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ZEHNTER AUFTRITT
Annina. Caramello.

Caramello kommt von links, bemerkt Annina und pfeift.
Annina blickt sich um, wendet sich aber sofort entrüstet ab.

CARAMELLO
Annina!

ANNINA
kalt.
Mein Herr?

CARAMELLO
Ja, was ist denn das für ein Empfang?
Will zu ihr

ANNINA
Halt! Komm mir nicht in die Nähe!

CARAMELLO
Was soll denn das heissen?

ANNINA
Das soll heissen: Strafe muss sein! Damit ist alles gesagt!
Vor einem Jahr war ich dein Alles, dein Täubchen von
San Marco, dein Leckerbissen, dein Engel! Halunke! Und heuer?

CARAMELLO
Heuer kann ein Paar aus uns werden!

ANNINA
Das ist das sechste Heiratsversprechen, das du mir gibst...
Fünf hast du nicht gehalten.... windiger Geselle!

CARAMELLO
Stürmisch, stürmisch vielleicht aber nicht windig!
Diesmal ist's Ernst. Wenn es glückt, werde ich Verwalter der venezianischen Güter meines Herzogs!

ANNINA
spöttisch
Die armen Güter!

CARAMELLO
Die armen Güter?
Tritt ganz nahe zu ihr
Und wenn ich eine schöne Verwalterin zur Seite hätte
macht die Geste des Stehlens
die mir verwalten hilft?!

ANNINA
Meinst du mich?

CARAMELLO
Freilich! Seien wir doch wieder gut!

ANNINA
Nein!


Nr. 5 - Duett

CARAMELLO
Annina!

ANNINA
Caramello!

CARAMELLO
Du fliegst nicht in meinen Arm?

ANNINA
Ich fliegen? Nein, mein Lieber!

CARAMELLO
Einst liebtest du mich treu und warm!

ANNINA
Die Zeiten sind vorüber!

CARAMELLO
Und nicht ein Küsschen zum Empfang? Ist das die Liebe unermessen?

ANNINA
Du liessest Zeit dir gar zu lang,
Da hab ich auf die Lieb' vergessen!
Ach! Als meine Barke
Glitt übers Meer,
Da flogen zwei Schwalben
Hinter mir her
Und sangen leise
Mir meine Weise:
Pellegrina rondinella!

CARAMELLO
Hör mich, Annina!

ANNINA
Rondineila pellegrina!
Pellegrina rondinella!
Dein Lied von Lieb' und Treue
Hat einen falschen Ton,
Du hast es mir gesungen,
Doch als es kaum verklungen,
War's auch vergessen schon!
Pellegrina rondinella,
Rondinella pellegrina!
Lockrer Vogel Caramello,
Nimmer traut dir Annina!

BEIDE
Peliegrina rondinella,
Rondinella pellegrina!

CARAMELLO
Immer treu blieb ich Annina!

ANNINA
Nimmer trau ich dir!

CARAMELLO
Glaub, o glaub doch mir!
Lass frei mich dir's gestehen,
Dass ich fern von dir,
Wie das so oft pflegt zu gehen,
Manch schöne Frau gesehen,
Doch keine so wie dich!

ANNINA
Pellegrina rondinella,
Rondinella pellegrina!
Lockrer Vogel Caramello,
Nimmer traut dir Annina!

BEIDE
Pellegrina rondinella,
Roridinella pellegrina!

CARAMELLO
Immer treu blieb ich Annina!

ANNINA
Nimmer trau ich dir!

CARAMELLO
Glaub, o glaub doch mir!

Komischer Tanz. Er will sie küssen, sie reisst sich los,macht lachend eine lange Nase und eilt links ab.
Caramello folgt ihr komisch resigniert, die Hände in den Hosentaschen


ELFTER AUFTRITT
Annina. Ciboletta. Caramello. Pappacoda.

PAPPACODA
kommt mit Ciboletta von rechts
Nein, nein, nein, es geht absolut nicht! Unmöglich!
Mit zwei elenden Scudi in der Tasche kann ich kein Kostüm ausleihen!

CIBOLETTA
weinerlich
Aber ich bringe dir einen alten Anzug meines Herrn!

PAPPACODA
Wenn auch, es geht nicht! Hier Makkaroni kochen … am Markuspiatz tanzen - das geht nicht!

CIBOLETTA
weint komisch
Hihihihihi!

PAPPACODA
weint auch
Hahahahaha!

CARAMELLO
kommt mit Annina von links
Höre dir das Duett an!
zu Pappacoda
Was hat sie denn? Warum heult sie denn?

PAPPACODA
Sie will tanzen!

CARAMELLO
So lass sie tanzen!

PAPPACODA
Wir haben kein Geld!

CARAMELLO
Ich hab auch kein Geld und tanze doch!
In der Früh' mache ich's so ...
macht die Geste des Einseifens
....und abends mache ich's so ...
macht einige Tanzschritte
Ich habe eine prächtige Idee! Mein Herzog gibt heute ein Maskenfest

ANNINA
freudig
Und da gehen wir alle hin!
Stolziert wie im Ballsaal

CARAMELLO
spottet ihr nach
Und da gehen wir alle hin!" Habt ihr schon so etwas gesehen? So willst du zum Herzog gehen?
Zeigt auf ihr Netz
Du hast ja lauter Löcher!
Greift in die Tasche und zieht ein Paket Einladungskarten heraus
Also hört mich an! Ich soll diese Karten für die Fürstlichkeiten austragen,
Aber auf eine oder zwei kommt es nicht an! Da hast du eine und du und du ...
Verteilt die Karten
Überhaupt, was soll ich erst viel herumlaufen? Pappacoda, nimm die ganzen Karten und gib sie deinen
Freunden! Für Maskenanzüge werde ich sorgen!

CIBOLETTA
Dafür muss ich ihm einen Kuss geben!
Zu Pappacoda
Du erlaubst schon!
Küsst Caramello

PAPPACODA
Auch ich muss ihr einen Kuss geben.
zu Caramello
Du erlaubst schon!
Will zu Annina, Caramello stellt ihm das Bein vor

ANNINA
Halt, küsst nicht zu früh!
Ich bin leider verhindert! Ich muss noch heute nach Chioggia der Vater wartet!

CARAMELLO
"Der Vater wartet!" Lass ihn warten! Übrigens wenn sie nicht kann, werde ich mir halt eine andere Tänzerin suchen!

ANNINA
heftig
Was hast du gesagt?

CARAMELLO
Dass ich mir eine andere Tänzerin suchen werde!

ANNINA
So? Nun geh ich grade mit!
Für sich
Ich kann von Murano in einer Stunde zurück sein!

CARAMELLO
Ich hab's ja gewusst!

ANNINA
hebt ihren Rock und spreizt ein Bein vor
Unsereins hat doch auch Füsse!

PAPPACODA
Und was für Füsse!


Nr. 6 - Quartett

ALLE VIER
Alle maskiert, alle maskiert
Cospetto, wie amüsant das wird!
In der Menge
Buntem Gedränge
Sich verstecken
Und necken!
Hier entweichen,
Dort erreichen,
Bald sich finden,
Bald verschwinden!
Alle maskiert, alle maskiert,
Wo Spass und wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert alle maskiert
Cospetto, wie amüsant das wird!

