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Orchester-Introduktion

ERSTER AKT

Gefängnishof

Nr. 1 - Introduktion

FRAUEN
Ach, uns're Lieben sperrte man ein;
Wir armen Weiber steh'n nun allein.
Möchten die Teuren gern wiederseh'n.
Was kann das schaden? Lasst's doch gescheh'n!
Habt doch Erbarmen und, muss es sein,
Sperrt uns gleich alle lieber mit ein!
Eh' uns're Bitte ihr nicht gewährt,
Wird mit dem Jammern nicht aufgehört.
Hu, hu, hu!
Wir bitten gar schön, oh, lasst es gescheh'n,
Wir bitten, wir bitten, wir bitten gar schön!

ENTERICH
Respekt und kein Skandal gemacht!
Ich rat' es Euch, nehmt Euch in acht!
Wer hier so schreit und skandaliert,
Wird gleich persönlich arretiert.

FRAUEN
Ach, guter Meister Enterich,
Seid doch nicht solch ein Wüterich,
Wir wollen uns're Männer seh'n -
Oh, lasst es doch gescheh'n!

ENTERICH
Ich hin sonst gar keen Wüt'rich nich,
Doch solch Spektakel schickt sich nicht.
Ich fühle gleichfalls väterlich
Und brüderlich und schwesterlich,
Und gegen Damen namentlich
Bin ich nicht unabänderlich;
Doch müsst Ihr sanft erst bitten schön,
Dann wollen wir schon seh'n.

FRAUEN
Ach 'guter Meister Enterich usw.

ENTERICH
Seh' ich auch oft recht grausam aus -
Mein Herz ist nicht von Marmelsteine!
zu Piffke und Puffke
So lasst die Herr'n Verbrecher raus
Von Nummer Fünnefe und Neine!

FRAUEN
Dank, Meister Enterich!

ENTERICH
Ruhe, sage ich!

FRAUEN
Dank, Meister Enterich!

ENTERICH
Ruhe! Still!
Die Sachen, die Ihr mitgebracht,
Die werden registriert,
Und was dabei verdächtig scheint,
Wird dankend, wird dankend,
Wird dankend konfisziert.

FRAUEN
Wird dankend, wird dankend,
Wird dankend konfisziert!

ENTERICH
Lasst seh'n, was Ihr gebracht!

Für einen Mann zwei Flaschen Wein?
Das könnte schädlich sein!
Die Näscherei, - Herr Jämersch, nee,
Das macht ja Magenweh!
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!

FRAUEN
Wird gleich notiert und registiert
Und höflich dankend konfisziert!

ENTERICH
Geeignet scheint mir dieses Tuch
Zu einem Fluchtversuch!
Die Socken? He - die sind sehr schön,
Ganz leise durchzugeh'n
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!

FRAUEN
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!
Pfui, das ist niederträchtig,
Dass hier so was passiert.
Was wir unser'n Männern bringen,
Wird von Euch annektiert!

ENTERICH
Ihr Weiblein, hübsch bedächtig,
Nur nicht gleich räsonniert!
Ich hab' es Euch gesagt:
Alles, was nur verdächtig,
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!

FRAUEN
Seht, dort kommen uns're Männer!

MÄNNER und FRAUEN:
Frohes Wiederseh'n, glücklicher Moment!
Endlich schlägt die Stunde, wo man Luft uns gönnt!

FRAUEN
Sehet hier, wir brachten Speis' und Trank!

MÄNNER
Ach, schon lang wir schmachten, habet Dank!

ENTERICH, PIFFKE und PUFFKE
Hat man gut zu trinken, hat man gut zu essen,
Kann man allen Aerger schon vergessen.
Greift nur immer zu und schenket fleissig ein
Von jenem süssen konfiszierten Wein!

MÄNNER und FRAUEN
Frohes Wiedersehn usw.

ALLE
Beim Trinken, Essen fliehet der Verdruss.
Man kann vergessen, dass man brummen muss.
Und kurze Zeit Vergessenheit
Gibt wieder Trost für langes Leid.
Dem flüchtigen Glück, dem Augenblick
Sei dieser Tag geweiht!

CHOR
Geliebte(r) rasch noch diesen Abschiedskuss,
Weil ich (er) jetzt leider wieder brummen muss!
Die kurze Zeit Vergessenheit
Gab wieder Trost für langes Leid!


Lied

1

RICHTHOFEN
Der Teufel soll mich holen,
Ihr müsst es eingesteh'n:
Wir sind im Lande Polen
Durchaus nicht gern geseh'n.
Ich sag's Euch offen ins Gesicht,
An mir liegt dies ganz sicher nicht.
Doch Euch, Euch hat hier niemand gern.
Wisst Ihr, warum, Ihr Herr'n?
Warum?

DIE OFFIZIERE
Warum? Wieso und wie?

RICHTHOFEN
So hört!

OFFIZIERE
Wir bitten - sprechen Sie!

RICHTHOFEN
Ihr Herr'n Ihr könnt wohl tanzen.

OFFIZIERE
Tanzen!

RICHTHOFEN
Reiten!

OFFIZIERE
Reiten!

RICHTHOFEN
Fechten!

OFFIZIERE
Fechten!

RICHTHOFEN
Schiessen!

OFFIZIERE
Schiessen!

RICHTHOFEN
Doch eines, eines könnt Ihr nicht:
Lieben, lieben!

RICHTHOFEN und OFFIZIERE
Lieben!

2

RICHTHOFEN
Doch ein gepflegter Junge,
Der fein ist und galant,
Gewinnt mit kühnem Schwunge
Das ganze Polenland.
Denn hierzuland zählt nicht der Mann,
Hier kommt es auf die Frauen an.
Ihr kriegt die Frauen nie herum.
Wisst Ihr auch wohl, warum?
Warum?

OFFIZIERE
Warum, wieso und wie?

RICHTHOFEN
So hört!

OFFIZIERE
Wir bitten - sprechen Sie!

RICHTHOFEN
Ihr Herr'n, Ihr könnt wohl tanzen usw.


Nr. 2 - Auftrittslied

1

OLLENDORF
Und da soll man noch galant sein
Mit dem schöneren Geschlecht,
Katzenbuckeln, und galant sein,
Spielen den ergebenen Knecht.
Einen Helden, den in Polen
Wie in Sachsen jeder kennt,
Den Wolhynien und Podolien
Nur mit Schreck und Zittern nennt;
Der mit seiner Augen Blitzen
Hat entschieden manchen Krieg,
Dem das Brüllen der Haubitzen
Klingt wie liebliche Musik. - Hat
Diesen Helden, nie geschlagen,
Ueberall hochverehrt,
Durft' ein Weib zu schlagen wagen,
Der Gedanke mich empört.
Die Erinnerung macht mich beben,
Mich so tätlich zu insultieren'!
Doch soll sie etwas von mir erleben,
Meine Rache spüren!
War es denn eigentlich
Gar so fürchterlich, -
Warum ich so schwer gebüsst? Hai
Ach, ich hab' sie ja nur
Auf die Schulter geküsst
Hier hab' ich den Schlag gespürt
Mit dem Fächer ins Gesicht. -
Alle Himmelmillionendonnerwetter, heiliges Kanonenrohr.
Mir ist manches schon passiert,
Aber so etwas noch nicht!

