen, sprecht?
Auch sie darf mir nicht fehlen.

バクルス
für sich
Du kämst mir grade recht!

伯爵
dreht sich und sieht Baculus
Irr' ich mich nicht, so ist dies Gesicht
Des Schulmeisters, der auch Rehböcke schiesst.

バクルス
Gnade, Herr Graf!

伯爵
Hinweg mit Ihm!

バクルス
Es tut mir leid -

伯爵
Hinweg mit Ihm! Er kennt den Bescheid.

農民たち
Ei, warum zürnt der gnäd'ge Herr?

男爵夫人
leise zu Baculus
Stell Er mich dem Grafen vor.

バクルス
Er sieht doch wohl, dass es nicht geht,
Wenn meine Braut daneben steht.

伯爵
Ihr Freunde, denn auf Wiedersehen
Bei Tanz, Gesang und Spiel;
Der Morgen bringet Freud' und Lust,
Vom Morgen hoff' ich viel!

伯爵、男爵、男爵夫人、バクルス
mit Bezug
Vom Morgen hoff' ich viel!

伯爵
Diese Holde dort zu sehen usw.

男爵
Ja, ich muss die Holde sehen usw.

男爵夫人
Diesen Herrn, ich muss gestehen, usw.

グレートヒェン
am Fenster
Dürft ich nur mit ihnen gehen usw.

バクルス
Gib nur acht, du wirst es sehen, usw.

農民と狩人
Lasst uns froh das Fest begehen usw.
SIEBENTER AUFTRITT
Gretchen. Nanette

NANETTE
Sagt mir, schönes Kind, ist denn das wirklich Euer Schatz?

GRETCHEN
Schatz? - Nein, er ist mein Bräutigam.

NANETTE
Wie konntet Ihr Euch entschliessen, solch 'nen alten Perückenstock zu heiraten?

GRETCHEN
Herr Student, das versteht Er nicht. Wenn unsereins fünfundzwanzig Jahre alt und noch nicht unter der Haube ist, so fangen die Leute an von alten Jungfern zu munkeln, und das klingt so hässlich, dass man denkt, ein alter Mann ist doch besser als gar keiner; ausserdem hat der Herr Sebastian einen recht einträglichen Posten; das Dorf ist gross, und Kinder haben wir - ich meine unser Dorf - Er glaubt nicht, Herr Student, wie reich gesegnet wir mit Kindern sind.

NANETTE
Wann wird denn Eure Hochzeit sein?

GRETCHEN
In acht Tagen - soll die Hochzeit sein. Nun denke Er sich das Unglück, wenn der Herr Sebastian um seine Stelle käme.

NANETTE
Ich, meinesteils, würde darüber gar nicht böse sein.

GRETCHEN
Oh, garstiger Mensch! Freundlich. Warum denn?

NANETTE
Weil ich mich alsdann um die Stelle bewerben würde, und - wenn mir's gelänge, auch um die Braut.

GRETCHEN
O geh Er! Er würde einen saubern Schulmeister abgeben mit seinem Milchgesicht; Ihm spielten ja die Kinder auf der Nase herum.

NANETTE
Daraus machte ich mir nichts; freilich müsste mich die Liebe dafür entschädigen - wenn es mir daher gelänge - Umarmt Gretchen.

GRETCHEN
Pfui, schäm Er sich, einem ehrbaren Mädchen solche Dinge vorzureden; lass Er mich los, ich muss hinauf zu den Gästen, die werden gar nicht wissen, wo ich geblieben bin.

NANETTE
Aber wenn sie fort sind -

GRETCHEN
Dann habe ich zu tun, ich muss Wäsche zeichnen - zu Hause bei mir - Auf ihre Wohnung zeigend, wichtig. Ja, ja, mein lieber, junger Mensch, es gibt allerlei zu tun, wenn man sich verheiraten will.

NANETTE
Kann ich Euch dabei nicht helfen?

GRETCHEN
Na, Er wird was Schönes zeichnen.

NANETTE
Zwar hat mir Euer alter Schatz eine Beschäftigung gegeben - ich soll Schreibebücher korrigieren.

GRETCHEN
Da sieht Er, also ist an Plaudern gar nicht zu denken.

NANETTE
Wenn ich aber mit meiner Arbeit bin?

