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NEUNTER AUFTRITT
Annina. Herzog. Dann Caramello. Später Pappacoda.
Zuletzt Delacqua, Barbaruccio und Testaccio

HERZOG
kommt von rechts
Dieser Spektakel! Den hat mir sicher Caramello angerichtet!
zurücksprechend
Die Luft ist rein, kommen Sie, Signora!

ANNINA
kommt lächelnd
Mit einem Wort, Sie geben Ihre Bemühungen auf?

HERZOG
Noch lange nicht, schöne Signora Barbara! Ihre Kälte macht Sie mir nur noch begehrlicher!
er eilt auf sie zu, will sie umfangen
Ich liebe Sie, Signora ... ich liebe Sie!
will sie küssen

CARAMELLO
der plötzlich eintritt
Ho ... Ho . . Ho.....Hoheit!

HERZOG
lässt Annina frei
Was willst du denn wieder?

CARAMELLO
Einer der Herren Senatoren wünscht
seine Aufwartung zu machen!

HERZOG
Wirf ihn hinaus!

CARAMELLO
Oh.... Das geht nicht
auf die Lange Nase Pappacodas zeigend, die langsam, nach und nach, hinter der Portiere sichtbar wird
Seine Nase ist schon da . . . gleich wird der ganze Senator da sein!
Pappacoda kommt als "Senator"
Da ist er schon!

PAPPACODA
sich verbeugend
Oh ... Euer Hoheit!
zu Caramello
Was soll ich denn reden?

CARAMELLO
leise
Was du willst! Du bist ja ein Senator!
im selben Moment treten Delacqua, Barbaruccio und Testaccio auf

DELACQUA
Oh, der Herzog, Hoheit!

BARBARUCCIO
Hoheit!

TESTACCIO
Hoheit!

HERZOG
deckt Annina, leise zu ihr
Fassung, Barbara, die Ehemänner sind blind!
laut)
Ich begrüsse alle vier Senatoren!

DELACQUA, BARBARUCCIO, TESTACCIO
Vier? - Wo? - Ah! - Da!

DELACQUA
zu Pappacoda, der sich ängstlich drücken will
Wie mir scheint, Kollege Grimaldi!

PAPPACODA
mit verstellter Stimme
Nein, ich bin der andere!

BARBARUCCIO
Nein. Ich kenne keinen Senator mit einer solchen Gurkennase!

TESTACCIO
Die Nase scheint falsch zu sein!

DELACQUA
Vielleicht der ganze Senator!
zu Pappacoda
Wer das geheiligte Kleid der Senatoren als Maskenkostüm trägt, den straft das Gesetz mit einem Jahr Galeere!

PAPPACODA
O maccheronata! Jetzt, Frechheit, hilf!

HERZOG
ungeduldig
Nun, meine Herren?

BARBARUCCIO
Hoheit, wir kommen, für das glänzende Fest zu danken! Ein echt italienisches Fest!

DELACQUA, TESTACCIO
Echt italienisch!

HERZOG
Zu gütig! Es galt ja, Venedigs Senat zu ehren! Leider wurde der Beschluss gefasst,
die Damen vom Fest auszuschliessen!

DELACQUA
Nun, ich habe mich um diesen Beschluss nicht gekümmert, denn meine Frau ist von Treviso
zurückgekehrt und befindet sich hier!
Der Herzog und Annina sehen sich betroffen an
Sie brennt vor Verlangen, Euer Hoheit vorgestellt zu werden!
eilt ab

PAPPACODA
sich vordrängend
Auch meine Frau brennt darauf, Euer Hoheit ins Angesicht zu treten!
verneigt sich

CARAMELLO
leise zu Pappacoda
Komm, komm - Du musst mir helfen!

PAPPACODA
Euer Hoheit - con piacere - cavaliere - habe die Ehre...

ab mit Caramello. Auch Barbaruccio und Testaccio entfernen sich


ZEHNTER AUFTRITT
Der Herzog. Annina. Dann Delacqua mit Ciboletta

HERZOG
zu Annina
Was soll ich davon denken? Hat denn Delacqua zwei Frauen?

ANNINA
Zwei Frauen? Er hat gerade genug an einer!
Ich bin die echte, so wahr Caramello Barbara Delacqua entführte!

HERZOG
Ja, wen will er uns denn da bringen?

DELACQUA
kommt mit Ciboletta, die einen schwarzen Domino trägt und eine Larve vor dem Gesicht hat.
So, Euer Hoheit, hier ist meine Gemahlin!

HERZOG
sich verbeugend
Signora!

DELACQUA
zu Ciboletta
Wir sind Unter uns, du kannst die Larve abnehmen! Ich erlaube es dir!

HERZOG
Und ich bitte darum!

Ciboletta demaskiert sich und lässt die Kapuze ihres Dominos fallen

ANNINA
für sich
Ciboletta!
leise zum Herzog
Das ist meine Zofe!

HERZOG
leise
Die Zofe? Oh, unverschämt!

DELACQUA
leise zu Ciboletta
Vergiss nicht, was ich dir eingeschärft habe! Du bist für heute abend meine Frau und
bittest um den Verwalterposten für mich!
laut
Begrüsse Seine Hoheit, Barbara!

