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EINZIGER AKT

Ouvertüre

Dialog

ZEMRUD
Die Geschichte von Abu Hassan und seinem listigen
Weibe Fatime will ich Euch erzählen, wie sie sich vor
Jahren am Hofe des Kalifen von Bagdad zugetragen hat.

Bagdad, wenn man sich von diesem Spass erzählt.
Es begann so:
Wie schon so oft war unserem Freunde Abu Hassan
das Geld ausgegangen und so gab es für ihn und sein
treues Weib Fatime seit Tagen nichts als Wasser und Brot.

Nr. 1 - Duett

ABU HASSAN
Liebes Weibchen, reiche Wein.

FATIME
Weder weissen noch roten,
Mahomet, Mahomet hat es verboten!

ABU HASSAN
Drum schenk ihn heimlich ein, gib Sorbet!

FATIME
Ha! Du willst Wasser?

ABU HASSAN
Nein, das Wasser ist mein Tod!
Fische, Konfitüren,

FATIME
Prasser!

ABU HASSAN
ein Pastetchen,

FATIME
Hier ist Brot!

FATIME, ABU HASSAN
Kann sich da der Geist erheben?
Lohnet sich's der Müh' zu leben?
Stille Zeugen meiner Not,
Brot und Wasser,
Brot und Wasser, usw.

FATIME
Ich will dir ein Liedchen singen:
Mit Auroren erstem Strahl,

ABU HASSAN
Zur Verzweiflung wird's mich bringen!

FATIME
Nein, es stillt des Hungers Qual!

ABU HASSAN
Liebes Weibchen, reiche Wein,
Liebes Weibchen, reiche Wein.

FATIME
Weder weissen noch roten,
Mahomet, Mahomet hat es verboten.

FATIME, ABU HASSAN
Kann sich da der Geist erheben?
Lohnet sich's der Müh' zu leben?
Stille Zeugen meiner Not,
Brot und Wasser,
Brot und Wasser, usw.

Dialog

ABU HASSAN
Brot und Wasser!
Eine herrliche Mahlzeit!
Aber so geht es den Männern,
deren Weiber besser zu singen
als zu kochen verstehen!

FATIME
O, du bist mir ein Schelm!
Ich schweige aus ehelicher Zärtlichkeit!
Du hast die letzte Zechine verprasst!
Aber du verdienst auch
das einzige Kleinod zu verlieren,
das du noch besitzt!

ABU HASSAN
Was denn? Ich besässe ein Kleinod?
Lass mich dich umarmen, teure Fatime
und dann, eile es zu verkaufen!

FATIME
Unverschämter!
Ich glaube, du wärest fähig,
deine eigene Frau zu verkaufen!

ABU HASSAN
Wie denn? Du wärest das Kleinod?
Dann habe ich mich umsonst gefreut!

FATIME
Du Grobian!
Es gibt Leute, die bereit sind,
mir alle ihre Reichtümer
zu Füssen zulegen!

ABU HASSAN
Vortrefflich! Liebste Fatime,
schone dich nicht mein Zartgefühl!
Nenne mir einen Dummkopf,
der bereit wäre,
deine Untreue so königlich
zu belohnen!

FATIME
Der reiche Omar ist es,
des Kalifen ergebener Wechsler.

ABU HASSAN
Omar, dieser Geizhals?

FATIME
Ja, hör zu!
Diesen Brief liess er mir
heimlich zukommen:
"Schönste Fatime!
Mein Herz lodert in Liebe zu Dir!"
 - (Hier ist es:) -
"Lösche die verzehrende Flamme,
indem Du mich erhörst und gebiete
dafür über alle meine Schätze!
Vergönne Deinem Sklaven,
den Staub von Deinen Füssen
zu küssen!
Omar."

ABU HASSAN
Und was hast du ihm geantwortet?

FATIME
Dass ich ihn hasse, ihn verabscheue!

ABU HASSAN
Brav! Sehr brav!
Aber vielleicht hätte man ihn
an der Nase herumführen sollen.
Wir haben Schulden,
entsetzlich viel Schulden.
Oh Allah, hilf! Lass uns ein Mittel finden,
das uns aus dieser Pein befreit!

ZEMRUD
Da sassen sie und dachten lange nach.
Geld musste her!
Er stöhnte "Ach!". Sie stöhnte "Ach!".
Und dann, ganz plötzlich,
kam ihm der rettende Gedanke.

ABU HASSAN
Wir werden sterben!

FATIME
Sterben? Bist du verrückt?!

ABU HASSAN
Aus Höflichkeit
werd' ich den Anfang machen.
Hör zu! Du läufst zu Zobeide, der Gattin des Kalifen
und meldest meinen Tod.
Wie's Sitte ist, wird sie dir
einen Beutel Geld
für die Begräbniskosten geben.
Danach spiel' ich dieselbe Rolle
beim Kalifen und hoffe,
ihn nicht weniger freigebig zu finden.