GRETCHEN
Dann ist es etwas anderes. Er kann sich hierher ans Fenster stellen und mir etwas erzählen.

NANETTE
Vom gehörnten Siegfried?

GRETCHEN
Wer war denn das?

NANETTE
Ohne Zweifel einer, der Siegfried hiess und Hörner hatte.

GRETCHEN
Ist denn das eine spassige Geschichte?

NANETTE
Wenigstens sehr unterhaltend.

GRETCHEN
Schön; ich höre dergleichen für mein Leben gern. Weiss Er was? Sehe Er die Schreibebücher lieber nicht nach; das ist eine schrecklich langweilige Arbeit - setz Er sich hier auf die Bank und erzähl Er mir.

NANETTE
Da werd' ich nur nicht lange bleiben können, denn wenn es anfängt zu regnen - der ganze Himmel ist umzogen -

GRETCHEN
Nu, wenn's regnet, kann Er nicht draussen sitzenbleiben, das versteht sich von selbst. Verschämt. Dann kann Er ein bisschen hereinkommen - aber ernst dass Er sich ordentlich aufführt, sonst -


ACHTER AUFTRITT
Die Vorigen. Baculus

BACULUS
He! Führt Er sich nicht ordentlich auf?

GRETCHEN
Ei freilich. Ich gebe ihm nur ein bisschen gute Lehren.

BACULUS
Du? Das kommt mir ganz wunderbar vor. Geh Er hinauf, Sein Freund verlangt nach Ihm.

NANETTE
Also auf Wiedersehen, schöne Braut.
ab

BACULUS
Ja, wart Er, ich will Ihm die Wiedersehens-Gedanken schon vertreiben.

GRETCHEN
Ach, Herr Sebastian, das ist ein nettes Kerlchen.

BACULUS
Warum nicht gar, so ein unreifes Bürschchen! Er sieht ja aus wie ein abgebrochener Bleistift.

GRETCHEN
Er erzählt mir die Geschichte vom gehörnten Sebastian -

BACULUS
Was? Vom gehörnten -?

GRETCHEN
Siegfried wollt' ich sagen.

BACULUS
Grete, ich sage dir: lass mir den jungen Schnüffel aus dem Spiele, oder ich bleibe da und lasse alles gehen, wie es wolle. Jetzt gehst du hinauf zu den Gästen, später sperrst du dich in deine Stube ein und lässt dir keine Geschichten erzählen, weder gehörnte noch ungehörnte.

GRETCHEN
Will Er denn zu Fusse gehn?

BACULUS
Muss ich denn nicht?

GRETCHEN
Ach, es ist ja wahr, sein Esel -

BACULUS
Nulla malheuritas solo, sagen wir Lateiner, Unglück kommt nie allein; habe auf dem guten Tiere so manchen Ritt in die Nachbarschaft vollbracht, doch seit einigen Tagen muss ich per pedes wandern.

GRETCHEN
Ach, der gute Esel wird schon wiederkommen.

BACULUS
Wollen's hoffen: denn ich leugn' es nicht, wir waren ein Herz und eine Seele; er war, was man sagt, mein zweites Ich - Das Vorspiel des folgenden Musikstücks beginnt. Was ist denn das für ein Geblase? Kann ich denn von den Hörnern gar nicht loskommen? Sieht in die Szene. So wahr ich lebe, das ist der gnädige Herr mit seiner Jagdgesellschaft.

GRETCHEN
Der Herr Graf?

BACULUS
sie zurückdrängend
Marsch hinauf, und lass dich nicht blicken, so lange er hier ist.

GRETCHEN
Ich wollte gern die Musik hören.

BACULUS
Die will ich dir morgen auf der Orgel vorspielen. Fort! Fort!
zieht sie ins Wirtshaus


NEUNTER AUFTRITT
Der Graf und der Baron treten auf mit Jagdgefolge.

Nr. 5 - Jagdlied

GRAF, BARON, JÄGER
Seht dort den muntern Jäger,
Den wilden Büchsenträger,
Er zieht aus stillem Haus
Ganz früh zum Wald hinaus.
Im Auge glänzt die Freude,
Ein Horn an seiner Seite;
Weil sie ihm engt die Brust,
Haucht er ins Horn die Lust.
Drum liebt das Horn der Jäger,
Der wilde Büchsenträger.
Trara! Trara! Trara!

