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Salomes Tanz

Die Musikanten beginnen einen wilden Tanz. Salome, zuerst noch bewegungslos, richtet sich hoch auf und gibt den Musikanten ein Zeichen, worauf der wilde Rhythmus sofort abgedämpft wird und in eine sanft wiegende Weise überleitet. Salome tanzt sodann den »Tanz der sieben Schleier«.

Sie scheint einen Augenblick zu ermatten, jetzt rafft sie sich wie neubeschwingt auf. Sie verweilt einen Augenblick in visionärer Haltung an der Zisterne, in der Jochanaan gefangen gehalten wird; dann stürzt sie vor und zu Herodes' Füßen.

<ヘロデ>
Ah! Herrlich!
Wundervoll, wundervoll!
(Zu Herodias)
Siehst du, sie hat für mich getanzt, deine Tochter.
Komm her, Salome, komm her, du sollst deinen Lohn haben.
Ich will dich königlich belohnen.
Ich will dir alles geben, was dein Herz begehrt.
Was willst du haben?
Sprich!

<サロメ>
(süß)
Ich möchte, daß sie mir gleich in einer Silberschüssel ...

<ヘロデ>
(lachend)
In einer Silberschüssel – gewiß doch – in einer Silberschüssel ...
Sie ist reizend, nicht?
Was ist's, das du in einer Silberschüssel haben möchtest, o süße, schöne Salome, du, die schöner ist als alle Töchter Judäas?
Was sollen sie dir in einer Silberschüssel bringen?
Sag es mir!
Was es auch sein mag, du sollst es erhalten.
Meine Reichtümer gehören dir.
Was ist es, das du haben möchtest, Salome?

<サロメ>
(steht auf, lächelnd)
Den Kopf des Jochanaan.

<ヘロデ>
(fährt auf)
Nein, nein!

<ヘロディアス>
Ah! Das sagst du gut, meine Tochter.
Das sagst du gut!

<ヘロデ>
Nein, nein, Salome; das ist es nicht, was du begehrst!
Hör'nicht auf die Stimme deiner Mutter.
Sie gab dir immer schlechten Rat.
Achte nicht auf sie.

<サロメ>
Ich achte nicht auf die Stimme meiner Mutter.
Zu meiner eignen Lust will ich den Kopf des Jochanaan in einer Silberschüssel haben.
Du hast einen Eid geschworen, Herodes.
Du hast einen Eid geschworen, vergiß das nicht!

<ヘロデ>
(hastig)
Ich weiß, ich habe einen Eid geschworen.
Ich weiß es wohl.
Bei meinen Göttern habe ich es geschworen.
Aber ich beschwöre dich, Salome, verlange etwas andres von mir.
Verlange die Hälfte meines Königreichs.
Ich will sie dir geben.
Aber verlange nicht von mir, was deine Lippen verlangten.

<サロメ>
(stark)
Ich verlange von dir den Kopf des Jochanaan!

<ヘロデ>
Nein, nein, ich will ihn dir nicht geben.

<サロメ>
Du hast einen Eid geschworen, Herodes.

<ヘロディアス>
Ja, du hast einen Eid geschworen.
Alle haben es gehört.

<ヘロデ>
Still, Weib, zu dir spreche ich nicht.

<ヘロディアス>
Meine Tochter hat recht daran getan, den Kopf des Jochanaan zu verlangen.
Er hat mich mit Schimpf und Schande bedeckt.
Man kann sehn, daß sie ihre Mutter liebt.
Gib nicht nach, meine Tochter, gib nicht nach!
Er hat einen Eid geschworen.

<ヘロデ>
Still, sprich nicht zu mir!
Salome, ich beschwöre dich: sei nicht trotzig!
Sieh, ich habe dich immer lieb gehabt.
Kann sein, ich habe dich zu lieb gehabt.
Darum verlange das nicht von mir.
Der Kopf eines Mannes, der vom Rumpf getrennt ist, ist ein übler Anblick.
Hör', was ich sage!
Ich habe einen Smaragd.
Er ist der schönste Smaragd der ganzen Welt.
Den willst du haben, nicht wahr?
Verlang' ihn von mir, ich will ihn dir geben, den schönsten Smaragd.

<サロメ>
Ich fordre den Kopf des Jochanaan!

<ヘロデ>
Du hörst nicht zu, du hörst nicht zu.
Laß mich zu dir reden, Salome!