FATIME
Ich gratuliere!
Der Einfall ist vortrefflich!

ABU HASSAN
Lauf, Liebste, lauf!
Verkünde schluchzend meinen Tod!

FATIME
Adieu, mein toter Herr Gemahl, adieu!

ABU HASSAN
Da läuft sie hin.
Das Possenspiel hat nun begonnen.
Mein holdes Weib!
Wenn unser Plan gelingt,
hat aIle Not ein Ende!

Nr. 2 - Arie

ABU HASSAN
Was nun zu machen, mit Geschmack
die kleinen goldnen Schelme
in aIle Welt zu senden?
Ich gebe Gastereien,
mit Liedern, mit Tänzen.
Die erste Stelle
nimmt mein Weibchen ein,
mit Blumen will ich sie bekränzen,
sie soll an meiner Seite glänzen,
und Königin des Festes sein.
He! Sklave! Chierwein!
doch streue Rosen drein,
und mit den Purpurlippen
soll erst Fatime nippen,
so! jetzt den Becher her!
Auf unser Wohlsein, Liebe,
auf dass es stets bleibe,
trink ich dies Gläschen leer.
Doch heute muss man singen,
drum lasst die Lauten bringen,
eilt, eilt in schnellem Lauf.
Durch Trinken, Singen, Tanzen,
löst man die Dissonanzen
des Lebens wieder auf.
Oh Fatime! meine Traute,
die so zärtlich zu mir spricht,
glaub'mir, der Ton der Laute
malet meine Liebe nicht.
Ewig, ewig, ewig dir ergeben,
freut dass Herz der Fesseln sich,
ach! für dich nur will ich leben,
und auch sterben nur für dich.
Umschwebt nun mein Liebchen
in flüchtigen Tänzen
der Holden mit Blumen
den Schlaf zu bekränzen.
Schön! Bravo! Vortrefflich.
Sie nahet sich schon,
und schalkhaft reicht sie mir
ein Küsschen zum Lohn.
Doch, sollte mein Plänchen scheitern?
Was kümmert's mich und sie?
mit Liedern und Tänzen,
mit Blumen sich kränzen,
als Königin glänzen,
Bravo! Herrlich! Ja vortrefflich!


Dialog

ZEMRUD
Abu Hassan war glücklich. -
Doch plötzlich offnete sich die Tür und
Omar, der reiche Wechsler des Kalifen
stand vor ihm. Mit ihm waren aIle Gläubiger
gekommen und verlangten energisch ihr Geld.


Nr. 3 - Chor der Gläubiger

CHOR
Geld! Geld! Geld!
ich will nicht länger harren,
sonst sind wir die Narren
am Ende geprellt. Geld! Geld! Geld!

ABU HASSAN
So habt doch Erbarmen
und geduldet euch noch einen Tag!

CHOR
Nein, nein, nein,
der Wechsel ist verfallen,
und ich muss nun vor Allen
zuerst bezahlet sein.

OMAR
Nun wie steht es?
Willst du zahlen?

ABU HASSAN
Ich möchte schon,
nur fehlt es mir an Geld ...

OMAR
Wir aIle, wie du uns hier siehst,
sind entschlossen,
nicht länger zu warten.

ABU HASSAN
Geduldet euch!
Ihr sollt ja euer Geld bekommen.
Gerade eben ist mein Weib
zu Zobeide gelaufen,
um eine Summe Geldes zu erlangen.
Wenn sie zurück ist, geh' ich
in gleicher Absicht zum Kalifen.

OMAR
Das sind nur leere Ausflüchte!
Doch wir lassen uns
nicht länger hinhalten.
Wir wollen unser Geld!

ABU HASSAN
Noch heute morgen lobte Fatime,
mein liebes Weib,
deine Grossmut und deine Güte!

OMAR
Da hat sie recht!
Grossmütig bin ich -
oder kann es sein.

ABU HASSAN
Dann beweise es jetzt!
Fatime hat mir aufgetragen,
dich recht herzlich zu bitten.

OMAR
Ich bin kein Unmensch.
Doch was kann ich tun?
Was verlangst du denn?

ABU HASSAN
Nur Aufschub! Aber meine Herren,
ich kann doch nicht
jeden zuerst bezahlen!
Und doch möchte ich keinen
von euch vor den Kopf stossen!
Omar, barmherzigster aller Wechsler,
so hilf mir doch aus dieser Not!

OMAR
Nur Fatime zuliebe würde ich dir helfen.
Oh, ich bedauere deine Frau aufrichtig.

ABU HASSAN
Was nützt mir dein Mitleid?
Ich brauche Geld!

OMAR
Also gut.
Ich bitte die Herren in mein Haus.
Dort will ich alle Forderungen tilgen.

ABU HASSAN
Ich danke dir!