ANNINA
Alles sehen ungesehen
Kann man dort bequem!

CIBOLETTA
Auch kann man im Tanz sich drehen
Und weiss nie mit wem!

CARAMELLO
Das Geplauder zu belauschen
Unbemerkt und stumm!

PAPPACODA
Schlechte Witze auszutauschen
Bald gescheit, bald dumm!

ALLE VIER
Alle maskiert, alle maskiert,
Wo Spass, wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert, alle maskiert
Cospetto, wie amüsant das wird!

ANNINA
Wenn ihr Männer intrigiert habt
Und euch schliesslich demaskiert habt,
Sehen wir armen Frauen klar,
Dass einer wie der andre war!

CARAMELLO
Und wir Männer, die den Frauen
Gingen gläubig auf den Leim,
Kommen endlich statt in Masken
Nur mit langen Nasen heim.

PAPPACODA
Dass du dieses nicht begriffen,
Zeigt der Ausdruck des Gesichts!

CIBOLETTA
Ich versteh nichts von den Kniffen,
Tanzen will ich, weiter nichts!

DIE ÜBRIGEN
Tanzen will sie, weiter nichts!

ALLE VIER
Alle maskiert, alle maskiert
Wo Spass, wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert, alle maskiert!
Cospetto, wie amüsant das wird!
dann tanzen alle vier nach rückwärts ab


ZWÖLFTER AUFTRITT
Herzog. Gefolge. Volk. Gondolieri.

CENTURIO
kommt gelaufen
Der Herzog! Der Herzog! Caramello, der Herzog!
Eilt in den Palast

Der Herzog fährt in einer Gondel an; zwei Kavaliere sind ihm beim Aussteigen behilflich und fahren dann in der Gondel weiter

DER HERZOG
blickt auf seinen Palast und dann auf die ganze Umgebung
Endlich sehe ich dich wieder! Du Stadt der Liebe! Du Stadt der Freude! Mein herrliches Venedig!


Nr. 6a - Auftrittslied des Herzogs

Sei mir gegrüsst, du holdes Venezia!
Ich stehe träumend da, dir so nah!
Zur Liebe dich Natur erkor,
In deinen Mauern wohnt das Glück!
Schon mancher hier sein Herz verlor,
Bekam dafür ein anderes zurück!
Wir fliegen dir zu, wie Falter zum Licht,
Zur Stadt, die uns allen Liebe verspricht!
Mein Herz ruft dir zu:
O Königin du,
Sei mir gegrüsst, du holdes Venezia!
Ich stehe träumend da, dir so nah!
Du holde Zauberin,
Spielst mit den Herzen,
So nimm sie hin!
Die Schmerzen
Sei'n dir verziehn!
Keiner kann dir entfliehn!
Die Menschen, sie flüstern dir zu,
Du holdes Venezia, du!
Du Wunder dort im Weltenraum,
Sei mir gegrüsst, sei mir gegrüsst!

Ab in den Palast


DREIZEHNTER AUFTRITT
Herzog. Caramello. Die drei Senatoren

CARAMELLO
kommt aufgeregt gelaufen
Der Herzog! Wo ist der Herzog?
Er erblickt den wieder auftretenden Herzog und macht tiefe Bücklinge

HERZOG
Nun, hast du Barbara gesprochen?

CARAMELLO
Nein, unmöglich der Mann ist zu Hause! Er geht ihr nicht von der Seite! Ein ekelhafter Kerl!
Delacqua, Barbaruccio und Festaccio sind aus dem Hause gekommen
Da kommt er ja!

DELACQUA
bemerkt den Herzog, für sich
Zum Teufel!
Eilt zur Tür seines Hauses und sperrt sie ab

CARAMELLO
leise zum Herzog
Er hat die Tür versperrt!

HERZOG
lachend
Ja, ich habe es gesehen!

DELACQUA
sich verbeugend
Hoheit!

BARBARUCCIO
ebenso
Hoheit!

TESTACCIO
ebenso
Hoheit!

HERZOG
Ich begrüsse Venedigs Senat in seinen würdigsten Vertretern! Heute abend beim Feste hoffe ich die Herren zu sehen!

DELACQUA, BARBARUCCIO, TESTACCIO
Gewiss, gewiss, gewiss!

HERZOG
betonend
Selbstverständlich erwarte ich Sie mit ihren Damen!

TESTACCIO
leise zu Barbaruccio
Und der Senatsbeschluss?

BARBARUCCIO
stotternd
Leider, Hoheit, ist meine Gattin verhindert

TESTACCIO
So wie die meine!

HERZOG
Und Signora Delacqua?

DELACQUA
stotternd
Auch meine Gattin kann nicht kommen. .. sie ist bei einer sterbenskranken Tante die einmal sterben wird ... in Treviso!

BARBARUCCIO
einfältig
Sagtet Ihr nicht, in Murano?

DELACQUA
tritt Barbaruccio wütend auf den Fuss
Nein! Nein! Treviso! Ihr habt schlecht gehört!

CARAMELLO
leise zum Herzog
Sie soll heute abend nach Murano in Sicherheit gebracht werden! Ich werde aber seinen Plan vereiteln!

HERZOG
Bravo! Bravo!
Zu Delacqua
Signora Delacqua ist also nicht in Venedig?

DELACQUA
stotternd
Nein.. . Sie ist nicht inwendig... in Venedig!

HERZOG
lachend
Also auf ein andermal, ihr Herren! Arrivederci!

CARAMELLO
den Herzog kopierend
Arrivederci!

BARBARUCCIO
Eine kleine Interpellation, Hoheit! Der Posten Eures Verwalters ist neu zu besetzen ich konkurriere darum...

TESTACCIO
Ich ebenfalls!

DELACQUA
Ich ebenfalls!

BARBARUCCIO
Also dieser Posten.

HERZOG
fällt ihm ins Wort.
Ist noch nicht besetzt und wird demjenigen zuerkannt, der sich meine Gunst zu erringen weiss! Addio, Signori!
Ab in den Palast

DELACQUA, BARBARUCCIO, TESTACCIO
Es lebe der Herzog!

CARAMELLO
gravitätisch, den Herzog parodierend
Der Posten ist noch nicht besetzt und wird demjenigen zuerkannt, der sich meine Gunst zu erringen weiss!

DELACQUA
Frecher Schlingel!

CARAMELLO
weitersprechend
… hat der Herzog gesagt! Meine Herren, dieser Posten ist noch frei!
Zeigt auf den Makkaroniofen, drückt Delacqua Makkaroni in die Hand und eilt dann in den Palast ab

DELACQUA
wirft ihm zornig die Makkaroni nach
Ich protestiere gegen eine solche Behandlung!

Barbaruccio und Testaccio gehen ab


VIERZEHNTER AUFTRITT
Barbara. Delacqua. Pappacoda

DELACQUA
zu Pappacoda, der rückwärts aufgetreten ist
Pappacoda, hast du gehört, was der Herzog gesagt hat?

PAPPACODA
während er die Makkaroni aufhebt und in den Ofen wirft, ohne Interesse
Jawohl, er hat ja laut genug gesprochen!

DELACQUA
Er hat gesagt: "Der Posten wird dem zuerkannt, der sich meine Gunst zu erwerben weiss!"

