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Vierte Szene

(Herodes, Herodias treten mit Gefolge ein)

<ヘロデ>
wo ist Salome?
Wo ist die Prinzessin?
Warum kam sie nicht wieder zum Bankett, wie ich ihr befohlen hatte?
Ah! Da ist sie!

<ヘロディアス>
Du sollst sie nicht ansehn.
Fortwährend siehst du sie an!

<ヘロデ>
Wie der Mond heute nacht aussieht!
Ist es nicht ein seltsames Bild?
Es sieht aus wie ein wahnwitziges Weib, das überall nach Buhlen sucht ..., wie ein betrunkenes Weib, das durch Wolken taumelt...

<ヘロディアス>
Nein, der Mond ist wie der Mond, das ist alles, wir wollen hineingehn.

<ヘロデ>
Ich will hier bleiben.
Manassah, leg Teppiche hierher!
Zündet Fackeln an!
Ich will noch Wein mit meinen Gästen trinken!
Ah! Ich bin ausgeglitten.
Ich bin in Blut getreten, das ist ein böses Zeichen.
Warum ist hier Blut?
Und dieser Tote?
Wer ist dieser Tote hier?
Wer ist dieser Tote?
Ich will ihn nicht sehn.

<兵士 一>
Es ist unser Hauptmann, Herr.

<ヘロデ>
Ich erließ keinen Befehl, daß er getötet werde.

<兵士 一>
Er hat sich selbst getötet, Herr.

<ヘロデ>
Das scheint mir seltsam.
Der junge Syrier, er war sehr schön.
Ich erinnere mich, ich sah seine schmachtenden Augen, wenn er Salome ansah.
– Fort mit ihm.
(sie tragen den Leichnam weg.)
Es ist kalt hier.
Es weht ein Wind. ...
Weht nicht ein Wind?

<ヘロディアス>
(trocken)
Nein, es weht kein Wind.

<ヘロデ>
Ich sage euch, es weht ein Wind.
– und in der Luft höre ich etwas wie das Rauschen von mächtigen Flügeln. ...
Hört ihr es nicht?

<ヘロディアス>
Ich höre nichts.

<ヘロデ>
Jetzt höre ich es nicht mehr.
Aber ich habe es gehört, es war das Wehn des Windes.
Es ist vorüber.
Horch!
Hört ihr es nicht?
Das Rauschen von mächt'gen Flügeln. ...

<ヘロディアス>
Du bist krank, wir wollen hineingehn.

<ヘロデ>
Ich bin nicht krank.
Aber deine Tochter ist krank zu Tode.
Niemals hab' ich sie so blaß gesehn.

<ヘロディアス>
Ich habe dir gesagt, du sollst sie nicht ansehn.

<ヘロデ>
Schenkt mir Wein ein.
(Es wird Wein gebracht.)
Salome, komm, trink Wein mit mir, einen köstlichen Wein.
Cäsar selbst hat ihn mir geschickt.
Tauche deine kleinen roten Lippen hinein, deine kleinen roten Lippen, dann will ich den Becher leeren.

<サロメ>
Ich bin nicht durstig, Tetrarch.

<ヘロデ>
Hörst du, wie sie mir antwortet, diese deine Tochter?

<ヘロディアス>
Sie hat recht.
Warum starrst du sie immer an?

<ヘロデ>
Bringt reife Früchte.
(Es werden Früchte gebracht.)
Salome, komm, iß mit mir von diesen Früchten.
Den Abdruck deiner kleinen, weißen Zähne in einer Frucht seh' ich so gern.
Beiß nur ein wenig ab, nur ein wenig von dieser Frucht, dann will ich essen, was übrig ist.

<サロメ>
Ich bin nicht hungrig, Tetrarch.

<ヘロデ>
(ヘロデアに向かって)
Du siehst, wie du diese deine Tochter erzogen hast!

<ヘロディアス>
Meine Tochter und ich stammen aus königlichem Blut.
Dein Vater war Kameltreiber, dein Vater war ein Dieb und ein Räuber obendrein.

<ヘロデ>
Salome, komm, setz dich zu mir.
Du sollst auf dem Thron deiner Mutter sitzen.

<サロメ>
Ich bin nicht müde, Tetrarch.

