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ZWEITER AKT

Salon im Palais Nowalska - Familienbilder
Im Hintergrund Tür mit Ausblick in eine Halle

Nr. 8 - Terzett

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFEN
Einen Mann hab' ich (hat sie) gefunden,
Oh, welch' langersehntes Glück,
Alle Schatten sind entschwunden
Vor dem hellen Sonnenblick.
Seht, wie sich das Glück gewandt!
Nun heisst's Toilette machen,
Da der Fürst so schöne Sachen
Mit den Zofen uns gesandt.

BRONISLAWA
Man kann sich sehen lassen.

PALMATICA
Wird denn auch alles passen?

LAURA
Kaum kann ich mich noch fassen.

ALLE DREI
Einen Mann hab' ich (hat sie) gefunden,
O langersehntes Glück,
Alle Schatten sind entschwunden
Vor dem hellen Sonnenblick.

BRONISLAWA
Das schöne, neue Kleid
Ist zwar ein wenig weit,
Doch ist mir das g'rad recht,
Weil ich viel essen möcht'!
Spiegel her - lasst doch seh'n!
So ist's recht - so wird's geh'n!

LAURA
Zofen, kommt - all' zu mir!

BRONISLAWA
Zofen, bleibt - bleibt bei mir!

ZOFEN
Bitte!

PALMATICA
Zofen, he! - Helft erst mir!

ZOFEN
Bitte!

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA
Es wird schon geh'n, macht es auch Plag',
Nichts ist zu schön für diesen Tag.

ZOFEN
Bitte! - Bitte!

PALMATICA
Dies neue Prachtgewand
Mich leider etwas spannt,
Ist reichlich enge mir
Und drückt mich hier und hier.
Macht es zu, doch gebt acht,
Dass es nicht platzt und kracht!

ZOFEN
Bitte! - Bitte! - Bitte!

LAURA
Dies Kleid steht mir so gut
Wie keines je vorher,
Es passt vor allem sehr
Zu meinem blauen Blut.
zu den Zofen
Spiegel her, lasst mich seh'n;
Dass ich jung, - dass ich schön!

BRONISLAWA
Zofen, kommt - all' zu mir!

LAURA
Zofen, bleibt - bleibt bei mir!

PALMATICA
Zofen, he! - Helft erst mir!

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA
Es wird schon geh'n, macht es auch Plag',
Nichts ist zu schön für diesen Tag!

ZOFEN
Bitte! - Bitte!

PALMATICA
Ja, Kinder, folget immer meinen weisen Lehren,
Dann werdet ihr des wahren Glückes nie entbehren.
Und wenn es je trotzdem geschäh',
Dass in der Eh' etwas entsteh' -

LAURA
Schon gut, Mama, ich weiss es ja,
Mach' Ihrer Lehr', ganz sicher Ehr'! - Ah!
Die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
Gehorcht der Mann genau
Auf jeden Wink, und deshalb wird
Er hübsch dressiert, dass er pariert.
Zeigt man gleich anfangs Energie
Und scheuet nicht die Müh',
Erreicht man bald das schönste Ziel,
Gewonnen ist das Spiel!
Wenn man ihm in schwachen Stunden
Klug die Flügel hat gebunden,
Ist er auch zu and'rer Zeit,
Nachzugeben gleich bereit.
Man beginnt mit süssem Schmeicheln,
Sanften Bitten, Demut heucheln:
Liebes Männchen, sei so gut!
Dann fehlt ihm zum "Nein" der Mut.
Doch will Widerspruch er wagen,
So beginnt man leis' zu klagen,
Nimmt dann Tränen noch hinzu
Und lässt ihm keine Stunde Ruh'.
Beugt er noch nicht seinen Willen,
Jammert man nicht mehr im stillen,
Fängt zu schrei'n, zu toben an
Und zerschlägt das Porzellan.
Wirft den Spiegel dann in Trümmer,
Fällt in Krämpfe, ruhet nimmer,
Bis die Ohnmacht kommt zuletzt.

PALMATICA, BRONISLAWA
So wird alles durchgesetzt.

LAURA
Ah, die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
Gehorcht der Mann genau
Auf jeden Wink, und deshalb wird
Er hübsch dressiert, dass er pariert.

ALLE DREI
Die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
Gehorcht der Mann genau
Auf jeden Wink, und deshalb wird
Er anfangs gleich dressiert!


Nr. 9 - Duett

ADAM
Durch diesen Kuss sei unser Bund geweiht
Für alle Zeit - fest gefasst ist mein Entschluss!

BRONISLAWA
O schweigt - ich ging zu weit!

ADAM
Wie, wär dir's leid?
Still, lass uns noch verschweigen,
Was uns erfüllt mit Glück.
Kein Laut mag davon zeugen,
Verraten soll's kein Blick!

BRONISLAWA
Die Blumen werden's verraten,
Mit denen ich geschmückt;
Da du umarmt mich hieltest,
Hast du sie arg zerdrückt!

ADAM
Die Blumen dienten immer
Dort, wo Lieb' Gewährung hofft;
Es trug ihr bunter Schimmer
Verschwiegene Botschaft oft.
Durch sie wird kein Verrat entsteh'n.

BRONISLAWA
Noch weiss ich kaum, wie's konnt' gescheh'n!

ADAM
Mit der Liebe Fessel binden.
Lasse innig dich an mich.
Dass sie fest, sollst du empfinden,
Doch nicht drücken soll sie dich!
Nur das eine bitt' ich dich:
Liebe mich, liebe mich!