OMAR
Ja, ja, ja, du bist's doch auch zufrieden?

ABU HASSAN
Ja, ja, ja und du?

OMAR
Ja, ja, ja, ich bin es wohl zufrieden,
doch nicht auf lang' geschieden,
bald bin ich wieder da.

ABU HASSAN
Ihr Schurken, reist in Frieden,
euch hab' ich längst gemieden,
wenn ich von fern euch sah.

CHOR
Wir sind es wohl zufrieden,
vergesst nun was geschah,
und so sind wir geschieden,
vergesst nun was geschah.


Dialog

ZEMRUD
Abu Hassan war es gelungen, sich
vorerst die Gläubiger vom Halse zu
schaffen. Doch sein Glück war
vollkommen, als Fatime aus dem
Palast des Kalifen zurückkehrte.

FATIME
Da schau nur, welch reiche Beute mir
dein Tod gebracht hat!

ABU HASSAN
Wahrhaftig,
ein Beutel voller Goldstücke!
Wir sind gerettet!
Doch du musst wissen,
was inzwischen hier geschah.
Omar war hier!

FATIME
Oh, je!

ABU HASSAN
Mit dem ganzen Schwarm unserer
Gläubiger. Sie verlangten sofort ihr Geld!

FATIME
Und du?

ABU HASSAN
Ich bezahlte.

FATIME
Was denn, ohne Geld?

ABU HASSAN
Ohne Geld! lch sagte ihm,
du liessest ihn recht herzlich bitten.

FATIME
Ach!

ABU HASSAN
Der alte Sünder biss an,
nahm die gauze Sippschaft in
sein Haus und zahlt soeben alle
meine Schulden!

FATIME
Gratuliere!

ABU HASSAN
Doch nun zu dir.
Was sagte unsere teuerste
Gebieterin zu meinem Tod?

FATIME
Sie war von Mitleid überwältigt.
Sie weinte, weinte...

ABU HASSAN
Und du?

FATIME
Ich weinte mit ihr!

ABU HASSAN
Liebste Fatime!
Es sollen die letzten Tränen sein,
die du um mich vergossen hast!


Nr. 4 - Duett

ABU HASSAN
Tränen, Tränen sollst du nicht vergiessen
du geliebtes, treues Herz,
dir das Leben zu versüssen
teil' ich willig jeden Schmerz.

FATIME
Tränen sind der Tau der Liebe,
unter welchem sie gedeiht,
und die Wasser edler Triebe, Treue!
Treue und Beständigkeit.

ABU HASSAN
Prüf' dies Herz.

FATIME
Es ist bewähret.

ABU HASSAN
Laune, Arg und Verdacht.

FATIME
Wenn es keine Falschheit nähret,
bleibt es sorglos unbewacht.

FATIME, ABU HASSAN
Wenn das Herz nicht Falschheit nähret,
bleibt es sorglos unbewacht.
Umgaukelt van Liebe und Treue
umfasse voll fröhlichen Mut,
mein Liebchen ich täglich
auf's Neue mit ewig verjüngender Glut.

ABU HASSAN
Tränen, Tränen sollst du nicht vergiessen,
du geliebtes, treues Herz.

FATIME, ABU HASSAN
Dir das Leben zu versüssen,
teil' ich willig jeden Schmerz.
Umgaukelt van Liebe und Treue
umfasse voll fröhlichen Mut,
mein Liebchen ich täglich
auf's Neue mit ewig verjüngender Glut.


Dialog

ABU HASSAN
Doch jetzt schnell zum Kalifen!
Ich muss ihm deinen Tod melden,
bevor er von meinem Ableben
erfährt. Leb wohl, Fatime!

FATIME
Lebe wohl!
Ein Glück, dass alles dies nur Scherz!
Ich liebe ihn!
Was wär' mein Leben ohne Abu Hassan?


Nr. 5 - Arie

FATIME
Wird Philomele trauern,
dem Käfig kaum entschlüpft,
wenn sie im Duft der Rosen
von Zweig' zu Zweigen hüpft,
scheu blickt sie nach dem Fenster,
nach dem verhassten Haus,
und strömt dann ihre Freude
in Dankgesängen aus,
und hebt die kleinen Flügel
und schwimmet nun auf's Neu
im wolkenlosen Aether
und jauchzt und fühlt sich frei.
Doch Abu Hassan, ohne dich
was wäre mir das Leben?
Du Trauter nur beseligst mich,
nur du kannst mich erheben;
ich fühle mich beglückt
und frei in deiner sanften Ketten,
aus dieser süssen Sklaverei
soll nur der Tod mich retten, der Tod.
Du trauter nur beseligst mich,
nur du kannst mich erheben,
teurer Hassan,
was wäre das Leben ohne dich?
Abu Hassan, ohne dich?


