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ZWEITER AUFZUG

Burggarten zu Nevers wie vorher; die Gruftfenster erscheinen im matten Dämmerlicht. Gewitterhimmel, Nacht, Donner und Blitz

ERSTER AUFTRITT
Lysiart erregt von rechts hinten herbeieilend, allein

Nr. 10 - Recitativ und Arie

Recitativ

LYSIART
Wo berg' ich mich? Wo fänd' ich Fassung wieder?
Ha! toller Frevelwahn, du warst es ja,
Der sie als leichte Beute sah!
Ihr Felsen, stürzt auf mich hernieder!
Du Wiederhall, ruf' nicht das Ach
Des hoffnungslosen Strebens nach!
Nie wird sie mein! O ew'ger Qualen Hyder!

Schweigt, glüh'nden Sehnens wilde Triebe,
Ihr Auge sucht den Himmel nur;
In ihr wohnt Unschuld, Anmut, Liebe,
Ganz Wahrheit ist sie, ganz Natur.
Schweigt, wilde Triebe! schweigt, wilde Triebe!
Ihr Auge sucht den Himmel nur;
In ihr wohnt Unschuld, Anmut, Liebe,
Ganz ist sie Wahrheit, ganz Natur! Ganz Natur! -
Schweigt, glühnden Sehnens wilde Triebe,
Ihr Auge sucht den Himmel nur!

Was soll mir ferner Gut und Land?
Die Welt ist arm und öde ohne sie!
Mein ihre Huld?! - Mein wird sie nie!
Vergiss, Unseliger! Entflieh'!

Sie liebt ihn! - Und er sollte leben?
Ich schmachtend beben?
Im Staube Sieg ihm zugestehn?
O nein! Er darf nicht leben,
Ich mord' ihn unter tausend Wehn!
Doch, Hölle! Du kannst sie mir auch nicht geben;
Sie liebt ihn! - Ich muss untergehn!

Arie

So weih' ich mich den Rach'gewalten,
Sie locken mich zu schwarzer That!
Geworfen ist des Unheils Saat,
Der Todeskeim muss sich entfalten!

Zertrümm're, schönes Bild!
Fort, letzter, süsser Schmerz!
Nur sein Verderben füllt die Brust!
Zertrümmre, schönes Bild!
Fort, letzter, süsser Schmerz!
Nur sein Verderben füllt
Die sturmbewegte Brust!

Er zieht sich beobachtend nach rechts vorn zurück. Eglantine atemlos mit dem Ring aus dem Gruftgewölbe links hinten stürzend, dessen Thür hinter ihr zuschlägt


ZWEITER AUFTRITT
Lysiart rechts vorn beobachtend. Eglantine

Nr. 11 - Recitativ und Duett

Recitativ

EGLANTINE
Der Gruft entronnen, atm' ich wieder!
Ich halte dich, du unter Todesschauern,
Errungnes Unterpfand der süssen Rache!
Verhängnisvoller Ring, bezeuge du,
Dass Euryanthe Lieb' und Treu' verraten,
Und grässlich büsse, der mein Herz verwarf!

LYSIART
für sich
Was hör' ich? Glück! Willkommne Höllenkunde!

EGLANTINE
Sie dürfen nie sich wiedersehn!
Der Schlag muss fallen wie aus heitrer Luft,
Zermalmen Liebe, Hoffnung, Glück,
In Ewigkeit von Adolar sie trennen!
Wie führ' ich diesen Schlag?

Blitz

LYSIART
rasch hervortretend
Durch meine Hand!

Donner, tiefstes Dunkel

EGLANTINE
zu seiner Linken
Ich bin verloren!

LYSIART
Ruhig, ruhig, Bundgenossin;

EGLANTINE
Was willst du mir?

LYSIART
Dein finstres Werk vollziehn.
Noch heut' sollst du die Feindin elend sehn,
Und Adolar gestraft, der dich gekränkt.

EGLANTINE
Du hast mir mein Geheimnis abgelauscht!

LYSIART
sich vor ihr beugend
Zur Sühne beut dir Forest seine Hand,
Die Fesseln wandl' ich in ein Rosenband.
Beherrschen sollst du diese reichen Gauen,
Heil, Ehre, Leben darfst du mir vertrauen!

EGLANTINE
Und sprichst du wahr?

LYSIART
Bei Rache, Wut und Glut
Des ew'gen Hasses, ja!

EGLANTINE
Ich glaube dir!

Duett

EGLANTINE
Komm denn, unser Leid zu rächen,
Enden soll der Seele Qual!

LYSIART
Nimm mein feierlich Versprechen,
Rächer werd' ich und Gemahl!

EGLANTINE
Trostlos muss sie untergehn,
Die mein Leben mir geraubt!