Ciboletta macht eine tiefe Verbeugung und küsst dem Herzog die Hand

HERZOG
heiter, ironisch
Ich bin entzückt, Venedigs schönste Frau endlich persönlich kennenzulernen!

CIBOLETTA
Na na schönste Frau? Euer Gnaden,
Herr Herzog, nehmen das Maul gar zu voll!
gibt dem Herzog einen Rippenstoss

DELACQUA
leise
Wirst du schweigen!
zum Herzog
Hoheit müssen meiner Gattin verzeihen

HERZOG
O bitte... Ich finde Signora reizend! Dies ungeschminkte Wesen,
diese Haltung - alle diese Reize hatte ich sozusagen vorgeahnt, als ich meiner
Bewunderung im vergangenen Karneval in jener Serenade Ausdruck gab, die Signora Barbara so sehr gefiel!
leise zu Annina
Denken Sie noch jenes Abends, schöne Frau?

ANNINA
verlegen
Freilich, freilich ... wie sollte ich nicht?

DELACQUA
Was für eine Serenade?


Nr. 12 - Serenade

HERZOG
Ninana, Ninana, dir will ich singen,
Ninana, Ninana, hör mich an!
Ninananana, Ninananana, horch auf das Klingen,
Ninananana, Ninananana, antworte dann!

Heb auf dein Köpfchen, Liebste, träume nicht,
O hör mich an, schlummre noch nicht ein!
Ich sage dir vier Worte von Gewicht,
Du musst voll Andacht dein Ohr dazu mir leihn!
Das erste: Dass um dich mein Herze bricht,
Das zweite: Ich will dein fürs Leben sein!
Das dritte: Dass ich dir mein Heil befehle,
Das letzte: Dich allein liebt meine Seele!

ANNINA, CIBOLETTA
Ninana, Ninana - ach! ach!

HERZOG, DELACQUA
Ninana, Ninana, schönste der Frauen,
Ninana, Ninana, du bist mein Glück!

ALLE VIER
Ninananana, Ninananana, lass dich erschauen,
Ninananana, Ninananana, ach, einen Blick!

HERZOG
Du gingst am Montag wie ein Stern mir auf
Und schienest reizend am Dienstag mir,
Allein viel schöner noch am Mittwoch drauf!
Zu Füssen lag ich am Donnerstag dir
Am Freitag hob dein Blick mich wieder auf;
Hab am Samstag dann gelauscht an deiner Tür;
Und durft' ich dich im Glanz am Sonntag sehen,
Da war um den Verstand es bald geschehen!

ANNINA, CIBOLETTA
Ninana, Ninana - ach! ach!

HERZOG, DELACQUA
Ninana, Ninana, schönste der Frauen,
Ninana, Ninana, du bist mein Glück!

ALLE VIER
Ninananana, Ninananana, lass dich erschauen,
Ninananana, Ninananana, ach, einen Blick!

Nach der Serenade geht der Herzog mit Annina etwas in den Hintergrund

DELACQUA
leise zu Ciboletta
Alles geht gut, du gefällst dem Herzog! Jetzt sprich!
stösst Sie

CIBOLETTA
stotternd
Herr Herzog! Herr Herzog!

HERZOG
Sie wünschen?

DELACQUA
auf Ciboletta weisend
Meine . . . Madonna Barbara hat ein Anliegen!

HERZOG
Ist im vorhinein gewährt!

DELACQUA
zärtlich
Also sprich, mein Täubchen von San Marco, sprich!
Gibt ihr einen Rippenstoss. leise
So rede doch, du dummes Ding!

CIBOLETTA
Mein Gott, ich möcht Euer Gnaden schön gebeten haben um einen Posten in Euer Gnaden Haus!

HERZOG
Also, um welchen Posten handelt es sich denn?

DELACQUA
souffliert Ciboletta
Verwalter ... Verwalter

CIBOLETTA
Nun, der Mann möchte gern herzoglicher Leibkoch werden.

HERZOG
lachend
Leibkoch?

ANNINA
ebenso
Leibkoch?

DELACQUA
wütend, für sich
Ich Leibkoch?
leise zu Ciboletta
Verwalter! Verwalter!
stösst sie verstohlen

CIBOLETTA
ohne sich urn Delacqua zu kümmern
Es ist ein braver Bursche, namens Pappacoda, der Makkaroni kocht und
Stockfisch mit Zwiebeln wie kein zweiter!

HERZOG
lachend
Makkaroni?

ANNINA
lachend
Stockfisch?

CIBOLETTA
zu Delacqua
Nicht wahr, Signor, Stockfisch?

DELACQUA
wütend
Ja, ja!

HERZOG
Nun, wenn sich Signora Delacqua für Pappacoda verwendet, soll er Leibkoch werden!

CIBOLETTA
Ach, Herzog, dafür muss ich Ihnen einen Kuss geben!
fällt ihm um den Hals und küsst ihn

DELACQUA
reisst sie vom Herzog weg
Du vergisst dich, meine Liebe! Du gehst zu weit!
zum Herzog
Euer Hoheit wollen meiner Gemahlin verzeihen
zu Ciboletta
Jetzt komm und freu dich!
will sir mit sich ziehen

CIBOLETTA
hält sich an einem Sessel fest
Nein, nein, ich will hier bleiben, es gefällt mir hier sehr gut!