Dialog

ZEMRUD
Während Abu Hassan beim Kalifen den Tod
seiner teueren Gattin meldete, um wie sie einen
Beutel mit Goldstücken zu erhalten, betrat Omar
zum zweiten Mal an diesem Tag sein Haus.

OMAR
Verzeih, schöne Fatime, ich suche deinen Mann.

FATIME
Er ist beim Kalifen.

OMAR
lch möchte dich nicht gerne belästigen,
denn am Ende habe ich aus deinem Munde
doch nur Kränkungen zu erwarten.

FATIME
Du verkennst mich, Omar.
Warum wohl sollte ich dich kränken?

OMAR
Du weisst, dass ich dich liebe, dich vergöttere!

FATIME
Welche Ehre!

OMAR
Dein Mann hat Schulden,
beträchtliche Schulden!

FATIME
Ja, ich weiss.
Mir wird auch ganz bange,
wenn ich an das Heer
unserer Gläubiger denke.

OMAR
Ich habe mir erlaubt, euren Gläubigern
eure Schulden abzukaufen.
Ich bin nun der einzige Gläubiger,
der dir gegenübersteht.
Doch glaube mir, ich komme
nicht in feindlicher Absicht!


Nr. 6 - Duett

OMAR
Siehst du diese grosse Menge,
teils von Wechseln, teils yon Scheinen,
du vermissest auch nicht einen,
auch nicht einen.
Alle! Alle! Alle sind nun mein,
alle sind nun mein!

FATIME
Wer entreisst uns dem Gedränge?
Wird sich unser Schicksal wenden?
ach! ich fühl's in deinen Händen,
stehet unser Glück allein!

OMAR
Siehst du jene grosse Menge,
teils von Wechseln, teils von Scheinen.
Alle! Alle! Alle sind nun mein!
Fasse Mut!

FATIME
Ich will mich fassen.

OMAR
Liebst du mich?

FATIME
Ich kann nicht hassen.

OMAR
Rede frei.

FATIME
Oft trügt der Schein.

OMAR
Unverblümt!

FATIME
Nein, ja, nein, ja, nein, nein!

OMAR
Ha, das Närrchen ist gefangen,
und geglückt mein schlauer Plan,
ach mein Sehnen, mein Verlangen zeigt
dies Tiktak deutlich an!

FATIME
Schon glaubt er, ich sei gefangen,
und geglückt sein schlauer Plan,
mich verrät die Glut der Wangen,
die ich nicht verbergen kann.

OMAR
Du liebst mich,
du liebst mich mein Schätzchen!

FATIME
Ich lieben? Ich lieben? Ich lieben?
Nein! Nein!

OMAR
O räume mir hier nur ein Plätzchen,
ein winziges Plätzchen nur ein.

FATIME
Ich weiss nicht,
mir wird so beklommen,
so ängstlich!

OMAR
Befolg' meinen Rat,
ein Küsschen zur Stärkung genommen,
das Mittel ist wahrlich probat.

FATIME
Und meinst du,
dann würd' ich genesen?

OMAR
Von Geld und von Gütern entblösst
kannst du die Wechselchen lösen!

FATIME
Die Wechsel?

OMAR
Sie sind schon gelöst.

FATIME
Ha, der Vogel ist gefangen
und misslungen ist sein Plan,
alter Tor, verblühte Wangen
ziehen nimmer Herzen an!

OMAR
Ha! Das Närrchen ist gefangen
und geglückt ist mein schlauer Plan.
Ach die Rosen deiner Wangen
ziehen aller Herzen an!


Dialog

ZEMRUD
Omar hoffte auf ein zartes Liebesstündchen
und hatte der schönen Fatime alle Wechsel
zurückgegeben. Als er nun begann, sich
seiner Schönen zärtlich zu nähern, rief sie ...

FATIME
Weh'mir!

OMAR
Was gibt's?

FATIME
Wir sind verloren! Mein Mann!

OMAR
Hilf, Allah, hilf und rette mich!

FATIME
Zur Flucht ist es zu spät!
Hier, schnell in daB Cabinet!

ZEMRUD
So war Omar gefangen. -
Auch Abu Hassan hatte vom Kalifen ein
schönes Stück Geld für die Beerdigung
seiner lieben Gattin erhalten.
Glücklich kam er in sein Haus.

ABU HASSAN
Da schau,
wie reich bei mir die Beute war!

FATIME
Pst! Leise!
Ich habe ihn gefangen!
Dort im Cabinet!

ABU HASSAN
Wen?

FATIME
Den lockeren Vogel, Omar.
Und hier sind aIle deine Wechsel!

ABU HASSAN
Vortrefflich!
Ganz vortrefflich! Doch warte,
seine Liebesglut soll gelöscht werden,
Blut soll er schwitzen!
Warum ist das Cabinet versperrt?
Wo ist der Schlüssel?

FATIME
Der Schlüssel? Ich weiss nicht ...