<ヘロディアス>
Du siehst, wie sie dich achtet.

<ヘロデ>
Bringt mir – was wünsche ich denn?
Ich habe es vergessen.
Ah! Ah! Ich erinnre mich –

<ヨカナアンの声>
Siehe, die Zeit ist gekommen, der Tag, von dem ich sprach, ist da.

<ヘロディアス>
Heiß' ihn schweigen!
Dieser Mensch beschimpft mich!

<ヘロデ>
Er hat nichts gegen dich gesagt.
Überdies ist er ein sehr großer Prophet.

<ヘロディアス>
Ich glaube nicht an Propheten.
Aber du, du hast Angst vor ihm!

<ヘロデ>
Ich habe vor niemandem Angst.

<ヘロディアス>
Ich sage dir, du hast Angst vor ihm.
Warum lieferst du ihn nicht den Juden aus, die seit Monaten nach ihm schreien?

<ユダヤ人 一>
Wahrhaftig, Herr, es wäre besser, ihn in unsre Hände zu geben!

<ヘロデ>
Genug davon!
Ich werde ihn nicht in eure Hände geben.
Er ist ein heil'ger Mann.
Er ist ein Mann, der Gott geschaut hat.

<ユダヤ人 一>
Das kann nicht sein.
Seit dem Propheten Elias hat niemand Gott gesehn.
Er war der letzte, der Gott von Angesicht geschaut.
In unsren Tagen zeigt sich Gott nicht.
Gott verbirgt sich.
Darum ist großes Übel über das Land gekommen, großes Übel.

<ユダヤ人 ニ>
In Wahrheit weiß niemand, ob Elias in der Tat Gott gesehen hat.
Möglicherweise war es nur der Schatten Gottes, was er sah.

<ユダヤ人 三>
Gott ist zu keiner Zeit verborgen.
Er zeigt sich zu allen Zeiten und an allen Orten.
Gott ist im schlimmen ebenso wie im guten.

<ユダヤ人 四>
Du solltest das nicht sagen, es ist eine sehr gefährliche Lehre aus Alexandria.
Und die Griechen sind Heiden.

<ユダヤ人 五>
Niemand kann sagen, wie Gott wirkt.
Seine Wege sind sehr dunkel.
Wir können nur unser Haupt unter seinen Willen beugen, denn Gott ist sehr stark.

<ユダヤ人 一>
Du sagst die Wahrheit.
Fürwahr, Gott ist furchtbar.
Aber was diesen Menschen angeht, der hat Gott nie gesehn.
Seit dem Propheten Elias hat niemand Gott gesehn.
Er war der letzte, der Gott von Angesicht zu Angesicht geschaut.
In unsren Tagen zeigt sich Gott nicht.
Gott verbirgt sich.
Darum ist großes Übel über das Land gekommen.
Er war der letzte usw.

<ユダヤ人 ニ>
In Wahrheit weiß niemand, ob Elias in der Tat Gott gesehen hat.
Möglicherweise war es nur der Schatten Gottes, was er sah.
In Wahrheit weiß niemand, ob Elias auch wirklich Gott gesehen hat.
Gott ist furchtbar, er bricht den Starken in Stücke, den Starken wie den Schwachen, denn jeder gilt ihm gleich.
Möglicherweise usw.

<ユダヤ人 三>
Gott ist zu keiner Zeit verborgen.
Er zeigt sich zu allen Zeiten.
Er zeigt sich an allen Orten.
Gott ist im schlimmen ebenso wie im guten.
Gott ist zu keiner Zeit verborgen.
Gott zeigt sich zu allen Zeiten und an allen Orten.
Gott ist im guten ebenso wie im bösen ...

<ユダヤ人 四>
(zum dritten)
Du solltest das nicht sagen, es ist eine sehr gefährliche Lehre aus Alexandria.
Und die Griechen sind Heiden.
Niemand kann sagen, wie Gott wirkt, denn Gott ist sehr stark.
Er bricht den starken wie den Schwachen in Stücke.
Gott ist stark.

<ユダヤ人 五>
Niemand kann sagen wie Gott wirkt, seine Wege sind sehr dunkel.
Es kann sein, daß die Dinge, die wir gut nennen, sehr schlimm sind, und die Dinge, die wir schlimm nennen, sehr gut sind, wir wissen von nichts etwas ...