BRONISLAWA
Schau mir nicht ins Aug' so lange,
Schau mich nicht so innig an.
Vor dem Zauber wird mir bange,
Dem ich nicht entzieh'n mich kann!
Nur das eine fühle ich:
Lieben muss ich dich!

BEIDE
Halte fest in Sturmeswehen,
Wenn Gefahren uns bedräu'n!
Was auch mag entgegenstehen,
Ich will stark und mutig sein.
Nur das eine bitt' ich dich:
Liebe mich - Liebe mich!



ADAM
Bald naht die frohe Stunde,
Da sag' ich ihr, wer ich bin,
Und tret' als Herzog Adam
Vor die strahlende Liebste hin.
Dann heb' ich sie als Herzogin
Empor zu mir auf mein Pferd.
Ja, solch hoher Kampfpreis
Ist den Einsatz des Lebens wert!
Gekommen ist die Zeit,
Die Freunde steh'n bereit;
Vorbei des Wartens Qual:
Bald geb' ich das Signal!
Da tönt mein Horn in der stillen Nacht, trara, trara!
Von seinem Rufe das Volk erwacht, trara, trara!
Und immer lauter es rings erschallt,
Durchbraust das Land mit Sturmgewalt.
Trara! strömt es herbei,
Und es erfüllet die Lüfte mit Jubelgesehrei!
Wohlauf zum Kampf, wohlauf zur Tat!
Eilet herbei, der Freiheit Stunde naht.
Die Fahne trag ich euch voran;
Folget mir nach auf kühner Bahn!
Wohlauf zum Kampf, wohlauf zur Tat!
Eilet herbei, der Freiheit Stunde naht,
Und keiner bleibt da feig zurück,
Gilt es der Heimat und der Liebe Glück!


Nr. 10 - Duett

SYMON
Soll ich reden? Darf ich schweigen?
Teuer ist jetzt guter Rat.
Ach, ich bin durch ihre Liebe,
Halb beglückt, halb desparat.

LAURA
Welch ein Seufzer bang und schwer!
Rede doch, was ist gescheh'n?

SYMON
Wenn sie nur so hübsch nicht wär',
Ach, dann würd' es leichter geh'n!
Soll ich reden? Darf ich schweigen usw.

LAURA
Er hat etwas zu verschweigen,
Ja, das seh' ich in der Tat!
Doch ich will nicht Neugier zeigen,
Denn das wär' undelikat.

SYMON
Ich möcht etwas fragen dich.

LAURA
Gern geb' ich Antwort dir, so sprich!
So sprich! So sprich!

SYMON
Ich setz' den Fall,
Ich wär' durchaus nicht hochgeboren,
Ich setz' den Fall,
Ich hätte Geld und Gut verloren,
Ich setz' den Fall, '
Dass meine Herkunft ordinär,
Ich setz' den Fall,
Dass ich ein Vagabund nur wär',
Ich setz' den Fall,
Dass von Millionen keine Spur,
Ich setz' den Fall,
Dass alles dieses Schwindel nur -
Geliebte! Geliebte!
Könntest du das je verzeih'n?
Ich setz' nur den Fall.

LAURA
Was fällt dir ein?
Ach! Und wärst du arm, träfe dich Schmach,
Wahre, inn'ge Liebe, sie fragt nicht danach!
Nicht lockt mich Reichtum, prunkender Schein,
Ich will dein Herz nur allein!

SYMON
Und doch - kam es zuweilen vor,
Dass sich die Liebe dann verlor.

LAURA
Nein! Und wärst du arm usw.

SYMON
Welch süsse Lust
Hebt meine Brust.
Innige Liebe bedeckt meine Schmach,
Nicht lockt dich Reichtum, prunkender Schein,
Nein, du willst nur mein Herz allein!

LAURA
Auch ich möcht' etwas fragen dich.

SYMON
Gern geb' ich Antwort dir, so sprich!
So sprich! So sprich!

LAURA
Ich setz' den Fall,
Es kämen and're schöne Frau'n,
Ich setz' den Fall,
Du würdest gern nach ihnen schaun,
Ich setz' den Fall,
Es lacht dich eine zärtlich an,
Ich setz' den Fall,
Wirst du auch widerstehen dann?
Ich setz' den Fall,
Dass meine Wangen einst verblüht,
Ich setz' den Fall,
Dass einst die Zeit drauf Furchen zieht.
Geliebter! Geliebter!
Wirst du treu mir dann noch bleiben?
Ich setz' nur den Fall.

SYMON
Was fällt dir ein?
Ha, dich nur lieb' ich so inniglich,
Dir will ich leben, für dich sterbe ich.
Treu schlägt dies Herz in meiner Brust,
Teile mit dir Schmerz und Lust!

LAURA
Nun denn, es kam zuweilen vor,
Dass sich die Liebe dann verlor!

SYMON
Nein, dich nur lieb' ich so inniglich usw.

LAURA
Wie bebt die Brust
Vor Liebeslust!
Dir will ich leben, für dich sterbe ich!
Treu schlägt dies Herz hier in meiner Brust.
Mit dir teil' ewig ich Schmerz und Lust.


Duett

RICHTHOFEN
Warum sich lang besinnen?
Nur frisch drauf los, aufs Ziel!
Als Mann ist man verwegen
Und wagt ein hohes Spiel.
Wie auch die Würfel fallen,
Man. schickt sich eben drein,
Und sagt sich, wenn es schief geht,
Es wird so schlimm nicht sein!

SYMON
Das sind mir schöne Lehren,
Mein kecker, junger Wicht,
Erspart Euch Eure Weisheit,
Bei mir verfängt sie nicht!
Wer so frivol kann denken
Und solche Reden führt,
Der hat, Ihr dürft mir's glauben,
Die Liebe nie gespürt;
Dies Herz entbrennt in reiner Glut,
Ich weiss, wie wahre Liebe tut!

