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Nr. 5 - Finale

KAGLER
Da ist sie ja!

MINISTER
Das ist sie? Ah!

JOSEF
Da is sie ja! O Kruzineser!

FRANZI
Man hat mir g'sagt, Besuch ist da!

MINISTER
Des Landes Reuss-Schleiz-Greiz Verweser,
Premierminister, Fürst von Ypsheim-Gindelbach!

KAGLER
Was? Reiz-Greiz-Schleiz?

JOSEF
Mir wird ganz schwach!

FRANZI
Oh, Durchlaucht!

MINISTER
Gnäd'ge, hocherfreut!

JOSEF
Jetzt fahr'n wir ab, 's is d'höchste Zeit!

KAGLER
Der Herr is' Durchlaucht? Da schau' her!
Oh, Euer Durchlaucht, hab' die Ehr'!

FRANZI
Vom Minister ist das wirklich schön,
Dass er Besuch mir macht,
Dass er solche Ehre mir erweist,
Nein, das hätt' ich nicht gedacht!
's hat der Graf ihm wohl von mir erzählt,
Das hat ihn int'ressiert,
Neugier ist es, die so sehr ihn quält,
Und ihn in die Villa führt!

KAGLER
Von der Durchlaucht is' das wirklich schön,
Dass er ein B'such ihr macht,
Doch dass er mir die Ehr' erweist,
Das hätt' ich nie gedacht!
Dass so eine Durchlaucht mit mir red't,
Das wär' mir nie passiert,
Das kommt halt einfach nur davon,
Weil d' Franzi Gräfin wird!

MINISTER
Wirklich, die Frau Gräfin ist sehr schön,
Hat Eindruck schon gemacht;
Ich kann den Grafen nicht versteh'n -
Die Frau strahlt ja in Pracht!
Dieser Graf ist blind, dass er sich noch
Für and're int'ressiert;
Ich öffne ihm die Augen doch,
Dass er schauen wird!

JOSEF
Na, die G'schicht wird schöner noch als schön,
Wird net ein End' bald g'macht,
Wird der Fürst dann später klarer seh'n -
Küss' die Hand, wünsch' gute Nacht!
Dem Herrn Grafen meld' ich auf der Stell'
Das, was da ist passiert,
Während mit der fesch'n Probiermamsell'
Mein Herr Graf charmuziert!
Geh'n wir! Sonst gibt's schöne Sachen!

KAGLER
's hat mich g'freut, d' Bekanntschaft z'mach'n!

MINISTER
Ganz meinerseits! Ganz meinerseits!

JOSEF
O du verflixtes Reuss-Schleiz-Greiz!
Fahr'n mir ab!

MINISTER
Auf Wiederseh'n!

KAGLER
B'hüt Ihnen Gott!

JOSEF
Werd'n S' endlich geh'n!

KAGLER
Wenn S' meine Rösser woll'n benütz'n,
Können S' gratis fahr'n und blitz'n!

JOSEF
O Kruzi, Kruzi!

FRANZI und MINISTER
Auf Wiederseh'n!

KAGLER
Hab' die Ehr'!

MINISTER
Ein sehr jovialer, alter Herr!
Was sprach er, bitte? Fahren? Blitzen? Wie?
Den Wiener Dialekt versteh' ich nie!

FRANZI
Na, mit der Zeit, da wird's schon geh'n!

MINISTER
Freu' mich unendlich, Sie zu seh'n!
Ich staune, dass vor aller Welt
Der Graf Sie so verborgen hält?!

FRANZI
Der Graf? Mein Gott, er ist ja gut,
Nur hat er halt ein leichtes Blut!

MINISTER
Das heisst? Ich bitte! sagen Sie
So haben Grund zu klagen Sie?

FRANZI
Ich kann mich nicht beklagen,
Er ist ein Kavalier,
Er gab, ich muss es sagen,
Davon Beweise mir!
Ich kann mich nicht beklagen,
Nur dass ihm dann und wann
Auch and're Frau'n gefallen
Wie jedem ander'n Mann!