PAPPACODA
Ihre Gunst?

DELACQUA
Seine Gunst! Das bezieht sich auf den Herzog! Das ganze bezieht sich auf Barbara, meine Frau, bezieht sich auf das Fest! Verstehst du?

PAPPACODA
Nein, aber auf jeden Fall, es bezieht sich!

DELACQUA
Was mache ich denn nur?

PAPPACODA
Das weiss ich nicht - das geht mich auch nichts an!

DELACQUA
Der Herzog hat meine Frau nie gesehen ... Wie wäre es, wenn ich ihm eine falsche Barbara vorstellen würde?

PAPPACODA
Eine Gemeinheit!

DELACQUA
empört
Frecher Geselle, mach dass du weiterkommst!
Während Pappacoda seinen Makkaroniofen zusammenräumt und fortträgt
Ja, das ist eine famose Idee ... aber erst die richtige Barbara in Sicherheit gebracht!
Ruft zum Balkon
Barbara! Barbara! Weibchen!

Barbara erscheint auf dem Balkon

BARBARA
mit gespielter Zärtlichkeit
Ja, mein geliebtes Männchen?

DELACQUA
ebenso
Mein Schätzchen, nimm dein Reisetäschchen, dein Kapüzchen, nimm ein Lärvchen vor...

BARBARA
betreten
Schon jetzt? Es ist doch noch Zeit!

DELACQUA
Du fährst doch gern nach Murano zu Tantchen ins Klösterchen?

BARBARA
wie oben
Gewiss, gewiss!

DELACQUA
Recht so, mein Herzchen, beeile dich nur! Das Gondelchen wird gleich da sein! Leb wohl, mein Herzchen!
Eilt ab

BARBARA
blickt nervös suchend umher
Wo nur Annina bleibt?
Erblickt Annina hinter der Szene, ruft
Annina! Annina!


FÜNFZEHNTER AUFTRITT
Annina. Barbara.

ANNINA
kommt atemlos über die Brücke, trägt in einem Tuch einen Domino aus roter Seide
Ich komme ja schon! Ich lief bis zum Arsenal, wo Enrico eben seine Freunde zur Serenade für deinen verehrten Herrn Gemahl drillt! Einen Domino habe ich dir auch mitgebracht!
Zeigt den Domino
Rot die Farbe der Liebe! Ist die Luft rein?

BARBARA
Ja, komm rasch!

ANNINA
will in das Haus
Es ist ja zugesperrt!

BARBARA
Warte.. . da hast du das Schlüsselchen!
Wirft einen sehr grossen Schlüssel vom Balkon herab
Jetzt komm nur rasch!
Verschwindet

ANNINA
Ich komme schon!
Sperrt das Haustor auf und eilt ab


SECHZEHNTER AUFTRITT
Caramello. Herzog

HERZOG
hat einen grossen Mantel umgeworfen, kommt lachend mit Caramello
Deine Idee ist ausgezeichnet! Und bist du des Gondoliere sicher?

CARAMELLO
in einem gestreiften Mantel, mit einem grossen Schlapphut
Ich bestach ihn mit zehn Zechinen!

HERZOG
Zehn Zechinen? Ist das nicht zu wenig?

CARAMELLO
Ich habe ihm so nur acht gegeben! In der Gondel, welche Deiacqua mietet, in der die schöne
Barbara entführt werden soll, werde also ich den Gondoliere spielen.

HERZOG
Ausgezeichnet!

CARAMELLO
Natürlich werde ich Signora Barbara in den Kanälen nur etwas spazieren führen, um sie schliesslich von der Wasserseite aus in den Palast Eurer Hoheit zu bringen.

HERZOG
reibt sich vergnügt die Hände
Famos! Wenn sie so schön ist, wie sie im vergangenen Jahr geistreich war als Maske, so ist dein Glück gemacht! Nun ans Werk!
Caramello will ab
Halt! Wie wird Signora Barbara deine Gondel erkennen?

CARAMELLO
Das alte Lied
singend
"Komm in die Gondel, mein Liebchen! O steige nur ein" das ist das verabredete Zeichen!

HERZOG
Gut! Gut! Jetzt mach, dass du fortkommst!

Caramello geht ab


SIEBZEHNTER AUFTRITT

Nr. 7 - Finale

Der Herzog. Dann Barbara und Annina. Später Pappacoda und Ciboletta

HERZOG
allein
Hier ward es still
Benützen will Ich diesen Augenblick
Ich locke sie mit Melodie,
Vielleicht lacht mir das Glück!

Der Mond hat schwere Klag' erhoben
Und vor Gericht es kundgemacht:
Er will nicht länger stehn da droben
Du hast ihn um den Glanz gebracht!
Als er die Sterne jüngst gezählt,
Hat's an der vollen Zahl gefehlt!
Ja, zwei der schönsten nahmst du fort,
Es sind die beiden Augen dort!
Annina und Barbara erscheinen am Balkon; der Herzog versteckt sich. Herzog für sich
Dort regt sich's schon Auf dem Balkon!

BARBARA
leise zu Annina
Den Domino gib mir!

Annina gibt ihr den roten Domino

HERZOG
Bei meiner Treu, Das scheinen zwei!

ANNINA
leise
Nur schnell, bald ist er hier!

BARBARA
ebenso
Horch! Wer schleicht da herum?

HERZOG
zum Balkon
Pst! Pst! Pst! Pst!

ANNINA
leise
Einerlei, wir bleiben stumm,
Bis aus der Gondel das Lied erklingt!

HERZOG
Sie zaudert, doch List bald den Sieg erringt!
Sei mir willkommen Du holde Nacht!
Zum Herzenstehlen Wie gemacht!
Bin zwar kein Räuber, Bin kein Dieb,
Zum Herzenstehlen Treibt mich die Lieb'!

Pappacoda und Ciboletta kommen von rückwärts, tragen zwei Bündel

ANNINA, BARBARA
Schon rückt sie näher, Die holde Nacht!
Unser Beginnen Weckt nicht Verdacht!

ANNINA
Ich lass entführen mich, Ihr zulieb!
Ihrer indessen harrt schon ein Dieb!

BARBARA
Sie lässt entführen sich!
Mir zulieb harrt schon ein Dieb!

PAPPACODA
Schon rückt sie näher, Die holde Nacht,
Drum auf mein Zeichen Habe wohl acht!

CIBOLETTA
Komm, Pappacoda, Du Herzensdieb,
Ich spitz die Ohren, Dein Zeichen gib!

PAPPACODA
Hast du mir ein Kostüm gebracht?
Für unsre heutige Faschingsnacht?

CIBOLETTA
Von meinem Herren brachte ich
Dies alte Staatskleid mit für dich!

HERZOG
Mit Vorsicht jetzt hinausgeblickt,
Ob uns das Abenteuer glückt!

ANNINA, BARBARA, PAPPACODA, CIBOLETTA, HERZOG
Mit Vorsicht jetzt hinausgeblickt,
Ob uns das Abenteuer glückt!

Alle ziehen sich zurück. Delacqua eilt von links über die Szene zu seinem Hause, schliesst auf und verschwindet darin

CARAMELLO
hinter der Szene
Hoaho! Hoaho!

HERZOG
's ist Caramello Als Gondolier!
Ich hör sein Singen Schon in der Näh'!