HERZOG
Ah, Signor Delacqua, wenn es Ihrer Gattin hier gefällt, so gönnen Sie ihr doch das Vergnügen!

DELACQUA
übertrieben freundlich
Ach ja, gönnen wir ihr das Vergnügen!
streichelt ihr zärtlich die Wangen und gibt ihr dabei verstohlen einen Backenstreich
Ich muss jetzt leider fort!
verbeugt sich
Hoheit!
Ab

HERZOG
zu Annina
Das Muster eines galanten Ehemannes! Ich will aber doch sehen, ob er wirklich geht!
eilt ihm nach


ELFTER AUFTRITT
Annina. Ciboletta. Dann der Herzog. Zuletzt Caramello

ANNINA
nimmt die Larve ab
Ach, Ciboletta, bald hättest du mit deinem Pappacoda alles verdorben!

CIBOLETTA
erstaunt aufschreiend
Annina! Du hier?

ANNINA
Ja, man hält mich hier für Delacquas Frau!

CIBOLETTA
stolziert nach vorn
Dich? Das bin ja ich

ANNINA
Ich auch! Ich bitte dich, bleibe dabei, dass ich Barbara Delacqua bin!

CIBOLETTA
Und ich?

ANNINA
Do bist, was du bist - meine Zofe!

CIBOLETTA
Deine Zofe?

ANNINA
nervös
Barbara Delacquas Zofe! Still, da ist der Herzog!

HERZOG
kommt zurück
So, Dciacqua stört uns nicht mehr!
zu Ciboletta
Ah, ich sehe, wir haben an dir eine Vertraute gewonnen! Ja, Mädchen, ich liebe deine Herrin!

CIBOLETTA
Signora Barbara Delacqua?

HERZOG
Freilich! Hat sie es dir denn nicht gesagt? Ich liebe sie!
küsst Annina

CIBOLETTA
für sich
Mein Gott, Annina liebt er auch! Was der alles zusammenliebt!

HERZOG
wendet sich zur Tür, rufi
Caramello!

CARAMELLO
kommt, verbeugt sich
Hoheit!?

HERZOG
Schliesse den Vorhang!

CARAMELLO
Den Vorhang?

HERZOG
Und hierher - das Souper!

CARAMELLO
Das Souper? o je!

HERZOG
Geh!

CARAMELLO
O weh!
schliesst die Vorhänge. Man sieht jetzt nur die Vorderbühne als intimen Raum für die nächste Szene

HERZOG
Das Souper!

CARAMELLO
Adje!
heimlich zu Ciboletta
Iss dich an, du bist nicht alle Tage bei einem Herzog!
Ab

ANNINA
Wie? Ich soll mit meiner Zofe soupieren?

HERZOG
reicht beiden die Arme
Ja. Soupieren zu dreien - die Herrin - die Dienerin - der Sklave! Also zu Tische!

ANNINA
Zu Tische!

Die Wandlichter werden gelöscht, Pagen bringen von links einen gedeckten Tisch mit zwei grossen Leuchtern


Nr. 13 - Finale

HERZOG
Lasset die andern tanzen da,
Tralalala, tralaiala!
Ich bleibe lieber bei Barbara!
Tralalala, tralalala!
Die Herrin zur Rechten, die Zofe zur Linken,
Recht vertraulich und nah!
Ich seh ein Souper heute abend mir winken,
Wie keins ich noch sah!
Er hat beide Damen zu Tisch geführt. Zu Caramello, der mit Wein eintritt
Caramello, schon wieder da? Was drängst du dich hier ein?

CARAMELLO
Hoheit wollen mir verzeihn! Da die Diener doch genieren, Wollte ich Euch selbst servieren!

ANNINA
leise zu Ciboletta
Bleibe da, bleibe mir nah!

CIBOLETTA
leise zu Annina
Recht gern, gewiss, ja ja!

HERZOG
auf Pappacoda deutend, der jetzt als Koch gekleidet eintritt und einige Schüsseln balanciert, zu Caramello
Wen bringst du da noch?

CARAMELLO
Das ist nur ein Koch!

HERZOG
So so, ein Koch?

CARAMELLO
Jaja, ein Koch!

PAPPACODA
Ach ja, ich bin ein Koch!

CIBOLETTA
leise zu Annina
Das ist Pappacoda!

ANNINA
leise
So schweige doch!

PAPPACODA
der vor Schreck eine Schüssel fallen lässt, leise
Das ist Ciboletta!
laut
Ja ja, ich bin ein Koch!

ALLE ANDEREN
Ja ja, das ist ein Koch!

CARAMELLO
beiseite
Ach! Zeuge und Beistand mir zu sein,
Bracht' ich den Leidensgenossen herein!

PAPPACODA
für sich
Na wart, Ciboletta, du kannst dich freun!

HERZOG
zu den Damen
Kommt, kommt, Ihr holden Frauen,
Lasst jetzt uns soupieren!
Wir wollen scherzen und lachen,
Werden superb uns amüsieren!
zu Annina
Bald küss ich dich,
zu Ciboletta
Bald wieder dich!
zu Annina
So lieb ich dich!
(Zu Ciboletta.)
So lieb ich dich!