MINISTER
Der Graf, so hört' ich sagen,
Ist Gatte nur nebenher,
Das ist wohl Grund zum Klagen
Ich hörte auch noch mehr!
Es treibt es dieser Böse
Wahrhaftig zu frivol
Mit einer Balletteuse,
Cagliari heisst sie wohl?

FRANZI
Mein Fürst, ich bin…

MINISTER
Sie sind beleidigt,
Kein Mensch den Grafen auch verteidigt!

FRANZI
Erlauben Sie. . .

MINISTER
Nur ruhig Blut!
Durch Eifersucht wird gar nichts gut!

FRANZI
Ja, aber
ich muss doch erklären

MINISTER
Ich will darüber gar nichts hören!
Ich weiss, was Sie erklären wollen
Und kann nur Beifall zollen,
Ich respektiere die Moral
In jedem Fall!
Es fallen da auf Ihren Gatten
Verzweifelt düst're Schatten ...
Wo bleibt da, frag' ich, die Moral?
's grenzt an Skandal!
Nein, nein, 's ist wirklich nicht zu sagen,
Er treibt's wahrhaftig gar zu weit ...

FRANZI
Jedoch

MINISTER
In einem off'nen Wagen
Sah ich ihn mit der
Dingsda heut'!

FRANZI
Sie sagen heut'?

MINISTER
So vor zwei Stunden!
Welch' Gefühl ich da empfunden,
Es grenzte schon an Unbehagen . . .
Bedenken Sie! Im off'nen Wagen
Mit dieser Dingsda…

FRANZI
Jetzt genug!

MINISTER
Nur ruhig! Wir strafen den Betrug!
Ich bitte deshalb, keine Trauer,
Die Liaisons sind nie von Dauer!
Bald hat ein End' die Perfidie!

FRANZI
Was sagen Sie?

MINISTER
Ich sag', Verhältnisse wie diese,
Die sind, nach Adam Riese,
Auf 1 - 2 - 3 vorbei und aus;
Er kehrt zurück
Zur Gattin wieder voller Reue,
Und hält dann mehr die Treue,
Und liebt sie mehr, es spriesst aufs neue
Sein Eheglück!

FRANZI
Ich kann nicht mehr …verzeihen Sie …
Mir wird. . . mir wird ... ich weiss nicht wie!
Denn noch kein Mensch hat das gewagt,
Und hat mir so etwas gesagt!
Ich kann mich nicht beklagen,
Das sagt' ich Ihnen schon!
Aus dem, was Sie da sagen,
Klang's fast heraus wie Hohn!

MINISTER
Ah, Pardon
Sie missverstehen ganz

FRANZI
Ich hab' ganz gut verstanden,
's war bitt're Ironie,
Wenn Sie das nicht empfanden,
Nun, dann bedaur' ich Sie!

MINISTER
O weh! O weh! Mir scheint, mir scheint,
Ich hab' nicht diplomatisch da gehandelt.
O weh! O weh! Die Gräfin weint -
Sie war ja jetzt ganz plötzlich wie verwandelt!
Die arme Frau, die arme Frau…
Ah, auf einmal geht mir auf ein Licht,
Sie ahnte nur, nichts wusste sie,
Ich geh' zu ihr, ich war ein…
Na ... ja!