Zieht sich wieder zurück


ACHTZEHNTER AUFTRITT
Caramello

CARAMELLO
fährt in einer Gondel ans Ufer, steigt aus und singt, dem Balkon zugewandt

Komm in die Gondel, mein Liebchen!
O steige nur ein,
Allzu lang schon fahr ich trauernd so ganz allein!
Hab ich an Bord dich, dann stosse ich freudig vom Land,
Führe eilig dich hinüber zum schönen Strand,
Der dort lockend winkt,
Fern im Mondlicht blinkt;
Wo uns deckt Dunkel der Nacht,
Wo kein Späherauge wacht!
Dort sollst du mir sagen
Ein süsses beglückendes Wort!
Sehnsüchtig Klagen
Findet Erhörung dort!
Hoaho! Hoaho!


NEUNZEHNTER AUFTRITT
Delacqua. Annina. Caramello. Herzog

Delacqua, mit einer grossen brennenden Laterne in der Hand, führt die sorgsam verhüllte Annina, die er für seine Frau hält, aus dem Haus

DELACQUA
Komm nur, liebes Kind!

ANNINA
Mir ist so bang!

Der Herzog tritt aus dem Dunkel und beobachtet genau den Vorgang; dann zieht er sich aufs neue zurück

DELACQUA
Nach Murano, liebes Kind,
Trägt die Gondel dich geschwind;
Steig nur ein, lebe wohl,
Bis von dort ich dich hol!

Er führt Annina zu dem an der Gondel harrenden Caramello. Im selben Augenblick stürzen Ciboletta und Pappacoda zu Delacqua,
packen ihn von beiden Seiten und drängen ihn tanzend nach vorne


ZWANZIGSTER AUFTRITT
Vorige. Pappacoda. Ciboletta

PAPPACODA
Messer Delacqua!

CIBOLETTA
Messer Delacqua!

PAPPACODA
Was soll das heissen?

CIBOLETTA
Jetzt Euch entfernen?

PAPPACODA
Seht sie dort kommen...

CIBOLETTA
Mit den Laternen

PAPPACODA
Die Serenade...

CIBOLETTA
Euch zu Ehren!

PAPPACODA
's wär' doch schade

CIBOLETTA
Sie nicht zu hören.

PAPPACODA, CIBOLETTA
drängen ihn zu seiner Tür
Hinein! Hinein!
Ihr könnt Euch freun!

DELACQUA
zu Annina
Leb wohl, es muss sein!
Annina winkt ihm stumm
Du sagst gar kein Wort?
Will zu ihr

PAPPACODA, CIBOLETTA
halten ihn fest.
Sie kommen schon dort!

DELACQUA
Wohlan denn, hinein!
Ab

PAPPACODA, CIBOLETTA
Hinein! Hinein!
Ihr könnt Euch freun!

HERZOG
Hinein! Hinein!
Du kannst dich freun!
Bald soll sie bei mir
In Sicherheit sein!
Verschwindet im Palast

CARAMELLO
fährt mit Annina fort.
Hoaho! Hoaho!


EINUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Vorige, ohne Caramello und Annina. Dann Enrico. Matrosen. Schiffsjungen. Volk. Zuletzt Barbara

Matrosen und Schiffsjungen, von Enrico geführt, kommen von rechts rückwärts in einem Zuge tanzend vor
Delacquas Haus und stellen sich dem Balkon gegenüber. Die Schiffsjungen haben bunte Laternen,
die Matrosen haben Mandolinen usw. Von allen Seiten drängt sich Volk hinzu.

VOLK
Schnell zur Serenade!

CHOR der MATROSEN und SCHIFFSJUNGEN
Du, den wir hochverehren,
Bist morgen sechzig Jahr'!
Du wurdest grau in Ehren
Du seltnes Exemplar!
Oft konnt'st du Ruhm dir holen,
Und hast es nicht getan;
Dass Herzen du gestohlen,
Man nicht behaupten kann!
Dies Lied sei dir empfohlen,
Hab die Gnad' und hör es an!

1.
Mit der Würde, die dir eigen,
Hüllst du weise dich in Schweigen;
Andre schwatzen, du bleibst stumm da,
O Delacqua qua qua qua qua!
Wenn die andern debattieren,
Opponieren, sich blamieren,
Sagst du gar nichts oder nickst:
"Ja!' O Delacqua qua qua qua qua!
Deine grössten Gedanken,
Du hältst sie in Schranken,
In sicherem Verschluss,
Du bist ein Pfiffikus!
Solche Perlen des Geistes
Sind kostbar, du weisst es,
Du trägst sie versteckt,
Wo sie kein Mensch entdeckt!
Vivat!

Delacqua am Balkon seines Hauses, verneigt sich, ringt nach Worten

2.
Güt'ger Himmel, sei uns gnädig,
In dem Rate von Venedig
Lass ihn sitzen noch recht lang da,
Den Delacqua qua qua qua qua!
Was die Rechte sich wohl dachte,
Was die Linke sich wohl dünke,
Selbst das Zentrum geht ihm nicht nah,
Dem Delacqua quaqua quaqua!
Wie im Rat du gesessen,
Kann niemand vergessen,
Der je dich dort sah,
Heil Delacqua qua qua!
Drum bald lauter, bald leiser
Ertönt's, bis wir heiser,
Bald fern und bald nah:
Heil Delacqua qua qua!
Vivat!

DELACQUA
gerührt
Signori, Ihre Huldigung ehrt mich wie schade, dass meine Frau nicht zu Hause ist! Tausend Dank!
Windet sein Taschentuch aus, wovon Pappacoda, der unter dem Balkon steht, ganz nass wird; dann ab ins Haus

Barbara, im roten Domino, ist inzwischen aus der Haustür getreten, wird von Enrico begrüsst und, von Laternenträgern gedeckt, durch den Schwibbogen fortgeführt.

CHOR
Herrlicher Spass!
Er ist ganz enchantiert!
Eilet, dass den Moment ihr nicht verliert
Schnell, macht euch fort, noch eh' er die Sache spürt!

CARAMELLO
hinter der Szene
Hoaho! Hoaho!

CHOR
Nur stille und lauschet! Die Gondel, sie rauschet, Es tönet der Gesang!

CARAMELLO
wie oben
Kaum dass mein Liebchen
Die schaukelnde Gondel entführt,
Hat auch bald sich's umfangen vom Schlaf gespürt!
Schwankende Wogen, sie lullen leise dich ein
Und mein Lied klingt dir süss in den Traum hinein!
Hoaho! Hoaho!

CHOR
hat sich zum Ufer gewendet
Aus den Gondeln holde Sänge,
Von Balkonen Liebeslieder!
Herzbestrickend hallt es wider,
Übet Zaubermacht!
Kosen und Lauschen
Bei flüsterndem Rauschen In Mondstrahles Pracht
Das ist Venedigs Nacht!

Bei den letzten Takten hat sich der Chor ganz leise zurückgezogen. Die Bühne bleibt einen Augenblick leer. Das Licht des eben aufgegangenen Monds beleuchtet die Szene. Caramello fährt, mit der schlafenden Annina in der Gondel, vorbei und sieht sich lachend nach dem Hause Delacquas um.