RICHTHOFEN
Ist's Euer Ernst?

SYMON
Ich schwör's -auf Ehr'!

RICHTHOFEN
Bei Gott, ich kenne Euch nicht mehr!
Ich hab' Euch stets betrachtet
Als fröhlichen Kumpan,
Dass Ihr jetzt seufzt und schmachtet,
Was ist denn schuld daran?

SYMON
Ja, mich bezwang der Liebe Macht!

RICHTHOFEN
Das hätt' ich nie von Euch gedacht!

SYMON
Begreift Ihr jetzt?

RICHTHOFEN
Vielleicht!

SYMON
So wisst:
Nur treue Liebe glücklich ist.
Ihr meint, die Lieb' sei blosse Spielerei,
Ihr lacht und küsst und denkt Euch nichts dabei.
Doch ach, gar schnell verrauschet der Genuss,
Und was Euch bleibt, ist nur der Ueberdruss.
Doch wer wie ich aus reinem Herzen liebt,
Der weiss, dass es nur eines gibt:

RICHTHOFEN
Ich halt' die Lieb' für blosse Spielerei,
Ich lach' und küss' und denk' mir nichts dabei.
Mag sein, gar schnell verrauschet der Genuss,
Mag sein, was bleibt, ist nur der Ueberdruss;
Vielleicht, wer so aus reinem Herzen liebt,
Der weiss, dass es nur eines gibt:

BEIDE
Treu und beständig will ich sein,
Nur ihr allein mein Herze weih'n.
Selbst Tod und Verderben uns nicht entzweit,
Ihr will ich gehören in Ewigkeit!


Nr. 11 - Ensemble

PAGEN und DAMEN
Glückliche Braut, dir strahlet hell das Leben,
Schon naht der Mann, dem du ergeben,
Seht uns bereit, zu geben Euch Geleit.
Der Bund wird geweiht für alle Zeit!

SYMON
Was wird geschehn? Wie wird das geh'n?
Kaum trau ich mich, sie anzuseh'n!

OLLENDORF
Befällt Euch Angst so nah am Ziel?

SYMON
Das nicht - doch wird mir etwas schwül!
Sie nickt mir zu! Hat sie gelesen,
Wer, was und wo ich einst gewesen?

OLLENDORF
Gewiss!

PALMATICA
Herr Schwiegersohn!

ADAM
Nur Mut!

SYMON
Jetzt geht es schief!
Ein Wort! Las Laura meinen Brief?

PALMATICA
Natürlich!

SYMON
Dann ist alles gut!
Geliebte, kannst du mir verzeih'n?

LAURA
Was hätt' ich wohl dir zu verzeih'n?
Ich will dein Herz, nur dein Herz allein!

SYMON
Oh, wie mich deine treue Liebe glücklich macht!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Ihr habt die Rechnung ohne uns gemacht!
Was ich (er) ersann, gar bald ist's getan,
Es reift unser Racheplan,
Racheplan, Racheplan!
Er wird ihr Mann, blamiert ist sie dann
Und wahrlich sehr übel dran,
Übel dran, übel dran!

OLLENDORF
Jagt sie dann hinaus den Mann,
Biet' ich mich als Tröster an!

SYMON
Wohlan!

ALLE
Glückliche Braut, dir strahlet hell das Leben usw.


Nr. 12 - Couplet

OLLENDORF

1
Seit ich als Feldherr tätig,
Ist mir der Kriegsgott gnädig;
Seit mehr als zwanzig Jahren
Treib' ich den Feind zu Paaren.
Nur manchmal, wenn die Feigen
Mir ihre Zähne zeigen,
Dann krieg' ich Nasenstüber,
Schwamm drüber!

2
Der wahre Völkerfrieden
Ist endlich uns beschieden;
Mit Krieg und Kriegsmaschinen
Ist nichts mehr zu verdienen;
Die Industriemagnaten
Sind arg in Not geraten.
So was von Friedensfieber!
Schwamm drüber!

3
So manchen deutschen Grafen
Lässt Grossmama nicht schlafen.
Zwar war sie gut bei Kasse,
Doch leider fremd von Rasse.
Dies ist ihm heut' sehr peinlich,
D'rum denkt der Graf wahrscheinlich:
'ne arische wär' mir lieber -
Schwamm drüber!


Nr. 13 - Finale

CHOR
Klingel, Feierglocken, klinget,
Hallend in die Ferne dringet!
Und die Freudenkunde bringet,
Dass vereint sie am Altar.
Lasst in unsere Jubelsänge
Mischen sich die Feierklänge,
Freudenrufe, Festgedränge,
Gebt Geleit dem edlen Paar!

OLLENDORF
Sie sind vereint, es ist gescheh'n,
Bald wird der Spass zu Ende geh'n,
Seht nur auf mich,
Und macht's wie ich,
Das Weitere findet sich.
Still, da sind sie schon!
Zur Gratulation!

OFFIZIERE
Zur Gratulation!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Wir gratulieren dem holden Paar!

SYMON
Sie sind zu gütig!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Wir bringen freudig den Glückwunsch dar.

SYMON
Ich bitte sehr!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Das Glück soll dauern bis hundert Jahr
Und noch darüber unwandelbar!

SYMON
Ich bin nun glücklich, nichts fürcht' ich mehr.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Über Euch lache der Himmel klar,
Über Euch wache der Engel Schar,
Wende vom Haupte jede Gefahr.
Wir meinen's ehrlich, aufrichtig, wahr.
Vivat, hoch das junge Paar!
Auf immerdar.
Wir gratulieren.