2

Diese bettelstolze Dame
War beleidigt durch den Kuss,
Während das doch nur Reklame
Ihren Reizen machen muss!
Wenn man sonst mich insultierte,
Rächt ich's immer blutig schnell;
Arm und Beine amputierte
Ich wohl zwanzig im Duell.
Ha, ich wüte, schäume, rase,
Dürste nach Satisfaktion,
Und ich schwör's bei dieser Nase,
Sie bekommt noch ihren Lohn! - Ha!
Die Blamage zu verschmerzen
Ich zu lächeln mich zwang,
Doch es kochte Wut im Herzen,
Und das Lächeln, es misslang.
Jammervolle Grimassen schnitt ich,
Nicht zu zeigen, wie mir zu Mut,
Nahm es spasshaft zwar, doch im Innern litt ich…
Mir war gar nicht gut.
Und 's war, wenn den Grund man hört,
Nicht der Rede wert,
Was ihr widerfahren ist. - Ha!
Ach ich hab' sie ja nur
Auf die Schulter geküsst.
Schauderhaft bin ich blamiert,
Alle Welt heut davon spricht,
Mir ist manches schon passiert,
Aber so etwas noch nicht!


Nr. 3 - Auftritts-Duett

ADAM
Die Welt hat das genialste Streben
So miserabel stets gelohnt.

SYMON
Wer immer Pech gehabt im Leben,
Wird endlich die Geschicht' gewohnt.
Mein Geld, das bracht' ich durch aufs beste!

ADAM
Viel Gläubiger liess ich im Stich.

SYMON
Verloren hab' ich Rock und Weste.

ADAM
Verloren hab' manch Liebchen ich!

SYMON
Ich liess die Gläubiger im Stich.

ADAM
Verloren hab' manch Liebchen ich!

SYMON
Doch eines ich noch nicht verlor, den Humor.

ADAM
Den Humor.

SYMON
Und bleibt uns der Humor nur treu,
Ist alles Spielerei.

ADAM
Ob Plackerei und Flegelei,
Ob Frömmelei, Verräterei.

SYMON
Ob Gaunerei, ob Gaukelei,
Ob Quälerei der Polizei.

BEIDE
Ob Prahlerei, Windbeutelei,
Ob Schwärmerei, ob Rauferei,
Aus solchem Chaos bricht der Humor
Dann siegreich hervor;
Wie lichter Sonne Strahl bricht hervor
Der Götterhumor!
Drum einerlei, wo immer es sei,
Bleibt nur Humor uns treu,
So sind wir stets dabei!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Es blickt aus diesem Paar uns hervor,
Wie lichter Sonne Strahl bricht hervor
Der Götterhumor!
Drum einerlei, wo immer es sei,
Zur Gaukelei
Sind brauchbar diese zwei!


Nr. 4 - Chor und Ensemble

CHOR
Juchheissa, hurra, die Messe beginnt
Die herrliche Zeit, wo jeder gewinnt
Juchheissa, hurra, die Messe ist da.
Die Stunden der Freude sind nah,
Zu sehen gibt's heute allerlei,
Auch viel Spass ist dabei,
Komödie, Hanswurst, Reiterei,
Andere Schnurrpfeiferei.
Zu finden ist hier auch
Fürs Geld mancherlei.
Das Anschaun hat
Man noch gratis dabei.
Drum suchet und wählet
Nach Eurem Geschmack,
Und kaufet dann brav,
Habt Geld Ihr im Sack.
Bald kommt auch der Rat
Im vollen Ornat, der hohe Senat,
Die Väter der Stadt. -
Herbei nur geschwind, die Messe beginnt,
Wo alles gewinnt.
Juchheissa, hurra, die Messe ist da,
Die Stunden der Freude sind nah!


Nr. 5 - Auftritts-Terzett

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA (mit ONUPHRIE)
Einkäufe machen sollten wir eigentlich.
Recht hübsche Sachen wären hier sicherlich.
Wenn uns're Mittel auch nicht erlauben das,
Müssen die Leute immer doch glauben das.
Kaufen zwar nirgendwo, aber wir tun doch so.
Sagen hier: Ah! Rufen dort: Oh!
Zucken die Achseln verächtlich: So - so!

PALMATICA
Wenn man, wie ich, so hochgeboren,
Zerreisst das ordinäre Schrein
Die fein organisierten Ohren;
Mon dieu, wie klingt das doch gemein!

LAURA
Der Duft von diesem Pack
Ist gar nicht mein Geschmack.
Hier riecht's nach Pöbel sehr,
Mon dieu, wie ordinär!

BRONISLAWA
Schon spür' ich Appetit,
Das sag' ich ungeniert,
Ich glaub', wir haben heut'
Noch gar nicht dejeuniert!

PALMATICA
Den Hunger spürt nur die Canaille
Und nur der Pöbel isst sich satt;
Der wahre Adel hält auf Taille,
Natürlich, wenn er eine hat!

ALLE DREI
Einkäufe machen usw.

2

PALMATICA
Der alte Name, den wir tragen,
Nicht in Jahrhunderten verblich;
Er ist, das will schon etwas sagen,
Bedeutend älter noch als ich!

LAURA
Wo find' ich den Gemahl,
Der würdig meiner Wahl?
Kein and'rer kann mich frei'n,
Es darf ein Fürst nur sein!

BRONISLAWA
Was soll mir Rang und Stand
Und dünnes, blaues Blut?
Ich will nur einen Mann,
Der mir von Herzen gut!

PALMATICA
Gefühl passt nur für Untertanen
Und nur der Pöbel liebt drauf los.
Der wahre Adel hält auf Ahnen,
Auch wenn die Schulden riesengross.

ALLE DREI
Einkäufe machen usw.


Lied

ADAM

1
O wie töricht sind die Leut',
Ein jeder will befehlen heut'.
Keiner will mehr gehorchen gern,
Jeder spielt den grossen Herrn.
Keinem will's in den Kopf hinein,
Dass es ein Glück ist: Diener sein!
Und dass man nur als Herrscher preist
Den Mann, der weiss, was dienen heisst!
(:Mein höchstes Ziel auf dieser Welt
Ist Diener nur zu sein;
Dem Vaterland, den schönen Frau'n
Will ich mein Leben weih'n:)

2
Mancher, der dünkt sich riesengross
Und ist ein armer Knecht doch bloss.
Mancher läuft in Livree herum,
Dem gebührt ein Herzogtum.
Nie ward des edlen Mannes Wert
Durch rechtes Dienen je entehrt.
Und wer nicht kennt des Dienens Kunst,
Der hat von Herrschen keinen Dunst.
Mein höchstes Ziel usw.