Der Vorhang fällt langsam
ZEHNTER AUFTRITT
Annina. Caramello.

Caramello kommt von links, bemerkt Annina und pfeift.
Annina blickt sich um, wendet sich aber sofort entrüstet ab.

CARAMELLO
Annina!

ANNINA
kalt.
Mein Herr?

CARAMELLO
Ja, was ist denn das für ein Empfang?
Will zu ihr

ANNINA
Halt! Komm mir nicht in die Nähe!

CARAMELLO
Was soll denn das heissen?

ANNINA
Das soll heissen: Strafe muss sein! Damit ist alles gesagt!
Vor einem Jahr war ich dein Alles, dein Täubchen von
San Marco, dein Leckerbissen, dein Engel! Halunke! Und heuer?

CARAMELLO
Heuer kann ein Paar aus uns werden!

ANNINA
Das ist das sechste Heiratsversprechen, das du mir gibst...
Fünf hast du nicht gehalten.... windiger Geselle!

CARAMELLO
Stürmisch, stürmisch vielleicht aber nicht windig!
Diesmal ist's Ernst. Wenn es glückt, werde ich Verwalter der venezianischen Güter meines Herzogs!

ANNINA
spöttisch
Die armen Güter!

CARAMELLO
Die armen Güter?
Tritt ganz nahe zu ihr
Und wenn ich eine schöne Verwalterin zur Seite hätte
macht die Geste des Stehlens
die mir verwalten hilft?!

ANNINA
Meinst du mich?

CARAMELLO
Freilich! Seien wir doch wieder gut!

ANNINA
Nein!


Nr. 5 - Duett

CARAMELLO
Annina!

ANNINA
Caramello!

CARAMELLO
Du fliegst nicht in meinen Arm?

ANNINA
Ich fliegen? Nein, mein Lieber!

CARAMELLO
Einst liebtest du mich treu und warm!

ANNINA
Die Zeiten sind vorüber!

CARAMELLO
Und nicht ein Küsschen zum Empfang? Ist das die Liebe unermessen?

ANNINA
Du liessest Zeit dir gar zu lang,
Da hab ich auf die Lieb' vergessen!
Ach! Als meine Barke
Glitt übers Meer,
Da flogen zwei Schwalben
Hinter mir her
Und sangen leise
Mir meine Weise:
Pellegrina rondinella!

CARAMELLO
Hör mich, Annina!

ANNINA
Rondineila pellegrina!
Pellegrina rondinella!
Dein Lied von Lieb' und Treue
Hat einen falschen Ton,
Du hast es mir gesungen,
Doch als es kaum verklungen,
War's auch vergessen schon!
Pellegrina rondinella,
Rondinella pellegrina!
Lockrer Vogel Caramello,
Nimmer traut dir Annina!

BEIDE
Peliegrina rondinella,
Rondinella pellegrina!

CARAMELLO
Immer treu blieb ich Annina!

ANNINA
Nimmer trau ich dir!

CARAMELLO
Glaub, o glaub doch mir!
Lass frei mich dir's gestehen,
Dass ich fern von dir,
Wie das so oft pflegt zu gehen,
Manch schöne Frau gesehen,
Doch keine so wie dich!

ANNINA
Pellegrina rondinella,
Rondinella pellegrina!
Lockrer Vogel Caramello,
Nimmer traut dir Annina!

BEIDE
Pellegrina rondinella,
Roridinella pellegrina!

CARAMELLO
Immer treu blieb ich Annina!

ANNINA
Nimmer trau ich dir!

CARAMELLO
Glaub, o glaub doch mir!

Komischer Tanz. Er will sie küssen, sie reisst sich los,macht lachend eine lange Nase und eilt links ab.
Caramello folgt ihr komisch resigniert, die Hände in den Hosentaschen


ELFTER AUFTRITT
Annina. Ciboletta. Caramello. Pappacoda.

PAPPACODA
kommt mit Ciboletta von rechts
Nein, nein, nein, es geht absolut nicht! Unmöglich!
Mit zwei elenden Scudi in der Tasche kann ich kein Kostüm ausleihen!

CIBOLETTA
weinerlich
Aber ich bringe dir einen alten Anzug meines Herrn!

PAPPACODA
Wenn auch, es geht nicht! Hier Makkaroni kochen … am Markuspiatz tanzen - das geht nicht!

CIBOLETTA
weint komisch
Hihihihihi!

PAPPACODA
weint auch
Hahahahaha!

CARAMELLO
kommt mit Annina von links
Höre dir das Duett an!
zu Pappacoda
Was hat sie denn? Warum heult sie denn?

PAPPACODA
Sie will tanzen!

CARAMELLO
So lass sie tanzen!

PAPPACODA
Wir haben kein Geld!

CARAMELLO
Ich hab auch kein Geld und tanze doch!
In der Früh' mache ich's so ...
macht die Geste des Einseifens
....und abends mache ich's so ...
macht einige Tanzschritte
Ich habe eine prächtige Idee! Mein Herzog gibt heute ein Maskenfest

ANNINA
freudig
Und da gehen wir alle hin!
Stolziert wie im Ballsaal

CARAMELLO
spottet ihr nach
Und da gehen wir alle hin!" Habt ihr schon so etwas gesehen? So willst du zum Herzog gehen?
Zeigt auf ihr Netz
Du hast ja lauter Löcher!
Greift in die Tasche und zieht ein Paket Einladungskarten heraus
Also hört mich an! Ich soll diese Karten für die Fürstlichkeiten austragen,
Aber auf eine oder zwei kommt es nicht an! Da hast du eine und du und du ...
Verteilt die Karten
Überhaupt, was soll ich erst viel herumlaufen? Pappacoda, nimm die ganzen Karten und gib sie deinen
Freunden! Für Maskenanzüge werde ich sorgen!

CIBOLETTA
Dafür muss ich ihm einen Kuss geben!
Zu Pappacoda
Du erlaubst schon!
Küsst Caramello

PAPPACODA
Auch ich muss ihr einen Kuss geben.
zu Caramello
Du erlaubst schon!
Will zu Annina, Caramello stellt ihm das Bein vor

ANNINA
Halt, küsst nicht zu früh!
Ich bin leider verhindert! Ich muss noch heute nach Chioggia der Vater wartet!

CARAMELLO
"Der Vater wartet!" Lass ihn warten! Übrigens wenn sie nicht kann, werde ich mir halt eine andere Tänzerin suchen!

ANNINA
heftig
Was hast du gesagt?

CARAMELLO
Dass ich mir eine andere Tänzerin suchen werde!

ANNINA
So? Nun geh ich grade mit!
Für sich
Ich kann von Murano in einer Stunde zurück sein!

CARAMELLO
Ich hab's ja gewusst!

ANNINA
hebt ihren Rock und spreizt ein Bein vor
Unsereins hat doch auch Füsse!

PAPPACODA
Und was für Füsse!


Nr. 6 - Quartett

ALLE VIER
Alle maskiert, alle maskiert
Cospetto, wie amüsant das wird!
In der Menge
Buntem Gedränge
Sich verstecken
Und necken!
Hier entweichen,
Dort erreichen,
Bald sich finden,
Bald verschwinden!
Alle maskiert, alle maskiert,
Wo Spass und wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert alle maskiert
Cospetto, wie amüsant das wird!