Wenn spät die Sonne scheidet,
In Gold die Berge kleidet,
Er heim die Schritte lenkt
Und heiss ans Liebchen denkt.
Des Jägerhornes Lieder,
Sie hallen waldwärts wider
Und locken seinen Schatz
Zum kühlen Eichenplatz.
Drum liebt das Horn der Jäger,
Der wilde Büchsenträger,
Trara! Trara! Trara!

Sitzt sie ihm nun zur Seite,
Dann haucht er Lust und Freude
Süss aus in einem Kuss,
Vergisst des Hornes Gruss;
Das legt er auf den Rasen,
Zu seinen toten Hasen
Und schwelgt in freud'ger Lust
An seines Liebchens Brust!
Da braucht kein Horn der Jäger,
Der zahme Büchsenträger.
Trara! Trara! Trara!

GRAF
zu den Jägern
Eine kurze Rast, Kinder, dann ziehen wir weiter. Erquickt euch.

Die Jäger gehen ins Wirtshaus

GRAF
zum Baron, der sich auf die Bank vor Baculus' Haus gesetzt
Müde vom Jagen, Herr Bruder, oder hat unser Jagdlied, mit seinen Anspielungen auf das Glück der Liebe, deinen Weltschmerz wieder rege gemacht?

BARON
Und wenn es so wäre, könnte man es mir verargen? Du weisst -

GRAF
Aber, ich bitte dich, höre doch endlich auf, das alte Lied deiner missratenen Ehe zu singen! - Du hattest eine glückliche Idee, dich nach dem Trauerjahr hierherzuflüchten; wir haben hier in der Gegend einen herrlichen Mädchenflor; da suche dir aus, Herr Bruder, und gesetzt, du fändest keine, deren Blick dich fesselte, nun so haben wir ja noch meine Schwester, deren Ankunft ich täglich erwarte - welche Freude, wenn ihr euch gegenseitig behagtet. Schon habe ich in meinen Briefen ihr einen Wink gegeben.

BARON
Das ist mir nicht lieb. Eben um eine Gelegenheitsmacherei zu vermeiden, kam ich hierher unter dem Titel eines Stallmeisters. Meine eigene Schwester, deine Gattin, die das elterliche Haus verliess, als ich noch ein Kind war, ahnt nicht, dass ich ihr Bruder sei, ja, ich habe mir sogar erlaubt, ihr ein wenig den Hof zu machen.

GRAF
Ei, du Spitzbube, meine ehrbare Gemahlin zum besten zu haben? Und wie lange gedenkst du dein Inkognito zu behaupten?

BARON
Vielleicht nur bis morgen. Entweder wähle ich mir morgen eine Frau oder ich ziehe weiter.

GRAF
Doch nicht, ohne meine Schwester gesehen zu haben?

BARON
Das kann ich dir nicht versprechen. Der Gedanke, sie sei mir bestimmt, macht sie mir schon zuwider. Nur meinem Herzen will ich folgen, wes Standes die Erkorene auch sei.

GRAF
Und wenn nun ein Kammerkätzchen dein Herz eroberte?

BARON
Gleichviel.

GRAF
Oder eine Bauerndirne?

BARON
Einerlei.

GRAF
Ich glaube, du wärst imstande, bloss um deiner Grille zu genügen, einem Manne die Braut oder gar die Frau abspenstig zu machen.

BARON
Wo denkst du hin, Herr Bruder? Ich habe strenge Grundsätze.

GRAF
lächelnd
Wirklich?

BARON
Du lächelst? Das könnte ich dir übelnehmen. Du musst mich nicht nach dir beurteilen.

GRAF
Nach mir?

BARON
Allerdings. Die böse Welt will behaupten, dass kein hübsches Mädchen vor dir sicher sei.

GRAF
Schändliche Verleumdung! Nein, Herr Bruder, auch ich habe Grundsätze. Ich verehre meine Gattin über alle Massen-nun, du weisst, wie diese Heirat zustande kam: ich war arm, sie war reich, ich bin jung, sie nicht mehr ganz jung, jedes hat seine eigene Liebhaberei, und trotz dieser Ungleichheiten kann keine glücklichere Ehe existieren als die unsrige. Wenn ich mir nun wirklich einmal erlaubte -

Man hört im Wirtshaus einen Toast ausbringen

GRAF
Was Teufel ist denn da los?