ANNINA, CIBOLETTA
Warum sollt' ich nicht mit dem Herzog soupiern?
Zu drei'n kann ein Tête-à-tête keinen geniern!
Ob Caramello/Pappacoda vor Wut ausser sich -
Was kümmert's mich?

CARAMELLO
grollend für sich.
Meineidige Annina!

PAPPACODA
ebenso.
Treulose Ciboletta!

CARAMELLO, PAPPACODA
Du willst mit ihm soupieren,
Lässt dich allzuleicht
Vom Glanze verführen?!
Kannst du so ganz vergessen mich?
Pfui, schäme dich!

HERZOG
sich zärtlich zu Annina neigend.
Wie klopft in Ihrer Nähe das Herz mir froh

CARAMELLO
fährt mit einer Weinflasche zwischen die beiden.
Befehlen Hoheit Rheinwein oder Bordeaux?
schenkt ein

HERZOG
zu Ciboletta geneigt.
Sie sprechen ja zu mir kein Wörtchen mehr!

PAPPACODA
fährt mit der Schüssel zwischen die beiden
Hier ist Boeuf à la mode! Bitte sehr!

HERZOG
zornig
Packt euch hinaus! Ihr langweilt mich!

ANNINA, CIBOLETTA
beiseite, zugleich
Er ärgert sich!

CARAMELLO
leise zu Pappacoda
Jetzt hol ich die andern!
Den Wein nehm ich mit!
Ab

HERZOG
zu Annina
Du bist das schönste Weib der Welt,
Bist aller Frauen höchste Zier!
Glücklich der Mann, der dir gefällt,
Rücke doch näher her zu mir!



ZWÖLFTER AUFTRITT
Vorige. Die Gäste des Herzogs. Ein Herold.

Caramello zieht jetzt rasch die Vorhänge zurück. Man sieht in den von Masken, Senatoren usw. belebten Saal.
In der Mitte auf einem tragbaren Gerüst ein hübsches Mädchen in einem symbolischen Karnevalskostüm, eine
bunte Fahne in der Hand, umlagert von Tänzerinnen.
Phantastische Beleuchtung.

HEROLD
gesprochen.
Um zwölf Uhr zieht nach altem Satz
Die Maskenschar zum Markuspiatz!
Dort kommt man schon
Zu holen Euch
Mit Sang und Klang!

HERZOG
Verhasster Zwang!
gibt ein Zeichen; der Maskenzug bewegt sich nach vorn

CHOR
Jetzt ist's Zeit zur Lustbarkeit,
Drum, Freunde, seid bereit!
Lebenslust, Schwellt die Brust,
Gibt tins das Geleit!
Mondlicht strahlt in voller Pracht,
Der Sternenhimmel lacht!
Welch ein Bild,
Wonnig mild,
Gibt Venedigs Nacht! Karneval
Ruft uns zum Ball
Er ist Souverän!
Zögert nicht,
Denn was er spricht,
Muss sofort geschehn!
Frisch hinaus zum Markusplatz,
Musik zielst uns voran,
Arm in Arm mit seinem Schatz,
Folgt fröhlich jedermann!
Hinaus!

HEROLD
zum Herzog
Bereit seht Ihr schon der Masken Schwarm,
Die Stunde schlug, es ist schon spät!

HERZOG
zu Annina und Ciboletta
Wohlan, meine Damen, Ihren Arm,
Fügen wir uns der Majorität,
seufzend
weil es anders nicht geht!

ANNINA, CIBOLETTA
lachend
Weil es anders nicht geht!

Man hört von fern Glockengeläute

ALLE
Horch! Von San Marco der Glocken Geläut
Kündet die Mitternacht,
Kündet die Mitternacht,
Mahnend ertönet ihr Ruf: es ist Zeit,
Dass laute Lust hier erwacht!
Wer sich will der Freude weihn,
Der komme nicht allein,
Wen sein Liebchen liess im Stich,
Der such' ein andres sich!
Frisch hinaus zum Markusplatz,
Musik zieht uns voran,
Arm in Arm mit seinem Schatz
Folgt fröhlich jedermann!
Hinaus! Hinaus!

ANNINA
nimmt aus der Hand der Karnevalsfigur die Fahne, schwingt sie fröhlich
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

ALLE
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

ANNINA, CIBOLETTA
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

ALLE
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

CARAMELLO
hat Annina die Fahne aus der Hand genommen, kommt, das Banner fröhlich schwingend, nach vorn
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

ALLE
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

CARAMELLO
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

ALLE
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

HERZOG
übernimmt die Fahne von Caramello
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!
Die immerdar ihm treu ergeben war!

Bacchantischer Tanz, Männer tragen die Karnevalsfigur nach vorn bis in die Mitte der Bühne

ALLE
Alle maskiert, alle maskiert,
Wo Spass, wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert alle maskiert,
Cospetto, wie amüsant das wird!

Vorhang.
NEUNTER AUFTRITT
Annina. Herzog. Dann Caramello. Später Pappacoda.
Zuletzt Delacqua, Barbaruccio und Testaccio

HERZOG
kommt von rechts
Dieser Spektakel! Den hat mir sicher Caramello angerichtet!
zurücksprechend
Die Luft ist rein, kommen Sie, Signora!