LYSIART
In dem Staub muss ich ihn sehn,
Der zu Sternen hob sein Haupt!

EGLANTINE
Trostlos muss sie untergehn,
Die mein Leben mir geraubt!
Komm denn, unser Leid zu rächen,
Enden soll der Seele Qual!

LYSIART
In dem Staub muss ich ihn sehn,
Der zu Sternen hob sein Haupt!
Nimm mein feierlich Versprechen,
Enden soll der Seele Qual!

BEIDE
Dunkle Nacht, du hörst den Schwur!
Sei mit unsrer That im Bunde!
Dunkle Nacht, du hörst den Schwur!
Ja, es schlägt der Rache Stunde,
Rache, Rache atm' ich nur!
Ja, es schlägt der Rache Stunde,
Sei mit unsrer That im Bunde,
Dunkle Nacht! dunkle Nacht!
Nacht, du hörst den Schwur?
Rache atm' ich nur!

Beide ab rechts hinten


Verwandlung

Festlich erleuchtete Säulenhalle des Königsschlosses. In der Mitte ein offener Altan mit der Aussicht auf eine Mondlandschaft; Mitte rechts (offen) zum Innern des Schlosses; Mitte links (offen) allgemeiner Eingang. Vor den Eingängen eine Estrade, zu der einige Stufen führen, in der ganzen Breite des Saales. Vor der Estrade zwei Kandelaber mit brennenden Lichtern. Ein Kronleuchter mit brennenden Lichtern


DRITTER AUFTRITT
Adolar im Festgewande von Mitte links; allein

Nr. 12 - Arie

ADOLAR
Wehen mir Lüfte Ruh',
Strömen mir Düfte zu
Seliger Zeit?
Füllst du nach bangem Schmerz
Wieder mein ganzes Herz,
Süssestes Leid?
Liebe, wie lebst du neu,
Hoffen, wie webst du treu
Bilder der Lust!
Glaube, wie wankst du nicht,
Herz, wie erbangst du nicht
In meiner Brust!
Herz, wie erbangst du nicht?
Glaube, du wankest nicht!

Sie ist mir nah! Sie ist mir nah!
Mein Bangen war ein Traum!
O Seligkeit, dich fass' ich kaum!
Ihr Auge wird mir strahlen,
Ihr Himmelsreiz mir blüh'n.
O wie Erwartungsqualen
Dies trunk'ne Herz durchglüh'n!
Sie ist mir nah! Sie ist mir nah!

Euryanthe von rechts hinten vor der Estrade, in Adolars Arme eilend


VIERTER AUFTRITT
Euryanthe. Adolar zu ihrer Linken

Nr. 13 - Duett

EURYANTHE, ADOLAR.
Hin nimm die Seele mein,
Atme mein Leben ein!
Lass mich ganz du nur sein!
Ganz bin ich dein!
Hin nimm die Seele mein,
Atme mein Leben ein!
Hin nimm die Seele mein,
Lass mich ganz du nur sein!
Seufzer, wie Flammen weh'n,
Selig um Lind'rung fleh'n,
Lass mich in Lust und Weh'n
An deiner Brust vergeh'n.
Hin nimm die Seele mein,
Atme mein Leben ein!
Hin nimm die Seele mein,
Lass mich ganz du nur sein!
Atme mein Leben ein,
Ganz bin ich dein!
Hin nimm die Seele mein,
Lass mich ganz du nur sein!
Hin nimm die Seele mein,
Mein Leben atme ein!
Lass mich in Lust und Weh'n,
An deiner Brust vergeh'n!

Sie verweilen in Umarmung

Zwei Trabanten mit Lanzen, kommen von ausserhalb der Thür Mitte rechts und nehmen draussen Stellung als Wachen. Acht Trabanten mit Lanzen, marschieren von Mitte links herein und nehmen, indem sie die drei Mittelöffnungen gangbar lassen, auf der Estrade Stellung. Zwei Trabanten mit Lanzen, bleiben ausserhalb Mitte links als Wachen sichtbar. Die Edlen und Ritter kommen vor der Estrade von rechts und links und nehmen auf der rechten und linken Seite Aufstellung; sie begrüssen Euryanthe und Adolar. Adolar führt Euryanthe bei den Edlen und Rittern umher


FÜNFTER AUFTRITT
Adolar. Euryanthe. Edle. Ritter. Trabanten

Nr. 14 - Finale

CHOR
Leuchtend füllt die Königshallen
Euryanthes Wunderpracht.
Stern der Anmut, hold vor allen,
Strahle rein durch jede Nacht!