Nr. 6 - Ensemble und Lied

OLLENDORF
Das ist der Fürst Wybicki,
Der grosse Millionär.
Er ist, wie man versichert,
Dreizehn Millionen schwer,
Vielleicht noch etwas mehr.
Da kommt der Fürst Wybicki,
Der grosse Millionär.

PALMATICA
Der Mann gefällt mit sehr.

OLLENDORF
Dreizehn Millionen schwer,
Vielleicht noch etwas mehr -

PALMATICA
Das scheint mir durchaus kein Malheur.

BRONISLAWA
Den schweren Millionär,
Ich gönn' ihn Laura sehr.

OLLENDORF
Hierher, mein Fürst, hierher!
Da ist sie, schau'n Sie her!

SYMON
Famos, famos, auf Ehr'!

OLLENDORF
Das ist der Fürst Wybicki,
Der grosse Millionär,
Den ich hier vorzustellen
Mir nehme jetzt die Ehr'
auf die Gräfin deutend
Die Gräfinnen Nowalska!

SYMON
Es ist mir eine Ehr'!
Ich bin der Fürst Wybicki,
Und freu' mich dessen sehr.

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA
Es ist uns eine Ehr'!

OLLENDORF, WANGENHEIM, RICHTHOFEN, HENRICI, SCHWEINITZ
auf einer Seite unter sich
Bravo, bravo,
Es geht ganz famos.
Das Spiel begann,
Gar bald ist's getan.
Es reift unser Racheplan,
Racheplan, Racheplan!
Sie beisst schon an,
Und er rückt heran.
Er scheint ganz der rechte Mann,
Rechte Mann, rechte Mann.

PALMATICA
Lieber Fürst, Sie müssen schon verzeih'n,
Dass wir noch nicht so geschmückt,
Wie's würde schicklich sein,
Wenn uns ein Gast von solchem hohen Rang beglückt.

SYMON
Ach, Gräfin, braucht es Schmuck und Tand?
Schönheit strahlt auch in schlichtem Gewand.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Famos, famos,
Superb auf Ehr'!

LAURA
Seh' ich an
Diesen jungen Mann,
Wird mir klar,
Dass ich ihn lieben kann.
Fein ist seine Manier,
Er ist durch und durch ein Kavalier

OLLENDORF und OFFIZIERE
Das Spiel begann usw.

OLLENDORF
Mach nur, dass sie dich liebt,
Ich steh' für alles ein.
Dass sie den Trug vergibt,
Lass meine Sorge sein!
Nur Mut,
Spiele gut!

SYMON
Ja, schöne Frau, ich muss gesteh'n,
Man hat es wirklich schwer.
Ich suchte lang umher;
Das Schönste wollte ich erspäh'n,
Zu Land und auf dem Meer.
Nun suche ich nichts mehr.

OLLENDORF
Gefesselt ist er hier allein.

Die GRÄFINNEN
Man kann nicht liebenswürdiger sein!

OLLENDORF
Sie gehen alle auf den Leim.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Bravo, bravo,
Es geht ganz famos.
Das Spiel begann usw.

LAURA
Ah, ah, seh' ich ihn an
Den jungen Mann,
Ah, ah, das wäre mein Galan.

BRONISLAWA
Seh' ich an
Diesen jungen Mann,
Wird mir klar, dass ich nur lieben kann,
Wer dies Herz gewann,
Nur wer dieses Herz für sich gewann!

PALMATICA
Dieser Goldfasan,
Das wär' der rechte, der rechte Mann.
Ja, dieser Goldfasan,
Das wär' der rechte, der rechte Mann!

SYMON
Ich trieb sehr viel Geographie,
Psychologie, Ethnographie.

ALLE
O welche Phantasie!

SYMON
Oh, hören Sie erst, wie:

1
Ich knüpfte manche zarte Bande,
Studierte die Pariserin,
Die schönsten Frau'n im Sachsenlande,
In Deutschland, Ungarn und in Wien.
Ich kenn' der Frauen Reiz im Süden,
Neapel, Rom, Florenz, Madrid,
Drang auch bis zu den Pyramiden,
Nahm Afrika zum Teil noch mit!
Hab' an des Ganges Strand gesessen
Und tauschte dort gar manchen Kuss.
Ich liebelte bei den Tscherkessen
Mit schönen Frau'n des Kaukasus.
Noch schöner schien mir die Kreolin,
Doch all die Schönheit schnell verbleicht,
Wenn man dagegen hält die Polin -
Der Polin Reiz bleibt unerreicht!

2
Die Polin hat von allen Reizen
Die exquisitesten vereint;
Womit die andern einzeln geizen,
Bei ihr als ein Bukett erscheint.
Die Nase hat sie griechisch-römisch,
Glutaugen von der Spanierin,
Der üpp'ge Mund ist slawisch-böhmisch,
Und lieblich wienerisch das Kinn.
Von der Pariserin das Füsschen,
Und von der Britin die Figur,
Von allem Reizenden ein bisschen,
Doch immer grad' das Beste nur.
Sie borgt sogar von der Mongolin
Etwas Pikanterie vielleicht -
Und g'rade dadurch wird die Polin
Von keinem andern Weib erreicht!

ALLE
Und g'rade dadurch wird die Polin
Von keinem andern Weib erreicht.


Nr. 7 - Finale

PALMATICA
Hat ihn schon!
Du bist die Seine,
Er ist der Deine,
Ja, ist es wahr? Versteh' ich recht?

LAURA
Ich bin die Seine.

SYMON
Sie ist die Meine!

BRONISLAWA
Wie? Was? So rasch?

OLLENDORF
Das geht nicht schlecht!
Er ist der Ihre,
Ich gratuliere,
Ist also einig schon das Paar?

OFFIZIERE
Wie? Schon die Ihre?

SYMON
Ja, ich marschiere
Gern im Sturmschritt, das ist wahr!

LAURA
Ja, die Seine!

SYMON
Ach, die Meine!

PALMATICA, BRONISLAWA, OFFIZIERE
Er der Ihre, Gratuliere!

SYMON
Sie die Meine!

BRONISLAWA
Schon die Seine!

PALMATICA
Ich stolziere!

BRONISLAWA und OFFIZIERE
Gratuliere!

SYMON
Ich, der Ihre,
Deklariere:
Wir sind einig ganz und gar!