ABU HASSAN
Gib ihn heraus!
Ich verlange den Schlüssel!


Nr. 7 - Terzett

FATIME
Ich such' und such' in allen Ecken,
wo ist denn das vertrackte Ding?

ABU HASSAN
Ich sah' ihn noch im Schlosse stecken,
eh' ich zu dem Kalifen ging.

OMAR
O weh! nun wird er bald entdecken,
dass ich hier im Netze hing.

ABU HASSAN
Und war' ich noch so kalten Blutes,
so schlich sich doch ein Argwohn ein.

FATIME
Glaub' mir, ich bin getrosten Mutes,
denn mein Gewissen fühl' ich rein.

FATIME UND ABU HASSAN
Er weiss sich nicht vor Angst zu fassen
und fleht umsonst den Himmel an,
nie wird er mehr sich blicken lassen,
wenn er entrinnen kann.

OMAR
Ich weiss mich nicht vor Angst zu fassen
O Mahomet, dich fleh' ich an,
wirst du mich ohne Hilfe lassen,
so ist es heut' um mich getan.

ABU HASSAN
Im Cabinette war wohl ein
Buhler von dir verstecket,
gleich her den Schlüssel,
dass ich ihn strafe,
dass ich ihn morde,
dass schnell dass zürnende Aug'
ihn entdeckt.

FATIME
Welche Vermutung wird
in der Seele plötzlich geweckt!
Du hast den Schlüssel vom Cabinett vorhin,
ich wette, zu dir gesteckt.

ABU HASSAN
Wenn du noch zögerst,
spreng' ich gewaltsam Riegel und Tür!

FATIME
Jegliche Falte hab' ich durchsuchet,
aber der Schlüssel, glaub' mir,
auf Ehre findet ...

ABU HASSAN
Sieh' hier!

OMAR
Weh mir!

FATIME
Er ist verloren,
kommt er hinein,
er hat ihm den Tod geschworen
und nichts soll ihn befrein,
kommt er hinein.

ABU HASSAN
Er ist verloren,
komm' ich hinein,
ich hab' ihm den Tod geschworen
und nichts soll ihn befrein,
komm' ich hinein.

OMAR
Ich bin verloren, kommt er herein,
er hat mir den Tod geschworen,
soll ich um Hilfe schrei'n,
soll ich um Hilfe schrei'n.


Dialog

ZEMRUD
So trieben sie ihren Spass
mit dem dicken Omar, der ängstlich
in seinem Versteck schwitzte.
Doch dann sah Fatime einen Diener
des Kalifen auf ihr Haus zueilen.

FATIME
Schau nur, er kommt zu uns!

ABU HASSAN
Geschwind! Leg dich hin,
die Füsse gegen Mekka gewendet!
Ich will dich zudecken.
Er kommt gewiss, um sich
von deinem Tod zu überzeugen.
Pst! da ist er schon.

MESRUR
Beim Barte des Propheten,
der Kalif hat die Wette gewonnen!

ABU HASSAN
Was sagt ihr? Eine Wette?

MESRUR
Denk dir, der Beherrscher der Gläubigen
sprach mit seiner Gattin vom Tod der
schönen Fatime. Seine Gattin jedoch
behauptete, du seist gestorben. Anfangs
stritten sie, doch dann einigten sie sich
auf eine Wette. Wie ich sehe, hat mein
Herr die Wette gewonnen. Fatime ist also
wirklich tot.

ABU HASSAN
Bei Allah! Da liegt sie!

MESRUR
Bleib standhaft, armer Abu Hassan!
Ich eile, meinem Herrn die frohe Botschaft
zu überbringen!

ZEMRUD
Der Diener lief, so schnell ihn seine Füsse
trugen, zum Kalifen, um zu berichten, dass
wirklich Fatime gestorben sei. Er hatte es
schliesslich mit eigenen Augen gesehen. Zur
gleichen Zeit schickte Zobeide, die Gattin
des Kalifen, mich in das Haus des Abu Hassan.
Ihr müsst wissen, dass ich die Dienerin der
Zobeide bin. - Doch hatten unsere Helden
mich wohl kommen sehen. Als ich das Haus
betrat, fand ich Fatime verzweifelt klagend
am Lager des toten Abu Hassan.


Nr. 8 - Arie

FATIME
Hier liegt, welch' martervolles Los,
das Liebste was ich habe.
Scharrt ihr es in der Erde Schoss,
so tragt auch mich zu Grabe!
Ach freudig hätte ich dem Tod
für dich mich hingegeben,
doch nach des Schicksals Machtgebot
stirbst du und ich muss leben.


Dialog

ZEMRUD
Nein, die Frechheit der Männer
geht doch zu weit!
Arme Fatime!
Beim Barte des Propheten
beteuert der Kalif,
dass nicht den Mann,
sondern du gestorben bist!

FATIME
Bei Allah! Ich wollte,
ich läge statt seiner hier!