Sechs Königspagen erscheinen von Mitte rechts und bilden auf den Stufen Spalier. Der König erscheint mit vier Fürsten von ebenda


SECHSTER AUFTRITT
Die Vorigen. Der König tritt vor und nimmt die Mitte. Adolar und Euryanthe zu seiner Rechten. Die vier Fürsten nehmen hinter dem König Aufstellung. Die sechs Königspagen treten zwischen die beiden Kandelaber und bleiben dort bis zum Schluss des Aufzugs. Die Trabanten salutieren. Die Edlen und Ritter stehen zur Rechten und Linken

CHOR
Leuchtend füllt die Königshallen
Euryanthes Wunderpracht.
Stern der Anmut, hold vor allen,
Strahle rein durch jede Nacht!

KÖNIG
Ich grüss' Euch, edles Fräulein!

EURYANTHE
O mein König,
Wie mild und väterlich blickt Ihr auf mich!

KÖNIG
Du holdes Kind, nichts trübe deine Ruh'!

EURYANTHE
Es schützen mich die Strahlen Eurer Huld!
Doch, mein Gebieter, Frankreichs hohe Frauen
Vermiss' ich hier.

KÖNIG
Bald heissen sie Euch alle
Willkommen, freudig hoff' ich's, hoff' es fest.

Acht Pagen Lysiarts kommen von Mitte links und bilden auf den Stufen Spalier. Zwei Herolde von Mitte links, jeder mit einem Banner mit dem Wappen von Nevers und Rethel, treten bis an den Rand der Stufen vor. Lysiart tritt von Mitte links zwischen den Herolden durch bis an den Rand der Stufen. Zwei Ritter Lysiarts von Mitte links, hinter ihm


SIEBENTER AUFTRITT
Die Vorigen. Lysiart. Zwei Ritter, zwei Herolde und acht Pagen Lysiarts. Alle Anwesenden wenden sich erstaunt nach hinten und geben Raum

LYSIART
Mein König!

Er tritt vor, dem König zur Linken

CHOR
Jetzt schlägt der Entscheidung Stunde;
Allwissender, verleih' der Wahrheit Sieg!

EURYANTHE
Mich fasst ein Grauen!

ADOLAR UND KÖNIG
Mut und Vertrauen!

LYSIART
Vernimm, es muss ja sein, von meinem Munde
Ein Glück, das ich so gern verschwieg:
Die Lande Adolars sind mein!

ADOLAR
Dies Engelsantlitz straft dich Lügen. Nein!

ADOLAR UND KÖNIG
Es ist unmöglich!

EURYANTHE
Wie, mein Adolar,
Was ist geschehn? O löse dieses Bangen?

ADOLAR
Komm an mein Herz! Von deinem Arm umfangen,
Der Hölle Trotz!
Dies Engelsantlitz kann nicht lügen,
Nein, nein, nein! es ist unmöglich, nein!

LYSIART
Beweise bring ich dar.

CHOR
Weh, Euryanthe, was hast du begangen?

LYSIART
Bewundernswürdig ist's gelungen,
Dies stolze Herz im Sturm errungen!

EURYANTHE
Was hör' ich! Lysiart! Errungen! Ihr!
Mein Herz? - Den Blick erhobt Ihr nicht zu mir.

LYSIART
So schnöde nun, so liebreich noch zur Stunde?

ADOLAR
Zur Fehde! zur Fehde!

ADOLAR, CHOR
Zur Fehde! zur Fehde! zur Fehde!

KÖNIG
Nein, gebt klare Kunde,
Zeigt den Beweis!

LYSIART
zieht einen Ring vom Finger
Dies Unterpfand
Der Liebe reichte mir die schönste Hand,
Mit Trauer muss ich wiedergeben,
Was ich empfangen ohne Widerstand!
Er giebt Euryanthe den Ring

EURYANTHE
den Ring emporhebend und auf die Kniee stürzend
Der du die Unschuld kennst, beschütz' mein Leben!
Und wollte mich ein Höllennetz umweben,
Du rettest mich, wirst aus der Nacht mich heben!

ADOLAR
zu Lysiart
Nein, du errangst den Ring durch List!
Indem er Euryanthe aufhebt
Mein reiner Engel, kannst du zagen?

LYSIART
Wer sonst als Euryanth' und du kann sagen,
Was dieses Rings Bedeutung ist?
Die Gruft nur kannte Emmas Thaten!

ADOLAR
Sprich, Euryanthe! hast du mich verraten?

EURYANTHE
O Unglücksel'ge!

ADOLAR
Brachst du deinen Eid?

EURYANTHE
Ich that es.

ADOLAR
Schlange!

EURYANTHE
Unermesslich Leid!
Doch treulos bin ich nicht.

ADOLAR
Verworfne du,
Verstumme!

LYSIART
Höre mir mit Fassung zu.
Die Wahrheit sprech' ich kühn und frei:
In heller Mondennacht, am letzten Mai -

ADOLAR
Vollende nicht, nimm alles, alles hin,
Mein Leben mit!