ANNINA
kommt lächelnd
Mit einem Wort, Sie geben Ihre Bemühungen auf?

HERZOG
Noch lange nicht, schöne Signora Barbara! Ihre Kälte macht Sie mir nur noch begehrlicher!
er eilt auf sie zu, will sie umfangen
Ich liebe Sie, Signora ... ich liebe Sie!
will sie küssen

CARAMELLO
der plötzlich eintritt
Ho ... Ho . . Ho.....Hoheit!

HERZOG
lässt Annina frei
Was willst du denn wieder?

CARAMELLO
Einer der Herren Senatoren wünscht
seine Aufwartung zu machen!

HERZOG
Wirf ihn hinaus!

CARAMELLO
Oh.... Das geht nicht
auf die Lange Nase Pappacodas zeigend, die langsam, nach und nach, hinter der Portiere sichtbar wird
Seine Nase ist schon da . . . gleich wird der ganze Senator da sein!
Pappacoda kommt als "Senator"
Da ist er schon!

PAPPACODA
sich verbeugend
Oh ... Euer Hoheit!
zu Caramello
Was soll ich denn reden?

CARAMELLO
leise
Was du willst! Du bist ja ein Senator!
im selben Moment treten Delacqua, Barbaruccio und Testaccio auf

DELACQUA
Oh, der Herzog, Hoheit!

BARBARUCCIO
Hoheit!

TESTACCIO
Hoheit!

HERZOG
deckt Annina, leise zu ihr
Fassung, Barbara, die Ehemänner sind blind!
laut)
Ich begrüsse alle vier Senatoren!

DELACQUA, BARBARUCCIO, TESTACCIO
Vier? - Wo? - Ah! - Da!

DELACQUA
zu Pappacoda, der sich ängstlich drücken will
Wie mir scheint, Kollege Grimaldi!

PAPPACODA
mit verstellter Stimme
Nein, ich bin der andere!

BARBARUCCIO
Nein. Ich kenne keinen Senator mit einer solchen Gurkennase!

TESTACCIO
Die Nase scheint falsch zu sein!

DELACQUA
Vielleicht der ganze Senator!
zu Pappacoda
Wer das geheiligte Kleid der Senatoren als Maskenkostüm trägt, den straft das Gesetz mit einem Jahr Galeere!

PAPPACODA
O maccheronata! Jetzt, Frechheit, hilf!

HERZOG
ungeduldig
Nun, meine Herren?

BARBARUCCIO
Hoheit, wir kommen, für das glänzende Fest zu danken! Ein echt italienisches Fest!

DELACQUA, TESTACCIO
Echt italienisch!

HERZOG
Zu gütig! Es galt ja, Venedigs Senat zu ehren! Leider wurde der Beschluss gefasst,
die Damen vom Fest auszuschliessen!

DELACQUA
Nun, ich habe mich um diesen Beschluss nicht gekümmert, denn meine Frau ist von Treviso
zurückgekehrt und befindet sich hier!
Der Herzog und Annina sehen sich betroffen an
Sie brennt vor Verlangen, Euer Hoheit vorgestellt zu werden!
eilt ab

PAPPACODA
sich vordrängend
Auch meine Frau brennt darauf, Euer Hoheit ins Angesicht zu treten!
verneigt sich

CARAMELLO
leise zu Pappacoda
Komm, komm - Du musst mir helfen!

PAPPACODA
Euer Hoheit - con piacere - cavaliere - habe die Ehre...

ab mit Caramello. Auch Barbaruccio und Testaccio entfernen sich


ZEHNTER AUFTRITT
Der Herzog. Annina. Dann Delacqua mit Ciboletta

HERZOG
zu Annina
Was soll ich davon denken? Hat denn Delacqua zwei Frauen?

ANNINA
Zwei Frauen? Er hat gerade genug an einer!
Ich bin die echte, so wahr Caramello Barbara Delacqua entführte!

HERZOG
Ja, wen will er uns denn da bringen?

DELACQUA
kommt mit Ciboletta, die einen schwarzen Domino trägt und eine Larve vor dem Gesicht hat.
So, Euer Hoheit, hier ist meine Gemahlin!

HERZOG
sich verbeugend
Signora!

DELACQUA
zu Ciboletta
Wir sind Unter uns, du kannst die Larve abnehmen! Ich erlaube es dir!

HERZOG
Und ich bitte darum!

Ciboletta demaskiert sich und lässt die Kapuze ihres Dominos fallen

ANNINA
für sich
Ciboletta!
leise zum Herzog
Das ist meine Zofe!

HERZOG
leise
Die Zofe? Oh, unverschämt!

DELACQUA
leise zu Ciboletta
Vergiss nicht, was ich dir eingeschärft habe! Du bist für heute abend meine Frau und
bittest um den Verwalterposten für mich!
laut
Begrüsse Seine Hoheit, Barbara!

Ciboletta macht eine tiefe Verbeugung und küsst dem Herzog die Hand

HERZOG
heiter, ironisch
Ich bin entzückt, Venedigs schönste Frau endlich persönlich kennenzulernen!