GRÄFIN
tritt ein:
Es hat den Grafen nichts genützt,
Das Warnen und das Bitten,
Die Neugier ist in mir erwacht,
Ich bin hieher geritten!
's steckt was dahinter, das ist klar,
Den Grund muss ich erspäh'n!
Ich finde alles, wie es war,
So lieb, so traut, so schön!
Grüss dich Gott, du liebes Nesterl,
Wie du warst, find' ich dich noch,
So wie einst ich dich verlassen,
Als mich drückt' das Ehejoch!
Oft, ach, schmollt 'ich da im Erker,
Weil der Graf mich just gefreit!
Ach, wie oft an diesem Schreibtisch
Klagte ich Mama mein Leid!
Wie hab' auf dir ich musiziert,
Armes Spinett, dich malträtiert!
Die Bibliothek! Mancher Roman,
Den man wohl liest,
Doch nicht erleben kann!
Homer, Wieland, Klopstock, euch hielt ich mir
Als Aufputz hier!
Was seh' ich da?
Da schau', ei, ei,
Casanova? Das ist mir neu! -
Mein Schlafgemach, es scheint wohl verlassen,
Alles ist so, wie's war
Hier löst' ich zaghaft mein Myrthenkränzchen
Bebend aus dem Haar!
Hier nahm als Braut ich zitternd den Schleier
Zögernd vom Gesicht - - -
Und aus den Augen flossen die Tränen
Na, heute heult' ich nicht!
Grüss dich Gott, du liebes Nesterl,
Wie du warst, find' ich dich noch,
So wie einst ich dich verlassen,
Als mich drückt' das Ehejoch!
Doch, wer weiss, es kann gelingen,
Dass du meine Neugier stillst,
Und ich doch was Neues finde,
Das du mir verbergen willst!
ab.

MINISTER
tritt wieder ein:
Ich klopfte ganz vergebens,
Sie rief gar nicht herein!
O Herr du meines Lebens,
Wie konnt' so dumm ich sein!
Das war nicht politisch,
Auch nicht diplomatisch,
Das war so Duodez-,
Das war so klein-staatisch!
Das war mit einem Wort,
So drum herum…
Das war nicht diplomatisch
Sondern einfach dumm!
spricht
Ich gehe noch einmal zu ihr!

GRÄFIN
tritt wieder ein:
Ach, bis jetzt, du liebes Nesterl,
Fand ich nichts, was mich be…
Ein Herr?

MINISTER
Malheur!
Das ist die Dingsda,
Mit der er fuhr!

GRÄFIN
Warum fixiert der Herr mich nur?

MINISTER
Sie kommt hieher? Das ist zuviel!

GRÄFIN
Was soll denn dieses Augenspiel?

MINISTER
Was solch' ein Dämchen alles wagt!

GRÄFIN
Er macht mich ordentlich verzagt!

MINISTER
Nun soll sie sehen, was ich kann!

GRÄFIN
Mir scheint, der Herr spricht mich jetzt an!

MINISTER
Wissen Sie, was Takt ist?

GRÄFIN
Was?

MINISTER
Nein! Sie wissen's nicht!

GRÄFIN
Wie?

MINISTER
Dass dies abgeschmackt ist

GRÄFIN
Oh!

MINISTER
Sag' ich ins Gesicht!

GRÄFIN
Mein Herr!

MINISTER
Jawohl!

GRÄFIN
Was soll der Ton?

MINISTER
O Sie verdienen die Lektion!

GRAF
tritt ein
Du hier?

GRÄFIN
Ja, Graf!

MINISTER
Er ist ganz baff!

GRAF
Und Durchlaucht, Sie?

MINISTER
Ja, ich, Herr Graf!

GRÄFIN
Mein Herr, ich bitte um ein Wort!

MINISTER
Ein andermal!
So bringen Sie die Dame fort!
Ist das der Brauch, den Kavaliere übten?
Ersparen Sie doch Ihrer Frau
Hier die Begegnung mit der ... Geliebten!

GRAF
Sie haben Recht!

MINISTER
's wär' gegen alle Sitte!

GRÄFIN
Was flüstern die?

GRAF
Reich' deinen Arm, ich bitte!

GRÄFIN
Was ist gescheh'n?
Warum so jäh?

MINISTER
Wann sagt denn endlich die Adieu?

GRAF
Komm' doch, ich bitt' dich dringend, geh'!

GRÄFIN
Nicht eine Silbe ich versteh' . . .
Seh' wohl klar, 's ist etwas da gescheh'n,
Aber was? Kann's nicht versteh'n,
Und er will, ich soll fort,
Ich versteh' nicht ein Wort!

GRAF
Komm' fort!
Ich bitt' dich dringend, geh', o geh'!
Sie bemerkt, dass etwas da geschehen,
Höchste Zeit, d'rum fortzugehen,
Bitte, hör' auf mein Wort,
Bitte, komm' von hier fort!