EURYANTHE
wendet sich, an Adolar vorüber, auf die rechte Ecke
Ach!

CHOR
Ha, die Verräterin!
O Unthat, grässlichste von allen,
Die jemals auf der Welt erhört!
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen!

EURYANTHE
Lass mich empor zum Lichte wallen,
Du, der die inn're Stimme hört!

KÖNIG
Mein Glaub' an Tugend ist zerstört,
Denn dieser Engel konnte fallen.

EURYANTHE
Lass mich empor zum Lichte wallen,
Du, der die inn're Stimme hört!

LYSIART
Triumph! mein Flehen ist erhört
Und meinen Sieg sehn diese Hallen!

ADOLAR
Fern in das Elend will ich wallen,
Wo niemand meinen Namen hört.

CHOR
O Unthat, grässlichste von allen,
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen!
Ha, die Verräterin!
O Unthat, grässlichste von allen,
Die jemals auf der Welt erhört!
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen,
Der Treue Bund zerstört!

LYSIART
kniet nieder
Verleih mein Recht mir, grosser König, nun!
Als Graf zu Nevers huldigt dir dein Knecht!

Die zwei Herolde Lysiarts mit ihren Bannern treten von der Estrade herunter und nehmen hinter dem König Aufstellung. Die zwei Ritter Lysiarts nähern sich ihrem Herrn und treten ihm zur Linken

KÖNIG
nimmt das Banner des ihm zur Linken stehenden Herolds, schwenkt es über Lysiart und giebt es dem Herold zurück
Nimm hin das neue Leh'n, üb' Treu und Recht!
Dir möge Gott nach deinen Werken thun.

Er ergreift das Banner des ihm zur Rechten stehenden Herolds, schwenkt es über Lysiart und giebt es dem Herold zurück. Die Versammelten Adolar, Pagen, Herolde und Wachen ausgenommen, ziehen die Schwerter und halten sie mit beiden Händen vor die Brust, die Spitze nach oben gerichtet. Nach Beendigung der Belehnung werden die Schwerter eingesteckt. Lysiart erhebt sich. Die links stehenden Edlen des Königs ziehen sich nach rechts hinüber zu den andern. Das Gefolge Lysiarts nimmt die linke Seite. Die Pagen Lysiarts treten vor und nehmen hinter den Rittern links Aufstellung

ADOLAR
ergreift Euryanthe bei der linken Hand und will sie mit sich fortziehen
Komm Euryanth'?

EURYANTHE
Willkommenes Gebot!
Ich folge dir in Not und Tod!

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut.

ADOLAR
O lasst, kein Auge soll mich sehn!

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn!

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut!

KÖNIG
Mein Jüngling, du willst von mir gehn?

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut!

ADOLAR
O lasst, kein Auge soll mich sehn!

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn!
Wie schwelgt' in seiner Qual die Wut!

EURYANTHE
Vernimm, o Gott, der Unschuld Flehn,
Es wallt dein Kind in deiner Hut.

ADOLAR
Fern in das Elend will ich wallen,
Wo niemand meinen Namen hört!

KÖNIG
Mein Jüngling, du willst von mir gehn?

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn,
Wie schwelgt in seiner Qual die Wut!

EURYANTHE
Vernimm, o Gott, der Unschuld Flehn!
Es wallt dein Kind in seiner Hut!

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut!

Ha, die Verräterin! O Unthat!

KÖNIG
Mein Jüngling, du willst von mir gehn?

ADOLAR
O lasst! kein Auge soll mich sehn!

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn!

CHOR
O Unthat, grässlichste von allen,
Die jemals auf der Welt erhört!
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen!

ALLE
Du gleissend Bild, du bist enthüllt.
Schnell folgte Strafe deinen Thaten!
Du bist enthüllt, du gleissend Bild!

EURYANTHE
Hört niemand denn der Unschuld Flehn?

Sie wendet sich flehend und ihre Unschuld beteuernd zu den Rittern. Alle weisen sie barsch zurück und sie wirft sich dem König zu Füssen. Der König wendet sich kurz von ihr ab. Euryanthe wankt nach vorn, sinkt auf die Knie und hebt die gefalteten Hände empor

ALLE
Weh! das Mass des Frevels ist gefüllt!
Du gleissend Bild, du bist enthüllt!
Das Mass des Frevels ist gefüllt!
Weh dir! die Lieb' und Treu' verraten!
Du gleissend Bild, du bist enthüllt!