ZEMRUD
Aber nein, liebste Fatime!
Besser es sterben zehn Männer
als eine einzige Frau!
Ich bitte dich,
lass mich ihn einmal sehen,
denn ich muss beschwören,
dass er wirklich tot ist.

FATIME
Da schau! Hier liegt er.
Mein besseres ich! Die gute Seele!

ZEMRUD
Armer Abu Hassan! Arme Fatime!
Doch sonderbar, er sieht gar nicht aus,
wie andere ehrliche Leute,
wenn sie gestorben sind.

FATIME
Er war doch so jung!
Ich kann es selbst
noch gar nicht fassen!

ZEMRUD
Tröste dich!
Du bist noch jung und hübsch!
Und Abu Hassan war nicht der einzige
Mann auf dieser weiten Welt. Adieu!

So verliess ich Fatime, um meiner
Herrin den Tod Abu Hassans zu bestätigen.
Unseren Helden war nicht wohl zumute.
Sie hatten ihren Streich recht klug
begonnen, aber wie sollte er enden?


Nr. 9 Terzett und Chor

FATIME UND OMAR
Ängstlich klopft es mir im Herzen,
wie wird sich das Schicksal wenden?
Die Gefahr von uns zu wenden,
kann ein Wunder nur allein.

ABU HASSAN
Zwar klopft es mir ein wenig im Herzen,
doch wird es so übel nicht enden,
von sich die gefahren zu wenden,
vermag die Klugheit nur allein.

FATIME
Du kannst scherzen?

ABU HASSAN
Allerdings!

FATIME
In dieser Lage!
Wie wird's gehen?

ABU HASSAN
Dumme Frage, dumme Frage,
das erfährt man hinterdrein.

FATIME
Ach wie ist mir so beklommen!

ABU HASSAN
So war mir eh' ich entschlief ...

FATIME
Hörst du nicht?

ABU HASSAN
O weh, sie kommen.

FATIME
Zobeide!

ABU HASSAN
Der Kalif!

FATIME, ABU HASSAN UND OMAR
O weh, sie kommen!
Angst und Schrecken lähmt die Glieder,
Wie entrinn' ich dieser Not?

ABU HASSAN
Hurtig, hurtig, leg' dich nieder,

FATIME
Schon zur Hälfte bin ich tot!

ABU HASSAN
Du erwachst im Morgenrot
bald zum neuen Leben wieder.

FATIME
Hätt' ich früher das bedacht,

ABU HASSAN, OMAR UND FATIME
Stille, stille, gute Nacht, gute Nacht!

CHOR VON DES KALIFEN GEFOLGE
Öffnet ehrfurchtsvoll die Pforten,
werfet tief in Staub euch hin,
denn es naht sich diesem Orte
Harun und die Sultanin.


Dialog

KALIF
Was sehe ich? Beide tot?
lch verstehe die Welt nicht mehr.
Mir wurde der Tod der schönen Fatime
gemeldet. Doch meiner Gattin meldete
man seinen Tod. Die Frage lautet nun,
wer ist zuerst gestorben?

MESRUR
Als ich das Haus betrat,
fand ich Fatime tot.
Also habt ihr die Wette gewonnen!

ZEMRUD
Doch ich fand Fatime
am Lager des toten Abu Hassan.
Also habt ihr die Wette verloren!

KALIF
Beim grossen Propheten!
Ich will demjenigen
tausend Goldstücke geben,
der mir sagen könnte,
wer zuerst gestorben ist.

ABU HASSAN
Ich, Herr! Ich bin zuerst gestorben!
Ich bitte um die tausend Goldstücke!

KALIF
Was ist das?

ABU HASSAN
Deine Gnade hat mich
zu neuem Leben erweckt!

KALIF
Und Fatime, deine Gattin?

FATIME
Ich lebe, Herr! Verzeiht, ich lebe!

ABU HASSAN
Allein die Not gab uns den Einfall ein.
Seht diese Wechsel hier.
Sie alle sind nicht eingelöst.
Einer meiner Gläubiger,
der Fatime mit seiner Liebe verfolgt,
setzte sie als Preis
ihrer Gegenliebe aus.

KALIF
Wer ist es? Nenne mir den Namen!

ABU HASSAN
Omar ist es, euer Geldwechsler.
Jetzt sitzt er schwitzend
dort im Cabinet.

KALIF
Er kann es meiner Gnaden danken,
wenn ich ihn nicht zu hart bestrafe.
Lasst ihn getrost dort
noch ein Weilchen schwitzen!
Meinem Schatzmeister befehle ich,
dir die versprochenen
tausend Goldstücke zu zahlen!

ABU HASSAN
Wir danken dir,
Beherrscher der Gläubigen!
Wir hatten nicht die Absicht,
für immer tot zu bleiben.
Wir sind nur schlecht gestorben,
um einmal besser leben zu können!


