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DRITTER AKT

Nr. 14 - Entreact

Nr. 15 - Introduktion

CHOR
Lumpen, Bagage, Bettelstudent!
Solche Blamage sei euch vergönnt!
Ach, diese Damen taten so dick
Mit noblen Namen, mit hohem Glück! -
Doch wie die Sachen hier eben stehen,
Muss man mit Lachen nach Hause geh'n! Ha, ha!
Ach, er hat sie ja nur auf die Schulter geküsst,
Doch der Schlag ins Gesicht, er ist nun schwer gebüsst.
Hahaha! - Hahaha!

BRONISLAWA
1
Der Fürst soll nur ein Bettler sein,
Vorbei der stolze Traum.
Dort drinnen jammern sie und schrei'n,
Und mich, mich rührt es kaum.
Das Schicksal stört ja oft die Ruh,
Bevor man's ahnt und denkt;
Ein Umstand aber kommt dazu,
Der mich besonders kränkt!
's ist schlimm, dass diese Störung
So g'rad' vor Tisch geschieht.
Da kommt zum Seelenleide
Auch noch der Appetit!

2
Mein Liebster ist, ich weiss es nicht,
Vielleicht auch in Gefahr.
Doch eine inn're Stimme spricht:
Er liebt mich treu und wahr.
Und speis' ich einst an seiner Seit',
Ist all mein Wunsch gekrönt;
Schon hab' ich mir seit längerer Zeit
Das Essen abgewöhnt.
Wenn jetzt auch süsse Triebe
Beglücken das Gemüt,
Es raubte mir die Liebe
Noch nie den Appetit!

3
Ja, mit der Lieb' ist's wunderlich,
Und süss ist wohl ihr Kern.
Man sagt doch auch: Ich habe dich
Direkt zum Fressen gern.
Mir ist sie zwar noch kaum bekannt,
Doch bilde ich mir ein,
Es wird mit ihr g'rad' so bewandt
Wie mit dem Essen sein.
Ja, will man's recht ermessen,
Ist gar kein Unterschied:
Auch hier kommt wohl beim Essen,
Erst recht der Appetit!
ab


Nr. 16 - Couplet

SYMON
1
Ich hab' kein Geld, bin vogelfrei,
Will aber nicht verzagen.
Du, Jugendleichtsinn, steh' mir bei,
Mein Schicksal zu ertragen.
Blas' ich schon Trübsal, sapperment,
Tu ich's in bester Laune,
Und zwar auf jedem Instrument,
Sogar auf der Posaune!
Trotz allem Pech ein lustig' Lied:
So, Schicksal, hau nur zu!
Wir wollen seh'n, wer früher müd',
Ich oder du!

2
Hurra, der Leichtsinn lebe hoch!
Trotz sorgenschwerem Herzen
Lehrt uns der wahre Leichtsinn noch
Mit unserm Unglück scherzen.
Kein Obdach, kein Kredit, kein Geld!
Es ist zum Teufelholen!
Ach, was der Freund sagt, sei ein Held!
So retten wir denn Polen!
Trotz allem Pech usw.


Lied

LAURA
Wie konnte das gescheh'n?
Verraten steh' ich hier;
Vor Scham muss ich vergehn,
Das Herz, es bricht mir schier!
Wie blühte mir der Tag
So heiter und so schön,
Und nun mit einem Schlag
Musst' alle Lust vergeh'n!
Von allen jetzt verlacht,
O Gott, ich fass es kaum,
Wie bin ich aufgewacht
Aus meinem holden Traum!
Nur ein Traum war all mein Glück,
Leid und Trauer blieb zurück;
Wie liegt so fern jene Stund',
Da geküsst mich sein Mund,
Da er kam und sein starker Arm
So warm an die Brust mich nahm.
Aber nun bin ich, ach, ganz allein
Und verzehr' mich in Liebespein.
Du, mein Geliebter, bleibe mein,
Will immerdar dein eigen sein;
Spür' deiner Küsse heisse Glut
Noch immer erregend im Blut.
All meine Sehnsucht ruft nach dir,
Höre mein Flehen, komm zu mir!
Doch ach, vergebens klagt's durch den Raum,
Vorbei der schöne Traum!
Ach! Nur ein Traum usw.
O sel'ge Pein!