BARON
Gewiss ein Fest.

GRAF

Eine Hochzeit! Bruder, so eine Bauernhochzeit ist mein Leben; lass uns hinein!

BARON
Ich bin verstimmt, was soll ich bei den Fröhlichen?

GRAF
Schüttle deinen Weltschmerz ab, tu es mir zuliebe.

BARON
Wohl! Bloss um dein Vergnügen nicht zu stören.

GRAF
führt ihn vor
Höre, es läuft doch nicht gegen unsere Grundsätze?

BARON
nach kurzem Bedenken
Ich dächte nicht.

GRAF
ihn unter den Arm fassend
Nun also! - Sie wenden sich gegen das Wirtshaus. Aber, wie es scheint, ist die Gesellschaft im Aufbruch begriffen und kommt hierher.

BARON
So müssen wir sie hier erwarten.

GRAF
durch die offene Tür sehend
Hübsche Mädchen, hol mich der Teufel! Lass uns ein wenig beiseite treten.


ZEHNTER AUFTRITT
Die Vorigen, Baculus, die Gäste. Die Gäste treten zuerst auf. Baculus, ihnen das Geleit gebend, folgt; wie er den Grafen sieht, geht er schnell zurück und bleibt unter der Tür des Wirtshauses stehen

Nr. 6 - Finale

LANDLEUTE
Lasset uns nach Hause gehen,
Nehmet unsern Dank, Herr Wirt,
Alle müssen eingestehen,
Ganz honett hat Er traktiert.

GRAF
hervortretend
Guten Abend, liebe Leute!

LANDLEUTE
Der Herr Graf! Wie, sehn wir recht?

GRAF
Wie ich merke, wurde heute
Hier ein Fest gefeiert? Sprecht!

LANDLEUTE
Ei, ja freilich, gnäd'ger Herr!

GRAF
zum Baron
Nun, gefallen dir die hübschen Weiber nicht?

BARON
Allerliebst!

GRAF
Von diesen allen
Keine dir zum Herzen spricht?

BARON
Finster ist mein Sinn und trübe,
Die Erinnrung will nicht ruhn!
Doch, mein Bruder, dir zuliebe,
Will ein übriges ich tun.

Er geht zu den Mädchen und schäkert mit ihnen

GRAF
für sich
Warte, Schelm, ich will drauf wetten,
Dass dein Weltschmerz, noch so gross,
Bald sein Ziel gefunden hat.

Baculus ist, während die beiden abgewendet standen, zu den Gästen getreten, ihnen begreiflich machend, dass sie seine Verlobung nicht erwähnen möchten

LANDLEUTE
unter sich
Das ist seltsam in der Tat;
Warum sollen wir nicht sagen,
Dass das Fest heute ihm gegolten hat?


ELFTER AUFTRITT
Die Vorigen. Gretchen, neugierig aus dem Wirtshause kommend

GRETCHEN
Ist der gnäd'ge Herr noch da?

GRAF, BARON
Sieh! Sieh! Ein allerliebstes Kind!
Immer näher, liebe Kleine!

BACULUS
halblaut
Aber Grete,
Plagt dich ganz und gar der Teufel?

LANDLEUTE
Eifersüchtig ist er, ohne allen Zweifel,
Auf diese beiden da!

Baculus gibt ihnen abermals pantomimisch zu verstehen, nicht zu verraten, dass Grete seine Braut sei

GRAF, BARON
Diese Augen, diese Wangen
Wecken Sehnsucht und Verlangen.
Sprich, wie heisst du, holdes Mädchen?

GRETCHEN
eingeschüchtert und nach Baculus blickend, der ihr winkt und droht
Zu Befehl, ich heisse Gretchen.

GRAF
Gretchen! Allerliebster Name!

BARON
Ja, fürwahr, so rein idyllisch,
Reizend, wie das ganze Wesen.

GRAF
Ei, Herr Bruder, wie mir scheint,
So erwachen deine Triebe,
Und der Weltschmerz weicht.

BARON
Es geschieht nur dir zuliebe,
Darum wird mir's leicht, ganz leicht!