MINISTER
Adieu! Adieu! Adieu! Adieu!
Wann sagt denn endlich die Adieu!
Wie eine Klette klebt sie da,
Frech sind die Dämchen leider ja!
Die bringt keiner mehr fort!
Es ist schad' um jed's Wort!

GRÄFIN
Nein, nein, daraus werd' ich nicht klug,
Noch kenn' ich mich nicht aus,
Doch krieg' ich's schon heraus!
Mein Männchen hat da intrigiert,
Na, wart', o mein Gemahl,
Dir geht's fatal!

GRAF
Ja, ja, Gefahr ist im Verzug,
Noch kennt sie sich nicht aus,
Doch kriegt sie's schon heraus!
Wüsst' ich, wie man es arrangiert,
Sonst geht's nur noch fatal,
Ja, sehr fatal!

MINISTER
Der Graf, der treibt es stark genug,
Lässt kommen sich, o Graus,
Maitressen in sein Haus
Ich bin darüber indigniert,
Das nennt sich ein Gemahl,
's ist ein Skandal!

FRANZI
tritt ein
Verzeih'n Sie mir!

GRAF
O weh! O weh!

MINISTER
Das haben Sie davon!

FRANZI
Wer ist die Dame?

GRÄFIN
Wer ist die Dame?

GRAF
Was tut man da?
O bitte, stellen Sie die Dame doch
Als Ihre Gemahlin vor!

MINISTER
Wie? Was?
Aha! Sehr gern!
Hier meine Gattin!

FRANZI
Verehrte Fürstin!

GRÄFIN
Was soll das heissen?

GRAF
Allmächt'ger Himmel!

MINISTER
Und nun adieu!
Der Wagen wartet schon beim Tor!

FRANZI
Sie geh'n!
Dahinter steckt wohl ein Betrug,
Doch kenn' ich nicht das Ziel,
Verstehe nicht das Spiel!
Soll die des Fürsten Fräu doch sein?
Ich sag' nein!
Die Durchlaucht ihr Gemahl?
Ihr Ideal?
Ich sag' nein, nein, nein, nein!
Und tausendmal nein!
Doch kenn' ich nicht das Ziel,
Verstehe nicht das Spiel.
Der Graf muss alles eingesteh'n,
Mach' ihm Skandal!

GRÄFIN
Ich geh'!
Ja, was bedeutet der Betrug,
Der Graf, ich weiss soviel,
Hat seine Hand im Spiel!
Jetzt geh' darauf ich scheinbar ein,
Lass es sein!
Doch freu' dich, mein Gemahl,
Dir geht's fatal!
Ja, was bedeutet der Betrug,
Der Graf, ich weiss soviel,
Hat sei...e Hand im Spiel!
Jetzt geh' darauf ich scheinbar ein,
Lass es sein.
Ja, ich gehe schon, ich geh', mein Herr Gemahl!

GRAF
Sie geh'n!
O Gott, jetzt merkt sie den Betrug,
Der Fürst verdarb das Spiel,
Das war ja nicht mein Ziel!
Was fiel ihm denn nur plötzlich ein,
Die Gräfin, sein Gemahl?
Das ist fatal!
O jetzt merkt sie den Betrug,
Der Fürst verdarb das Spiel,
Das war ja nicht mein Ziel!
Gott sei gelobt, sie geh'n, sie geh'n,
's war recht fatal!

MINISTER
So komm'!
Die Aermste merkt noch den Betrug,
Und ich die Hand im Spiel?
Das schiesst doch über's Ziel!
Doch tat ich's für die Frau allein,
Nur zum Schein!
Der saubere Gemahl,
's Ist ein Skandal!
Die Aermste merkt noch den Betrug,
Und ich die Hand im Spiel?
Das schiesst doch über's Ziel!
Doch tat ich's für die Frau allein,
Nur zum Schein!
Ich bitt' dich, komm' jetzt fort, mein teures Eh'gemahl,
Komm' jetzt nur fort, mein Eh'gemahl.