Nr. 17 - Ensemble

OLLENDORF
Still, man kommt!

PALMATICA
Dort steht der Patron!

SYMON
Aha, da kommen sie schon!

PALMATICA
's ist am besten, ihm durch Schweigen
Die Verachtung zu bezeigen;
Dieser Schwindler, dieser Wicht!

SYMON
Ruhig, Symon - rühr' dich nicht!

OLLENDORF
Momentan muss man noch schweigen,
Doch die Ehrfurcht zu bezeigen
Dem Herrn Herzog heischt die Pflicht!

SYMON
Ruhig, Symon - rühr' dich nicht!

ALLE
Noch kann ich kaum verstehen,
Was sich heute hier begab.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Was ich erfahren hab'!

ALLE
Doch wird man bald ja sehen,
Warten wir's ab, warten wir's ab!

PALMATICA
Schwindler!

OLLENDORF
Ach!

RICHTHOFEN und WANGENHEIM
Schwindler!

OLLENDORF
Oh!

PALMATICA, RICHTHOFEN, WANGENHEIM
Wart nur, du Bösewicht!

OLLENDORF
Ach, was machen Sie?

PALMATICA, WANGENHEIM
Spitzbub!

OLLENDORF
Pst, aber!

PALMATICA, RICHTHOFEN, WANGENHEIM
Du entgehst der Strafe nicht!

OLLENDORF
Ach, jetzt gibt's Malheur!

PALMATICA
Einschleicher!

OLLENDORF
Grässlich!

RICHTHOFEN und WANGENHEIM
Einschleicher!

OLLENDORF
Schrecklich!

PALMATICA
Warte nur, Halunke, Betrüger!

OLLENDORF
Sie beleid'gen ihn schwer.

WANGENHEIM, RICHTHOFEN
Ha, sie beleidigt ihn schwer!

PALMATICA
Tagedieb, Lump!

OFFIZIERE
Genug, nicht weiter mehr!

PALMATICA
Gauner!

SYMON
Madame -

PALMATICA
Verführer!

SYMON
Bitte sehr!

PALMATICA
Für die Galeere reif!

SYMON
Das ist stark!

WANGENHEIM
Ha, sie ist ganz empört!

PALMATICA
Zuchthaus!

SYMON
Oh!

PALMATICA
Den Galgen!

SYMON
Geduld!

PALMATICA
Verdient solch ein Unterschleif.

SYMON
Bald wird's mir zu arg!

OLLENDORF
Unerhört!

PALMATICA
Hochstapler!

SYMON
Zu viel!

PALMATICA, WANGENHEIM
Wart' nur!

SYMON
Zu viel ist das!

PALMATICA
Für diese Prellerei
Fasst dich noch die Polizei!

SYMON
Endet die Schimpferei?
Wer bleibt gelassen dabei?

OLLENDORF und OFFIZIERE
Still mit dem Geschrei!
Endet die Schimpferei!

SYMON
Das halt' ich nicht aus.
Nein, das dulde ich nicht,
Denn über den Spass
Geht mir jetzt die Geschicht'!
Nein! Nein! Nein!

OLLENDORF
entschlossen
Die halbe Stunde ist jetzt vorbei
Und ich erklär' jetzt laut und frei
auf Symon deutend
Herr Herzog Adam Kasimir
Steht als Gefang'ner hier!

SYMON
Wie? Gilt das mir?

OFFIZIERE
erstaunt
Wie? Dieser hier?

OLLENDORF
Herr Herzog, Sie verzeih'n,
Doch muss es sein.

SYMON
Was fällt ihm ein?

ALLE
Herzog Adam, Herzog Adam,
Herzog Adam soll der (soll ich - muss es) sein!
Wie? Was?

PALMATICA
Hoheit!

OLLENDORF
Ach!

WANGENHEIM
Hoheit!

OLLENDORF
Ach!

WANGENHEIM
Nun heisst es höflich sein!

PALMATICA
Können Sie uns verzeihn?

OLLENDORF
Nun heisst es höflich sein!

PALMATICA
Schwiegersohn!

PALMATICA, WANGENHEIM
Herzog!

OLLENDORF
Bravo!