CIBOLETTA
Na na schönste Frau? Euer Gnaden,
Herr Herzog, nehmen das Maul gar zu voll!
gibt dem Herzog einen Rippenstoss

DELACQUA
leise
Wirst du schweigen!
zum Herzog
Hoheit müssen meiner Gattin verzeihen

HERZOG
O bitte... Ich finde Signora reizend! Dies ungeschminkte Wesen,
diese Haltung - alle diese Reize hatte ich sozusagen vorgeahnt, als ich meiner
Bewunderung im vergangenen Karneval in jener Serenade Ausdruck gab, die Signora Barbara so sehr gefiel!
leise zu Annina
Denken Sie noch jenes Abends, schöne Frau?

ANNINA
verlegen
Freilich, freilich ... wie sollte ich nicht?

DELACQUA
Was für eine Serenade?


Nr. 12 - Serenade

HERZOG
Ninana, Ninana, dir will ich singen,
Ninana, Ninana, hör mich an!
Ninananana, Ninananana, horch auf das Klingen,
Ninananana, Ninananana, antworte dann!

Heb auf dein Köpfchen, Liebste, träume nicht,
O hör mich an, schlummre noch nicht ein!
Ich sage dir vier Worte von Gewicht,
Du musst voll Andacht dein Ohr dazu mir leihn!
Das erste: Dass um dich mein Herze bricht,
Das zweite: Ich will dein fürs Leben sein!
Das dritte: Dass ich dir mein Heil befehle,
Das letzte: Dich allein liebt meine Seele!

ANNINA, CIBOLETTA
Ninana, Ninana - ach! ach!

HERZOG, DELACQUA
Ninana, Ninana, schönste der Frauen,
Ninana, Ninana, du bist mein Glück!

ALLE VIER
Ninananana, Ninananana, lass dich erschauen,
Ninananana, Ninananana, ach, einen Blick!

HERZOG
Du gingst am Montag wie ein Stern mir auf
Und schienest reizend am Dienstag mir,
Allein viel schöner noch am Mittwoch drauf!
Zu Füssen lag ich am Donnerstag dir
Am Freitag hob dein Blick mich wieder auf;
Hab am Samstag dann gelauscht an deiner Tür;
Und durft' ich dich im Glanz am Sonntag sehen,
Da war um den Verstand es bald geschehen!

ANNINA, CIBOLETTA
Ninana, Ninana - ach! ach!

HERZOG, DELACQUA
Ninana, Ninana, schönste der Frauen,
Ninana, Ninana, du bist mein Glück!

ALLE VIER
Ninananana, Ninananana, lass dich erschauen,
Ninananana, Ninananana, ach, einen Blick!

Nach der Serenade geht der Herzog mit Annina etwas in den Hintergrund

DELACQUA
leise zu Ciboletta
Alles geht gut, du gefällst dem Herzog! Jetzt sprich!
stösst Sie

CIBOLETTA
stotternd
Herr Herzog! Herr Herzog!

HERZOG
Sie wünschen?

DELACQUA
auf Ciboletta weisend
Meine . . . Madonna Barbara hat ein Anliegen!

HERZOG
Ist im vorhinein gewährt!

DELACQUA
zärtlich
Also sprich, mein Täubchen von San Marco, sprich!
Gibt ihr einen Rippenstoss. leise
So rede doch, du dummes Ding!

CIBOLETTA
Mein Gott, ich möcht Euer Gnaden schön gebeten haben um einen Posten in Euer Gnaden Haus!

HERZOG
Also, um welchen Posten handelt es sich denn?

DELACQUA
souffliert Ciboletta
Verwalter ... Verwalter

CIBOLETTA
Nun, der Mann möchte gern herzoglicher Leibkoch werden.

HERZOG
lachend
Leibkoch?

ANNINA
ebenso
Leibkoch?

DELACQUA
wütend, für sich
Ich Leibkoch?
leise zu Ciboletta
Verwalter! Verwalter!
stösst sie verstohlen

CIBOLETTA
ohne sich urn Delacqua zu kümmern
Es ist ein braver Bursche, namens Pappacoda, der Makkaroni kocht und
Stockfisch mit Zwiebeln wie kein zweiter!

HERZOG
lachend
Makkaroni?

ANNINA
lachend
Stockfisch?

CIBOLETTA
zu Delacqua
Nicht wahr, Signor, Stockfisch?

DELACQUA
wütend
Ja, ja!

HERZOG
Nun, wenn sich Signora Delacqua für Pappacoda verwendet, soll er Leibkoch werden!

CIBOLETTA
Ach, Herzog, dafür muss ich Ihnen einen Kuss geben!
fällt ihm um den Hals und küsst ihn

DELACQUA
reisst sie vom Herzog weg
Du vergisst dich, meine Liebe! Du gehst zu weit!
zum Herzog
Euer Hoheit wollen meiner Gemahlin verzeihen
zu Ciboletta
Jetzt komm und freu dich!
will sir mit sich ziehen

CIBOLETTA
hält sich an einem Sessel fest
Nein, nein, ich will hier bleiben, es gefällt mir hier sehr gut!