Der Vorhang fällt
Nr. 5 - Finale

KAGLER
Da ist sie ja!

MINISTER
Das ist sie? Ah!

JOSEF
Da is sie ja! O Kruzineser!

FRANZI
Man hat mir g'sagt, Besuch ist da!

MINISTER
Des Landes Reuss-Schleiz-Greiz Verweser,
Premierminister, Fürst von Ypsheim-Gindelbach!

KAGLER
Was? Reiz-Greiz-Schleiz?

JOSEF
Mir wird ganz schwach!

FRANZI
Oh, Durchlaucht!

MINISTER
Gnäd'ge, hocherfreut!

JOSEF
Jetzt fahr'n wir ab, 's is d'höchste Zeit!

KAGLER
Der Herr is' Durchlaucht? Da schau' her!
Oh, Euer Durchlaucht, hab' die Ehr'!

FRANZI
Vom Minister ist das wirklich schön,
Dass er Besuch mir macht,
Dass er solche Ehre mir erweist,
Nein, das hätt' ich nicht gedacht!
's hat der Graf ihm wohl von mir erzählt,
Das hat ihn int'ressiert,
Neugier ist es, die so sehr ihn quält,
Und ihn in die Villa führt!

KAGLER
Von der Durchlaucht is' das wirklich schön,
Dass er ein B'such ihr macht,
Doch dass er mir die Ehr' erweist,
Das hätt' ich nie gedacht!
Dass so eine Durchlaucht mit mir red't,
Das wär' mir nie passiert,
Das kommt halt einfach nur davon,
Weil d' Franzi Gräfin wird!

MINISTER
Wirklich, die Frau Gräfin ist sehr schön,
Hat Eindruck schon gemacht;
Ich kann den Grafen nicht versteh'n -
Die Frau strahlt ja in Pracht!
Dieser Graf ist blind, dass er sich noch
Für and're int'ressiert;
Ich öffne ihm die Augen doch,
Dass er schauen wird!

JOSEF
Na, die G'schicht wird schöner noch als schön,
Wird net ein End' bald g'macht,
Wird der Fürst dann später klarer seh'n -
Küss' die Hand, wünsch' gute Nacht!
Dem Herrn Grafen meld' ich auf der Stell'
Das, was da ist passiert,
Während mit der fesch'n Probiermamsell'
Mein Herr Graf charmuziert!
Geh'n wir! Sonst gibt's schöne Sachen!

KAGLER
's hat mich g'freut, d' Bekanntschaft z'mach'n!

MINISTER
Ganz meinerseits! Ganz meinerseits!

JOSEF
O du verflixtes Reuss-Schleiz-Greiz!
Fahr'n mir ab!

MINISTER
Auf Wiederseh'n!

KAGLER
B'hüt Ihnen Gott!

JOSEF
Werd'n S' endlich geh'n!

KAGLER
Wenn S' meine Rösser woll'n benütz'n,
Können S' gratis fahr'n und blitz'n!

JOSEF
O Kruzi, Kruzi!

FRANZI und MINISTER
Auf Wiederseh'n!

KAGLER
Hab' die Ehr'!

MINISTER
Ein sehr jovialer, alter Herr!
Was sprach er, bitte? Fahren? Blitzen? Wie?
Den Wiener Dialekt versteh' ich nie!

FRANZI
Na, mit der Zeit, da wird's schon geh'n!

MINISTER
Freu' mich unendlich, Sie zu seh'n!
Ich staune, dass vor aller Welt
Der Graf Sie so verborgen hält?!

FRANZI
Der Graf? Mein Gott, er ist ja gut,
Nur hat er halt ein leichtes Blut!

MINISTER
Das heisst? Ich bitte! sagen Sie
So haben Grund zu klagen Sie?

FRANZI
Ich kann mich nicht beklagen,
Er ist ein Kavalier,
Er gab, ich muss es sagen,
Davon Beweise mir!
Ich kann mich nicht beklagen,
Nur dass ihm dann und wann
Auch and're Frau'n gefallen
Wie jedem ander'n Mann!