OLLENDORF
Lasst beim Weine
Im Vereine.
Leben hoch das junge Paar!

LAURA, BRONISLAWA, PALMATICA
Er ist der Meine (Deine),
Ich (du) bin (bist) die Seine.
Ganz überraschend kam's fürwahr!
Er (Sie) ist die Meine (die Deine),
Und im Vereine
Bringt alles frohe Wünsche dar.

SYMON
Ich bin der Deine,
Du bist die Meine,
Wie, ist's denn wahr?
Ja, es ist klar
Und offenbar,
Wir sind ein Paar!

WANGENHEIM
Oh, die Feine,
Fing ihn schnell fürwahr.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Sie wird die Seine,
Sie traut dem Scheine,
So wär' gelungen schon das eine.
Ja, es ist klar,
Sie sind ein Paar,
Das ging sehr schnell fürwahr.

ALLE
Er ist der Ihre usw.

ROY
Ich serviere,
Aufzuwarten,
Vor der Türe,
Auch im Garten,
Wo den Damen es gefällt.

OLLENDORF
Das Diner, das ich bestellt!

SYMON
Jammermensch, wie kannst du's wagen,
Solchen Quark zu bieten hier?
Nur das Beste aufgetragen!
Nichts ist heut zu teuer mir!
Nichts! Nichts!
Fort! Fort damit! Hinweg! Hinaus!
Meinen Auftrag führe aus!
Das Diner muss superfein,
Solchen Tages würdig sein!
Zeig uns, was dein Haus enthält,
Wie die Keller sind bestellt!

OLLENDORF
Und das alles für mein Geld! Hui!

OFFIZIERE
Element, das kostet Geld!

SYMON
Ich der Ihre,
Heut traktiere
Ich mit Wonne eine Welt!
Invitiere,
Arrangiere
Alles, wie es mir gefällt!

OLLENDORF
Aber alles für mein Geld!

RICHTHOFEN
Lasst den Wein in Strömen fliessen,
Alle sollen froh geniessen
Und sich ihres Glückes freu'n,
Weil's dem Fürsten so gefällt,
Sollen alle lustig sein!

OLLENDORF
Aber alles für mein Geld!

OFFIZIERE
Element, das kostet Geld!

SYMON
Die ganze Messe lad' ich zum Mahle,
Ich bezahle, ich bezahle!
Freunde, schonet nicht das Geld,
Ich bezahle, was bestellt!

OLLENDORF
Alles nur mit meinem Geld!

SYMON
Ha, nichts ist zu kostbar, nichts zu schön!
Ich will mein Bräutchen heiter seh'n
Will beglücken alle Welt.
Ach, vielleicht wird über Nacht
All der Pracht ein End' gemacht!

OFFIZIERE
Die Geschichte kostet Geld! Hui!

LAURA
Welch edler Kavalier!
Wie seine Grossmut mir gefällt!

OLLENDORF
Doch kostet's schweres Geld!

ALLE
Ein Hoch dem jungen Paar!

SYMON
Wie Tränenperlen
Diese Augen hold verklären!
Ob sie das Glück gebar,
Lass, Teure, mich jetzt hören!

LAURA
Ein vaterländisch' Lied
Soll dich die Deutung lehren!

ALLE
So ist es recht, lasst hören!
Ein vaterländisch' Lied lasst hören!

SYMON
Höchste Lust und tiefstes Leid -
Die Träne macht euch ähnlich beid'!
Den Schmerz, das Glück,
Sie strahlt's zurück,
So hell und rein
Im Widerschein;
So kann Freude
Gleich dem Leide,
Lust und Pein
Sich ähnlich sein!

LAURA
Doch wenn's im Lied hinaus dann klinget,
La, la, la, la!
Wenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
La, la, la, la!
Macht schnell die Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar,
In andern Tönen klagt wohl Leid,
Diese atmen Lust und Freud!
Wenn im ros'gen Schimmer Morgenboten strahlen,
Wenn nach düstrer Nacht der junge Tag erglüht,
In bunter Farbenpracht sich Tal und Höhen malen,
Schwingt zum Aether sich der Lerche Jubellied,
Das klaget nimmermehr von Leid und Traurigkeit,
Es kündet nichts als Lust und wahre Seligkeit!
Ja, wenn im Lied hinaus es klinget,
la, la, la, la!
Wenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
la, la, la, la!
Macht schnell die Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar.
In andern Tönen klaget Leid,
Diese atmen Lust und Freud!
Lasst die Lieder klingen,
Kunde bringen,
Lasst sie verraten laut,
Dass glücklich hier die Braut!
Jeder Ton
Spricht davon,
Ah! - Ah!
Jeder Laut
Sagt's vertraut!
Hell dann, wie Glockenklang,
Schallet der Jubelsang,
Wenn im Lied hinaus es klinget,
la, la, la, la!
Wenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
la, la, la, la!
Wird durch diese Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar.
In andern Tönen klagt wohl Leid,
Diese atmen nur Freud!

CHOR
Lasst froh hinaus das Lied nun klingen,
Trallala, trallala, la!

BRONISLAWA
Hört doch, was soll das sein?

RICHTHOFEN
's ist unsere schöne neue Regimentskapelle,
Die ich hieher hab' kommandiert,
Damit zur Messe und zum Feste
Sie sich produziert.

CHOR
Bei solchem Feste,
Tun wir das Beste
Mit Trommeln und Trompetenschall,
Es ist willkommen überall.
Wenn wir erscheinen
Zuckt's in den Beinen,
Von unserm Tschindra gepackt
Marschiert das Volk im Takt!

RICHTHOFEN
Ich schlag' in die grosse Trommel fest hinein,
Dann wird aus Rand und Band gleich alles sein.
Sie ist mein Lieblingsinstrument
Und macht Radau, potz Himmelsapperment!
Nur zu, immer fest hinein,
Das muss sein.
Und jeder Mann,
Spiel so laut er kann.
Auf's Piano sind sie nicht einstudiert,
Nur fest, nur forte musiziert!
Bei solchem Feste usw.

OLLENDORF
Für Euren Eifer sollt belobet Ihr sein,
Sollt Euch mit allen hie der Freude nun weih'n!

LAURA
Freudenvoll das Herz mir schlägt,
Seh' rings ich alles lustbewegt,
Und wenn im Lied hinaus es klinget,
Trallala, la!
Wenn jubelnd sich's zum Herzen schwinget,
La, la, la, la!
Macht schnell die Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar,
In andern Tönen klagt wohl Leid,
Diese atmen Lust und Freud.

CHOR und ENSEMBLE
Und wenn im Lied hinaus es klinget usw.