ANNINA
Alles sehen ungesehen
Kann man dort bequem!

CIBOLETTA
Auch kann man im Tanz sich drehen
Und weiss nie mit wem!

CARAMELLO
Das Geplauder zu belauschen
Unbemerkt und stumm!

PAPPACODA
Schlechte Witze auszutauschen
Bald gescheit, bald dumm!

ALLE VIER
Alle maskiert, alle maskiert,
Wo Spass, wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert, alle maskiert
Cospetto, wie amüsant das wird!

ANNINA
Wenn ihr Männer intrigiert habt
Und euch schliesslich demaskiert habt,
Sehen wir armen Frauen klar,
Dass einer wie der andre war!

CARAMELLO
Und wir Männer, die den Frauen
Gingen gläubig auf den Leim,
Kommen endlich statt in Masken
Nur mit langen Nasen heim.

PAPPACODA
Dass du dieses nicht begriffen,
Zeigt der Ausdruck des Gesichts!

CIBOLETTA
Ich versteh nichts von den Kniffen,
Tanzen will ich, weiter nichts!

DIE ÜBRIGEN
Tanzen will sie, weiter nichts!

ALLE VIER
Alle maskiert, alle maskiert
Wo Spass, wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert, alle maskiert!
Cospetto, wie amüsant das wird!
dann tanzen alle vier nach rückwärts ab


ZWÖLFTER AUFTRITT
Herzog. Gefolge. Volk. Gondolieri.

CENTURIO
kommt gelaufen
Der Herzog! Der Herzog! Caramello, der Herzog!
Eilt in den Palast

Der Herzog fährt in einer Gondel an; zwei Kavaliere sind ihm beim Aussteigen behilflich und fahren dann in der Gondel weiter

DER HERZOG
blickt auf seinen Palast und dann auf die ganze Umgebung
Endlich sehe ich dich wieder! Du Stadt der Liebe! Du Stadt der Freude! Mein herrliches Venedig!


Nr. 6a - Auftrittslied des Herzogs

Sei mir gegrüsst, du holdes Venezia!
Ich stehe träumend da, dir so nah!
Zur Liebe dich Natur erkor,
In deinen Mauern wohnt das Glück!
Schon mancher hier sein Herz verlor,
Bekam dafür ein anderes zurück!
Wir fliegen dir zu, wie Falter zum Licht,
Zur Stadt, die uns allen Liebe verspricht!
Mein Herz ruft dir zu:
O Königin du,
Sei mir gegrüsst, du holdes Venezia!
Ich stehe träumend da, dir so nah!
Du holde Zauberin,
Spielst mit den Herzen,
So nimm sie hin!
Die Schmerzen
Sei'n dir verziehn!
Keiner kann dir entfliehn!
Die Menschen, sie flüstern dir zu,
Du holdes Venezia, du!
Du Wunder dort im Weltenraum,
Sei mir gegrüsst, sei mir gegrüsst!

Ab in den Palast


DREIZEHNTER AUFTRITT
Herzog. Caramello. Die drei Senatoren

CARAMELLO
kommt aufgeregt gelaufen
Der Herzog! Wo ist der Herzog?
Er erblickt den wieder auftretenden Herzog und macht tiefe Bücklinge

HERZOG
Nun, hast du Barbara gesprochen?

CARAMELLO
Nein, unmöglich der Mann ist zu Hause! Er geht ihr nicht von der Seite! Ein ekelhafter Kerl!
Delacqua, Barbaruccio und Festaccio sind aus dem Hause gekommen
Da kommt er ja!

DELACQUA
bemerkt den Herzog, für sich
Zum Teufel!
Eilt zur Tür seines Hauses und sperrt sie ab

CARAMELLO
leise zum Herzog
Er hat die Tür versperrt!

HERZOG
lachend
Ja, ich habe es gesehen!

DELACQUA
sich verbeugend
Hoheit!

BARBARUCCIO
ebenso
Hoheit!

TESTACCIO
ebenso
Hoheit!

HERZOG
Ich begrüsse Venedigs Senat in seinen würdigsten Vertretern! Heute abend beim Feste hoffe ich die Herren zu sehen!

DELACQUA, BARBARUCCIO, TESTACCIO
Gewiss, gewiss, gewiss!

HERZOG
betonend
Selbstverständlich erwarte ich Sie mit ihren Damen!

TESTACCIO
leise zu Barbaruccio
Und der Senatsbeschluss?

BARBARUCCIO
stotternd
Leider, Hoheit, ist meine Gattin verhindert

TESTACCIO
So wie die meine!

HERZOG
Und Signora Delacqua?

DELACQUA
stotternd
Auch meine Gattin kann nicht kommen. .. sie ist bei einer sterbenskranken Tante die einmal sterben wird ... in Treviso!

BARBARUCCIO
einfältig
Sagtet Ihr nicht, in Murano?

DELACQUA
tritt Barbaruccio wütend auf den Fuss
Nein! Nein! Treviso! Ihr habt schlecht gehört!

CARAMELLO
leise zum Herzog
Sie soll heute abend nach Murano in Sicherheit gebracht werden! Ich werde aber seinen Plan vereiteln!

HERZOG
Bravo! Bravo!
Zu Delacqua
Signora Delacqua ist also nicht in Venedig?

DELACQUA
stotternd
Nein.. . Sie ist nicht inwendig... in Venedig!

HERZOG
lachend
Also auf ein andermal, ihr Herren! Arrivederci!

CARAMELLO
den Herzog kopierend
Arrivederci!

BARBARUCCIO
Eine kleine Interpellation, Hoheit! Der Posten Eures Verwalters ist neu zu besetzen ich konkurriere darum...

TESTACCIO
Ich ebenfalls!

DELACQUA
Ich ebenfalls!

BARBARUCCIO
Also dieser Posten.

HERZOG
fällt ihm ins Wort.
Ist noch nicht besetzt und wird demjenigen zuerkannt, der sich meine Gunst zu erringen weiss! Addio, Signori!
Ab in den Palast

DELACQUA, BARBARUCCIO, TESTACCIO
Es lebe der Herzog!

CARAMELLO
gravitätisch, den Herzog parodierend
Der Posten ist noch nicht besetzt und wird demjenigen zuerkannt, der sich meine Gunst zu erringen weiss!

DELACQUA
Frecher Schlingel!

CARAMELLO
weitersprechend
… hat der Herzog gesagt! Meine Herren, dieser Posten ist noch frei!
Zeigt auf den Makkaroniofen, drückt Delacqua Makkaroni in die Hand und eilt dann in den Palast ab

DELACQUA
wirft ihm zornig die Makkaroni nach
Ich protestiere gegen eine solche Behandlung!

Barbaruccio und Testaccio gehen ab


VIERZEHNTER AUFTRITT
Barbara. Delacqua. Pappacoda

DELACQUA
zu Pappacoda, der rückwärts aufgetreten ist
Pappacoda, hast du gehört, was der Herzog gesagt hat?

PAPPACODA
während er die Makkaroni aufhebt und in den Ofen wirft, ohne Interesse
Jawohl, er hat ja laut genug gesprochen!

DELACQUA
Er hat gesagt: "Der Posten wird dem zuerkannt, der sich meine Gunst zu erwerben weiss!"