MINISTER
Der Graf, so hört' ich sagen,
Ist Gatte nur nebenher,
Das ist wohl Grund zum Klagen
Ich hörte auch noch mehr!
Es treibt es dieser Böse
Wahrhaftig zu frivol
Mit einer Balletteuse,
Cagliari heisst sie wohl?

FRANZI
Mein Fürst, ich bin…

MINISTER
Sie sind beleidigt,
Kein Mensch den Grafen auch verteidigt!

FRANZI
Erlauben Sie. . .

MINISTER
Nur ruhig Blut!
Durch Eifersucht wird gar nichts gut!

FRANZI
Ja, aber
ich muss doch erklären

MINISTER
Ich will darüber gar nichts hören!
Ich weiss, was Sie erklären wollen
Und kann nur Beifall zollen,
Ich respektiere die Moral
In jedem Fall!
Es fallen da auf Ihren Gatten
Verzweifelt düst're Schatten ...
Wo bleibt da, frag' ich, die Moral?
's grenzt an Skandal!
Nein, nein, 's ist wirklich nicht zu sagen,
Er treibt's wahrhaftig gar zu weit ...

FRANZI
Jedoch

MINISTER
In einem off'nen Wagen
Sah ich ihn mit der
Dingsda heut'!

FRANZI
Sie sagen heut'?

MINISTER
So vor zwei Stunden!
Welch' Gefühl ich da empfunden,
Es grenzte schon an Unbehagen . . .
Bedenken Sie! Im off'nen Wagen
Mit dieser Dingsda…

FRANZI
Jetzt genug!

MINISTER
Nur ruhig! Wir strafen den Betrug!
Ich bitte deshalb, keine Trauer,
Die Liaisons sind nie von Dauer!
Bald hat ein End' die Perfidie!

FRANZI
Was sagen Sie?

MINISTER
Ich sag', Verhältnisse wie diese,
Die sind, nach Adam Riese,
Auf 1 - 2 - 3 vorbei und aus;
Er kehrt zurück
Zur Gattin wieder voller Reue,
Und hält dann mehr die Treue,
Und liebt sie mehr, es spriesst aufs neue
Sein Eheglück!

FRANZI
Ich kann nicht mehr …verzeihen Sie …
Mir wird. . . mir wird ... ich weiss nicht wie!
Denn noch kein Mensch hat das gewagt,
Und hat mir so etwas gesagt!
Ich kann mich nicht beklagen,
Das sagt' ich Ihnen schon!
Aus dem, was Sie da sagen,
Klang's fast heraus wie Hohn!

MINISTER
Ah, Pardon
Sie missverstehen ganz

FRANZI
Ich hab' ganz gut verstanden,
's war bitt're Ironie,
Wenn Sie das nicht empfanden,
Nun, dann bedaur' ich Sie!

MINISTER
O weh! O weh! Mir scheint, mir scheint,
Ich hab' nicht diplomatisch da gehandelt.
O weh! O weh! Die Gräfin weint -
Sie war ja jetzt ganz plötzlich wie verwandelt!
Die arme Frau, die arme Frau…
Ah, auf einmal geht mir auf ein Licht,
Sie ahnte nur, nichts wusste sie,
Ich geh' zu ihr, ich war ein…
Na ... ja!