<ヘロディアス>
(zu Herodes, heftig)
Heiß' sie schweigen, sie langweilen mich.

<ヘロデ>
Doch hab' ich davon sprechen hören, Jochanaan sei in Wahrheit euer Prophet Elias.

<ユダヤ人 一>
Das kann nicht sein.
Seit den Tagen des Propheten Elias sind mehr als dreihundert Jahre vergangen.

<ナザレア人 一>
Mir ist sicher, daß er der Prophet Elias ist.

<ユダヤ人 一>
Das kann nicht sein.
Seit den Tagen des Propheten Elias sind mehr als dreihundert Jahre vergangen ...

<ユダヤ人 ニ、三、四、五>
Keineswegs, er ist nicht der Prophet Elias.

<ヘロディアス>
Heiß' sie schweigen!

<ヨカナアンの声>
Siehe, der Tag ist nahe, der Tag des Herrn, und ich höre auf den Bergen die Schritte Dessen, der sein wird der Erlöser der Welt.

<ヘロデ>
Was soll das heißen, der Erlöser der Welt?

<ナザレア人 一>
(emphatisch)
Der Messias ist gekommen.

<ユダヤ人 一>
(叫びながら)
Der Messias ist nicht gekommen.

<ナザレア人 一>
Er ist gekommen, und allenthalben tut er Wunder.
Bei einer Hochzeit in Galiläa hat er Wasser in Wein verwandelt.
Er heilte zwei Aussätzige von Capernaum.

<ナザレア人 ニ>
Durch bloßes Berühren!

<ナザレア人 一>
Er hat auch Blinde geheilt.
Man hat ihn auf einem Berge im Gespräch mit Engeln gesehn!

<ヘロディアス>
Oho! Ich glaube nicht an Wunder, ich habe ihrer zu viele gesehn!

<ナザレア人 一>
Die Tochter des Jairus hat er von den Toten erweckt.

<ヘロデ>
(erscheckt)
Wie, er erweckt die Toten?

<ナザレア人一とニ>
Jawohl.
Er erweckt die Toten.

<ヘロデ>
Ich verbiete ihm, das zu tun.
Es wäre schrecklich, wenn die Toten wiederkämen!
Wo ist der Mann zurzeit?

<ナザレア人 一>
Herr, er ist überall, aber es ist schwer, ihn zu finden.

<ヘロデ>
Der Mann muß gefunden werden.

<ナザレア人 ニ>
Es heißt, in Samaria weile er jetzt.

<ナザレア人 一>
Vor ein paar Tagen verließ er Samaria, ich glaube, im Augenblick ist er in der Nähe von Jerusalem.

<ヘロデ>
So hört: Ich verbiete ihm, die Toten zu erwecken!
Es müßte schrecklich sein, wenn die Toten wiederkämen!

<ヨカナアンの声>
O über dieses geile Weib, die Tochter Babylons.
So spricht der Herr, unser Gott: Eine Menge Menschen wird sich gegen sie sammeln, und sie werden Steine nehmen und sie steinigen!

<ヘロディアス>
(wütend) Befiehl ihm, er soll schweigen!
Wahrhaftig, es ist schändlich!

<ヨカナアンの声>
Die Kriegshauptleute werden sie mit ihren Schwertern durchbohren, sie werden sie mit ihren Schilden zermalmen!

<ヘロディアス>
Er soll schweigen!

<ヨカナアンの声>
Es ist so, daß ich alle Verruchtheit austilgen werde, daß ich alle Weiber lehren werde, nicht auf den Wegen ihrer Greuel zu wandeln!

<ヘロディアス>
Du hörst, was er gegen mich sagt, du duldest es, daß er die schmähe, die dein Weib ist.

<ヘロデ>
Er hat deinen Namen nicht genannt.

<ヨカナアンの声>
(非常に厳かに)
Es kommt ein Tag, da wird die Sonne finster werden wie ein schwarzes Tuch.
Und der Mond wird werden wie Blut, und die Sterne des Himmels werden zur Erde fallen wie unreife Feigen vom Feigenbaum.
Es kommt ein Tag, wo die Kön'ge der Erde erzittern.