Adolar nähert sich Euryanthe, ergreift sie bei der Hand und zieht sie nach Mitte links ab
ZWEITER AUFZUG

Burggarten zu Nevers wie vorher; die Gruftfenster erscheinen im matten Dämmerlicht. Gewitterhimmel, Nacht, Donner und Blitz

ERSTER AUFTRITT
Lysiart erregt von rechts hinten herbeieilend, allein

Nr. 10 - Recitativ und Arie

Recitativ

LYSIART
Wo berg' ich mich? Wo fänd' ich Fassung wieder?
Ha! toller Frevelwahn, du warst es ja,
Der sie als leichte Beute sah!
Ihr Felsen, stürzt auf mich hernieder!
Du Wiederhall, ruf' nicht das Ach
Des hoffnungslosen Strebens nach!
Nie wird sie mein! O ew'ger Qualen Hyder!

Schweigt, glüh'nden Sehnens wilde Triebe,
Ihr Auge sucht den Himmel nur;
In ihr wohnt Unschuld, Anmut, Liebe,
Ganz Wahrheit ist sie, ganz Natur.
Schweigt, wilde Triebe! schweigt, wilde Triebe!
Ihr Auge sucht den Himmel nur;
In ihr wohnt Unschuld, Anmut, Liebe,
Ganz ist sie Wahrheit, ganz Natur! Ganz Natur! -
Schweigt, glühnden Sehnens wilde Triebe,
Ihr Auge sucht den Himmel nur!

Was soll mir ferner Gut und Land?
Die Welt ist arm und öde ohne sie!
Mein ihre Huld?! - Mein wird sie nie!
Vergiss, Unseliger! Entflieh'!

Sie liebt ihn! - Und er sollte leben?
Ich schmachtend beben?
Im Staube Sieg ihm zugestehn?
O nein! Er darf nicht leben,
Ich mord' ihn unter tausend Wehn!
Doch, Hölle! Du kannst sie mir auch nicht geben;
Sie liebt ihn! - Ich muss untergehn!

Arie

So weih' ich mich den Rach'gewalten,
Sie locken mich zu schwarzer That!
Geworfen ist des Unheils Saat,
Der Todeskeim muss sich entfalten!

Zertrümm're, schönes Bild!
Fort, letzter, süsser Schmerz!
Nur sein Verderben füllt die Brust!
Zertrümmre, schönes Bild!
Fort, letzter, süsser Schmerz!
Nur sein Verderben füllt
Die sturmbewegte Brust!

Er zieht sich beobachtend nach rechts vorn zurück. Eglantine atemlos mit dem Ring aus dem Gruftgewölbe links hinten stürzend, dessen Thür hinter ihr zuschlägt


ZWEITER AUFTRITT
Lysiart rechts vorn beobachtend. Eglantine

Nr. 11 - Recitativ und Duett

Recitativ

EGLANTINE
Der Gruft entronnen, atm' ich wieder!
Ich halte dich, du unter Todesschauern,
Errungnes Unterpfand der süssen Rache!
Verhängnisvoller Ring, bezeuge du,
Dass Euryanthe Lieb' und Treu' verraten,
Und grässlich büsse, der mein Herz verwarf!

LYSIART
für sich
Was hör' ich? Glück! Willkommne Höllenkunde!

EGLANTINE
Sie dürfen nie sich wiedersehn!
Der Schlag muss fallen wie aus heitrer Luft,
Zermalmen Liebe, Hoffnung, Glück,
In Ewigkeit von Adolar sie trennen!
Wie führ' ich diesen Schlag?

Blitz

LYSIART
rasch hervortretend
Durch meine Hand!

Donner, tiefstes Dunkel

EGLANTINE
zu seiner Linken
Ich bin verloren!

LYSIART
Ruhig, ruhig, Bundgenossin;

EGLANTINE
Was willst du mir?

LYSIART
Dein finstres Werk vollziehn.
Noch heut' sollst du die Feindin elend sehn,
Und Adolar gestraft, der dich gekränkt.

EGLANTINE
Du hast mir mein Geheimnis abgelauscht!

LYSIART
sich vor ihr beugend
Zur Sühne beut dir Forest seine Hand,
Die Fesseln wandl' ich in ein Rosenband.
Beherrschen sollst du diese reichen Gauen,
Heil, Ehre, Leben darfst du mir vertrauen!

EGLANTINE
Und sprichst du wahr?

LYSIART
Bei Rache, Wut und Glut
Des ew'gen Hasses, ja!

EGLANTINE
Ich glaube dir!

Duett

EGLANTINE
Komm denn, unser Leid zu rächen,
Enden soll der Seele Qual!

LYSIART
Nimm mein feierlich Versprechen,
Rächer werd' ich und Gemahl!

EGLANTINE
Trostlos muss sie untergehn,
Die mein Leben mir geraubt!

LYSIART
In dem Staub muss ich ihn sehn,
Der zu Sternen hob sein Haupt!