GRÄFIN
tritt ein:
Es hat den Grafen nichts genützt,
Das Warnen und das Bitten,
Die Neugier ist in mir erwacht,
Ich bin hieher geritten!
's steckt was dahinter, das ist klar,
Den Grund muss ich erspäh'n!
Ich finde alles, wie es war,
So lieb, so traut, so schön!
Grüss dich Gott, du liebes Nesterl,
Wie du warst, find' ich dich noch,
So wie einst ich dich verlassen,
Als mich drückt' das Ehejoch!
Oft, ach, schmollt 'ich da im Erker,
Weil der Graf mich just gefreit!
Ach, wie oft an diesem Schreibtisch
Klagte ich Mama mein Leid!
Wie hab' auf dir ich musiziert,
Armes Spinett, dich malträtiert!
Die Bibliothek! Mancher Roman,
Den man wohl liest,
Doch nicht erleben kann!
Homer, Wieland, Klopstock, euch hielt ich mir
Als Aufputz hier!
Was seh' ich da?
Da schau', ei, ei,
Casanova? Das ist mir neu! -
Mein Schlafgemach, es scheint wohl verlassen,
Alles ist so, wie's war
Hier löst' ich zaghaft mein Myrthenkränzchen
Bebend aus dem Haar!
Hier nahm als Braut ich zitternd den Schleier
Zögernd vom Gesicht - - -
Und aus den Augen flossen die Tränen
Na, heute heult' ich nicht!
Grüss dich Gott, du liebes Nesterl,
Wie du warst, find' ich dich noch,
So wie einst ich dich verlassen,
Als mich drückt' das Ehejoch!
Doch, wer weiss, es kann gelingen,
Dass du meine Neugier stillst,
Und ich doch was Neues finde,
Das du mir verbergen willst!
ab.

MINISTER
tritt wieder ein:
Ich klopfte ganz vergebens,
Sie rief gar nicht herein!
O Herr du meines Lebens,
Wie konnt' so dumm ich sein!
Das war nicht politisch,
Auch nicht diplomatisch,
Das war so Duodez-,
Das war so klein-staatisch!
Das war mit einem Wort,
So drum herum…
Das war nicht diplomatisch
Sondern einfach dumm!
spricht
Ich gehe noch einmal zu ihr!

GRÄFIN
tritt wieder ein:
Ach, bis jetzt, du liebes Nesterl,
Fand ich nichts, was mich be…
Ein Herr?

MINISTER
Malheur!
Das ist die Dingsda,
Mit der er fuhr!

GRÄFIN
Warum fixiert der Herr mich nur?

MINISTER
Sie kommt hieher? Das ist zuviel!

GRÄFIN
Was soll denn dieses Augenspiel?

MINISTER
Was solch' ein Dämchen alles wagt!

GRÄFIN
Er macht mich ordentlich verzagt!

MINISTER
Nun soll sie sehen, was ich kann!

GRÄFIN
Mir scheint, der Herr spricht mich jetzt an!

MINISTER
Wissen Sie, was Takt ist?

GRÄFIN
Was?

MINISTER
Nein! Sie wissen's nicht!

GRÄFIN
Wie?

MINISTER
Dass dies abgeschmackt ist

GRÄFIN
Oh!

MINISTER
Sag' ich ins Gesicht!

GRÄFIN
Mein Herr!

MINISTER
Jawohl!

GRÄFIN
Was soll der Ton?

MINISTER
O Sie verdienen die Lektion!

GRAF
tritt ein
Du hier?

GRÄFIN
Ja, Graf!

MINISTER
Er ist ganz baff!

GRAF
Und Durchlaucht, Sie?

MINISTER
Ja, ich, Herr Graf!

GRÄFIN
Mein Herr, ich bitte um ein Wort!

MINISTER
Ein andermal!
So bringen Sie die Dame fort!
Ist das der Brauch, den Kavaliere übten?
Ersparen Sie doch Ihrer Frau
Hier die Begegnung mit der ... Geliebten!

GRAF
Sie haben Recht!

MINISTER
's wär' gegen alle Sitte!

GRÄFIN
Was flüstern die?

GRAF
Reich' deinen Arm, ich bitte!

GRÄFIN
Was ist gescheh'n?
Warum so jäh?

MINISTER
Wann sagt denn endlich die Adieu?

GRAF
Komm' doch, ich bitt' dich dringend, geh'!

GRÄFIN
Nicht eine Silbe ich versteh' . . .
Seh' wohl klar, 's ist etwas da gescheh'n,
Aber was? Kann's nicht versteh'n,
Und er will, ich soll fort,
Ich versteh' nicht ein Wort!

GRAF
Komm' fort!
Ich bitt' dich dringend, geh', o geh'!
Sie bemerkt, dass etwas da geschehen,
Höchste Zeit, d'rum fortzugehen,
Bitte, hör' auf mein Wort,
Bitte, komm' von hier fort!