<ヘロディアス>
Ha ha! Dieser Prophet schwatzt wie ein Betrunkener...
Aber ich kann den Klang seiner Stimme nicht ertragen, ich hasse seine Stimme.
Befiehl ihm, er soll schweigen.

<ヘロデ>
Tanz für mich, Salome.

<ヘロディアス>
(激しく)
Ich will nicht haben, daß sie tanzt.

<サロメ>
(ruhig)
Ich habe keine Lust, zu tanzen, Tetrarch.

<ヘロデ>
Salome, Tochter der Herodias, tanz für mich!

<サロメ>
Ich will nicht tanzen, Tetrarch.

<ヘロディアス>
Du siehst, wie sie dir gehorcht.

<ヨカナアンの声>
Er wird auf seinem Throne sitzen, er wird gekleidet sein in Scharlach und Purpur.
Und der Engel des Herrn wird ihn darniederschlagen.
Er wird von den Würmern gefressen werden.

<ヘロデ>
Salome, Salome, tanz für mich, ich bitte dich.
Ich bin traurig heute nacht, drum tanz für mich.
Salome, tanz für mich!
Wenn du für mich tanzest, kannst du von mir begehren, was du willst.
Ich werde es dir geben.

<サロメ>
(起き上がりながら) Willst du mir wirklich alles geben, was ich von dir begehre, Tetrarch?

<ヘロディアス>
Tanze nicht, meine Tochter!

<ヘロデ>
Alles, was du von mir begehren wirst, und wär's die Hälfte meines Königreichs.

<サロメ>
Du schwörst es, Tetrarch?

<ヘロデ>
Ich schwör' es, Salome.

<サロメ>
Wobei willst du das beschwören, Tetrarch?

<ヘロデ>
Bei meinem Leben, bei meiner Krone, bei meinen Göttern.
O Salome, Salome, tanz für mich!

<ヘロディアス>
Tanze nicht, meine Tochter!

<サロメ>
Du hast einen Eid geschworen, Tetrarch.

<ヘロデ>
Ich habe einen Eid geschworen!

<ヘロディアス>
Meine Tochter, tanze nicht!

<ヘロデ>
Und wär's die Hälfte meines Königreichs.
Du wirst schön sein als Königin, unermeßlich schön.
(Erschauernd)
Ah! – es ist kalt hier.
Es weht ein eisger Wind und ich höre...
Warum höre ich in der Luft dieses Rauschen von Flügeln?
Ah! Es ist doch so, als ob ein ungeheurer, schwarzer Vogel über der Terrasse schwebte?
Warum kann ich ihn nicht sehn, diesen Vogel?
Dieses Rauschen ist schrecklich.
Es ist ein schneidender Wind.
Aber nein, er ist nicht kalt, er ist heiß.
Gießt mir Wasser über die Hände, gebt mir Schnee zu essen, macht mir den Mantel los.
Schnell, schnell, macht mir den Mantel los!
Doch nein!
Laßt ihn!
Dieser Kranz drückt mich.
Diese Rosen sind wie Feuer.
(Er reißt sich das Kranzgewinde ab und wirft es auf den Tisch.)
Ah! Jetzt kann ich atmen.
Jetzt bin ich glücklich.
(Matt)
willst du für mich tanzen, Salome?

<ヘロディアス>
Ich will nicht haben, daß sie tanze!

<サロメ>
Ich will für dich tanzen.
(Sklavinnen bringen Salben und die sieben Schleier und nehmen Salome die Sandalen ab)

<ヨカナアンの声>
Wer ist Der, der von Edom kommt, wer ist Der, der von Bosra kommt, dessen Kleid mit Purpur gefärbt ist, der in der Schönheit seiner Gewänder leuchtet, der mächtig in seiner Größe wandelt, warum ist dein Kleid mit Scharlach gefleckt?

<ヘロディアス>
Wir wollen hineingehn.
Die Stimme dieses Menschen macht mich wahnsinnig.
(Immer heftiger)
Ich will nicht haben, daß meine Tochter tanzt, während er immer dazwischenschreit.
Ich will nicht haben, daß sie tanzt, während du sie auf solche Art ansiehst.
Mit einem Wort: ich will nicht haben, daß sie tanzt.