<サロメ>
Den Kopf des Jochanaan.

<ヘロデ>
Das sagst du nur, um mich zu quälen, weil ich dich so angeschaut habe.
Deine Schönheit hat mich verwirrt.
Oh! Oh! Bringt Wein! Mich dürstet!
Salome, Salome, laß uns wie Freunde zu einander sein!
Bedenk' dich!
Ah! Was wollt ich sagen?
Was war's?...
Ah! Ich weiß es wieder!...
Salome, du kennst meine weißen Pfauen, meine schönen weißen Pfauen, die im Garten zwischen den Myrten wandeln. ...
Ich will sie dir alle, alle geben.
In der ganzen Welt lebt kein König, der solche Pfauen hat.
Ich habe bloß hundert.
Aber alle will ich dir geben.
(Er leert seinen Becher)

<サロメ>
Gib mir den Kopf des Jochanaan!

<ヘロディアス>
Gut gesagt, meine Tochter!
(Zu Herodes)
Und du, du bist lächerlich mit deinen Pfauen.

<ヘロデ>
Still, Weib!
Du kreischest wie ein Raubvogel.
Deine Stimme peinigt mich.
Still sag' ich dir!
Salome, bedenk, was du tun willst.
Es kann sein, daß der Mann von Gott gesandt ist.
Er ist ein heil'ger Mann.
Der Finger Gottes hat ihn berührt.
Du möchtest nicht, daß mich ein Unheil trifft, Salome?
Hör' jetzt auf mich!

<サロメ>
Ich will den Kopf des Jochanaan!

<ヘロデ>
(いきり立って)
Ach! Du willst nicht auf mich hören.
Sei ruhig, Salome.
Ich, siehst du, bin ruhig.
Höre:
(leise und heimlich)
Ich habe an diesem Ort Juwelen versteckt, Juwelen, die selbst deine Mutter nie gesehen hat.
Ich habe ein Halsband mit vier Reihen Perlen, Topase, gelb wie die Augen der Tiger.
Topase, hellrot wie die Augen der Waldtaube, und grüne Topase, wie Katzenaugen.
Ich habe Opale, die immer funkeln, mit einem Feuer, kalt wie Eis.
Ich will sie dir alle geben, alle!
(Immer aufgeregter)
Ich habe Chrysolithe und Berylle, Chrysoprase und Rubine.
Ich habe Sardonyx- und Hyazinthsteine und Steine von Chalcedon.
– Ich will sie dir alle geben, alle und noch andere Dinge.
Ich habe einen Kristall, in den zu schaun keinem Weibe vergönnt ist.
In einem Perlmutterkästchen habe ich drei wunderbare Türkise: wer sie an seiner Stirne trägt, kann Dinge sehn, die nicht wirklich sind.
Es sind unbezahlbare Schätze.
Was begehrst du sonst noch, Salome?
Alles, was du verlangst, will ich dir geben – nur eines nicht: Nur nicht das Leben dieses einen Mannes.
Ich will dir den Mantel des Hohenpriesters geben.
Ich will dir den Vorhang des Allerheiligsten geben ...

<ユダヤ人達>
Oh, oh, oh!

<サロメ>
(荒々しく)
Gib mir den Kopf des Jochanaan!

(Herodes sinkt verzweifelt auf seinen Sitz zurück)

<ヘロデ>
(無気力に)
Man soll ihr geben, was sie verlangt!
Sie ist in Wahrheit ihrer Mutter Kind!

(Herodias zieht dem Tetrarchen den Todesring vom Finger und gibt ihn dem ersten Soldaten, der ihn auf der Stelle dem Henker überbringt)

<ヘロデ>
Wer hat meinen Ring genommen?
(Der Henker geht in die Zisterne hinab)
Ich hatte einen Ring an meiner rechten Hand.
Wer hat meinen Wein getrunken?
Es war Wein in meinem Becher.
Er war mit Wein gefüllt.
Es hat ihn jemand ausgetrunken.
(Leise)
Gewiß wird Unheil über einen kommen.

<ヘロディアス>
Meine Tochter hat recht getan!

<ヘロデ>
Ich bin sicher, es wird ein Unheil geschehn.