PALMATICA
Oh, sagen Sie nicht nein!

OLLENDORF, WANGENHEIM
Oh, nur recht artig sein!

PALMATICA
Teurer!

OLLENDORF
Herrlich!

PALMATICA
Edler!

OLLENDORF
Prächtig!

PALMATICA
Wie wir uns herzlich freu'n!

OLLENDORF, WANGENHEIM
Wie sie sich herzlich freu'n!

PALMATICA
Schönster!

PALMATICA, WANGENHEIM
Bester Freund!

OFFIZIERE
Diese Herzlichkeit!

PALMATICA
Nobler!

SYMON
Schon gut!

PALMATICA
Wir waren unbedacht!

SYMON
Lasst es sein!

OLLENDORF
Lasst es gut nun sein!

PALMATICA
Schätzbarster!

SYMON
Genug!

PALMATICA, WANGENHEIM
Verehrter!

SYMON
Hört auf!

PALMATICA
Das haben wir gleich gedacht!

SYMON
Das ist so der Lauf.

OLLENDORF
Rührend ist's!

PALMATICA
Feldherr!

SYMON
Das kennt man schon!

WANGENHEIM, PALMATICA
Sieger! Hoch, Adam Kasimir!
Aufrichtig huld'gen wir dir!

SYMON
Ja, das ist die Manier,
So machen alle es hier.

OLLENDORF
Ach, auf die Manier
Macht man es immer hier!

PALMATICA
Ha'b ich's doch geahnt schon lange,
Und nun ist es mir ganz klar.

SYMON
Ha, die Wandlung dieser Schlange
Ist fürwahr höchst wunderbar!

OLLENDORF
Aus den wichtigen Papieren,
Die ich jetzt fand beim Visitieren,
Der Beweis ganz deutlich spricht.

SYMON
Bitte sehr, ich leugne nicht!
Da Sie's ohnehin schon wissen,
So werd' ich zugestehen müssen,
Dass ich Herzog Adam bin!

PALMATICA
Dann ist Laura - Herzogin!

OLLENDORF
Allerdings, doch tut's mir leid,
Dass sie's nur auf kurze Zeit!

PALMATICA, WANGENHEIM
Wie?

SYMON
Was sagten Sie eben?

OLLENDORF
Polens Heil erheischt sein Leben!

SYMON
Polens Heil erheischt mein Leben,
Und im Notfall muss ich's geben!

OLLENDORF
Es wird mit grösster Courtoisie
Der Kopf ihm abgeschnitten!

SYMON
Wie? Meinen Kopf verlangen Sie?

OLLENDORF
Ich möchte darum bitten!

SYMON
Wenn Sie bitten gar so schön,
Kann ich auch nicht widersteh'n!
So nehmen Sie mich -
Ist's um den Kopf auch schade!

OLLENDORF
Führt in den Kerker ihn!

LAURA
Was hör' ich? Haltet! Gnade!
Gnade für ihn!

OFFIZIERE
Was höre ich?

SYMON
Was höre ich?

LAURA
Ach, ich habe ihm verzieh'n!
Drum Gnade für ihn!

PALMATICA
Mein Kind, du weisst noch nicht!

SYMON
Sie weiss noch nicht!

ÜBRIGE
Sie weiss noch nicht!

LAURA
Und was ihm auch droht,
Ich teile die Not!

PALMATICA
Mein Kind, du weisst noch nicht!

SYMON
Sie weiss noch nicht!

ÜBRIGE
Sie weiss noch nicht!

LAURA
Und muss es denn sein,
Sperrt mich mit ihm ein!

PALMATICA
Mein Kind, das geht ja nicht!

SYMON
Warum denn nicht?

OLLENDORF
Das geht ja nicht!

ÜBRIGE
Das geht ja nicht!

PALMATICA
Mein Kind, der Irrtum ist fatal,
Ein Herzog wurde dein Gemahl,
Drum lass ihn dir nicht rauben!

LAURA
Ein Herzog? Soll ich's glauben?
Ob Herzog er, ob Bettler sei,
Ich bin sein Weib und will ihm treu
In jeglicher Gefahr zur Seite steh'n!

PALMATICA
O Himmel, was wird noch gescheh'n?