PAPPACODA
Ihre Gunst?

DELACQUA
Seine Gunst! Das bezieht sich auf den Herzog! Das ganze bezieht sich auf Barbara, meine Frau, bezieht sich auf das Fest! Verstehst du?

PAPPACODA
Nein, aber auf jeden Fall, es bezieht sich!

DELACQUA
Was mache ich denn nur?

PAPPACODA
Das weiss ich nicht - das geht mich auch nichts an!

DELACQUA
Der Herzog hat meine Frau nie gesehen ... Wie wäre es, wenn ich ihm eine falsche Barbara vorstellen würde?

PAPPACODA
Eine Gemeinheit!

DELACQUA
empört
Frecher Geselle, mach dass du weiterkommst!
Während Pappacoda seinen Makkaroniofen zusammenräumt und fortträgt
Ja, das ist eine famose Idee ... aber erst die richtige Barbara in Sicherheit gebracht!
Ruft zum Balkon
Barbara! Barbara! Weibchen!

Barbara erscheint auf dem Balkon

BARBARA
mit gespielter Zärtlichkeit
Ja, mein geliebtes Männchen?

DELACQUA
ebenso
Mein Schätzchen, nimm dein Reisetäschchen, dein Kapüzchen, nimm ein Lärvchen vor...

BARBARA
betreten
Schon jetzt? Es ist doch noch Zeit!

DELACQUA
Du fährst doch gern nach Murano zu Tantchen ins Klösterchen?

BARBARA
wie oben
Gewiss, gewiss!

DELACQUA
Recht so, mein Herzchen, beeile dich nur! Das Gondelchen wird gleich da sein! Leb wohl, mein Herzchen!
Eilt ab

BARBARA
blickt nervös suchend umher
Wo nur Annina bleibt?
Erblickt Annina hinter der Szene, ruft
Annina! Annina!


FÜNFZEHNTER AUFTRITT
Annina. Barbara.

ANNINA
kommt atemlos über die Brücke, trägt in einem Tuch einen Domino aus roter Seide
Ich komme ja schon! Ich lief bis zum Arsenal, wo Enrico eben seine Freunde zur Serenade für deinen verehrten Herrn Gemahl drillt! Einen Domino habe ich dir auch mitgebracht!
Zeigt den Domino
Rot die Farbe der Liebe! Ist die Luft rein?

BARBARA
Ja, komm rasch!

ANNINA
will in das Haus
Es ist ja zugesperrt!

BARBARA
Warte.. . da hast du das Schlüsselchen!
Wirft einen sehr grossen Schlüssel vom Balkon herab
Jetzt komm nur rasch!
Verschwindet

ANNINA
Ich komme schon!
Sperrt das Haustor auf und eilt ab


SECHZEHNTER AUFTRITT
Caramello. Herzog

HERZOG
hat einen grossen Mantel umgeworfen, kommt lachend mit Caramello
Deine Idee ist ausgezeichnet! Und bist du des Gondoliere sicher?

CARAMELLO
in einem gestreiften Mantel, mit einem grossen Schlapphut
Ich bestach ihn mit zehn Zechinen!

HERZOG
Zehn Zechinen? Ist das nicht zu wenig?

CARAMELLO
Ich habe ihm so nur acht gegeben! In der Gondel, welche Deiacqua mietet, in der die schöne
Barbara entführt werden soll, werde also ich den Gondoliere spielen.

HERZOG
Ausgezeichnet!

CARAMELLO
Natürlich werde ich Signora Barbara in den Kanälen nur etwas spazieren führen, um sie schliesslich von der Wasserseite aus in den Palast Eurer Hoheit zu bringen.

HERZOG
reibt sich vergnügt die Hände
Famos! Wenn sie so schön ist, wie sie im vergangenen Jahr geistreich war als Maske, so ist dein Glück gemacht! Nun ans Werk!
Caramello will ab
Halt! Wie wird Signora Barbara deine Gondel erkennen?

CARAMELLO
Das alte Lied
singend
"Komm in die Gondel, mein Liebchen! O steige nur ein" das ist das verabredete Zeichen!

HERZOG
Gut! Gut! Jetzt mach, dass du fortkommst!

Caramello geht ab


SIEBZEHNTER AUFTRITT

Nr. 7 - Finale

Der Herzog. Dann Barbara und Annina. Später Pappacoda und Ciboletta

HERZOG
allein
Hier ward es still
Benützen will Ich diesen Augenblick
Ich locke sie mit Melodie,
Vielleicht lacht mir das Glück!

Der Mond hat schwere Klag' erhoben
Und vor Gericht es kundgemacht:
Er will nicht länger stehn da droben
Du hast ihn um den Glanz gebracht!
Als er die Sterne jüngst gezählt,
Hat's an der vollen Zahl gefehlt!
Ja, zwei der schönsten nahmst du fort,
Es sind die beiden Augen dort!
Annina und Barbara erscheinen am Balkon; der Herzog versteckt sich. Herzog für sich
Dort regt sich's schon Auf dem Balkon!

BARBARA
leise zu Annina
Den Domino gib mir!

Annina gibt ihr den roten Domino

HERZOG
Bei meiner Treu, Das scheinen zwei!

ANNINA
leise
Nur schnell, bald ist er hier!

BARBARA
ebenso
Horch! Wer schleicht da herum?

HERZOG
zum Balkon
Pst! Pst! Pst! Pst!

ANNINA
leise
Einerlei, wir bleiben stumm,
Bis aus der Gondel das Lied erklingt!

HERZOG
Sie zaudert, doch List bald den Sieg erringt!
Sei mir willkommen Du holde Nacht!
Zum Herzenstehlen Wie gemacht!
Bin zwar kein Räuber, Bin kein Dieb,
Zum Herzenstehlen Treibt mich die Lieb'!

Pappacoda und Ciboletta kommen von rückwärts, tragen zwei Bündel

ANNINA, BARBARA
Schon rückt sie näher, Die holde Nacht!
Unser Beginnen Weckt nicht Verdacht!

ANNINA
Ich lass entführen mich, Ihr zulieb!
Ihrer indessen harrt schon ein Dieb!

BARBARA
Sie lässt entführen sich!
Mir zulieb harrt schon ein Dieb!

PAPPACODA
Schon rückt sie näher, Die holde Nacht,
Drum auf mein Zeichen Habe wohl acht!

CIBOLETTA
Komm, Pappacoda, Du Herzensdieb,
Ich spitz die Ohren, Dein Zeichen gib!

PAPPACODA
Hast du mir ein Kostüm gebracht?
Für unsre heutige Faschingsnacht?

CIBOLETTA
Von meinem Herren brachte ich
Dies alte Staatskleid mit für dich!

HERZOG
Mit Vorsicht jetzt hinausgeblickt,
Ob uns das Abenteuer glückt!

ANNINA, BARBARA, PAPPACODA, CIBOLETTA, HERZOG
Mit Vorsicht jetzt hinausgeblickt,
Ob uns das Abenteuer glückt!

Alle ziehen sich zurück. Delacqua eilt von links über die Szene zu seinem Hause, schliesst auf und verschwindet darin

CARAMELLO
hinter der Szene
Hoaho! Hoaho!

HERZOG
's ist Caramello Als Gondolier!
Ich hör sein Singen Schon in der Näh'!