<ヘロデ>
Steh nicht auf, mein Weib, meine Königin.
Es wird dir nichts helfen, ich gehe nicht hinein, bevor sie getanzt hat.
Tanze, Salome, tanz für mich!

<ヘロディアス>
Tanze nicht, meine Tochter!

<サロメ>
Ich bin bereit, Tetrarch.
Vierte Szene

(Herodes, Herodias treten mit Gefolge ein)

HERODES
wo ist Salome?
Wo ist die Prinzessin?
Warum kam sie nicht wieder zum Bankett, wie ich ihr befohlen hatte?
Ah! Da ist sie!

HERODIAS
Du sollst sie nicht ansehn.
Fortwährend siehst du sie an!

HERODES
Wie der Mond heute nacht aussieht!
Ist es nicht ein seltsames Bild?
Es sieht aus wie ein wahnwitziges Weib, das überall nach Buhlen sucht ..., wie ein betrunkenes Weib, das durch Wolken taumelt...

HERODIAS
Nein, der Mond ist wie der Mond, das ist alles, wir wollen hineingehn.

HERODES
Ich will hier bleiben.
Manassah, leg Teppiche hierher!
Zündet Fackeln an!
Ich will noch Wein mit meinen Gästen trinken!
Ah! Ich bin ausgeglitten.
Ich bin in Blut getreten, das ist ein böses Zeichen.
Warum ist hier Blut?
Und dieser Tote?
Wer ist dieser Tote hier?
Wer ist dieser Tote?
Ich will ihn nicht sehn.

ERSTER SOLDAT
Es ist unser Hauptmann, Herr.

HERODES
Ich erließ keinen Befehl, daß er getötet werde.

ERSTER SOLDAT
Er hat sich selbst getötet, Herr.

HERODES
Das scheint mir seltsam.
Der junge Syrier, er war sehr schön.
Ich erinnere mich, ich sah seine schmachtenden Augen, wenn er Salome ansah.
– Fort mit ihm.
(sie tragen den Leichnam weg.)
Es ist kalt hier.
Es weht ein Wind. ...
Weht nicht ein Wind?

HERODIAS
(trocken)
Nein, es weht kein Wind.

HERODES
Ich sage euch, es weht ein Wind.
– und in der Luft höre ich etwas wie das Rauschen von mächtigen Flügeln. ...
Hört ihr es nicht?

HERODIAS
Ich höre nichts.

HERODES
Jetzt höre ich es nicht mehr.
Aber ich habe es gehört, es war das Wehn des Windes.
Es ist vorüber.
Horch!
Hört ihr es nicht?
Das Rauschen von mächt'gen Flügeln. ...

HERODIAS
Du bist krank, wir wollen hineingehn.

HERODES
Ich bin nicht krank.
Aber deine Tochter ist krank zu Tode.
Niemals hab' ich sie so blaß gesehn.

HERODIAS
Ich habe dir gesagt, du sollst sie nicht ansehn.

HERODES
Schenkt mir Wein ein.
(Es wird Wein gebracht.)
Salome, komm, trink Wein mit mir, einen köstlichen Wein.
Cäsar selbst hat ihn mir geschickt.
Tauche deine kleinen roten Lippen hinein, deine kleinen roten Lippen, dann will ich den Becher leeren.

SALOME
Ich bin nicht durstig, Tetrarch.

HERODES
Hörst du, wie sie mir antwortet, diese deine Tochter?

HERODIAS
Sie hat recht.
Warum starrst du sie immer an?

HERODES
Bringt reife Früchte.
(Es werden Früchte gebracht.)
Salome, komm, iß mit mir von diesen Früchten.
Den Abdruck deiner kleinen, weißen Zähne in einer Frucht seh' ich so gern.
Beiß nur ein wenig ab, nur ein wenig von dieser Frucht, dann will ich essen, was übrig ist.

SALOME
Ich bin nicht hungrig, Tetrarch.

HERODES
(zu Herodias)
Du siehst, wie du diese deine Tochter erzogen hast!

HERODIAS
Meine Tochter und ich stammen aus königlichem Blut.
Dein Vater war Kameltreiber, dein Vater war ein Dieb und ein Räuber obendrein.

HERODES
Salome, komm, setz dich zu mir.
Du sollst auf dem Thron deiner Mutter sitzen.

SALOME
Ich bin nicht müde, Tetrarch.