WANGENHEIM
Gar seltsam ist's, was hier gescheh'n!

RICHTHOFEN und BRONISLAWA
So ist's recht, so ist es schön!

OFFIZIERE
Bald wird man sie als Witwe seh'n!

SYMON
Jetzt lach' ich jeglicher Gefahr,
Bring selbst das Leben freudig dar,
Zur Seite will sie treu mir steh'n,
Nun möge, was da will, gescheh'n!

BRONISLAWA
Jetzt lacht er freudig der Gefahr,
Bringt, wenn es not, sein Leben dar.
Sie will ihm treu zur Seite steh'n,
Nun möge, was da will, gescheh'n.

ALLE
Froher Mut erfüllt uns, dass es endet gut.
Unverzagt sei drum das kühne Spiel gewagt.
Sollte uns dann das Schicksal nicht den Sieg verleih'n,
Je nun, je nun, gefasst heisst es sein!


Chor mit Solo

CHOR
Das Land ist frei, der Sieg ist da,
Drum rufet laut: Viktoria!
Der uns befreit von schwerem Joch,
Der Herzog Adam lebe hoch!

ADAM
Der grosse Plan ist glücklich uns gelungen,
Und strahlend lacht das Leben wieder neu.
Den holden Frieden haben wir errungen,
Nun denkt nicht mehr an Krieg und Kriegsgeschrei!
Liebend vereint reicht alle euch die Hand,
Freut euch im freien Vaterland!

CHOR
Liebend vereint reicht alle euch die Hand,
Froh im freien Vaterland!


Nr. 18 - Schluss

SYMON
Befreit das Land,
Geknüpft das Band!
Ein kühnes Spiel
Führt uns ans Ziel!
Der Liebe Macht
Hat es vollbracht,
Dass uns're List
Gelungen ist!

SYMON, ADAM, LAURA, BRONISLAWA
Befreit das Land usw.

ALLE
Was von Feinden gegen uns ersonnen war,
Führt grad zum Ruhrn, zum Siege wunderbar.
Eben noch ringsum bedrohet von Gefahr,
Steh'n wir vereint für immerdar!
DRITTER AKT

Nr. 14 - Entreact

Nr. 15 - Introduktion

CHOR
Lumpen, Bagage, Bettelstudent!
Solche Blamage sei euch vergönnt!
Ach, diese Damen taten so dick
Mit noblen Namen, mit hohem Glück! -
Doch wie die Sachen hier eben stehen,
Muss man mit Lachen nach Hause geh'n! Ha, ha!
Ach, er hat sie ja nur auf die Schulter geküsst,
Doch der Schlag ins Gesicht, er ist nun schwer gebüsst.
Hahaha! - Hahaha!

BRONISLAWA
1
Der Fürst soll nur ein Bettler sein,
Vorbei der stolze Traum.
Dort drinnen jammern sie und schrei'n,
Und mich, mich rührt es kaum.
Das Schicksal stört ja oft die Ruh,
Bevor man's ahnt und denkt;
Ein Umstand aber kommt dazu,
Der mich besonders kränkt!
's ist schlimm, dass diese Störung
So g'rad' vor Tisch geschieht.
Da kommt zum Seelenleide
Auch noch der Appetit!

2
Mein Liebster ist, ich weiss es nicht,
Vielleicht auch in Gefahr.
Doch eine inn're Stimme spricht:
Er liebt mich treu und wahr.
Und speis' ich einst an seiner Seit',
Ist all mein Wunsch gekrönt;
Schon hab' ich mir seit längerer Zeit
Das Essen abgewöhnt.
Wenn jetzt auch süsse Triebe
Beglücken das Gemüt,
Es raubte mir die Liebe
Noch nie den Appetit!