CHOR
Wir gratulieren usw.

OLLENDORF
Der Pole trinkt galant
Champagner aus seiner Dame Schuh,
Weil's Sitte hier zu Land',
Trink' aus dem Schuh der Braut ich Euch zu.
Und wer den Schuh zum Munde führt,
Eine Strophe dazu improvisiert!

ALLE
Wohlan, Wohlan!
Der Rundgesang fängt an!
Trink' uns zu! Trink' uns zu!
Aus der Schönen kleinem Schuh!
Und berauscht bist du im Nu!

1
OLLENDORF
Wo ist der Pokal,
Er sei von Kristall,
Von Silber, von Gold,
Wie dieser so hold!
Das Füsschen ist fein,
Der Schuh dazu klein.
Nicht viel geht hinein,
Drum schenkt öfter mir ein!

ALLE
Trink' uns zu usw.

2
SYMON
Wär' drinnen statt Wein
Nur Wasser ganz rein,
Berauscht würd' ich sein
Vom Schuh nur allein!
O Zaubergenuss,
Mir ist jetzt, als muss
Ich drücken den Kuss
Auf den reizenden Fuss!

3
RICHTHOFEN
Von Schuhen, fürwahr,
Gab's immer ein Paar.
Soll dieser allein
Hier ledig nur sein?
Er, sagt mir, warum?
Geht einer nur um?
So schafft mir herbei
Denn doch wenigstens zwei!

ALLE
Trink' nur zu usw.

4
WANGENHEIM
Es hat den Pokal
Für dies Bacchanal
Ein Schuster gemacht,
Wer hätt' das gedacht?
Doch nahm er das Mass
Zum Füsschen allein,
Und leider vergass
Er das Mass für den Wein!

ALLE
Trink' uns zu usw.

DAMEN und HERREN
Wohl ist hier zu Land'
Die Sitte bekannt,
Man fülle galant
Den Schuh bis zum Rand
Chacun à son goût!
Und raubt Euch die Ruh'
Ein Schluck aus dem Schuh,
Glu, glu, glu, immerzu.

ALLE
Trink' uns zu usw.

SYMON
Und nun frischauf zum Tanz,
Nun stellt euch in Reih'n!


Ballett

Szene

ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHOR
Heidahi, Heidaha!
Sind wir auch nicht invitiert,
Heidahi, Heidaha!
Das hat uns noch nie geniert!
Wir nehmen das nicht so genau,
Raubidibau, raubidibau!
Wir nehmen das nicht so genau,
Raubidibau - bidibau!

LAURA
Was gibt's, was soll das Singen?

PALMATICA
Man sehe, wer ist da!

OLLENDORF
Nur ganz spezielle Freunde
Vom Bräutigam sind da!

ALLE
Was ist das, was geschah?

ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHOR
Heidahi, heidaha usw.

ENTERICH
Entschuld'gen Sie, ich bin der Redner.
Verzeihen Sie - drum rede ich.
Die Herren sind lauter Vagabunden
Und ich, ich heisse Enterich!
Für den Kollegen, der nu äben
Sein Glück gemacht, ganz schauderhaft,
Soll dies Bukett ich übergeben
Im Namen der Genossenschaft!

PIFFKE, PUFFKE, GEFANGENE
Heidahi, heidaha usw.

SYMON
Was soll ich jetzt beginnen?

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, GESELLSCHAFT
Ja, sind wir denn von Sinnen?

LAURA
Wem gilt der Aufzug, sagt mir, wem?

ENTERICH
Ei nun, wem anders denn als dem?
Symon ist's, der Bettelstudent,
Der Vagabund, den jeder kennt!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Vor Zorn und Scham die Wange ihm brennt.

CHOR
Die Sache nimmt ein böses End'!

OLLENDORF
Vergönnt mir nur ein Wort!
Der Wahrheit geb' ich die Ehre,
Obwohl mit grossem Schmerz,
Dass dieser Fürst Wybicki,
War nur ein kleiner Scherz!

OFFIZIERE
War nur ein kleiner Scherz!

OLLENDORF
Die schönen Kleider sind geborgt,
Das Geld von mir besorgt,
Damit er, also ausstaffiert,
Bei Damen reüssiert!

LAURA
Wie, hab' ich recht gehört?

ALLE
Die Schmach ist unerhört!

LAURA
Den Ohren trau' ich kaum.

ALLE
Ist's Wirklichkeit, ist's Traum?

SYMON
Und der Brief, den ich geschrieben?

OLLENDORF
Ist unbestellt geblieben!

LAURA
O pfui, o pfui! Ganz unerhört ist der Skandal!

ALLE
O pfui, die Schande! Pfui, solche,Schmach
War noch nicht da, ganz unerhört
Ist der Skandal - pfui!

SYMON
Was beginn' ich nun? Was ist da zu tun?

OLLENDORF
Hahaha!
Wir steh'n gerächt nun da!
Zum allgemeinen Gaudium
Hab' Ich dies arrangiert! - Warum?
Ach, ich hab' sie doch nur
Auf die Schulter geküsst,
Und der Schlag mit dem Fächer
Vergolten nun ist!