Bei solchem Feste usw.
Orchester-Introduktion

ERSTER AKT

Gefängnishof

Nr. 1 - Introduktion

FRAUEN
Ach, uns're Lieben sperrte man ein;
Wir armen Weiber steh'n nun allein.
Möchten die Teuren gern wiederseh'n.
Was kann das schaden? Lasst's doch gescheh'n!
Habt doch Erbarmen und, muss es sein,
Sperrt uns gleich alle lieber mit ein!
Eh' uns're Bitte ihr nicht gewährt,
Wird mit dem Jammern nicht aufgehört.
Hu, hu, hu!
Wir bitten gar schön, oh, lasst es gescheh'n,
Wir bitten, wir bitten, wir bitten gar schön!

ENTERICH
Respekt und kein Skandal gemacht!
Ich rat' es Euch, nehmt Euch in acht!
Wer hier so schreit und skandaliert,
Wird gleich persönlich arretiert.

FRAUEN
Ach, guter Meister Enterich,
Seid doch nicht solch ein Wüterich,
Wir wollen uns're Männer seh'n -
Oh, lasst es doch gescheh'n!

ENTERICH
Ich hin sonst gar keen Wüt'rich nich,
Doch solch Spektakel schickt sich nicht.
Ich fühle gleichfalls väterlich
Und brüderlich und schwesterlich,
Und gegen Damen namentlich
Bin ich nicht unabänderlich;
Doch müsst Ihr sanft erst bitten schön,
Dann wollen wir schon seh'n.

FRAUEN
Ach 'guter Meister Enterich usw.

ENTERICH
Seh' ich auch oft recht grausam aus -
Mein Herz ist nicht von Marmelsteine!
zu Piffke und Puffke
So lasst die Herr'n Verbrecher raus
Von Nummer Fünnefe und Neine!

FRAUEN
Dank, Meister Enterich!

ENTERICH
Ruhe, sage ich!

FRAUEN
Dank, Meister Enterich!

ENTERICH
Ruhe! Still!
Die Sachen, die Ihr mitgebracht,
Die werden registriert,
Und was dabei verdächtig scheint,
Wird dankend, wird dankend,
Wird dankend konfisziert.

FRAUEN
Wird dankend, wird dankend,
Wird dankend konfisziert!

ENTERICH
Lasst seh'n, was Ihr gebracht!

Für einen Mann zwei Flaschen Wein?
Das könnte schädlich sein!
Die Näscherei, - Herr Jämersch, nee,
Das macht ja Magenweh!
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!

FRAUEN
Wird gleich notiert und registiert
Und höflich dankend konfisziert!

ENTERICH
Geeignet scheint mir dieses Tuch
Zu einem Fluchtversuch!
Die Socken? He - die sind sehr schön,
Ganz leise durchzugeh'n
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!

FRAUEN
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!
Pfui, das ist niederträchtig,
Dass hier so was passiert.
Was wir unser'n Männern bringen,
Wird von Euch annektiert!

ENTERICH
Ihr Weiblein, hübsch bedächtig,
Nur nicht gleich räsonniert!
Ich hab' es Euch gesagt:
Alles, was nur verdächtig,
Wird gleich notiert und registriert
Und höflich dankend konfisziert!

FRAUEN
Seht, dort kommen uns're Männer!

MÄNNER und FRAUEN:
Frohes Wiederseh'n, glücklicher Moment!
Endlich schlägt die Stunde, wo man Luft uns gönnt!

FRAUEN
Sehet hier, wir brachten Speis' und Trank!

MÄNNER
Ach, schon lang wir schmachten, habet Dank!

ENTERICH, PIFFKE und PUFFKE
Hat man gut zu trinken, hat man gut zu essen,
Kann man allen Aerger schon vergessen.
Greift nur immer zu und schenket fleissig ein
Von jenem süssen konfiszierten Wein!

MÄNNER und FRAUEN
Frohes Wiedersehn usw.

ALLE
Beim Trinken, Essen fliehet der Verdruss.
Man kann vergessen, dass man brummen muss.
Und kurze Zeit Vergessenheit
Gibt wieder Trost für langes Leid.
Dem flüchtigen Glück, dem Augenblick
Sei dieser Tag geweiht!

CHOR
Geliebte(r) rasch noch diesen Abschiedskuss,
Weil ich (er) jetzt leider wieder brummen muss!
Die kurze Zeit Vergessenheit
Gab wieder Trost für langes Leid!


Lied

1

RICHTHOFEN
Der Teufel soll mich holen,
Ihr müsst es eingesteh'n:
Wir sind im Lande Polen
Durchaus nicht gern geseh'n.
Ich sag's Euch offen ins Gesicht,
An mir liegt dies ganz sicher nicht.
Doch Euch, Euch hat hier niemand gern.
Wisst Ihr, warum, Ihr Herr'n?
Warum?

DIE OFFIZIERE
Warum? Wieso und wie?

RICHTHOFEN
So hört!

OFFIZIERE
Wir bitten - sprechen Sie!

RICHTHOFEN
Ihr Herr'n Ihr könnt wohl tanzen.

OFFIZIERE
Tanzen!

RICHTHOFEN
Reiten!

OFFIZIERE
Reiten!

RICHTHOFEN
Fechten!

OFFIZIERE
Fechten!

RICHTHOFEN
Schiessen!

OFFIZIERE
Schiessen!

RICHTHOFEN
Doch eines, eines könnt Ihr nicht:
Lieben, lieben!

RICHTHOFEN und OFFIZIERE
Lieben!

2

RICHTHOFEN
Doch ein gepflegter Junge,
Der fein ist und galant,
Gewinnt mit kühnem Schwunge
Das ganze Polenland.
Denn hierzuland zählt nicht der Mann,
Hier kommt es auf die Frauen an.
Ihr kriegt die Frauen nie herum.
Wisst Ihr auch wohl, warum?
Warum?

OFFIZIERE
Warum, wieso und wie?

RICHTHOFEN
So hört!

OFFIZIERE
Wir bitten - sprechen Sie!

RICHTHOFEN
Ihr Herr'n, Ihr könnt wohl tanzen usw.


Nr. 2 - Auftrittslied

1

OLLENDORF
Und da soll man noch galant sein
Mit dem schöneren Geschlecht,
Katzenbuckeln, und galant sein,
Spielen den ergebenen Knecht.
Einen Helden, den in Polen
Wie in Sachsen jeder kennt,
Den Wolhynien und Podolien
Nur mit Schreck und Zittern nennt;
Der mit seiner Augen Blitzen
Hat entschieden manchen Krieg,
Dem das Brüllen der Haubitzen
Klingt wie liebliche Musik. - Hat
Diesen Helden, nie geschlagen,
Ueberall hochverehrt,
Durft' ein Weib zu schlagen wagen,
Der Gedanke mich empört.
Die Erinnerung macht mich beben,
Mich so tätlich zu insultieren'!
Doch soll sie etwas von mir erleben,
Meine Rache spüren!
War es denn eigentlich
Gar so fürchterlich, -
Warum ich so schwer gebüsst? Hai
Ach, ich hab' sie ja nur
Auf die Schulter geküsst
Hier hab' ich den Schlag gespürt
Mit dem Fächer ins Gesicht. -
Alle Himmelmillionendonnerwetter, heiliges Kanonenrohr.
Mir ist manches schon passiert,
Aber so etwas noch nicht!