MINISTER
Adieu! Adieu! Adieu! Adieu!
Wann sagt denn endlich die Adieu!
Wie eine Klette klebt sie da,
Frech sind die Dämchen leider ja!
Die bringt keiner mehr fort!
Es ist schad' um jed's Wort!

GRÄFIN
Nein, nein, daraus werd' ich nicht klug,
Noch kenn' ich mich nicht aus,
Doch krieg' ich's schon heraus!
Mein Männchen hat da intrigiert,
Na, wart', o mein Gemahl,
Dir geht's fatal!

GRAF
Ja, ja, Gefahr ist im Verzug,
Noch kennt sie sich nicht aus,
Doch kriegt sie's schon heraus!
Wüsst' ich, wie man es arrangiert,
Sonst geht's nur noch fatal,
Ja, sehr fatal!

MINISTER
Der Graf, der treibt es stark genug,
Lässt kommen sich, o Graus,
Maitressen in sein Haus
Ich bin darüber indigniert,
Das nennt sich ein Gemahl,
's ist ein Skandal!

FRANZI
tritt ein
Verzeih'n Sie mir!

GRAF
O weh! O weh!

MINISTER
Das haben Sie davon!

FRANZI
Wer ist die Dame?

GRÄFIN
Wer ist die Dame?

GRAF
Was tut man da?
O bitte, stellen Sie die Dame doch
Als Ihre Gemahlin vor!

MINISTER
Wie? Was?
Aha! Sehr gern!
Hier meine Gattin!

FRANZI
Verehrte Fürstin!

GRÄFIN
Was soll das heissen?

GRAF
Allmächt'ger Himmel!

MINISTER
Und nun adieu!
Der Wagen wartet schon beim Tor!

FRANZI
Sie geh'n!
Dahinter steckt wohl ein Betrug,
Doch kenn' ich nicht das Ziel,
Verstehe nicht das Spiel!
Soll die des Fürsten Fräu doch sein?
Ich sag' nein!
Die Durchlaucht ihr Gemahl?
Ihr Ideal?
Ich sag' nein, nein, nein, nein!
Und tausendmal nein!
Doch kenn' ich nicht das Ziel,
Verstehe nicht das Spiel.
Der Graf muss alles eingesteh'n,
Mach' ihm Skandal!

GRÄFIN
Ich geh'!
Ja, was bedeutet der Betrug,
Der Graf, ich weiss soviel,
Hat seine Hand im Spiel!
Jetzt geh' darauf ich scheinbar ein,
Lass es sein!
Doch freu' dich, mein Gemahl,
Dir geht's fatal!
Ja, was bedeutet der Betrug,
Der Graf, ich weiss soviel,
Hat sei...e Hand im Spiel!
Jetzt geh' darauf ich scheinbar ein,
Lass es sein.
Ja, ich gehe schon, ich geh', mein Herr Gemahl!

GRAF
Sie geh'n!
O Gott, jetzt merkt sie den Betrug,
Der Fürst verdarb das Spiel,
Das war ja nicht mein Ziel!
Was fiel ihm denn nur plötzlich ein,
Die Gräfin, sein Gemahl?
Das ist fatal!
O jetzt merkt sie den Betrug,
Der Fürst verdarb das Spiel,
Das war ja nicht mein Ziel!
Gott sei gelobt, sie geh'n, sie geh'n,
's war recht fatal!

MINISTER
So komm'!
Die Aermste merkt noch den Betrug,
Und ich die Hand im Spiel?
Das schiesst doch über's Ziel!
Doch tat ich's für die Frau allein,
Nur zum Schein!
Der saubere Gemahl,
's Ist ein Skandal!
Die Aermste merkt noch den Betrug,
Und ich die Hand im Spiel?
Das schiesst doch über's Ziel!
Doch tat ich's für die Frau allein,
Nur zum Schein!
Ich bitt' dich, komm' jetzt fort, mein teures Eh'gemahl,
Komm' jetzt nur fort, mein Eh'gemahl.

Der Vorhang fällt



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