<サロメ>
(an der Zisterne lauschend)
Es ist kein Laut zu vernehmen.
Ich höre nichts.
Warum schreit er nicht, der Mann?
Ah! Wenn einer mich zu töten käme, ich würde schreien, ich würde mich wehren, ich würde es nicht dulden!...
Schlag zu, schlag zu, Naaman, schlag zu, sag ich dir ...
Nein, ich höre nichts.
(Gedehnt)
Es ist eine schreckliche Stille!
Ah! Es ist etwas zu Boden gefallen.
Ich hörte etwas fallen.
Es war das Schwert bes Henkers.
Er hat Angst, dieser Sklave.
Er hat das Schwert fallen lassen!
Er traut sich nicht, ihn zu töten.
Er ist eine Memme, dieser Sklave.
Schickt Soldaten hin!
(Zum Pagen)
Komm hierher, du warst der Freund dieses Toten, nicht?
Wohlan, ich sage dir: Es sind noch nicht genug Tote.
Geh zu den Soldaten und befiehl ihnen, hinabzusteigen und mir zu holen, was ich verlange, was der Tetrarch mir versprochen hat, was mein ist!

(Der Page weicht zurück, sie wendet sich den Soldaten zu)
Hierher, ihr Soldaten, geht ihr in die Zisterne hinunter und holt mir den Kopf des Mannes!
(Schreiend)
Tetrarch, Tetrarch, befiehl beinen Soldaten, daß sie mir den Kopf des Jochanaan holen!

(Ein riesengroßer schwarzer Arm, der Arm des Henkers, streckt sich aus der Cisterne heraus, auf einem silbernen Schild den Kopf des Jochanaan haltend, Salome ergreift ihn. Herodes verhüllt sein Gesicht mit dem Mantel. Herodias fächelt sich zu und lächelt. Die Nazarener sinken in die Knie und beginnen zu beten.)

<サロメ>
Ah! Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen, Jochanaan!
Wohl, ich werde ihn jetzt küssen!
Ich will mit meinen Zähnen hineinbeißen, wie man in eine reife Frucht beißen mag.
Ja, ich will ihn jetzt küssen, deinen Mund, Jochanaan.
Ich hab' es gesagt.
Hab' ich's nicht gesagt?
Ja, ich hab' es gesagt.
Ah! Ah! Ich will ihn jetzt küssen...
Aber warum siehst du mich nicht an, Jochanaan?
Deine Augen, die so schrecklich waren, so voller Wut und Verachtung, sind jetzt geschlossen.
Warum sind sie geschlossen?
Öffne doch die Augen, erhebe deine Lider, Jochanaan!
Warum siehst du mich nicht an?
Hast du Angst vor mir, Jochanaan, daß du mich nicht ansehen willst?
Und deine Zunge, sie spricht kein Wort, Jochanaan, diese Scharlachnatter, die ihren Geifer gegen mich spie.
Es ist seltsam, nicht?
Wie kommt es, daß diese rote Natter sich nicht mehr rührt?
Du sprachst böse Worte gegen mich, gegen mich, Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa.
Nun wohl!
Ich lebe noch, aber du bist tot, und dein Kopf, dein Kopf gehört mir!
Ich kann mit ihm tun, was ich will.
Ich kann ihn den Hunden vorwerfen und den Vögeln der Luft.
Was die Hunde übrig lassen, sollen die Vögel der Luft verzehren ...
Ah! Ah! Jochanaan, Jochanaan, du warst schön.
Dein Leib war eine Elfenbeinsäule auf silbernen Füßen.
Er war ein Garten voller Tauben in der Silberlilien Glanz.
Nichts in der Welt war so weiß wie dein Leib.
Nichts in der Welt war so schwarz wie dein Haar.
In der ganzen Welt war nichts so rot wie dein Mund.
Deine Stimme war ein Weihrauchgefäß, und wenn ich dich ansah, hörte ich geheimnisvolle Musik ...

(In den Anblick von Jochanaans Haupt versunken)
Ah! warum hast du mich nicht angesehen, Jochanaan?
Du legtest über deine Augen die Binde eines, der seinen Gott schauen wollte.
Wohl!
Du hast deinen Gott gesehn, Jochanaan, aber mich, mich hast du nie gesehn.
Hättest du mich gesehn, du hättest mich geliebt!
Ich dürste nach deiner Schönheit.
Ich hungre nach deinem Leib.
Nicht Wein noch Apfel können mein Verlangen stillen ...
Was soll ich jetzt tun, Jochanaan?
Nicht die Fluten, noch die großen Wasser können dieses brünstige Begehren löschen ...
Oh! Warum sahst du mich nicht an?
Hättest du mich angesehn, du hättest mich geliebt.
Ich weiß es wohl, du hättest mich geliebt.
Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes ...