ALLE
Ach, er hat sie doch nur usw.
Rasch ging die Freude zu End' -
Nur ein Bettelstudent!
Das ist impertinent!
Welch unerhörter Skandal,
Er bleibt nun ihr Gemahl,
Die Schmach ist kolossal.
Ach, er hat sie doch nur usw.
Nun ist zu End' der stolze Wahn,
Gerächt, was sie ihm angetan.
Gelungen ist der Racheplan!
ZWEITER AKT

Salon im Palais Nowalska - Familienbilder
Im Hintergrund Tür mit Ausblick in eine Halle

Nr. 8 - Terzett

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFEN
Einen Mann hab' ich (hat sie) gefunden,
Oh, welch' langersehntes Glück,
Alle Schatten sind entschwunden
Vor dem hellen Sonnenblick.
Seht, wie sich das Glück gewandt!
Nun heisst's Toilette machen,
Da der Fürst so schöne Sachen
Mit den Zofen uns gesandt.

BRONISLAWA
Man kann sich sehen lassen.

PALMATICA
Wird denn auch alles passen?

LAURA
Kaum kann ich mich noch fassen.

ALLE DREI
Einen Mann hab' ich (hat sie) gefunden,
O langersehntes Glück,
Alle Schatten sind entschwunden
Vor dem hellen Sonnenblick.

BRONISLAWA
Das schöne, neue Kleid
Ist zwar ein wenig weit,
Doch ist mir das g'rad recht,
Weil ich viel essen möcht'!
Spiegel her - lasst doch seh'n!
So ist's recht - so wird's geh'n!

LAURA
Zofen, kommt - all' zu mir!

BRONISLAWA
Zofen, bleibt - bleibt bei mir!

ZOFEN
Bitte!

PALMATICA
Zofen, he! - Helft erst mir!

ZOFEN
Bitte!

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA
Es wird schon geh'n, macht es auch Plag',
Nichts ist zu schön für diesen Tag.

ZOFEN
Bitte! - Bitte!

PALMATICA
Dies neue Prachtgewand
Mich leider etwas spannt,
Ist reichlich enge mir
Und drückt mich hier und hier.
Macht es zu, doch gebt acht,
Dass es nicht platzt und kracht!

ZOFEN
Bitte! - Bitte! - Bitte!

LAURA
Dies Kleid steht mir so gut
Wie keines je vorher,
Es passt vor allem sehr
Zu meinem blauen Blut.
zu den Zofen
Spiegel her, lasst mich seh'n;
Dass ich jung, - dass ich schön!

BRONISLAWA
Zofen, kommt - all' zu mir!

LAURA
Zofen, bleibt - bleibt bei mir!

PALMATICA
Zofen, he! - Helft erst mir!

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA
Es wird schon geh'n, macht es auch Plag',
Nichts ist zu schön für diesen Tag!

ZOFEN
Bitte! - Bitte!

PALMATICA
Ja, Kinder, folget immer meinen weisen Lehren,
Dann werdet ihr des wahren Glückes nie entbehren.
Und wenn es je trotzdem geschäh',
Dass in der Eh' etwas entsteh' -

LAURA
Schon gut, Mama, ich weiss es ja,
Mach' Ihrer Lehr', ganz sicher Ehr'! - Ah!
Die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
Gehorcht der Mann genau
Auf jeden Wink, und deshalb wird
Er hübsch dressiert, dass er pariert.
Zeigt man gleich anfangs Energie
Und scheuet nicht die Müh',
Erreicht man bald das schönste Ziel,
Gewonnen ist das Spiel!
Wenn man ihm in schwachen Stunden
Klug die Flügel hat gebunden,
Ist er auch zu and'rer Zeit,
Nachzugeben gleich bereit.
Man beginnt mit süssem Schmeicheln,
Sanften Bitten, Demut heucheln:
Liebes Männchen, sei so gut!
Dann fehlt ihm zum "Nein" der Mut.
Doch will Widerspruch er wagen,
So beginnt man leis' zu klagen,
Nimmt dann Tränen noch hinzu
Und lässt ihm keine Stunde Ruh'.
Beugt er noch nicht seinen Willen,
Jammert man nicht mehr im stillen,
Fängt zu schrei'n, zu toben an
Und zerschlägt das Porzellan.
Wirft den Spiegel dann in Trümmer,
Fällt in Krämpfe, ruhet nimmer,
Bis die Ohnmacht kommt zuletzt.

PALMATICA, BRONISLAWA
So wird alles durchgesetzt.

LAURA
Ah, die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
Gehorcht der Mann genau
Auf jeden Wink, und deshalb wird
Er hübsch dressiert, dass er pariert.

ALLE DREI
Die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
Gehorcht der Mann genau
Auf jeden Wink, und deshalb wird
Er anfangs gleich dressiert!


Nr. 9 - Duett

ADAM
Durch diesen Kuss sei unser Bund geweiht
Für alle Zeit - fest gefasst ist mein Entschluss!

BRONISLAWA
O schweigt - ich ging zu weit!

ADAM
Wie, wär dir's leid?
Still, lass uns noch verschweigen,
Was uns erfüllt mit Glück.
Kein Laut mag davon zeugen,
Verraten soll's kein Blick!

BRONISLAWA
Die Blumen werden's verraten,
Mit denen ich geschmückt;
Da du umarmt mich hieltest,
Hast du sie arg zerdrückt!

ADAM
Die Blumen dienten immer
Dort, wo Lieb' Gewährung hofft;
Es trug ihr bunter Schimmer
Verschwiegene Botschaft oft.
Durch sie wird kein Verrat entsteh'n.

BRONISLAWA
Noch weiss ich kaum, wie's konnt' gescheh'n!

ADAM
Mit der Liebe Fessel binden.
Lasse innig dich an mich.
Dass sie fest, sollst du empfinden,
Doch nicht drücken soll sie dich!
Nur das eine bitt' ich dich:
Liebe mich, liebe mich!

BRONISLAWA
Schau mir nicht ins Aug' so lange,
Schau mich nicht so innig an.
Vor dem Zauber wird mir bange,
Dem ich nicht entzieh'n mich kann!
Nur das eine fühle ich:
Lieben muss ich dich!