GRAF
Das ist wahrlich zum Ergötzen!
Ich muss lachen,
Mich an seinen Mienen letzen;
Seht den Schwachen,
Der als hochgepriesner Held
Gleich der Lieb' zum Opfer fällt.
O des Schwachen!

BARON
Sie ist wahrlich zum Ergötzen!
Ich muss wachen,
Darf mich nicht in Glut versetzen,
Mich, den Schwachen;
Denn fürwahr, nur wenig fehlt,
Dass mich heisse Glut beseelt.
Ich muss wachen!

GRETCHEN
Er ist wahrlich zum Ergötzen!
Ich muss lachen,
Mich an seinen Mienen letzen;
Seht den Schwachen,
Wie die Eifersucht ihn quält,
Kaum, dass er noch an sich hält.
O des Schwachen!

BACULUS
O Spektakel! O Entsetzen!
Wie sie lachen,
Sich an meiner Angst ergötzen!
Solche Sachen
Muss erfahren auf der Welt,
Der sich mit der Liebe quält.
Wie sie lachen!

LANDLEUTE
Es ist wahrlich zum Ergötzen!
Man muss lachen,
Sich an seinen Mienen letzen;
Seht den Schwachen,
Wie die Eifersucht ihn quält,
Kaum, dass er noch an sich hält,
Man muss lachen!


ZWÖLFTER AUFTRITT
Die Vorigen. Baronin kommt in ländlicher Kleidung aus dem Hause

BARONIN
Seht, da bin ich.

LANDLEUTE
Ei, wer ist das?
Eine Freundin Eurem Haus?

BARON
die Baronin gewahrend
Abermals ein reizend Kind!

GRAF
ebenso
Abermals ein reizend Kind!

GRETCHEN
für sich
Allerliebst sieht er doch aus!

BACULUS
für sich
Blieb er lieber doch im Haus!

GRAF
auf die Baronin zeigend
Sieh die Gestalt!

BARON
Sie ist bezaubernd.

GRAF
Der frische Teint -

BARON
Die Rosenlippen -

GRAF
Der Hals -

BARON
Das Haar -

GRAF, BARON
Das Augenpaar -
Dieser Adel in den Zügen
Strafet Lügen ihren Stand.
Mädchen, sprich, bist du vom Land?

BARONIN
Bin ein schlichtes Kind vom Lande,
Mein Palast auf grüner Flur
Jene Hütt' am Wiesenrande,
Meine Amme die Natur.
Freue mich inniglich,
Wenn die muntern Herden treiben
Auf der Berge luft'gen Höh'n;
Auf dem Lande will ich bleiben,
Auf dem Lande ist's so schön!

Hörte viel vom Glanz der Städte,
Wo man lebt in Saus und Braus;
Doch die Sittsamkeit, ich wette,
Ist nur spärlich dort zu Haus.
Ach, davon viele schon
Konnten nicht genug beschreiben!
Nein, ich mag die Stadt nicht sehn.
Auf dem Lande will ich bleiben,
Auf dem Lande ist's so schön!

GRAF, BARON
Solchen Reiz, ohn' Übertreiben,
Hab' ich niemals noch gesehn.

GRETCHEN, BACULUS
Prächtig weiss er es zu treiben,
's ist 'ne Lust, ihn anzusehn.

LANDLEUTE
Auf dem Lande ist's so schön!


DREIZEHNTER AUFTRITT
Die Vorigen. Die Jäger treten aus dem Wirtshause

JÄGER
Es lässt am Himmel sich
Ein Ungewitter blicken;
Befehlen der Herr Graf,
Dass wir den Wagen schicken?

GRAF
(Vortrefflich! Geht allein! Ich bleibe!)

BARON
Du vergisst, es lud die Gräfin
Zur Vorlesung uns ein.

GRAF
Verwünscht! Doch hast du recht.
Mir Beifall zu erzielen,
Will heute abend ich
Mal den Soliden spielen.
zu den Landleuten
Doch morgen, morgen, zu meinem Wiegenfeste,
Lad' ich euch alle ein, traktiere euch aufs beste!
Seid alle meine Gäste!
Bei Gläserklang, bei Tanz und Gesang,
Mögt ihr dann ermessen und nimmer vergessen,
Wie huldvoll gesinnt stets euer gnäd'ger Herr.