<ヘロデ>
(leise zu Herodias)
Sie ist ein Ungeheuer, deine Tochter.
Ich sage dir, sie ist ein Ungeheuer!

<ヘロディアス>
(stark)
Sie hat recht getan.
Ich möchte jetzt hier bleiben.

<ヘロデ>
(steht auf)
Ah! Da spricht meines Bruders Weib!
(Schwächer)
Komm, ich will nicht an diesem Orte bleiben.
(Heftig)
Komm, sag' ich dir!
Sicher, es wird Schreckliches geschehn.
Wir wollen uns im Palast verbergen, Herodias, ich fange an zu erzittern ...

(Der Mond verschwindet)
(Auffahrend)
Manassah, Issachar, Ozias, löscht die Fackeln aus.
Verbergt den Mond, verbergt die Sterne!
Es wird Schreckliches geschehn.
(Die Sklaven löschen die Fackeln aus. Die Sterne verschwinden. Eine große Wolke zieht über den Mond und verhüllt ihn völlig. Die Bühne wird ganz dunkel. Der Tetrarch beginnt die Treppe hinaufzusteigen)

<サロメ>
(無気力に)
Ah! Ich habe deinen Mund geküßt, Jochanaan.
Ah! Ich habe ihn geküßt deinen Mund, es war ein bitterer Geschmack auf deinen Lippen.
Hat es nach Blut geschmeckt?
Nein!
Doch es schmeckte vielleicht nach Liebe ...
Sie sagen, daß die Liebe bitter schmecke ...
Allein, was tut's?
Was tut's?
Ich habe deinen Mund geküßt, Jochanaan.
Ich habe ihn geküßt, deinen Mund.

(Der Mond bricht wieder hervor und beleuchtet Salome)

<ヘロデ>
(sich umwendend)
Man töte dieses Weib!

(Die Soldaten stürzen sich auf Salome und begraben sie unter ihren Schilden)

Der Vorhang fällt schnell.
Ende.
Salomes Tanz

Die Musikanten beginnen einen wilden Tanz. Salome, zuerst noch bewegungslos, richtet sich hoch auf und gibt den Musikanten ein Zeichen, worauf der wilde Rhythmus sofort abgedämpft wird und in eine sanft wiegende Weise überleitet. Salome tanzt sodann den »Tanz der sieben Schleier«.

Sie scheint einen Augenblick zu ermatten, jetzt rafft sie sich wie neubeschwingt auf. Sie verweilt einen Augenblick in visionärer Haltung an der Zisterne, in der Jochanaan gefangen gehalten wird; dann stürzt sie vor und zu Herodes' Füßen.

HERODES
Ah! Herrlich!
Wundervoll, wundervoll!
(Zu Herodias)
Siehst du, sie hat für mich getanzt, deine Tochter.
Komm her, Salome, komm her, du sollst deinen Lohn haben.
Ich will dich königlich belohnen.
Ich will dir alles geben, was dein Herz begehrt.
Was willst du haben?
Sprich!

SALOME
(süß)
Ich möchte, daß sie mir gleich in einer Silberschüssel ...

HERODES
(lachend)
In einer Silberschüssel – gewiß doch – in einer Silberschüssel ...
Sie ist reizend, nicht?
Was ist's, das du in einer Silberschüssel haben möchtest, o süße, schöne Salome, du, die schöner ist als alle Töchter Judäas?
Was sollen sie dir in einer Silberschüssel bringen?
Sag es mir!
Was es auch sein mag, du sollst es erhalten.
Meine Reichtümer gehören dir.
Was ist es, das du haben möchtest, Salome?

SALOME
(steht auf, lächelnd)
Den Kopf des Jochanaan.

HERODES
(fährt auf)
Nein, nein!

HERODIAS
Ah! Das sagst du gut, meine Tochter.
Das sagst du gut!

HERODES
Nein, nein, Salome; das ist es nicht, was du begehrst!
Hör'nicht auf die Stimme deiner Mutter.
Sie gab dir immer schlechten Rat.
Achte nicht auf sie.