2

Diese bettelstolze Dame
War beleidigt durch den Kuss,
Während das doch nur Reklame
Ihren Reizen machen muss!
Wenn man sonst mich insultierte,
Rächt ich's immer blutig schnell;
Arm und Beine amputierte
Ich wohl zwanzig im Duell.
Ha, ich wüte, schäume, rase,
Dürste nach Satisfaktion,
Und ich schwör's bei dieser Nase,
Sie bekommt noch ihren Lohn! - Ha!
Die Blamage zu verschmerzen
Ich zu lächeln mich zwang,
Doch es kochte Wut im Herzen,
Und das Lächeln, es misslang.
Jammervolle Grimassen schnitt ich,
Nicht zu zeigen, wie mir zu Mut,
Nahm es spasshaft zwar, doch im Innern litt ich…
Mir war gar nicht gut.
Und 's war, wenn den Grund man hört,
Nicht der Rede wert,
Was ihr widerfahren ist. - Ha!
Ach ich hab' sie ja nur
Auf die Schulter geküsst.
Schauderhaft bin ich blamiert,
Alle Welt heut davon spricht,
Mir ist manches schon passiert,
Aber so etwas noch nicht!


Nr. 3 - Auftritts-Duett

ADAM
Die Welt hat das genialste Streben
So miserabel stets gelohnt.

SYMON
Wer immer Pech gehabt im Leben,
Wird endlich die Geschicht' gewohnt.
Mein Geld, das bracht' ich durch aufs beste!

ADAM
Viel Gläubiger liess ich im Stich.

SYMON
Verloren hab' ich Rock und Weste.

ADAM
Verloren hab' manch Liebchen ich!

SYMON
Ich liess die Gläubiger im Stich.

ADAM
Verloren hab' manch Liebchen ich!

SYMON
Doch eines ich noch nicht verlor, den Humor.

ADAM
Den Humor.

SYMON
Und bleibt uns der Humor nur treu,
Ist alles Spielerei.

ADAM
Ob Plackerei und Flegelei,
Ob Frömmelei, Verräterei.

SYMON
Ob Gaunerei, ob Gaukelei,
Ob Quälerei der Polizei.

BEIDE
Ob Prahlerei, Windbeutelei,
Ob Schwärmerei, ob Rauferei,
Aus solchem Chaos bricht der Humor
Dann siegreich hervor;
Wie lichter Sonne Strahl bricht hervor
Der Götterhumor!
Drum einerlei, wo immer es sei,
Bleibt nur Humor uns treu,
So sind wir stets dabei!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Es blickt aus diesem Paar uns hervor,
Wie lichter Sonne Strahl bricht hervor
Der Götterhumor!
Drum einerlei, wo immer es sei,
Zur Gaukelei
Sind brauchbar diese zwei!


Nr. 4 - Chor und Ensemble

CHOR
Juchheissa, hurra, die Messe beginnt
Die herrliche Zeit, wo jeder gewinnt
Juchheissa, hurra, die Messe ist da.
Die Stunden der Freude sind nah,
Zu sehen gibt's heute allerlei,
Auch viel Spass ist dabei,
Komödie, Hanswurst, Reiterei,
Andere Schnurrpfeiferei.
Zu finden ist hier auch
Fürs Geld mancherlei.
Das Anschaun hat
Man noch gratis dabei.
Drum suchet und wählet
Nach Eurem Geschmack,
Und kaufet dann brav,
Habt Geld Ihr im Sack.
Bald kommt auch der Rat
Im vollen Ornat, der hohe Senat,
Die Väter der Stadt. -
Herbei nur geschwind, die Messe beginnt,
Wo alles gewinnt.
Juchheissa, hurra, die Messe ist da,
Die Stunden der Freude sind nah!


Nr. 5 - Auftritts-Terzett

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA (mit ONUPHRIE)
Einkäufe machen sollten wir eigentlich.
Recht hübsche Sachen wären hier sicherlich.
Wenn uns're Mittel auch nicht erlauben das,
Müssen die Leute immer doch glauben das.
Kaufen zwar nirgendwo, aber wir tun doch so.
Sagen hier: Ah! Rufen dort: Oh!
Zucken die Achseln verächtlich: So - so!

PALMATICA
Wenn man, wie ich, so hochgeboren,
Zerreisst das ordinäre Schrein
Die fein organisierten Ohren;
Mon dieu, wie klingt das doch gemein!

LAURA
Der Duft von diesem Pack
Ist gar nicht mein Geschmack.
Hier riecht's nach Pöbel sehr,
Mon dieu, wie ordinär!

BRONISLAWA
Schon spür' ich Appetit,
Das sag' ich ungeniert,
Ich glaub', wir haben heut'
Noch gar nicht dejeuniert!

PALMATICA
Den Hunger spürt nur die Canaille
Und nur der Pöbel isst sich satt;
Der wahre Adel hält auf Taille,
Natürlich, wenn er eine hat!

ALLE DREI
Einkäufe machen usw.

2

PALMATICA
Der alte Name, den wir tragen,
Nicht in Jahrhunderten verblich;
Er ist, das will schon etwas sagen,
Bedeutend älter noch als ich!

LAURA
Wo find' ich den Gemahl,
Der würdig meiner Wahl?
Kein and'rer kann mich frei'n,
Es darf ein Fürst nur sein!

BRONISLAWA
Was soll mir Rang und Stand
Und dünnes, blaues Blut?
Ich will nur einen Mann,
Der mir von Herzen gut!

PALMATICA
Gefühl passt nur für Untertanen
Und nur der Pöbel liebt drauf los.
Der wahre Adel hält auf Ahnen,
Auch wenn die Schulden riesengross.

ALLE DREI
Einkäufe machen usw.


Lied

ADAM

1
O wie töricht sind die Leut',
Ein jeder will befehlen heut'.
Keiner will mehr gehorchen gern,
Jeder spielt den grossen Herrn.
Keinem will's in den Kopf hinein,
Dass es ein Glück ist: Diener sein!
Und dass man nur als Herrscher preist
Den Mann, der weiss, was dienen heisst!
(:Mein höchstes Ziel auf dieser Welt
Ist Diener nur zu sein;
Dem Vaterland, den schönen Frau'n
Will ich mein Leben weih'n:)

2
Mancher, der dünkt sich riesengross
Und ist ein armer Knecht doch bloss.
Mancher läuft in Livree herum,
Dem gebührt ein Herzogtum.
Nie ward des edlen Mannes Wert
Durch rechtes Dienen je entehrt.
Und wer nicht kennt des Dienens Kunst,
Der hat von Herrschen keinen Dunst.
Mein höchstes Ziel usw.