Nr. 10 - Schlusschor

CHOR
Heil ist dem Haus beschieden,
dem der Kalif sich naht,
und das mit Zobeiden
des Herrschers Fuss betrat.
Heil, Heil, Heil, Heil, Heil, Heil!
EINZIGER AKT

Ouvertüre

Dialog

ZEMRUD
Die Geschichte von Abu Hassan und seinem listigen
Weibe Fatime will ich Euch erzählen, wie sie sich vor
Jahren am Hofe des Kalifen von Bagdad zugetragen hat.

Bagdad, wenn man sich von diesem Spass erzählt.
Es begann so:
Wie schon so oft war unserem Freunde Abu Hassan
das Geld ausgegangen und so gab es für ihn und sein
treues Weib Fatime seit Tagen nichts als Wasser und Brot.

Nr. 1 - Duett

ABU HASSAN
Liebes Weibchen, reiche Wein.

FATIME
Weder weissen noch roten,
Mahomet, Mahomet hat es verboten!

ABU HASSAN
Drum schenk ihn heimlich ein, gib Sorbet!

FATIME
Ha! Du willst Wasser?

ABU HASSAN
Nein, das Wasser ist mein Tod!
Fische, Konfitüren,

FATIME
Prasser!

ABU HASSAN
ein Pastetchen,

FATIME
Hier ist Brot!

FATIME, ABU HASSAN
Kann sich da der Geist erheben?
Lohnet sich's der Müh' zu leben?
Stille Zeugen meiner Not,
Brot und Wasser,
Brot und Wasser, usw.

FATIME
Ich will dir ein Liedchen singen:
Mit Auroren erstem Strahl,

ABU HASSAN
Zur Verzweiflung wird's mich bringen!

FATIME
Nein, es stillt des Hungers Qual!

ABU HASSAN
Liebes Weibchen, reiche Wein,
Liebes Weibchen, reiche Wein.

FATIME
Weder weissen noch roten,
Mahomet, Mahomet hat es verboten.

FATIME, ABU HASSAN
Kann sich da der Geist erheben?
Lohnet sich's der Müh' zu leben?
Stille Zeugen meiner Not,
Brot und Wasser,
Brot und Wasser, usw.

Dialog

ABU HASSAN
Brot und Wasser!
Eine herrliche Mahlzeit!
Aber so geht es den Männern,
deren Weiber besser zu singen
als zu kochen verstehen!

FATIME
O, du bist mir ein Schelm!
Ich schweige aus ehelicher Zärtlichkeit!
Du hast die letzte Zechine verprasst!
Aber du verdienst auch
das einzige Kleinod zu verlieren,
das du noch besitzt!

ABU HASSAN
Was denn? Ich besässe ein Kleinod?
Lass mich dich umarmen, teure Fatime
und dann, eile es zu verkaufen!

FATIME
Unverschämter!
Ich glaube, du wärest fähig,
deine eigene Frau zu verkaufen!

ABU HASSAN
Wie denn? Du wärest das Kleinod?
Dann habe ich mich umsonst gefreut!

FATIME
Du Grobian!
Es gibt Leute, die bereit sind,
mir alle ihre Reichtümer
zu Füssen zulegen!

ABU HASSAN
Vortrefflich! Liebste Fatime,
schone dich nicht mein Zartgefühl!
Nenne mir einen Dummkopf,
der bereit wäre,
deine Untreue so königlich
zu belohnen!

FATIME
Der reiche Omar ist es,
des Kalifen ergebener Wechsler.

ABU HASSAN
Omar, dieser Geizhals?

FATIME
Ja, hör zu!
Diesen Brief liess er mir
heimlich zukommen:
"Schönste Fatime!
Mein Herz lodert in Liebe zu Dir!"
 - (Hier ist es:) -
"Lösche die verzehrende Flamme,
indem Du mich erhörst und gebiete
dafür über alle meine Schätze!
Vergönne Deinem Sklaven,
den Staub von Deinen Füssen
zu küssen!
Omar."

ABU HASSAN
Und was hast du ihm geantwortet?

FATIME
Dass ich ihn hasse, ihn verabscheue!

ABU HASSAN
Brav! Sehr brav!
Aber vielleicht hätte man ihn
an der Nase herumführen sollen.
Wir haben Schulden,
entsetzlich viel Schulden.
Oh Allah, hilf! Lass uns ein Mittel finden,
das uns aus dieser Pein befreit!

ZEMRUD
Da sassen sie und dachten lange nach.
Geld musste her!
Er stöhnte "Ach!". Sie stöhnte "Ach!".
Und dann, ganz plötzlich,
kam ihm der rettende Gedanke.

ABU HASSAN
Wir werden sterben!

FATIME
Sterben? Bist du verrückt?!