EGLANTINE
Trostlos muss sie untergehn,
Die mein Leben mir geraubt!
Komm denn, unser Leid zu rächen,
Enden soll der Seele Qual!

LYSIART
In dem Staub muss ich ihn sehn,
Der zu Sternen hob sein Haupt!
Nimm mein feierlich Versprechen,
Enden soll der Seele Qual!

BEIDE
Dunkle Nacht, du hörst den Schwur!
Sei mit unsrer That im Bunde!
Dunkle Nacht, du hörst den Schwur!
Ja, es schlägt der Rache Stunde,
Rache, Rache atm' ich nur!
Ja, es schlägt der Rache Stunde,
Sei mit unsrer That im Bunde,
Dunkle Nacht! dunkle Nacht!
Nacht, du hörst den Schwur?
Rache atm' ich nur!

Beide ab rechts hinten


Verwandlung

Festlich erleuchtete Säulenhalle des Königsschlosses. In der Mitte ein offener Altan mit der Aussicht auf eine Mondlandschaft; Mitte rechts (offen) zum Innern des Schlosses; Mitte links (offen) allgemeiner Eingang. Vor den Eingängen eine Estrade, zu der einige Stufen führen, in der ganzen Breite des Saales. Vor der Estrade zwei Kandelaber mit brennenden Lichtern. Ein Kronleuchter mit brennenden Lichtern


DRITTER AUFTRITT
Adolar im Festgewande von Mitte links; allein

Nr. 12 - Arie

ADOLAR
Wehen mir Lüfte Ruh',
Strömen mir Düfte zu
Seliger Zeit?
Füllst du nach bangem Schmerz
Wieder mein ganzes Herz,
Süssestes Leid?
Liebe, wie lebst du neu,
Hoffen, wie webst du treu
Bilder der Lust!
Glaube, wie wankst du nicht,
Herz, wie erbangst du nicht
In meiner Brust!
Herz, wie erbangst du nicht?
Glaube, du wankest nicht!

Sie ist mir nah! Sie ist mir nah!
Mein Bangen war ein Traum!
O Seligkeit, dich fass' ich kaum!
Ihr Auge wird mir strahlen,
Ihr Himmelsreiz mir blüh'n.
O wie Erwartungsqualen
Dies trunk'ne Herz durchglüh'n!
Sie ist mir nah! Sie ist mir nah!

Euryanthe von rechts hinten vor der Estrade, in Adolars Arme eilend


VIERTER AUFTRITT
Euryanthe. Adolar zu ihrer Linken

Nr. 13 - Duett

EURYANTHE, ADOLAR.
Hin nimm die Seele mein,
Atme mein Leben ein!
Lass mich ganz du nur sein!
Ganz bin ich dein!
Hin nimm die Seele mein,
Atme mein Leben ein!
Hin nimm die Seele mein,
Lass mich ganz du nur sein!
Seufzer, wie Flammen weh'n,
Selig um Lind'rung fleh'n,
Lass mich in Lust und Weh'n
An deiner Brust vergeh'n.
Hin nimm die Seele mein,
Atme mein Leben ein!
Hin nimm die Seele mein,
Lass mich ganz du nur sein!
Atme mein Leben ein,
Ganz bin ich dein!
Hin nimm die Seele mein,
Lass mich ganz du nur sein!
Hin nimm die Seele mein,
Mein Leben atme ein!
Lass mich in Lust und Weh'n,
An deiner Brust vergeh'n!

Sie verweilen in Umarmung

Zwei Trabanten mit Lanzen, kommen von ausserhalb der Thür Mitte rechts und nehmen draussen Stellung als Wachen. Acht Trabanten mit Lanzen, marschieren von Mitte links herein und nehmen, indem sie die drei Mittelöffnungen gangbar lassen, auf der Estrade Stellung. Zwei Trabanten mit Lanzen, bleiben ausserhalb Mitte links als Wachen sichtbar. Die Edlen und Ritter kommen vor der Estrade von rechts und links und nehmen auf der rechten und linken Seite Aufstellung; sie begrüssen Euryanthe und Adolar. Adolar führt Euryanthe bei den Edlen und Rittern umher


FÜNFTER AUFTRITT
Adolar. Euryanthe. Edle. Ritter. Trabanten

Nr. 14 - Finale

CHOR
Leuchtend füllt die Königshallen
Euryanthes Wunderpracht.
Stern der Anmut, hold vor allen,
Strahle rein durch jede Nacht!