HERODIAS
Du siehst, wie sie dich achtet.

HERODES
Bringt mir – was wünsche ich denn?
Ich habe es vergessen.
Ah! Ah! Ich erinnre mich –

DIE STIMME DES JOCHANAAN
Siehe, die Zeit ist gekommen, der Tag, von dem ich sprach, ist da.

HERODIAS
Heiß' ihn schweigen!
Dieser Mensch beschimpft mich!

HERODES
Er hat nichts gegen dich gesagt.
Überdies ist er ein sehr großer Prophet.

HERODIAS
Ich glaube nicht an Propheten.
Aber du, du hast Angst vor ihm!

HERODES
Ich habe vor niemandem Angst.

HERODIAS
Ich sage dir, du hast Angst vor ihm.
Warum lieferst du ihn nicht den Juden aus, die seit Monaten nach ihm schreien?

ERSTER JUDE
Wahrhaftig, Herr, es wäre besser, ihn in unsre Hände zu geben!

HERODES
Genug davon!
Ich werde ihn nicht in eure Hände geben.
Er ist ein heil'ger Mann.
Er ist ein Mann, der Gott geschaut hat.

ERSTER JUDE
Das kann nicht sein.
Seit dem Propheten Elias hat niemand Gott gesehn.
Er war der letzte, der Gott von Angesicht geschaut.
In unsren Tagen zeigt sich Gott nicht.
Gott verbirgt sich.
Darum ist großes Übel über das Land gekommen, großes Übel.

ZWEITER JUDE
In Wahrheit weiß niemand, ob Elias in der Tat Gott gesehen hat.
Möglicherweise war es nur der Schatten Gottes, was er sah.

DRITTER JUDE
Gott ist zu keiner Zeit verborgen.
Er zeigt sich zu allen Zeiten und an allen Orten.
Gott ist im schlimmen ebenso wie im guten.

VIERTER JUDE
Du solltest das nicht sagen, es ist eine sehr gefährliche Lehre aus Alexandria.
Und die Griechen sind Heiden.

Fünfter JUDE
Niemand kann sagen, wie Gott wirkt.
Seine Wege sind sehr dunkel.
Wir können nur unser Haupt unter seinen Willen beugen, denn Gott ist sehr stark.

ERSTER JUDE
Du sagst die Wahrheit.
Fürwahr, Gott ist furchtbar.
Aber was diesen Menschen angeht, der hat Gott nie gesehn.
Seit dem Propheten Elias hat niemand Gott gesehn.
Er war der letzte, der Gott von Angesicht zu Angesicht geschaut.
In unsren Tagen zeigt sich Gott nicht.
Gott verbirgt sich.
Darum ist großes Übel über das Land gekommen.
Er war der letzte usw.

ZWEITER JUDE
In Wahrheit weiß niemand, ob Elias in der Tat Gott gesehen hat.
Möglicherweise war es nur der Schatten Gottes, was er sah.
In Wahrheit weiß niemand, ob Elias auch wirklich Gott gesehen hat.
Gott ist furchtbar, er bricht den Starken in Stücke, den Starken wie den Schwachen, denn jeder gilt ihm gleich.
Möglicherweise usw.

DRITTER JUDE
Gott ist zu keiner Zeit verborgen.
Er zeigt sich zu allen Zeiten.
Er zeigt sich an allen Orten.
Gott ist im schlimmen ebenso wie im guten.
Gott ist zu keiner Zeit verborgen.
Gott zeigt sich zu allen Zeiten und an allen Orten.
Gott ist im guten ebenso wie im bösen ...

VIERTER JUDE
(zum dritten)
Du solltest das nicht sagen, es ist eine sehr gefährliche Lehre aus Alexandria.
Und die Griechen sind Heiden.
Niemand kann sagen, wie Gott wirkt, denn Gott ist sehr stark.
Er bricht den starken wie den Schwachen in Stücke.
Gott ist stark.

Fünfter JUDE
Niemand kann sagen wie Gott wirkt, seine Wege sind sehr dunkel.
Es kann sein, daß die Dinge, die wir gut nennen, sehr schlimm sind, und die Dinge, die wir schlimm nennen, sehr gut sind, wir wissen von nichts etwas ...