3
Ja, mit der Lieb' ist's wunderlich,
Und süss ist wohl ihr Kern.
Man sagt doch auch: Ich habe dich
Direkt zum Fressen gern.
Mir ist sie zwar noch kaum bekannt,
Doch bilde ich mir ein,
Es wird mit ihr g'rad' so bewandt
Wie mit dem Essen sein.
Ja, will man's recht ermessen,
Ist gar kein Unterschied:
Auch hier kommt wohl beim Essen,
Erst recht der Appetit!
ab


Nr. 16 - Couplet

SYMON
1
Ich hab' kein Geld, bin vogelfrei,
Will aber nicht verzagen.
Du, Jugendleichtsinn, steh' mir bei,
Mein Schicksal zu ertragen.
Blas' ich schon Trübsal, sapperment,
Tu ich's in bester Laune,
Und zwar auf jedem Instrument,
Sogar auf der Posaune!
Trotz allem Pech ein lustig' Lied:
So, Schicksal, hau nur zu!
Wir wollen seh'n, wer früher müd',
Ich oder du!

2
Hurra, der Leichtsinn lebe hoch!
Trotz sorgenschwerem Herzen
Lehrt uns der wahre Leichtsinn noch
Mit unserm Unglück scherzen.
Kein Obdach, kein Kredit, kein Geld!
Es ist zum Teufelholen!
Ach, was der Freund sagt, sei ein Held!
So retten wir denn Polen!
Trotz allem Pech usw.


Lied

LAURA
Wie konnte das gescheh'n?
Verraten steh' ich hier;
Vor Scham muss ich vergehn,
Das Herz, es bricht mir schier!
Wie blühte mir der Tag
So heiter und so schön,
Und nun mit einem Schlag
Musst' alle Lust vergeh'n!
Von allen jetzt verlacht,
O Gott, ich fass es kaum,
Wie bin ich aufgewacht
Aus meinem holden Traum!
Nur ein Traum war all mein Glück,
Leid und Trauer blieb zurück;
Wie liegt so fern jene Stund',
Da geküsst mich sein Mund,
Da er kam und sein starker Arm
So warm an die Brust mich nahm.
Aber nun bin ich, ach, ganz allein
Und verzehr' mich in Liebespein.
Du, mein Geliebter, bleibe mein,
Will immerdar dein eigen sein;
Spür' deiner Küsse heisse Glut
Noch immer erregend im Blut.
All meine Sehnsucht ruft nach dir,
Höre mein Flehen, komm zu mir!
Doch ach, vergebens klagt's durch den Raum,
Vorbei der schöne Traum!
Ach! Nur ein Traum usw.
O sel'ge Pein!


Nr. 17 - Ensemble

OLLENDORF
Still, man kommt!

PALMATICA
Dort steht der Patron!

SYMON
Aha, da kommen sie schon!

PALMATICA
's ist am besten, ihm durch Schweigen
Die Verachtung zu bezeigen;
Dieser Schwindler, dieser Wicht!

SYMON
Ruhig, Symon - rühr' dich nicht!

OLLENDORF
Momentan muss man noch schweigen,
Doch die Ehrfurcht zu bezeigen
Dem Herrn Herzog heischt die Pflicht!

SYMON
Ruhig, Symon - rühr' dich nicht!

ALLE
Noch kann ich kaum verstehen,
Was sich heute hier begab.

OLLENDORF und OFFIZIERE
Was ich erfahren hab'!

ALLE
Doch wird man bald ja sehen,
Warten wir's ab, warten wir's ab!

PALMATICA
Schwindler!

OLLENDORF
Ach!

RICHTHOFEN und WANGENHEIM
Schwindler!

OLLENDORF
Oh!

PALMATICA, RICHTHOFEN, WANGENHEIM
Wart nur, du Bösewicht!

OLLENDORF
Ach, was machen Sie?

PALMATICA, WANGENHEIM
Spitzbub!

OLLENDORF
Pst, aber!

PALMATICA, RICHTHOFEN, WANGENHEIM
Du entgehst der Strafe nicht!

OLLENDORF
Ach, jetzt gibt's Malheur!

PALMATICA
Einschleicher!

OLLENDORF
Grässlich!

RICHTHOFEN und WANGENHEIM
Einschleicher!

OLLENDORF
Schrecklich!

PALMATICA
Warte nur, Halunke, Betrüger!

OLLENDORF
Sie beleid'gen ihn schwer.

WANGENHEIM, RICHTHOFEN
Ha, sie beleidigt ihn schwer!

PALMATICA
Tagedieb, Lump!

OFFIZIERE
Genug, nicht weiter mehr!

PALMATICA
Gauner!

SYMON
Madame -

PALMATICA
Verführer!