SALOME
Ich achte nicht auf die Stimme meiner Mutter.
Zu meiner eignen Lust will ich den Kopf des Jochanaan in einer Silberschüssel haben.
Du hast einen Eid geschworen, Herodes.
Du hast einen Eid geschworen, vergiß das nicht!

HERODES
(hastig)
Ich weiß, ich habe einen Eid geschworen.
Ich weiß es wohl.
Bei meinen Göttern habe ich es geschworen.
Aber ich beschwöre dich, Salome, verlange etwas andres von mir.
Verlange die Hälfte meines Königreichs.
Ich will sie dir geben.
Aber verlange nicht von mir, was deine Lippen verlangten.

SALOME
(stark)
Ich verlange von dir den Kopf des Jochanaan!

HERODES
Nein, nein, ich will ihn dir nicht geben.

SALOME
Du hast einen Eid geschworen, Herodes.

HERODIAS
Ja, du hast einen Eid geschworen.
Alle haben es gehört.

HERODES
Still, Weib, zu dir spreche ich nicht.

HERODIAS
Meine Tochter hat recht daran getan, den Kopf des Jochanaan zu verlangen.
Er hat mich mit Schimpf und Schande bedeckt.
Man kann sehn, daß sie ihre Mutter liebt.
Gib nicht nach, meine Tochter, gib nicht nach!
Er hat einen Eid geschworen.

HERODES
Still, sprich nicht zu mir!
Salome, ich beschwöre dich: sei nicht trotzig!
Sieh, ich habe dich immer lieb gehabt.
Kann sein, ich habe dich zu lieb gehabt.
Darum verlange das nicht von mir.
Der Kopf eines Mannes, der vom Rumpf getrennt ist, ist ein übler Anblick.
Hör', was ich sage!
Ich habe einen Smaragd.
Er ist der schönste Smaragd der ganzen Welt.
Den willst du haben, nicht wahr?
Verlang' ihn von mir, ich will ihn dir geben, den schönsten Smaragd.

SALOME
Ich fordre den Kopf des Jochanaan!

HERODES
Du hörst nicht zu, du hörst nicht zu.
Laß mich zu dir reden, Salome!

SALOME
Den Kopf des Jochanaan.

HERODES
Das sagst du nur, um mich zu quälen, weil ich dich so angeschaut habe.
Deine Schönheit hat mich verwirrt.
Oh! Oh! Bringt Wein! Mich dürstet!
Salome, Salome, laß uns wie Freunde zu einander sein!
Bedenk' dich!
Ah! Was wollt ich sagen?
Was war's?...
Ah! Ich weiß es wieder!...
Salome, du kennst meine weißen Pfauen, meine schönen weißen Pfauen, die im Garten zwischen den Myrten wandeln. ...
Ich will sie dir alle, alle geben.
In der ganzen Welt lebt kein König, der solche Pfauen hat.
Ich habe bloß hundert.
Aber alle will ich dir geben.
(Er leert seinen Becher)

SALOME
Gib mir den Kopf des Jochanaan!

HERODIAS
Gut gesagt, meine Tochter!
(Zu Herodes)
Und du, du bist lächerlich mit deinen Pfauen.

HERODES
Still, Weib!
Du kreischest wie ein Raubvogel.
Deine Stimme peinigt mich.
Still sag' ich dir!
Salome, bedenk, was du tun willst.
Es kann sein, daß der Mann von Gott gesandt ist.
Er ist ein heil'ger Mann.
Der Finger Gottes hat ihn berührt.
Du möchtest nicht, daß mich ein Unheil trifft, Salome?
Hör' jetzt auf mich!

SALOME
Ich will den Kopf des Jochanaan!