BEIDE
Halte fest in Sturmeswehen,
Wenn Gefahren uns bedräu'n!
Was auch mag entgegenstehen,
Ich will stark und mutig sein.
Nur das eine bitt' ich dich:
Liebe mich - Liebe mich!



ADAM
Bald naht die frohe Stunde,
Da sag' ich ihr, wer ich bin,
Und tret' als Herzog Adam
Vor die strahlende Liebste hin.
Dann heb' ich sie als Herzogin
Empor zu mir auf mein Pferd.
Ja, solch hoher Kampfpreis
Ist den Einsatz des Lebens wert!
Gekommen ist die Zeit,
Die Freunde steh'n bereit;
Vorbei des Wartens Qual:
Bald geb' ich das Signal!
Da tönt mein Horn in der stillen Nacht, trara, trara!
Von seinem Rufe das Volk erwacht, trara, trara!
Und immer lauter es rings erschallt,
Durchbraust das Land mit Sturmgewalt.
Trara! strömt es herbei,
Und es erfüllet die Lüfte mit Jubelgesehrei!
Wohlauf zum Kampf, wohlauf zur Tat!
Eilet herbei, der Freiheit Stunde naht.
Die Fahne trag ich euch voran;
Folget mir nach auf kühner Bahn!
Wohlauf zum Kampf, wohlauf zur Tat!
Eilet herbei, der Freiheit Stunde naht,
Und keiner bleibt da feig zurück,
Gilt es der Heimat und der Liebe Glück!


Nr. 10 - Duett

SYMON
Soll ich reden? Darf ich schweigen?
Teuer ist jetzt guter Rat.
Ach, ich bin durch ihre Liebe,
Halb beglückt, halb desparat.

LAURA
Welch ein Seufzer bang und schwer!
Rede doch, was ist gescheh'n?

SYMON
Wenn sie nur so hübsch nicht wär',
Ach, dann würd' es leichter geh'n!
Soll ich reden? Darf ich schweigen usw.

LAURA
Er hat etwas zu verschweigen,
Ja, das seh' ich in der Tat!
Doch ich will nicht Neugier zeigen,
Denn das wär' undelikat.

SYMON
Ich möcht etwas fragen dich.

LAURA
Gern geb' ich Antwort dir, so sprich!
So sprich! So sprich!

SYMON
Ich setz' den Fall,
Ich wär' durchaus nicht hochgeboren,
Ich setz' den Fall,
Ich hätte Geld und Gut verloren,
Ich setz' den Fall, '
Dass meine Herkunft ordinär,
Ich setz' den Fall,
Dass ich ein Vagabund nur wär',
Ich setz' den Fall,
Dass von Millionen keine Spur,
Ich setz' den Fall,
Dass alles dieses Schwindel nur -
Geliebte! Geliebte!
Könntest du das je verzeih'n?
Ich setz' nur den Fall.

LAURA
Was fällt dir ein?
Ach! Und wärst du arm, träfe dich Schmach,
Wahre, inn'ge Liebe, sie fragt nicht danach!
Nicht lockt mich Reichtum, prunkender Schein,
Ich will dein Herz nur allein!

SYMON
Und doch - kam es zuweilen vor,
Dass sich die Liebe dann verlor.

LAURA
Nein! Und wärst du arm usw.

SYMON
Welch süsse Lust
Hebt meine Brust.
Innige Liebe bedeckt meine Schmach,
Nicht lockt dich Reichtum, prunkender Schein,
Nein, du willst nur mein Herz allein!

LAURA
Auch ich möcht' etwas fragen dich.

SYMON
Gern geb' ich Antwort dir, so sprich!
So sprich! So sprich!

LAURA
Ich setz' den Fall,
Es kämen and're schöne Frau'n,
Ich setz' den Fall,
Du würdest gern nach ihnen schaun,
Ich setz' den Fall,
Es lacht dich eine zärtlich an,
Ich setz' den Fall,
Wirst du auch widerstehen dann?
Ich setz' den Fall,
Dass meine Wangen einst verblüht,
Ich setz' den Fall,
Dass einst die Zeit drauf Furchen zieht.
Geliebter! Geliebter!
Wirst du treu mir dann noch bleiben?
Ich setz' nur den Fall.

SYMON
Was fällt dir ein?
Ha, dich nur lieb' ich so inniglich,
Dir will ich leben, für dich sterbe ich.
Treu schlägt dies Herz in meiner Brust,
Teile mit dir Schmerz und Lust!

LAURA
Nun denn, es kam zuweilen vor,
Dass sich die Liebe dann verlor!

SYMON
Nein, dich nur lieb' ich so inniglich usw.

LAURA
Wie bebt die Brust
Vor Liebeslust!
Dir will ich leben, für dich sterbe ich!
Treu schlägt dies Herz hier in meiner Brust.
Mit dir teil' ewig ich Schmerz und Lust.


Duett

RICHTHOFEN
Warum sich lang besinnen?
Nur frisch drauf los, aufs Ziel!
Als Mann ist man verwegen
Und wagt ein hohes Spiel.
Wie auch die Würfel fallen,
Man. schickt sich eben drein,
Und sagt sich, wenn es schief geht,
Es wird so schlimm nicht sein!

SYMON
Das sind mir schöne Lehren,
Mein kecker, junger Wicht,
Erspart Euch Eure Weisheit,
Bei mir verfängt sie nicht!
Wer so frivol kann denken
Und solche Reden führt,
Der hat, Ihr dürft mir's glauben,
Die Liebe nie gespürt;
Dies Herz entbrennt in reiner Glut,
Ich weiss, wie wahre Liebe tut!