HERZOG
Ah, Signor Delacqua, wenn es Ihrer Gattin hier gefällt, so gönnen Sie ihr doch das Vergnügen!

DELACQUA
übertrieben freundlich
Ach ja, gönnen wir ihr das Vergnügen!
streichelt ihr zärtlich die Wangen und gibt ihr dabei verstohlen einen Backenstreich
Ich muss jetzt leider fort!
verbeugt sich
Hoheit!
Ab

HERZOG
zu Annina
Das Muster eines galanten Ehemannes! Ich will aber doch sehen, ob er wirklich geht!
eilt ihm nach


ELFTER AUFTRITT
Annina. Ciboletta. Dann der Herzog. Zuletzt Caramello

ANNINA
nimmt die Larve ab
Ach, Ciboletta, bald hättest du mit deinem Pappacoda alles verdorben!

CIBOLETTA
erstaunt aufschreiend
Annina! Du hier?

ANNINA
Ja, man hält mich hier für Delacquas Frau!

CIBOLETTA
stolziert nach vorn
Dich? Das bin ja ich

ANNINA
Ich auch! Ich bitte dich, bleibe dabei, dass ich Barbara Delacqua bin!

CIBOLETTA
Und ich?

ANNINA
Do bist, was du bist - meine Zofe!

CIBOLETTA
Deine Zofe?

ANNINA
nervös
Barbara Delacquas Zofe! Still, da ist der Herzog!

HERZOG
kommt zurück
So, Dciacqua stört uns nicht mehr!
zu Ciboletta
Ah, ich sehe, wir haben an dir eine Vertraute gewonnen! Ja, Mädchen, ich liebe deine Herrin!

CIBOLETTA
Signora Barbara Delacqua?

HERZOG
Freilich! Hat sie es dir denn nicht gesagt? Ich liebe sie!
küsst Annina

CIBOLETTA
für sich
Mein Gott, Annina liebt er auch! Was der alles zusammenliebt!

HERZOG
wendet sich zur Tür, rufi
Caramello!

CARAMELLO
kommt, verbeugt sich
Hoheit!?

HERZOG
Schliesse den Vorhang!

CARAMELLO
Den Vorhang?

HERZOG
Und hierher - das Souper!

CARAMELLO
Das Souper? o je!

HERZOG
Geh!

CARAMELLO
O weh!
schliesst die Vorhänge. Man sieht jetzt nur die Vorderbühne als intimen Raum für die nächste Szene

HERZOG
Das Souper!

CARAMELLO
Adje!
heimlich zu Ciboletta
Iss dich an, du bist nicht alle Tage bei einem Herzog!
Ab

ANNINA
Wie? Ich soll mit meiner Zofe soupieren?

HERZOG
reicht beiden die Arme
Ja. Soupieren zu dreien - die Herrin - die Dienerin - der Sklave! Also zu Tische!

ANNINA
Zu Tische!

Die Wandlichter werden gelöscht, Pagen bringen von links einen gedeckten Tisch mit zwei grossen Leuchtern


Nr. 13 - Finale

HERZOG
Lasset die andern tanzen da,
Tralalala, tralaiala!
Ich bleibe lieber bei Barbara!
Tralalala, tralalala!
Die Herrin zur Rechten, die Zofe zur Linken,
Recht vertraulich und nah!
Ich seh ein Souper heute abend mir winken,
Wie keins ich noch sah!
Er hat beide Damen zu Tisch geführt. Zu Caramello, der mit Wein eintritt
Caramello, schon wieder da? Was drängst du dich hier ein?

CARAMELLO
Hoheit wollen mir verzeihn! Da die Diener doch genieren, Wollte ich Euch selbst servieren!

ANNINA
leise zu Ciboletta
Bleibe da, bleibe mir nah!

CIBOLETTA
leise zu Annina
Recht gern, gewiss, ja ja!

HERZOG
auf Pappacoda deutend, der jetzt als Koch gekleidet eintritt und einige Schüsseln balanciert, zu Caramello
Wen bringst du da noch?

CARAMELLO
Das ist nur ein Koch!

HERZOG
So so, ein Koch?

CARAMELLO
Jaja, ein Koch!

PAPPACODA
Ach ja, ich bin ein Koch!

CIBOLETTA
leise zu Annina
Das ist Pappacoda!

ANNINA
leise
So schweige doch!

PAPPACODA
der vor Schreck eine Schüssel fallen lässt, leise
Das ist Ciboletta!
laut
Ja ja, ich bin ein Koch!

ALLE ANDEREN
Ja ja, das ist ein Koch!

CARAMELLO
beiseite
Ach! Zeuge und Beistand mir zu sein,
Bracht' ich den Leidensgenossen herein!

PAPPACODA
für sich
Na wart, Ciboletta, du kannst dich freun!

HERZOG
zu den Damen
Kommt, kommt, Ihr holden Frauen,
Lasst jetzt uns soupieren!
Wir wollen scherzen und lachen,
Werden superb uns amüsieren!
zu Annina
Bald küss ich dich,
zu Ciboletta
Bald wieder dich!
zu Annina
So lieb ich dich!
(Zu Ciboletta.)
So lieb ich dich!