SYMON
Bitte sehr!

PALMATICA
Für die Galeere reif!

SYMON
Das ist stark!

WANGENHEIM
Ha, sie ist ganz empört!

PALMATICA
Zuchthaus!

SYMON
Oh!

PALMATICA
Den Galgen!

SYMON
Geduld!

PALMATICA
Verdient solch ein Unterschleif.

SYMON
Bald wird's mir zu arg!

OLLENDORF
Unerhört!

PALMATICA
Hochstapler!

SYMON
Zu viel!

PALMATICA, WANGENHEIM
Wart' nur!

SYMON
Zu viel ist das!

PALMATICA
Für diese Prellerei
Fasst dich noch die Polizei!

SYMON
Endet die Schimpferei?
Wer bleibt gelassen dabei?

OLLENDORF und OFFIZIERE
Still mit dem Geschrei!
Endet die Schimpferei!

SYMON
Das halt' ich nicht aus.
Nein, das dulde ich nicht,
Denn über den Spass
Geht mir jetzt die Geschicht'!
Nein! Nein! Nein!

OLLENDORF
entschlossen
Die halbe Stunde ist jetzt vorbei
Und ich erklär' jetzt laut und frei
auf Symon deutend
Herr Herzog Adam Kasimir
Steht als Gefang'ner hier!

SYMON
Wie? Gilt das mir?

OFFIZIERE
erstaunt
Wie? Dieser hier?

OLLENDORF
Herr Herzog, Sie verzeih'n,
Doch muss es sein.

SYMON
Was fällt ihm ein?

ALLE
Herzog Adam, Herzog Adam,
Herzog Adam soll der (soll ich - muss es) sein!
Wie? Was?

PALMATICA
Hoheit!

OLLENDORF
Ach!

WANGENHEIM
Hoheit!

OLLENDORF
Ach!

WANGENHEIM
Nun heisst es höflich sein!

PALMATICA
Können Sie uns verzeihn?

OLLENDORF
Nun heisst es höflich sein!

PALMATICA
Schwiegersohn!

PALMATICA, WANGENHEIM
Herzog!

OLLENDORF
Bravo!

PALMATICA
Oh, sagen Sie nicht nein!

OLLENDORF, WANGENHEIM
Oh, nur recht artig sein!

PALMATICA
Teurer!

OLLENDORF
Herrlich!

PALMATICA
Edler!

OLLENDORF
Prächtig!

PALMATICA
Wie wir uns herzlich freu'n!

OLLENDORF, WANGENHEIM
Wie sie sich herzlich freu'n!

PALMATICA
Schönster!

PALMATICA, WANGENHEIM
Bester Freund!

OFFIZIERE
Diese Herzlichkeit!

PALMATICA
Nobler!

SYMON
Schon gut!

PALMATICA
Wir waren unbedacht!

SYMON
Lasst es sein!

OLLENDORF
Lasst es gut nun sein!

PALMATICA
Schätzbarster!

SYMON
Genug!

PALMATICA, WANGENHEIM
Verehrter!

SYMON
Hört auf!

PALMATICA
Das haben wir gleich gedacht!

SYMON
Das ist so der Lauf.

OLLENDORF
Rührend ist's!

PALMATICA
Feldherr!

SYMON
Das kennt man schon!

WANGENHEIM, PALMATICA
Sieger! Hoch, Adam Kasimir!
Aufrichtig huld'gen wir dir!

SYMON
Ja, das ist die Manier,
So machen alle es hier.

OLLENDORF
Ach, auf die Manier
Macht man es immer hier!

PALMATICA
Ha'b ich's doch geahnt schon lange,
Und nun ist es mir ganz klar.

SYMON
Ha, die Wandlung dieser Schlange
Ist fürwahr höchst wunderbar!

OLLENDORF
Aus den wichtigen Papieren,
Die ich jetzt fand beim Visitieren,
Der Beweis ganz deutlich spricht.

SYMON
Bitte sehr, ich leugne nicht!
Da Sie's ohnehin schon wissen,
So werd' ich zugestehen müssen,
Dass ich Herzog Adam bin!

PALMATICA
Dann ist Laura - Herzogin!

OLLENDORF
Allerdings, doch tut's mir leid,
Dass sie's nur auf kurze Zeit!