LANDLEUTE UND JÄGER
sich freudig bedankend
Doch morgen, morgen zu seinem Wiegenfeste
Läd't er uns alle ein, traktieret uns aufs beste!
Wir all sind seine Gäste!
Bei Gläserklang, bei Tanz und Gesang,
Da woll'n wir ermessen und nimmer vergessen,
Wie huldvoll gesinnt stets unser gnäd'ger Herr.

GRAF
Diese Holde dort zu sehen
Und zu sprechen sie allein,
Mich im Tanz mit ihr zu drehen,
Soll mir eine Wonne sein.
Eurer Wohlfahrt nur zu leben,
Ist mein Trachten, mein Bestreben,
Wird stets meine Sorge sein!

BARON
Ja, ich muss die Holde sehen
Und sie sprechen ganz allein;
Weiss nicht, wie mir ist geschehen,
Wunderbar nimmt sie mich ein.
Möglich, dass dies Mädchen eben
Krönet meiner Wünsche Streben
Und mir dann versüsst des herben Lebens Pein!

BARONIN
Diesen Herrn, ich muss gestehen,
Flösste schnell ich Neigung ein;
So bewundert mich zu sehen,
Darf mir schmeichelhaft nur sein.
Gar zu klar ist ihr Bestreben,
Ihre Liebe mir zu weihn!

GRETCHEN
Dürft' ich nur mit ihnen gehen,
Auch mich dem Vergnügen weihn,
Mich im Tanz mit ihnen drehen!
Leider wird es anders sein.
Während sie der Lust ergeben,
Soll ich still und einsam leben
Und darf mich nicht mit andern freun.

BACULUS
zu Gretchen
Gib nur acht, du wirst es sehen
Mit der List, so schlau und fein,
Wird es ganz vortrefflich gehen,
Und der Herr wird mir verzeihn.
Du wirst mir dein Händchen geben,
Uns winkt dann ein Götterleben,
Und bald ist versüsst uns die erlittne Pein!

LANDLEUTE UND JÄGER
Lasst uns froh das Fest begehen
Und uns ganz der Freude weihn;
Alle will er uns dort sehen,
Alle finden wir uns ein.
Lasst dann beim Saft der Reben
Hoch, ja hoch den Herren leben
Und uns seiner Gnade freun!

Baculus führt Gretchen, die sich sträubt, ins Haus

GRAF
zur Baronin
Du wirst, mein schönes Kind,
Doch auch beim Fest erscheinen?

BARONIN
Wenn es der Herr vergönnt -

GRAF
Ei ja, das will ich meinen.
Sich nach Gretchen umsehend.
Wo ist die andre Kleine,
Das hübsche Mädchen, sprecht?
Auch sie darf mir nicht fehlen.

BACULUS
für sich
Du kämst mir grade recht!

GRAF
dreht sich und sieht Baculus
Irr' ich mich nicht, so ist dies Gesicht
Des Schulmeisters, der auch Rehböcke schiesst.

BACULUS
Gnade, Herr Graf!

GRAF
Hinweg mit Ihm!

BACULUS
Es tut mir leid -

GRAF
Hinweg mit Ihm! Er kennt den Bescheid.

LANDLEUTE
Ei, warum zürnt der gnäd'ge Herr?

BARONIN
leise zu Baculus
Stell Er mich dem Grafen vor.

BACULUS
Er sieht doch wohl, dass es nicht geht,
Wenn meine Braut daneben steht.

GRAF
Ihr Freunde, denn auf Wiedersehen
Bei Tanz, Gesang und Spiel;
Der Morgen bringet Freud' und Lust,
Vom Morgen hoff' ich viel!

GRAF, BARON, BARONIN, BACULUS
mit Bezug
Vom Morgen hoff' ich viel!

GRAF
Diese Holde dort zu sehen usw.

BARON
Ja, ich muss die Holde sehen usw.

BARONIN
Diesen Herrn, ich muss gestehen, usw.

GRETCHEN
am Fenster
Dürft ich nur mit ihnen gehen usw.

BACULUS
Gib nur acht, du wirst es sehen, usw.

LANDLEUTE UND JÄGER
Lasst uns froh das Fest begehen usw.


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© Maria Fujioka



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