Nr. 6 - Ensemble und Lied

OLLENDORF
Das ist der Fürst Wybicki,
Der grosse Millionär.
Er ist, wie man versichert,
Dreizehn Millionen schwer,
Vielleicht noch etwas mehr.
Da kommt der Fürst Wybicki,
Der grosse Millionär.

PALMATICA
Der Mann gefällt mit sehr.

OLLENDORF
Dreizehn Millionen schwer,
Vielleicht noch etwas mehr -

PALMATICA
Das scheint mir durchaus kein Malheur.

BRONISLAWA
Den schweren Millionär,
Ich gönn' ihn Laura sehr.

OLLENDORF
Hierher, mein Fürst, hierher!
Da ist sie, schau'n Sie her!

SYMON
Famos, famos, auf Ehr'!

OLLENDORF
Das ist der Fürst Wybicki,
Der grosse Millionär,
Den ich hier vorzustellen
Mir nehme jetzt die Ehr'
auf die Gräfin deutend
Die Gräfinnen Nowalska!

SYMON
Es ist mir eine Ehr'!
Ich bin der Fürst Wybicki,
Und freu' mich dessen sehr.

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA
Es ist uns eine Ehr'!

OLLENDORF, WANGENHEIM, RICHTHOFEN, HENRICI, SCHWEINITZ
auf einer Seite unter sich
Bravo, bravo,
Es geht ganz famos.
Das Spiel begann,
Gar bald ist's getan.
Es reift unser Racheplan,
Racheplan, Racheplan!
Sie beisst schon an,
Und er rückt heran.
Er scheint ganz der rechte Mann,
Rechte Mann, rechte Mann.

PALMATICA
Lieber Fürst, Sie müssen schon verzeih'n,
Dass wir noch nicht so geschmückt,
Wie's würde schicklich sein,
Wenn uns ein Gast von solchem hohen Rang beglückt.

SYMON
Ach, Gräfin, braucht es Schmuck und Tand?
Schönheit strahlt auch in schlichtem Gewand.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Famos, famos,
Superb auf Ehr'!

LAURA
Seh' ich an
Diesen jungen Mann,
Wird mir klar,
Dass ich ihn lieben kann.
Fein ist seine Manier,
Er ist durch und durch ein Kavalier

OLLENDORF und OFFIZIERE
Das Spiel begann usw.

OLLENDORF
Mach nur, dass sie dich liebt,
Ich steh' für alles ein.
Dass sie den Trug vergibt,
Lass meine Sorge sein!
Nur Mut,
Spiele gut!

SYMON
Ja, schöne Frau, ich muss gesteh'n,
Man hat es wirklich schwer.
Ich suchte lang umher;
Das Schönste wollte ich erspäh'n,
Zu Land und auf dem Meer.
Nun suche ich nichts mehr.

OLLENDORF
Gefesselt ist er hier allein.

Die GRÄFINNEN
Man kann nicht liebenswürdiger sein!

OLLENDORF
Sie gehen alle auf den Leim.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Bravo, bravo,
Es geht ganz famos.
Das Spiel begann usw.

LAURA
Ah, ah, seh' ich ihn an
Den jungen Mann,
Ah, ah, das wäre mein Galan.

BRONISLAWA
Seh' ich an
Diesen jungen Mann,
Wird mir klar, dass ich nur lieben kann,
Wer dies Herz gewann,
Nur wer dieses Herz für sich gewann!

PALMATICA
Dieser Goldfasan,
Das wär' der rechte, der rechte Mann.
Ja, dieser Goldfasan,
Das wär' der rechte, der rechte Mann!

SYMON
Ich trieb sehr viel Geographie,
Psychologie, Ethnographie.

ALLE
O welche Phantasie!

SYMON
Oh, hören Sie erst, wie:

1
Ich knüpfte manche zarte Bande,
Studierte die Pariserin,
Die schönsten Frau'n im Sachsenlande,
In Deutschland, Ungarn und in Wien.
Ich kenn' der Frauen Reiz im Süden,
Neapel, Rom, Florenz, Madrid,
Drang auch bis zu den Pyramiden,
Nahm Afrika zum Teil noch mit!
Hab' an des Ganges Strand gesessen
Und tauschte dort gar manchen Kuss.
Ich liebelte bei den Tscherkessen
Mit schönen Frau'n des Kaukasus.
Noch schöner schien mir die Kreolin,
Doch all die Schönheit schnell verbleicht,
Wenn man dagegen hält die Polin -
Der Polin Reiz bleibt unerreicht!

2
Die Polin hat von allen Reizen
Die exquisitesten vereint;
Womit die andern einzeln geizen,
Bei ihr als ein Bukett erscheint.
Die Nase hat sie griechisch-römisch,
Glutaugen von der Spanierin,
Der üpp'ge Mund ist slawisch-böhmisch,
Und lieblich wienerisch das Kinn.
Von der Pariserin das Füsschen,
Und von der Britin die Figur,
Von allem Reizenden ein bisschen,
Doch immer grad' das Beste nur.
Sie borgt sogar von der Mongolin
Etwas Pikanterie vielleicht -
Und g'rade dadurch wird die Polin
Von keinem andern Weib erreicht!

ALLE
Und g'rade dadurch wird die Polin
Von keinem andern Weib erreicht.


Nr. 7 - Finale

PALMATICA
Hat ihn schon!
Du bist die Seine,
Er ist der Deine,
Ja, ist es wahr? Versteh' ich recht?

LAURA
Ich bin die Seine.

SYMON
Sie ist die Meine!

BRONISLAWA
Wie? Was? So rasch?

OLLENDORF
Das geht nicht schlecht!
Er ist der Ihre,
Ich gratuliere,
Ist also einig schon das Paar?

OFFIZIERE
Wie? Schon die Ihre?

SYMON
Ja, ich marschiere
Gern im Sturmschritt, das ist wahr!

LAURA
Ja, die Seine!

SYMON
Ach, die Meine!

PALMATICA, BRONISLAWA, OFFIZIERE
Er der Ihre, Gratuliere!

SYMON
Sie die Meine!

BRONISLAWA
Schon die Seine!

PALMATICA
Ich stolziere!

BRONISLAWA und OFFIZIERE
Gratuliere!

SYMON
Ich, der Ihre,
Deklariere:
Wir sind einig ganz und gar!