HERODIAS
(zu Herodes, heftig)
Heiß' sie schweigen, sie langweilen mich.

HERODES
Doch hab' ich davon sprechen hören, Jochanaan sei in Wahrheit euer Prophet Elias.

ERSTER JUDE
Das kann nicht sein.
Seit den Tagen des Propheten Elias sind mehr als dreihundert Jahre vergangen.

ERSTER NAZARENER
Mir ist sicher, daß er der Prophet Elias ist.

ERSTER JUDE
Das kann nicht sein.
Seit den Tagen des Propheten Elias sind mehr als dreihundert Jahre vergangen ...

ZWEITER, DRITTER, VIERTER UND fünfter JUDE
Keineswegs, er ist nicht der Prophet Elias.

HERODIAS
Heiß' sie schweigen!

STIMME DES JOCHANAAN
Siehe, der Tag ist nahe, der Tag des Herrn, und ich höre auf den Bergen die Schritte Dessen, der sein wird der Erlöser der Welt.

HERODES
Was soll das heißen, der Erlöser der Welt?

ERSTER NAZARENER
(emphatisch)
Der Messias ist gekommen.

ERSTER JUDE
(schreiend)
Der Messias ist nicht gekommen.

ERSTER NAZARENER
Er ist gekommen, und allenthalben tut er Wunder.
Bei einer Hochzeit in Galiläa hat er Wasser in Wein verwandelt.
Er heilte zwei Aussätzige von Capernaum.

ZWEITER NAZARENER
Durch bloßes Berühren!

ERSTER NAZARENER
Er hat auch Blinde geheilt.
Man hat ihn auf einem Berge im Gespräch mit Engeln gesehn!

HERODIAS
Oho! Ich glaube nicht an Wunder, ich habe ihrer zu viele gesehn!

ERSTER NAZARENER
Die Tochter des Jairus hat er von den Toten erweckt.

HERODES
(erscheckt)
Wie, er erweckt die Toten?

ERSTER UND ZWEITER NAZARENER
Jawohl.
Er erweckt die Toten.

HERODES
Ich verbiete ihm, das zu tun.
Es wäre schrecklich, wenn die Toten wiederkämen!
Wo ist der Mann zurzeit?

ERSTER NAZARENER
Herr, er ist überall, aber es ist schwer, ihn zu finden.

HERODES
Der Mann muß gefunden werden.

ZWEITER NAZARENER
Es heißt, in Samaria weile er jetzt.

ERSTER NAZARENER
Vor ein paar Tagen verließ er Samaria, ich glaube, im Augenblick ist er in der Nähe von Jerusalem.

HERODES
So hört: Ich verbiete ihm, die Toten zu erwecken!
Es müßte schrecklich sein, wenn die Toten wiederkämen!

DIE STIMME DES JOCHANAAN
O über dieses geile Weib, die Tochter Babylons.
So spricht der Herr, unser Gott: Eine Menge Menschen wird sich gegen sie sammeln, und sie werden Steine nehmen und sie steinigen!

HERODIAS
(wütend) Befiehl ihm, er soll schweigen!
Wahrhaftig, es ist schändlich!

DIE STIMME DES JOCHANAAN
Die Kriegshauptleute werden sie mit ihren Schwertern durchbohren, sie werden sie mit ihren Schilden zermalmen!

HERODIAS
Er soll schweigen!

DIE STIMME DES JOCHANAAN
Es ist so, daß ich alle Verruchtheit austilgen werde, daß ich alle Weiber lehren werde, nicht auf den Wegen ihrer Greuel zu wandeln!

HERODIAS
Du hörst, was er gegen mich sagt, du duldest es, daß er die schmähe, die dein Weib ist.

HERODES
Er hat deinen Namen nicht genannt.

DIE STIMME DES JOCHANAAN
(sehr feierlich)
Es kommt ein Tag, da wird die Sonne finster werden wie ein schwarzes Tuch.
Und der Mond wird werden wie Blut, und die Sterne des Himmels werden zur Erde fallen wie unreife Feigen vom Feigenbaum.
Es kommt ein Tag, wo die Kön'ge der Erde erzittern.

HERODIAS
Ha ha! Dieser Prophet schwatzt wie ein Betrunkener...
Aber ich kann den Klang seiner Stimme nicht ertragen, ich hasse seine Stimme.
Befiehl ihm, er soll schweigen.