PALMATICA, WANGENHEIM
Wie?

SYMON
Was sagten Sie eben?

OLLENDORF
Polens Heil erheischt sein Leben!

SYMON
Polens Heil erheischt mein Leben,
Und im Notfall muss ich's geben!

OLLENDORF
Es wird mit grösster Courtoisie
Der Kopf ihm abgeschnitten!

SYMON
Wie? Meinen Kopf verlangen Sie?

OLLENDORF
Ich möchte darum bitten!

SYMON
Wenn Sie bitten gar so schön,
Kann ich auch nicht widersteh'n!
So nehmen Sie mich -
Ist's um den Kopf auch schade!

OLLENDORF
Führt in den Kerker ihn!

LAURA
Was hör' ich? Haltet! Gnade!
Gnade für ihn!

OFFIZIERE
Was höre ich?

SYMON
Was höre ich?

LAURA
Ach, ich habe ihm verzieh'n!
Drum Gnade für ihn!

PALMATICA
Mein Kind, du weisst noch nicht!

SYMON
Sie weiss noch nicht!

ÜBRIGE
Sie weiss noch nicht!

LAURA
Und was ihm auch droht,
Ich teile die Not!

PALMATICA
Mein Kind, du weisst noch nicht!

SYMON
Sie weiss noch nicht!

ÜBRIGE
Sie weiss noch nicht!

LAURA
Und muss es denn sein,
Sperrt mich mit ihm ein!

PALMATICA
Mein Kind, das geht ja nicht!

SYMON
Warum denn nicht?

OLLENDORF
Das geht ja nicht!

ÜBRIGE
Das geht ja nicht!

PALMATICA
Mein Kind, der Irrtum ist fatal,
Ein Herzog wurde dein Gemahl,
Drum lass ihn dir nicht rauben!

LAURA
Ein Herzog? Soll ich's glauben?
Ob Herzog er, ob Bettler sei,
Ich bin sein Weib und will ihm treu
In jeglicher Gefahr zur Seite steh'n!

PALMATICA
O Himmel, was wird noch gescheh'n?

WANGENHEIM
Gar seltsam ist's, was hier gescheh'n!

RICHTHOFEN und BRONISLAWA
So ist's recht, so ist es schön!

OFFIZIERE
Bald wird man sie als Witwe seh'n!

SYMON
Jetzt lach' ich jeglicher Gefahr,
Bring selbst das Leben freudig dar,
Zur Seite will sie treu mir steh'n,
Nun möge, was da will, gescheh'n!

BRONISLAWA
Jetzt lacht er freudig der Gefahr,
Bringt, wenn es not, sein Leben dar.
Sie will ihm treu zur Seite steh'n,
Nun möge, was da will, gescheh'n.

ALLE
Froher Mut erfüllt uns, dass es endet gut.
Unverzagt sei drum das kühne Spiel gewagt.
Sollte uns dann das Schicksal nicht den Sieg verleih'n,
Je nun, je nun, gefasst heisst es sein!


Chor mit Solo

CHOR
Das Land ist frei, der Sieg ist da,
Drum rufet laut: Viktoria!
Der uns befreit von schwerem Joch,
Der Herzog Adam lebe hoch!

ADAM
Der grosse Plan ist glücklich uns gelungen,
Und strahlend lacht das Leben wieder neu.
Den holden Frieden haben wir errungen,
Nun denkt nicht mehr an Krieg und Kriegsgeschrei!
Liebend vereint reicht alle euch die Hand,
Freut euch im freien Vaterland!

CHOR
Liebend vereint reicht alle euch die Hand,
Froh im freien Vaterland!


Nr. 18 - Schluss

SYMON
Befreit das Land,
Geknüpft das Band!
Ein kühnes Spiel
Führt uns ans Ziel!
Der Liebe Macht
Hat es vollbracht,
Dass uns're List
Gelungen ist!

SYMON, ADAM, LAURA, BRONISLAWA
Befreit das Land usw.

ALLE
Was von Feinden gegen uns ersonnen war,
Führt grad zum Ruhrn, zum Siege wunderbar.
Eben noch ringsum bedrohet von Gefahr,
Steh'n wir vereint für immerdar!



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