HERODES
(auffahrend)
Ach! Du willst nicht auf mich hören.
Sei ruhig, Salome.
Ich, siehst du, bin ruhig.
Höre:
(leise und heimlich)
Ich habe an diesem Ort Juwelen versteckt, Juwelen, die selbst deine Mutter nie gesehen hat.
Ich habe ein Halsband mit vier Reihen Perlen, Topase, gelb wie die Augen der Tiger.
Topase, hellrot wie die Augen der Waldtaube, und grüne Topase, wie Katzenaugen.
Ich habe Opale, die immer funkeln, mit einem Feuer, kalt wie Eis.
Ich will sie dir alle geben, alle!
(Immer aufgeregter)
Ich habe Chrysolithe und Berylle, Chrysoprase und Rubine.
Ich habe Sardonyx- und Hyazinthsteine und Steine von Chalcedon.
– Ich will sie dir alle geben, alle und noch andere Dinge.
Ich habe einen Kristall, in den zu schaun keinem Weibe vergönnt ist.
In einem Perlmutterkästchen habe ich drei wunderbare Türkise: wer sie an seiner Stirne trägt, kann Dinge sehn, die nicht wirklich sind.
Es sind unbezahlbare Schätze.
Was begehrst du sonst noch, Salome?
Alles, was du verlangst, will ich dir geben – nur eines nicht: Nur nicht das Leben dieses einen Mannes.
Ich will dir den Mantel des Hohenpriesters geben.
Ich will dir den Vorhang des Allerheiligsten geben ...

DIE JUDEN
Oh, oh, oh!

SALOME
(wild)
Gib mir den Kopf des Jochanaan!

(Herodes sinkt verzweifelt auf seinen Sitz zurück)

HERODES
(matt)
Man soll ihr geben, was sie verlangt!
Sie ist in Wahrheit ihrer Mutter Kind!

(Herodias zieht dem Tetrarchen den Todesring vom Finger und gibt ihn dem ersten Soldaten, der ihn auf der Stelle dem Henker überbringt)

HERODES
Wer hat meinen Ring genommen?
(Der Henker geht in die Zisterne hinab)
Ich hatte einen Ring an meiner rechten Hand.
Wer hat meinen Wein getrunken?
Es war Wein in meinem Becher.
Er war mit Wein gefüllt.
Es hat ihn jemand ausgetrunken.
(Leise)
Gewiß wird Unheil über einen kommen.

HERODIAS
Meine Tochter hat recht getan!

HERODES
Ich bin sicher, es wird ein Unheil geschehn.

SALOME
(an der Zisterne lauschend)
Es ist kein Laut zu vernehmen.
Ich höre nichts.
Warum schreit er nicht, der Mann?
Ah! Wenn einer mich zu töten käme, ich würde schreien, ich würde mich wehren, ich würde es nicht dulden!...
Schlag zu, schlag zu, Naaman, schlag zu, sag ich dir ...
Nein, ich höre nichts.
(Gedehnt)
Es ist eine schreckliche Stille!
Ah! Es ist etwas zu Boden gefallen.
Ich hörte etwas fallen.
Es war das Schwert bes Henkers.
Er hat Angst, dieser Sklave.
Er hat das Schwert fallen lassen!
Er traut sich nicht, ihn zu töten.
Er ist eine Memme, dieser Sklave.
Schickt Soldaten hin!
(Zum Pagen)
Komm hierher, du warst der Freund dieses Toten, nicht?
Wohlan, ich sage dir: Es sind noch nicht genug Tote.
Geh zu den Soldaten und befiehl ihnen, hinabzusteigen und mir zu holen, was ich verlange, was der Tetrarch mir versprochen hat, was mein ist!

(Der Page weicht zurück, sie wendet sich den Soldaten zu)
Hierher, ihr Soldaten, geht ihr in die Zisterne hinunter und holt mir den Kopf des Mannes!
(Schreiend)
Tetrarch, Tetrarch, befiehl beinen Soldaten, daß sie mir den Kopf des Jochanaan holen!

(Ein riesengroßer schwarzer Arm, der Arm des Henkers, streckt sich aus der Cisterne heraus, auf einem silbernen Schild den Kopf des Jochanaan haltend, Salome ergreift ihn. Herodes verhüllt sein Gesicht mit dem Mantel. Herodias fächelt sich zu und lächelt. Die Nazarener sinken in die Knie und beginnen zu beten.)