ANNINA, CIBOLETTA
Warum sollt' ich nicht mit dem Herzog soupiern?
Zu drei'n kann ein Tête-à-tête keinen geniern!
Ob Caramello/Pappacoda vor Wut ausser sich -
Was kümmert's mich?

CARAMELLO
grollend für sich.
Meineidige Annina!

PAPPACODA
ebenso.
Treulose Ciboletta!

CARAMELLO, PAPPACODA
Du willst mit ihm soupieren,
Lässt dich allzuleicht
Vom Glanze verführen?!
Kannst du so ganz vergessen mich?
Pfui, schäme dich!

HERZOG
sich zärtlich zu Annina neigend.
Wie klopft in Ihrer Nähe das Herz mir froh

CARAMELLO
fährt mit einer Weinflasche zwischen die beiden.
Befehlen Hoheit Rheinwein oder Bordeaux?
schenkt ein

HERZOG
zu Ciboletta geneigt.
Sie sprechen ja zu mir kein Wörtchen mehr!

PAPPACODA
fährt mit der Schüssel zwischen die beiden
Hier ist Boeuf à la mode! Bitte sehr!

HERZOG
zornig
Packt euch hinaus! Ihr langweilt mich!

ANNINA, CIBOLETTA
beiseite, zugleich
Er ärgert sich!

CARAMELLO
leise zu Pappacoda
Jetzt hol ich die andern!
Den Wein nehm ich mit!
Ab

HERZOG
zu Annina
Du bist das schönste Weib der Welt,
Bist aller Frauen höchste Zier!
Glücklich der Mann, der dir gefällt,
Rücke doch näher her zu mir!



ZWÖLFTER AUFTRITT
Vorige. Die Gäste des Herzogs. Ein Herold.

Caramello zieht jetzt rasch die Vorhänge zurück. Man sieht in den von Masken, Senatoren usw. belebten Saal.
In der Mitte auf einem tragbaren Gerüst ein hübsches Mädchen in einem symbolischen Karnevalskostüm, eine
bunte Fahne in der Hand, umlagert von Tänzerinnen.
Phantastische Beleuchtung.

HEROLD
gesprochen.
Um zwölf Uhr zieht nach altem Satz
Die Maskenschar zum Markuspiatz!
Dort kommt man schon
Zu holen Euch
Mit Sang und Klang!

HERZOG
Verhasster Zwang!
gibt ein Zeichen; der Maskenzug bewegt sich nach vorn

CHOR
Jetzt ist's Zeit zur Lustbarkeit,
Drum, Freunde, seid bereit!
Lebenslust, Schwellt die Brust,
Gibt tins das Geleit!
Mondlicht strahlt in voller Pracht,
Der Sternenhimmel lacht!
Welch ein Bild,
Wonnig mild,
Gibt Venedigs Nacht! Karneval
Ruft uns zum Ball
Er ist Souverän!
Zögert nicht,
Denn was er spricht,
Muss sofort geschehn!
Frisch hinaus zum Markusplatz,
Musik zielst uns voran,
Arm in Arm mit seinem Schatz,
Folgt fröhlich jedermann!
Hinaus!

HEROLD
zum Herzog
Bereit seht Ihr schon der Masken Schwarm,
Die Stunde schlug, es ist schon spät!

HERZOG
zu Annina und Ciboletta
Wohlan, meine Damen, Ihren Arm,
Fügen wir uns der Majorität,
seufzend
weil es anders nicht geht!

ANNINA, CIBOLETTA
lachend
Weil es anders nicht geht!

Man hört von fern Glockengeläute

ALLE
Horch! Von San Marco der Glocken Geläut
Kündet die Mitternacht,
Kündet die Mitternacht,
Mahnend ertönet ihr Ruf: es ist Zeit,
Dass laute Lust hier erwacht!
Wer sich will der Freude weihn,
Der komme nicht allein,
Wen sein Liebchen liess im Stich,
Der such' ein andres sich!
Frisch hinaus zum Markusplatz,
Musik zieht uns voran,
Arm in Arm mit seinem Schatz
Folgt fröhlich jedermann!
Hinaus! Hinaus!

ANNINA
nimmt aus der Hand der Karnevalsfigur die Fahne, schwingt sie fröhlich
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

ALLE
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

ANNINA, CIBOLETTA
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

ALLE
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

CARAMELLO
hat Annina die Fahne aus der Hand genommen, kommt, das Banner fröhlich schwingend, nach vorn
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

ALLE
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!

CARAMELLO
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

ALLE
Seinem Rufe untertan,
Kommt heran, reiht euch an!
Heitre Lust ladet ein:
Jeder soll willkommen sein!

HERZOG
übernimmt die Fahne von Caramello
Jetzt gebietet der Humor,
Sein Banner flattert hoch empor,
Seinem Zepter folgt die Schar,
Die treu ihm stets ergeben war!
Die immerdar ihm treu ergeben war!

Bacchantischer Tanz, Männer tragen die Karnevalsfigur nach vorn bis in die Mitte der Bühne

ALLE
Alle maskiert, alle maskiert,
Wo Spass, wo Tollheit und Lust regiert!
Ganz ungeniert alle maskiert,
Cospetto, wie amüsant das wird!

Vorhang.



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