Sechs Königspagen erscheinen von Mitte rechts und bilden auf den Stufen Spalier. Der König erscheint mit vier Fürsten von ebenda


SECHSTER AUFTRITT
Die Vorigen. Der König tritt vor und nimmt die Mitte. Adolar und Euryanthe zu seiner Rechten. Die vier Fürsten nehmen hinter dem König Aufstellung. Die sechs Königspagen treten zwischen die beiden Kandelaber und bleiben dort bis zum Schluss des Aufzugs. Die Trabanten salutieren. Die Edlen und Ritter stehen zur Rechten und Linken

CHOR
Leuchtend füllt die Königshallen
Euryanthes Wunderpracht.
Stern der Anmut, hold vor allen,
Strahle rein durch jede Nacht!

KÖNIG
Ich grüss' Euch, edles Fräulein!

EURYANTHE
O mein König,
Wie mild und väterlich blickt Ihr auf mich!

KÖNIG
Du holdes Kind, nichts trübe deine Ruh'!

EURYANTHE
Es schützen mich die Strahlen Eurer Huld!
Doch, mein Gebieter, Frankreichs hohe Frauen
Vermiss' ich hier.

KÖNIG
Bald heissen sie Euch alle
Willkommen, freudig hoff' ich's, hoff' es fest.

Acht Pagen Lysiarts kommen von Mitte links und bilden auf den Stufen Spalier. Zwei Herolde von Mitte links, jeder mit einem Banner mit dem Wappen von Nevers und Rethel, treten bis an den Rand der Stufen vor. Lysiart tritt von Mitte links zwischen den Herolden durch bis an den Rand der Stufen. Zwei Ritter Lysiarts von Mitte links, hinter ihm


SIEBENTER AUFTRITT
Die Vorigen. Lysiart. Zwei Ritter, zwei Herolde und acht Pagen Lysiarts. Alle Anwesenden wenden sich erstaunt nach hinten und geben Raum

LYSIART
Mein König!

Er tritt vor, dem König zur Linken

CHOR
Jetzt schlägt der Entscheidung Stunde;
Allwissender, verleih' der Wahrheit Sieg!

EURYANTHE
Mich fasst ein Grauen!

ADOLAR UND KÖNIG
Mut und Vertrauen!

LYSIART
Vernimm, es muss ja sein, von meinem Munde
Ein Glück, das ich so gern verschwieg:
Die Lande Adolars sind mein!

ADOLAR
Dies Engelsantlitz straft dich Lügen. Nein!

ADOLAR UND KÖNIG
Es ist unmöglich!

EURYANTHE
Wie, mein Adolar,
Was ist geschehn? O löse dieses Bangen?

ADOLAR
Komm an mein Herz! Von deinem Arm umfangen,
Der Hölle Trotz!
Dies Engelsantlitz kann nicht lügen,
Nein, nein, nein! es ist unmöglich, nein!

LYSIART
Beweise bring ich dar.

CHOR
Weh, Euryanthe, was hast du begangen?

LYSIART
Bewundernswürdig ist's gelungen,
Dies stolze Herz im Sturm errungen!

EURYANTHE
Was hör' ich! Lysiart! Errungen! Ihr!
Mein Herz? - Den Blick erhobt Ihr nicht zu mir.

LYSIART
So schnöde nun, so liebreich noch zur Stunde?

ADOLAR
Zur Fehde! zur Fehde!

ADOLAR, CHOR
Zur Fehde! zur Fehde! zur Fehde!

KÖNIG
Nein, gebt klare Kunde,
Zeigt den Beweis!

LYSIART
zieht einen Ring vom Finger
Dies Unterpfand
Der Liebe reichte mir die schönste Hand,
Mit Trauer muss ich wiedergeben,
Was ich empfangen ohne Widerstand!
Er giebt Euryanthe den Ring

EURYANTHE
den Ring emporhebend und auf die Kniee stürzend
Der du die Unschuld kennst, beschütz' mein Leben!
Und wollte mich ein Höllennetz umweben,
Du rettest mich, wirst aus der Nacht mich heben!

ADOLAR
zu Lysiart
Nein, du errangst den Ring durch List!
Indem er Euryanthe aufhebt
Mein reiner Engel, kannst du zagen?

LYSIART
Wer sonst als Euryanth' und du kann sagen,
Was dieses Rings Bedeutung ist?
Die Gruft nur kannte Emmas Thaten!

ADOLAR
Sprich, Euryanthe! hast du mich verraten?

EURYANTHE
O Unglücksel'ge!

ADOLAR
Brachst du deinen Eid?

EURYANTHE
Ich that es.

ADOLAR
Schlange!

EURYANTHE
Unermesslich Leid!
Doch treulos bin ich nicht.

ADOLAR
Verworfne du,
Verstumme!

LYSIART
Höre mir mit Fassung zu.
Die Wahrheit sprech' ich kühn und frei:
In heller Mondennacht, am letzten Mai -

ADOLAR
Vollende nicht, nimm alles, alles hin,
Mein Leben mit!