SALOME
Ah! Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen, Jochanaan!
Wohl, ich werde ihn jetzt küssen!
Ich will mit meinen Zähnen hineinbeißen, wie man in eine reife Frucht beißen mag.
Ja, ich will ihn jetzt küssen, deinen Mund, Jochanaan.
Ich hab' es gesagt.
Hab' ich's nicht gesagt?
Ja, ich hab' es gesagt.
Ah! Ah! Ich will ihn jetzt küssen...
Aber warum siehst du mich nicht an, Jochanaan?
Deine Augen, die so schrecklich waren, so voller Wut und Verachtung, sind jetzt geschlossen.
Warum sind sie geschlossen?
Öffne doch die Augen, erhebe deine Lider, Jochanaan!
Warum siehst du mich nicht an?
Hast du Angst vor mir, Jochanaan, daß du mich nicht ansehen willst?
Und deine Zunge, sie spricht kein Wort, Jochanaan, diese Scharlachnatter, die ihren Geifer gegen mich spie.
Es ist seltsam, nicht?
Wie kommt es, daß diese rote Natter sich nicht mehr rührt?
Du sprachst böse Worte gegen mich, gegen mich, Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa.
Nun wohl!
Ich lebe noch, aber du bist tot, und dein Kopf, dein Kopf gehört mir!
Ich kann mit ihm tun, was ich will.
Ich kann ihn den Hunden vorwerfen und den Vögeln der Luft.
Was die Hunde übrig lassen, sollen die Vögel der Luft verzehren ...
Ah! Ah! Jochanaan, Jochanaan, du warst schön.
Dein Leib war eine Elfenbeinsäule auf silbernen Füßen.
Er war ein Garten voller Tauben in der Silberlilien Glanz.
Nichts in der Welt war so weiß wie dein Leib.
Nichts in der Welt war so schwarz wie dein Haar.
In der ganzen Welt war nichts so rot wie dein Mund.
Deine Stimme war ein Weihrauchgefäß, und wenn ich dich ansah, hörte ich geheimnisvolle Musik ...

(In den Anblick von Jochanaans Haupt versunken)
Ah! warum hast du mich nicht angesehen, Jochanaan?
Du legtest über deine Augen die Binde eines, der seinen Gott schauen wollte.
Wohl!
Du hast deinen Gott gesehn, Jochanaan, aber mich, mich hast du nie gesehn.
Hättest du mich gesehn, du hättest mich geliebt!
Ich dürste nach deiner Schönheit.
Ich hungre nach deinem Leib.
Nicht Wein noch Apfel können mein Verlangen stillen ...
Was soll ich jetzt tun, Jochanaan?
Nicht die Fluten, noch die großen Wasser können dieses brünstige Begehren löschen ...
Oh! Warum sahst du mich nicht an?
Hättest du mich angesehn, du hättest mich geliebt.
Ich weiß es wohl, du hättest mich geliebt.
Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes ...

HERODES
(leise zu Herodias)
Sie ist ein Ungeheuer, deine Tochter.
Ich sage dir, sie ist ein Ungeheuer!

HERODIAS
(stark)
Sie hat recht getan.
Ich möchte jetzt hier bleiben.

HERODES
(steht auf)
Ah! Da spricht meines Bruders Weib!
(Schwächer)
Komm, ich will nicht an diesem Orte bleiben.
(Heftig)
Komm, sag' ich dir!
Sicher, es wird Schreckliches geschehn.
Wir wollen uns im Palast verbergen, Herodias, ich fange an zu erzittern ...

(Der Mond verschwindet)
(Auffahrend)
Manassah, Issachar, Ozias, löscht die Fackeln aus.
Verbergt den Mond, verbergt die Sterne!
Es wird Schreckliches geschehn.
(Die Sklaven löschen die Fackeln aus. Die Sterne verschwinden. Eine große Wolke zieht über den Mond und verhüllt ihn völlig. Die Bühne wird ganz dunkel. Der Tetrarch beginnt die Treppe hinaufzusteigen)

SALOME
(matt)
Ah! Ich habe deinen Mund geküßt, Jochanaan.
Ah! Ich habe ihn geküßt deinen Mund, es war ein bitterer Geschmack auf deinen Lippen.
Hat es nach Blut geschmeckt?
Nein!
Doch es schmeckte vielleicht nach Liebe ...
Sie sagen, daß die Liebe bitter schmecke ...
Allein, was tut's?
Was tut's?
Ich habe deinen Mund geküßt, Jochanaan.
Ich habe ihn geküßt, deinen Mund.

(Der Mond bricht wieder hervor und beleuchtet Salome)

HERODES
(sich umwendend)
Man töte dieses Weib!

(Die Soldaten stürzen sich auf Salome und begraben sie unter ihren Schilden)

Der Vorhang fällt schnell.
Ende.


(libretto: Oscar Wilde / Hedwig Lachmann)


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