HERODES
Tanz für mich, Salome.

HERODIAS
(heftig)
Ich will nicht haben, daß sie tanzt.

SALOME
(ruhig)
Ich habe keine Lust, zu tanzen, Tetrarch.

HERODES
Salome, Tochter der Herodias, tanz für mich!

SALOME
Ich will nicht tanzen, Tetrarch.

HERODIAS
Du siehst, wie sie dir gehorcht.

DIE STIMME DES JOCHANAAN
Er wird auf seinem Throne sitzen, er wird gekleidet sein in Scharlach und Purpur.
Und der Engel des Herrn wird ihn darniederschlagen.
Er wird von den Würmern gefressen werden.

HERODES
Salome, Salome, tanz für mich, ich bitte dich.
Ich bin traurig heute nacht, drum tanz für mich.
Salome, tanz für mich!
Wenn du für mich tanzest, kannst du von mir begehren, was du willst.
Ich werde es dir geben.

SALOME
(aufstehend) Willst du mir wirklich alles geben, was ich von dir begehre, Tetrarch?

HERODIAS
Tanze nicht, meine Tochter!

HERODES
Alles, was du von mir begehren wirst, und wär's die Hälfte meines Königreichs.

SALOME
Du schwörst es, Tetrarch?

HERODES
Ich schwör' es, Salome.

SALOME
Wobei willst du das beschwören, Tetrarch?

HERODES
Bei meinem Leben, bei meiner Krone, bei meinen Göttern.
O Salome, Salome, tanz für mich!

HERODIAS
Tanze nicht, meine Tochter!

SALOME
Du hast einen Eid geschworen, Tetrarch.

HERODES
Ich habe einen Eid geschworen!

HERODIAS
Meine Tochter, tanze nicht!

HERODES
Und wär's die Hälfte meines Königreichs.
Du wirst schön sein als Königin, unermeßlich schön.
(Erschauernd)
Ah! – es ist kalt hier.
Es weht ein eisger Wind und ich höre...
Warum höre ich in der Luft dieses Rauschen von Flügeln?
Ah! Es ist doch so, als ob ein ungeheurer, schwarzer Vogel über der Terrasse schwebte?
Warum kann ich ihn nicht sehn, diesen Vogel?
Dieses Rauschen ist schrecklich.
Es ist ein schneidender Wind.
Aber nein, er ist nicht kalt, er ist heiß.
Gießt mir Wasser über die Hände, gebt mir Schnee zu essen, macht mir den Mantel los.
Schnell, schnell, macht mir den Mantel los!
Doch nein!
Laßt ihn!
Dieser Kranz drückt mich.
Diese Rosen sind wie Feuer.
(Er reißt sich das Kranzgewinde ab und wirft es auf den Tisch.)
Ah! Jetzt kann ich atmen.
Jetzt bin ich glücklich.
(Matt)
willst du für mich tanzen, Salome?

HERODIAS
Ich will nicht haben, daß sie tanze!

SALOME
Ich will für dich tanzen.
(Sklavinnen bringen Salben und die sieben Schleier und nehmen Salome die Sandalen ab)

DIE STIMME DES JOCHANAAN
Wer ist Der, der von Edom kommt, wer ist Der, der von Bosra kommt, dessen Kleid mit Purpur gefärbt ist, der in der Schönheit seiner Gewänder leuchtet, der mächtig in seiner Größe wandelt, warum ist dein Kleid mit Scharlach gefleckt?

HERODIAS
Wir wollen hineingehn.
Die Stimme dieses Menschen macht mich wahnsinnig.
(Immer heftiger)
Ich will nicht haben, daß meine Tochter tanzt, während er immer dazwischenschreit.
Ich will nicht haben, daß sie tanzt, während du sie auf solche Art ansiehst.
Mit einem Wort: ich will nicht haben, daß sie tanzt.

HERODES
Steh nicht auf, mein Weib, meine Königin.
Es wird dir nichts helfen, ich gehe nicht hinein, bevor sie getanzt hat.
Tanze, Salome, tanz für mich!

HERODIAS
Tanze nicht, meine Tochter!

SALOME
Ich bin bereit, Tetrarch.


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