EURYANTHE
wendet sich, an Adolar vorüber, auf die rechte Ecke
Ach!

CHOR
Ha, die Verräterin!
O Unthat, grässlichste von allen,
Die jemals auf der Welt erhört!
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen!

EURYANTHE
Lass mich empor zum Lichte wallen,
Du, der die inn're Stimme hört!

KÖNIG
Mein Glaub' an Tugend ist zerstört,
Denn dieser Engel konnte fallen.

EURYANTHE
Lass mich empor zum Lichte wallen,
Du, der die inn're Stimme hört!

LYSIART
Triumph! mein Flehen ist erhört
Und meinen Sieg sehn diese Hallen!

ADOLAR
Fern in das Elend will ich wallen,
Wo niemand meinen Namen hört.

CHOR
O Unthat, grässlichste von allen,
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen!
Ha, die Verräterin!
O Unthat, grässlichste von allen,
Die jemals auf der Welt erhört!
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen,
Der Treue Bund zerstört!

LYSIART
kniet nieder
Verleih mein Recht mir, grosser König, nun!
Als Graf zu Nevers huldigt dir dein Knecht!

Die zwei Herolde Lysiarts mit ihren Bannern treten von der Estrade herunter und nehmen hinter dem König Aufstellung. Die zwei Ritter Lysiarts nähern sich ihrem Herrn und treten ihm zur Linken

KÖNIG
nimmt das Banner des ihm zur Linken stehenden Herolds, schwenkt es über Lysiart und giebt es dem Herold zurück
Nimm hin das neue Leh'n, üb' Treu und Recht!
Dir möge Gott nach deinen Werken thun.

Er ergreift das Banner des ihm zur Rechten stehenden Herolds, schwenkt es über Lysiart und giebt es dem Herold zurück. Die Versammelten Adolar, Pagen, Herolde und Wachen ausgenommen, ziehen die Schwerter und halten sie mit beiden Händen vor die Brust, die Spitze nach oben gerichtet. Nach Beendigung der Belehnung werden die Schwerter eingesteckt. Lysiart erhebt sich. Die links stehenden Edlen des Königs ziehen sich nach rechts hinüber zu den andern. Das Gefolge Lysiarts nimmt die linke Seite. Die Pagen Lysiarts treten vor und nehmen hinter den Rittern links Aufstellung

ADOLAR
ergreift Euryanthe bei der linken Hand und will sie mit sich fortziehen
Komm Euryanth'?

EURYANTHE
Willkommenes Gebot!
Ich folge dir in Not und Tod!

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut.

ADOLAR
O lasst, kein Auge soll mich sehn!

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn!

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut!

KÖNIG
Mein Jüngling, du willst von mir gehn?

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut!

ADOLAR
O lasst, kein Auge soll mich sehn!

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn!
Wie schwelgt' in seiner Qual die Wut!

EURYANTHE
Vernimm, o Gott, der Unschuld Flehn,
Es wallt dein Kind in deiner Hut.

ADOLAR
Fern in das Elend will ich wallen,
Wo niemand meinen Namen hört!

KÖNIG
Mein Jüngling, du willst von mir gehn?

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn,
Wie schwelgt in seiner Qual die Wut!

EURYANTHE
Vernimm, o Gott, der Unschuld Flehn!
Es wallt dein Kind in seiner Hut!

CHOR
Wir alle wollen mit dir gehn,
Wir all' sind dein mit Gut und Blut!

Ha, die Verräterin! O Unthat!

KÖNIG
Mein Jüngling, du willst von mir gehn?

ADOLAR
O lasst! kein Auge soll mich sehn!

LYSIART
Könnt ich nun ganz ihn elend sehn!

CHOR
O Unthat, grässlichste von allen,
Die jemals auf der Welt erhört!
Der Treue Bündnis frech zerstört,
Von Himmelshöh'n in Staub gefallen!

ALLE
Du gleissend Bild, du bist enthüllt.
Schnell folgte Strafe deinen Thaten!
Du bist enthüllt, du gleissend Bild!

EURYANTHE
Hört niemand denn der Unschuld Flehn?

Sie wendet sich flehend und ihre Unschuld beteuernd zu den Rittern. Alle weisen sie barsch zurück und sie wirft sich dem König zu Füssen. Der König wendet sich kurz von ihr ab. Euryanthe wankt nach vorn, sinkt auf die Knie und hebt die gefalteten Hände empor

ALLE
Weh! das Mass des Frevels ist gefüllt!
Du gleissend Bild, du bist enthüllt!
Das Mass des Frevels ist gefüllt!
Weh dir! die Lieb' und Treu' verraten!
Du gleissend Bild, du bist enthüllt!

Adolar nähert sich Euryanthe, ergreift sie bei der Hand und zieht sie nach Mitte links ab



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