RICHTHOFEN
Ist's Euer Ernst?

SYMON
Ich schwör's -auf Ehr'!

RICHTHOFEN
Bei Gott, ich kenne Euch nicht mehr!
Ich hab' Euch stets betrachtet
Als fröhlichen Kumpan,
Dass Ihr jetzt seufzt und schmachtet,
Was ist denn schuld daran?

SYMON
Ja, mich bezwang der Liebe Macht!

RICHTHOFEN
Das hätt' ich nie von Euch gedacht!

SYMON
Begreift Ihr jetzt?

RICHTHOFEN
Vielleicht!

SYMON
So wisst:
Nur treue Liebe glücklich ist.
Ihr meint, die Lieb' sei blosse Spielerei,
Ihr lacht und küsst und denkt Euch nichts dabei.
Doch ach, gar schnell verrauschet der Genuss,
Und was Euch bleibt, ist nur der Ueberdruss.
Doch wer wie ich aus reinem Herzen liebt,
Der weiss, dass es nur eines gibt:

RICHTHOFEN
Ich halt' die Lieb' für blosse Spielerei,
Ich lach' und küss' und denk' mir nichts dabei.
Mag sein, gar schnell verrauschet der Genuss,
Mag sein, was bleibt, ist nur der Ueberdruss;
Vielleicht, wer so aus reinem Herzen liebt,
Der weiss, dass es nur eines gibt:

BEIDE
Treu und beständig will ich sein,
Nur ihr allein mein Herze weih'n.
Selbst Tod und Verderben uns nicht entzweit,
Ihr will ich gehören in Ewigkeit!


Nr. 11 - Ensemble

PAGEN und DAMEN
Glückliche Braut, dir strahlet hell das Leben,
Schon naht der Mann, dem du ergeben,
Seht uns bereit, zu geben Euch Geleit.
Der Bund wird geweiht für alle Zeit!

SYMON
Was wird geschehn? Wie wird das geh'n?
Kaum trau ich mich, sie anzuseh'n!

OLLENDORF
Befällt Euch Angst so nah am Ziel?

SYMON
Das nicht - doch wird mir etwas schwül!
Sie nickt mir zu! Hat sie gelesen,
Wer, was und wo ich einst gewesen?

OLLENDORF
Gewiss!

PALMATICA
Herr Schwiegersohn!

ADAM
Nur Mut!

SYMON
Jetzt geht es schief!
Ein Wort! Las Laura meinen Brief?

PALMATICA
Natürlich!

SYMON
Dann ist alles gut!
Geliebte, kannst du mir verzeih'n?

LAURA
Was hätt' ich wohl dir zu verzeih'n?
Ich will dein Herz, nur dein Herz allein!

SYMON
Oh, wie mich deine treue Liebe glücklich macht!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Ihr habt die Rechnung ohne uns gemacht!
Was ich (er) ersann, gar bald ist's getan,
Es reift unser Racheplan,
Racheplan, Racheplan!
Er wird ihr Mann, blamiert ist sie dann
Und wahrlich sehr übel dran,
Übel dran, übel dran!

OLLENDORF
Jagt sie dann hinaus den Mann,
Biet' ich mich als Tröster an!

SYMON
Wohlan!

ALLE
Glückliche Braut, dir strahlet hell das Leben usw.


Nr. 12 - Couplet

OLLENDORF

1
Seit ich als Feldherr tätig,
Ist mir der Kriegsgott gnädig;
Seit mehr als zwanzig Jahren
Treib' ich den Feind zu Paaren.
Nur manchmal, wenn die Feigen
Mir ihre Zähne zeigen,
Dann krieg' ich Nasenstüber,
Schwamm drüber!

2
Der wahre Völkerfrieden
Ist endlich uns beschieden;
Mit Krieg und Kriegsmaschinen
Ist nichts mehr zu verdienen;
Die Industriemagnaten
Sind arg in Not geraten.
So was von Friedensfieber!
Schwamm drüber!

3
So manchen deutschen Grafen
Lässt Grossmama nicht schlafen.
Zwar war sie gut bei Kasse,
Doch leider fremd von Rasse.
Dies ist ihm heut' sehr peinlich,
D'rum denkt der Graf wahrscheinlich:
'ne arische wär' mir lieber -
Schwamm drüber!


Nr. 13 - Finale

CHOR
Klingel, Feierglocken, klinget,
Hallend in die Ferne dringet!
Und die Freudenkunde bringet,
Dass vereint sie am Altar.
Lasst in unsere Jubelsänge
Mischen sich die Feierklänge,
Freudenrufe, Festgedränge,
Gebt Geleit dem edlen Paar!

OLLENDORF
Sie sind vereint, es ist gescheh'n,
Bald wird der Spass zu Ende geh'n,
Seht nur auf mich,
Und macht's wie ich,
Das Weitere findet sich.
Still, da sind sie schon!
Zur Gratulation!

OFFIZIERE
Zur Gratulation!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Wir gratulieren dem holden Paar!

SYMON
Sie sind zu gütig!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Wir bringen freudig den Glückwunsch dar.

SYMON
Ich bitte sehr!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Das Glück soll dauern bis hundert Jahr
Und noch darüber unwandelbar!

SYMON
Ich bin nun glücklich, nichts fürcht' ich mehr.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Über Euch lache der Himmel klar,
Über Euch wache der Engel Schar,
Wende vom Haupte jede Gefahr.
Wir meinen's ehrlich, aufrichtig, wahr.
Vivat, hoch das junge Paar!
Auf immerdar.
Wir gratulieren.