OLLENDORF
Lasst beim Weine
Im Vereine.
Leben hoch das junge Paar!

LAURA, BRONISLAWA, PALMATICA
Er ist der Meine (Deine),
Ich (du) bin (bist) die Seine.
Ganz überraschend kam's fürwahr!
Er (Sie) ist die Meine (die Deine),
Und im Vereine
Bringt alles frohe Wünsche dar.

SYMON
Ich bin der Deine,
Du bist die Meine,
Wie, ist's denn wahr?
Ja, es ist klar
Und offenbar,
Wir sind ein Paar!

WANGENHEIM
Oh, die Feine,
Fing ihn schnell fürwahr.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Sie wird die Seine,
Sie traut dem Scheine,
So wär' gelungen schon das eine.
Ja, es ist klar,
Sie sind ein Paar,
Das ging sehr schnell fürwahr.

ALLE
Er ist der Ihre usw.

ROY
Ich serviere,
Aufzuwarten,
Vor der Türe,
Auch im Garten,
Wo den Damen es gefällt.

OLLENDORF
Das Diner, das ich bestellt!

SYMON
Jammermensch, wie kannst du's wagen,
Solchen Quark zu bieten hier?
Nur das Beste aufgetragen!
Nichts ist heut zu teuer mir!
Nichts! Nichts!
Fort! Fort damit! Hinweg! Hinaus!
Meinen Auftrag führe aus!
Das Diner muss superfein,
Solchen Tages würdig sein!
Zeig uns, was dein Haus enthält,
Wie die Keller sind bestellt!

OLLENDORF
Und das alles für mein Geld! Hui!

OFFIZIERE
Element, das kostet Geld!

SYMON
Ich der Ihre,
Heut traktiere
Ich mit Wonne eine Welt!
Invitiere,
Arrangiere
Alles, wie es mir gefällt!

OLLENDORF
Aber alles für mein Geld!

RICHTHOFEN
Lasst den Wein in Strömen fliessen,
Alle sollen froh geniessen
Und sich ihres Glückes freu'n,
Weil's dem Fürsten so gefällt,
Sollen alle lustig sein!

OLLENDORF
Aber alles für mein Geld!

OFFIZIERE
Element, das kostet Geld!

SYMON
Die ganze Messe lad' ich zum Mahle,
Ich bezahle, ich bezahle!
Freunde, schonet nicht das Geld,
Ich bezahle, was bestellt!

OLLENDORF
Alles nur mit meinem Geld!

SYMON
Ha, nichts ist zu kostbar, nichts zu schön!
Ich will mein Bräutchen heiter seh'n
Will beglücken alle Welt.
Ach, vielleicht wird über Nacht
All der Pracht ein End' gemacht!

OFFIZIERE
Die Geschichte kostet Geld! Hui!

LAURA
Welch edler Kavalier!
Wie seine Grossmut mir gefällt!

OLLENDORF
Doch kostet's schweres Geld!

ALLE
Ein Hoch dem jungen Paar!

SYMON
Wie Tränenperlen
Diese Augen hold verklären!
Ob sie das Glück gebar,
Lass, Teure, mich jetzt hören!

LAURA
Ein vaterländisch' Lied
Soll dich die Deutung lehren!

ALLE
So ist es recht, lasst hören!
Ein vaterländisch' Lied lasst hören!

SYMON
Höchste Lust und tiefstes Leid -
Die Träne macht euch ähnlich beid'!
Den Schmerz, das Glück,
Sie strahlt's zurück,
So hell und rein
Im Widerschein;
So kann Freude
Gleich dem Leide,
Lust und Pein
Sich ähnlich sein!

LAURA
Doch wenn's im Lied hinaus dann klinget,
La, la, la, la!
Wenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
La, la, la, la!
Macht schnell die Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar,
In andern Tönen klagt wohl Leid,
Diese atmen Lust und Freud!
Wenn im ros'gen Schimmer Morgenboten strahlen,
Wenn nach düstrer Nacht der junge Tag erglüht,
In bunter Farbenpracht sich Tal und Höhen malen,
Schwingt zum Aether sich der Lerche Jubellied,
Das klaget nimmermehr von Leid und Traurigkeit,
Es kündet nichts als Lust und wahre Seligkeit!
Ja, wenn im Lied hinaus es klinget,
la, la, la, la!
Wenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
la, la, la, la!
Macht schnell die Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar.
In andern Tönen klaget Leid,
Diese atmen Lust und Freud!
Lasst die Lieder klingen,
Kunde bringen,
Lasst sie verraten laut,
Dass glücklich hier die Braut!
Jeder Ton
Spricht davon,
Ah! - Ah!
Jeder Laut
Sagt's vertraut!
Hell dann, wie Glockenklang,
Schallet der Jubelsang,
Wenn im Lied hinaus es klinget,
la, la, la, la!
Wenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
la, la, la, la!
Wird durch diese Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar.
In andern Tönen klagt wohl Leid,
Diese atmen nur Freud!

CHOR
Lasst froh hinaus das Lied nun klingen,
Trallala, trallala, la!

BRONISLAWA
Hört doch, was soll das sein?

RICHTHOFEN
's ist unsere schöne neue Regimentskapelle,
Die ich hieher hab' kommandiert,
Damit zur Messe und zum Feste
Sie sich produziert.

CHOR
Bei solchem Feste,
Tun wir das Beste
Mit Trommeln und Trompetenschall,
Es ist willkommen überall.
Wenn wir erscheinen
Zuckt's in den Beinen,
Von unserm Tschindra gepackt
Marschiert das Volk im Takt!

RICHTHOFEN
Ich schlag' in die grosse Trommel fest hinein,
Dann wird aus Rand und Band gleich alles sein.
Sie ist mein Lieblingsinstrument
Und macht Radau, potz Himmelsapperment!
Nur zu, immer fest hinein,
Das muss sein.
Und jeder Mann,
Spiel so laut er kann.
Auf's Piano sind sie nicht einstudiert,
Nur fest, nur forte musiziert!
Bei solchem Feste usw.

OLLENDORF
Für Euren Eifer sollt belobet Ihr sein,
Sollt Euch mit allen hie der Freude nun weih'n!

LAURA
Freudenvoll das Herz mir schlägt,
Seh' rings ich alles lustbewegt,
Und wenn im Lied hinaus es klinget,
Trallala, la!
Wenn jubelnd sich's zum Herzen schwinget,
La, la, la, la!
Macht schnell die Weise offenbar,
Dass sel'ges Glück sie nur gebar,
In andern Tönen klagt wohl Leid,
Diese atmen Lust und Freud.

CHOR und ENSEMBLE
Und wenn im Lied hinaus es klinget usw.

Bei solchem Feste usw.



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