Zieht sich wieder zurück


ACHTZEHNTER AUFTRITT
Caramello

CARAMELLO
fährt in einer Gondel ans Ufer, steigt aus und singt, dem Balkon zugewandt

Komm in die Gondel, mein Liebchen!
O steige nur ein,
Allzu lang schon fahr ich trauernd so ganz allein!
Hab ich an Bord dich, dann stosse ich freudig vom Land,
Führe eilig dich hinüber zum schönen Strand,
Der dort lockend winkt,
Fern im Mondlicht blinkt;
Wo uns deckt Dunkel der Nacht,
Wo kein Späherauge wacht!
Dort sollst du mir sagen
Ein süsses beglückendes Wort!
Sehnsüchtig Klagen
Findet Erhörung dort!
Hoaho! Hoaho!


NEUNZEHNTER AUFTRITT
Delacqua. Annina. Caramello. Herzog

Delacqua, mit einer grossen brennenden Laterne in der Hand, führt die sorgsam verhüllte Annina, die er für seine Frau hält, aus dem Haus

DELACQUA
Komm nur, liebes Kind!

ANNINA
Mir ist so bang!

Der Herzog tritt aus dem Dunkel und beobachtet genau den Vorgang; dann zieht er sich aufs neue zurück

DELACQUA
Nach Murano, liebes Kind,
Trägt die Gondel dich geschwind;
Steig nur ein, lebe wohl,
Bis von dort ich dich hol!

Er führt Annina zu dem an der Gondel harrenden Caramello. Im selben Augenblick stürzen Ciboletta und Pappacoda zu Delacqua,
packen ihn von beiden Seiten und drängen ihn tanzend nach vorne


ZWANZIGSTER AUFTRITT
Vorige. Pappacoda. Ciboletta

PAPPACODA
Messer Delacqua!

CIBOLETTA
Messer Delacqua!

PAPPACODA
Was soll das heissen?

CIBOLETTA
Jetzt Euch entfernen?

PAPPACODA
Seht sie dort kommen...

CIBOLETTA
Mit den Laternen

PAPPACODA
Die Serenade...

CIBOLETTA
Euch zu Ehren!

PAPPACODA
's wär' doch schade

CIBOLETTA
Sie nicht zu hören.

PAPPACODA, CIBOLETTA
drängen ihn zu seiner Tür
Hinein! Hinein!
Ihr könnt Euch freun!

DELACQUA
zu Annina
Leb wohl, es muss sein!
Annina winkt ihm stumm
Du sagst gar kein Wort?
Will zu ihr

PAPPACODA, CIBOLETTA
halten ihn fest.
Sie kommen schon dort!

DELACQUA
Wohlan denn, hinein!
Ab

PAPPACODA, CIBOLETTA
Hinein! Hinein!
Ihr könnt Euch freun!

HERZOG
Hinein! Hinein!
Du kannst dich freun!
Bald soll sie bei mir
In Sicherheit sein!
Verschwindet im Palast

CARAMELLO
fährt mit Annina fort.
Hoaho! Hoaho!


EINUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Vorige, ohne Caramello und Annina. Dann Enrico. Matrosen. Schiffsjungen. Volk. Zuletzt Barbara

Matrosen und Schiffsjungen, von Enrico geführt, kommen von rechts rückwärts in einem Zuge tanzend vor
Delacquas Haus und stellen sich dem Balkon gegenüber. Die Schiffsjungen haben bunte Laternen,
die Matrosen haben Mandolinen usw. Von allen Seiten drängt sich Volk hinzu.

VOLK
Schnell zur Serenade!

CHOR der MATROSEN und SCHIFFSJUNGEN
Du, den wir hochverehren,
Bist morgen sechzig Jahr'!
Du wurdest grau in Ehren
Du seltnes Exemplar!
Oft konnt'st du Ruhm dir holen,
Und hast es nicht getan;
Dass Herzen du gestohlen,
Man nicht behaupten kann!
Dies Lied sei dir empfohlen,
Hab die Gnad' und hör es an!

1.
Mit der Würde, die dir eigen,
Hüllst du weise dich in Schweigen;
Andre schwatzen, du bleibst stumm da,
O Delacqua qua qua qua qua!
Wenn die andern debattieren,
Opponieren, sich blamieren,
Sagst du gar nichts oder nickst:
"Ja!' O Delacqua qua qua qua qua!
Deine grössten Gedanken,
Du hältst sie in Schranken,
In sicherem Verschluss,
Du bist ein Pfiffikus!
Solche Perlen des Geistes
Sind kostbar, du weisst es,
Du trägst sie versteckt,
Wo sie kein Mensch entdeckt!
Vivat!

Delacqua am Balkon seines Hauses, verneigt sich, ringt nach Worten

2.
Güt'ger Himmel, sei uns gnädig,
In dem Rate von Venedig
Lass ihn sitzen noch recht lang da,
Den Delacqua qua qua qua qua!
Was die Rechte sich wohl dachte,
Was die Linke sich wohl dünke,
Selbst das Zentrum geht ihm nicht nah,
Dem Delacqua quaqua quaqua!
Wie im Rat du gesessen,
Kann niemand vergessen,
Der je dich dort sah,
Heil Delacqua qua qua!
Drum bald lauter, bald leiser
Ertönt's, bis wir heiser,
Bald fern und bald nah:
Heil Delacqua qua qua!
Vivat!

DELACQUA
gerührt
Signori, Ihre Huldigung ehrt mich wie schade, dass meine Frau nicht zu Hause ist! Tausend Dank!
Windet sein Taschentuch aus, wovon Pappacoda, der unter dem Balkon steht, ganz nass wird; dann ab ins Haus

Barbara, im roten Domino, ist inzwischen aus der Haustür getreten, wird von Enrico begrüsst und, von Laternenträgern gedeckt, durch den Schwibbogen fortgeführt.

CHOR
Herrlicher Spass!
Er ist ganz enchantiert!
Eilet, dass den Moment ihr nicht verliert
Schnell, macht euch fort, noch eh' er die Sache spürt!

CARAMELLO
hinter der Szene
Hoaho! Hoaho!

CHOR
Nur stille und lauschet! Die Gondel, sie rauschet, Es tönet der Gesang!

CARAMELLO
wie oben
Kaum dass mein Liebchen
Die schaukelnde Gondel entführt,
Hat auch bald sich's umfangen vom Schlaf gespürt!
Schwankende Wogen, sie lullen leise dich ein
Und mein Lied klingt dir süss in den Traum hinein!
Hoaho! Hoaho!

CHOR
hat sich zum Ufer gewendet
Aus den Gondeln holde Sänge,
Von Balkonen Liebeslieder!
Herzbestrickend hallt es wider,
Übet Zaubermacht!
Kosen und Lauschen
Bei flüsterndem Rauschen In Mondstrahles Pracht
Das ist Venedigs Nacht!

Bei den letzten Takten hat sich der Chor ganz leise zurückgezogen. Die Bühne bleibt einen Augenblick leer. Das Licht des eben aufgegangenen Monds beleuchtet die Szene. Caramello fährt, mit der schlafenden Annina in der Gondel, vorbei und sieht sich lachend nach dem Hause Delacquas um.

Der Vorhang fällt langsam



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