CHOR
Wir gratulieren usw.

OLLENDORF
Der Pole trinkt galant
Champagner aus seiner Dame Schuh,
Weil's Sitte hier zu Land',
Trink' aus dem Schuh der Braut ich Euch zu.
Und wer den Schuh zum Munde führt,
Eine Strophe dazu improvisiert!

ALLE
Wohlan, Wohlan!
Der Rundgesang fängt an!
Trink' uns zu! Trink' uns zu!
Aus der Schönen kleinem Schuh!
Und berauscht bist du im Nu!

1
OLLENDORF
Wo ist der Pokal,
Er sei von Kristall,
Von Silber, von Gold,
Wie dieser so hold!
Das Füsschen ist fein,
Der Schuh dazu klein.
Nicht viel geht hinein,
Drum schenkt öfter mir ein!

ALLE
Trink' uns zu usw.

2
SYMON
Wär' drinnen statt Wein
Nur Wasser ganz rein,
Berauscht würd' ich sein
Vom Schuh nur allein!
O Zaubergenuss,
Mir ist jetzt, als muss
Ich drücken den Kuss
Auf den reizenden Fuss!

3
RICHTHOFEN
Von Schuhen, fürwahr,
Gab's immer ein Paar.
Soll dieser allein
Hier ledig nur sein?
Er, sagt mir, warum?
Geht einer nur um?
So schafft mir herbei
Denn doch wenigstens zwei!

ALLE
Trink' nur zu usw.

4
WANGENHEIM
Es hat den Pokal
Für dies Bacchanal
Ein Schuster gemacht,
Wer hätt' das gedacht?
Doch nahm er das Mass
Zum Füsschen allein,
Und leider vergass
Er das Mass für den Wein!

ALLE
Trink' uns zu usw.

DAMEN und HERREN
Wohl ist hier zu Land'
Die Sitte bekannt,
Man fülle galant
Den Schuh bis zum Rand
Chacun à son goût!
Und raubt Euch die Ruh'
Ein Schluck aus dem Schuh,
Glu, glu, glu, immerzu.

ALLE
Trink' uns zu usw.

SYMON
Und nun frischauf zum Tanz,
Nun stellt euch in Reih'n!


Ballett

Szene

ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHOR
Heidahi, Heidaha!
Sind wir auch nicht invitiert,
Heidahi, Heidaha!
Das hat uns noch nie geniert!
Wir nehmen das nicht so genau,
Raubidibau, raubidibau!
Wir nehmen das nicht so genau,
Raubidibau - bidibau!

LAURA
Was gibt's, was soll das Singen?

PALMATICA
Man sehe, wer ist da!

OLLENDORF
Nur ganz spezielle Freunde
Vom Bräutigam sind da!

ALLE
Was ist das, was geschah?

ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHOR
Heidahi, heidaha usw.

ENTERICH
Entschuld'gen Sie, ich bin der Redner.
Verzeihen Sie - drum rede ich.
Die Herren sind lauter Vagabunden
Und ich, ich heisse Enterich!
Für den Kollegen, der nu äben
Sein Glück gemacht, ganz schauderhaft,
Soll dies Bukett ich übergeben
Im Namen der Genossenschaft!

PIFFKE, PUFFKE, GEFANGENE
Heidahi, heidaha usw.

SYMON
Was soll ich jetzt beginnen?

PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, GESELLSCHAFT
Ja, sind wir denn von Sinnen?

LAURA
Wem gilt der Aufzug, sagt mir, wem?

ENTERICH
Ei nun, wem anders denn als dem?
Symon ist's, der Bettelstudent,
Der Vagabund, den jeder kennt!

OLLENDORF und OFFIZIERE
Vor Zorn und Scham die Wange ihm brennt.

CHOR
Die Sache nimmt ein böses End'!

OLLENDORF
Vergönnt mir nur ein Wort!
Der Wahrheit geb' ich die Ehre,
Obwohl mit grossem Schmerz,
Dass dieser Fürst Wybicki,
War nur ein kleiner Scherz!

OFFIZIERE
War nur ein kleiner Scherz!

OLLENDORF
Die schönen Kleider sind geborgt,
Das Geld von mir besorgt,
Damit er, also ausstaffiert,
Bei Damen reüssiert!

LAURA
Wie, hab' ich recht gehört?

ALLE
Die Schmach ist unerhört!

LAURA
Den Ohren trau' ich kaum.

ALLE
Ist's Wirklichkeit, ist's Traum?

SYMON
Und der Brief, den ich geschrieben?

OLLENDORF
Ist unbestellt geblieben!

LAURA
O pfui, o pfui! Ganz unerhört ist der Skandal!

ALLE
O pfui, die Schande! Pfui, solche,Schmach
War noch nicht da, ganz unerhört
Ist der Skandal - pfui!

SYMON
Was beginn' ich nun? Was ist da zu tun?

OLLENDORF
Hahaha!
Wir steh'n gerächt nun da!
Zum allgemeinen Gaudium
Hab' Ich dies arrangiert! - Warum?
Ach, ich hab' sie doch nur
Auf die Schulter geküsst,
Und der Schlag mit dem Fächer
Vergolten nun ist!

ALLE
Ach, er hat sie doch nur usw.
Rasch ging die Freude zu End' -
Nur ein Bettelstudent!
Das ist impertinent!
Welch unerhörter Skandal,
Er bleibt nun ihr Gemahl,
Die Schmach ist kolossal.
Ach, er hat sie doch nur usw.
Nun ist zu End' der stolze Wahn,
Gerächt, was sie ihm angetan.
Gelungen ist der Racheplan!



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