ABU HASSAN
Aus Höflichkeit
werd' ich den Anfang machen.
Hör zu! Du läufst zu Zobeide, der Gattin des Kalifen
und meldest meinen Tod.
Wie's Sitte ist, wird sie dir
einen Beutel Geld
für die Begräbniskosten geben.
Danach spiel' ich dieselbe Rolle
beim Kalifen und hoffe,
ihn nicht weniger freigebig zu finden.

FATIME
Ich gratuliere!
Der Einfall ist vortrefflich!

ABU HASSAN
Lauf, Liebste, lauf!
Verkünde schluchzend meinen Tod!

FATIME
Adieu, mein toter Herr Gemahl, adieu!

ABU HASSAN
Da läuft sie hin.
Das Possenspiel hat nun begonnen.
Mein holdes Weib!
Wenn unser Plan gelingt,
hat aIle Not ein Ende!

Nr. 2 - Arie

ABU HASSAN
Was nun zu machen, mit Geschmack
die kleinen goldnen Schelme
in aIle Welt zu senden?
Ich gebe Gastereien,
mit Liedern, mit Tänzen.
Die erste Stelle
nimmt mein Weibchen ein,
mit Blumen will ich sie bekränzen,
sie soll an meiner Seite glänzen,
und Königin des Festes sein.
He! Sklave! Chierwein!
doch streue Rosen drein,
und mit den Purpurlippen
soll erst Fatime nippen,
so! jetzt den Becher her!
Auf unser Wohlsein, Liebe,
auf dass es stets bleibe,
trink ich dies Gläschen leer.
Doch heute muss man singen,
drum lasst die Lauten bringen,
eilt, eilt in schnellem Lauf.
Durch Trinken, Singen, Tanzen,
löst man die Dissonanzen
des Lebens wieder auf.
Oh Fatime! meine Traute,
die so zärtlich zu mir spricht,
glaub'mir, der Ton der Laute
malet meine Liebe nicht.
Ewig, ewig, ewig dir ergeben,
freut dass Herz der Fesseln sich,
ach! für dich nur will ich leben,
und auch sterben nur für dich.
Umschwebt nun mein Liebchen
in flüchtigen Tänzen
der Holden mit Blumen
den Schlaf zu bekränzen.
Schön! Bravo! Vortrefflich.
Sie nahet sich schon,
und schalkhaft reicht sie mir
ein Küsschen zum Lohn.
Doch, sollte mein Plänchen scheitern?
Was kümmert's mich und sie?
mit Liedern und Tänzen,
mit Blumen sich kränzen,
als Königin glänzen,
Bravo! Herrlich! Ja vortrefflich!


Dialog

ZEMRUD
Abu Hassan war glücklich. -
Doch plötzlich offnete sich die Tür und
Omar, der reiche Wechsler des Kalifen
stand vor ihm. Mit ihm waren aIle Gläubiger
gekommen und verlangten energisch ihr Geld.


Nr. 3 - Chor der Gläubiger

CHOR
Geld! Geld! Geld!
ich will nicht länger harren,
sonst sind wir die Narren
am Ende geprellt. Geld! Geld! Geld!

ABU HASSAN
So habt doch Erbarmen
und geduldet euch noch einen Tag!

CHOR
Nein, nein, nein,
der Wechsel ist verfallen,
und ich muss nun vor Allen
zuerst bezahlet sein.

OMAR
Nun wie steht es?
Willst du zahlen?

ABU HASSAN
Ich möchte schon,
nur fehlt es mir an Geld ...

OMAR
Wir aIle, wie du uns hier siehst,
sind entschlossen,
nicht länger zu warten.

ABU HASSAN
Geduldet euch!
Ihr sollt ja euer Geld bekommen.
Gerade eben ist mein Weib
zu Zobeide gelaufen,
um eine Summe Geldes zu erlangen.
Wenn sie zurück ist, geh' ich
in gleicher Absicht zum Kalifen.

OMAR
Das sind nur leere Ausflüchte!
Doch wir lassen uns
nicht länger hinhalten.
Wir wollen unser Geld!

ABU HASSAN
Noch heute morgen lobte Fatime,
mein liebes Weib,
deine Grossmut und deine Güte!

OMAR
Da hat sie recht!
Grossmütig bin ich -
oder kann es sein.

ABU HASSAN
Dann beweise es jetzt!
Fatime hat mir aufgetragen,
dich recht herzlich zu bitten.

OMAR
Ich bin kein Unmensch.
Doch was kann ich tun?
Was verlangst du denn?

ABU HASSAN
Nur Aufschub! Aber meine Herren,
ich kann doch nicht
jeden zuerst bezahlen!
Und doch möchte ich keinen
von euch vor den Kopf stossen!
Omar, barmherzigster aller Wechsler,
so hilf mir doch aus dieser Not!

OMAR
Nur Fatime zuliebe würde ich dir helfen.
Oh, ich bedauere deine Frau aufrichtig.

ABU HASSAN
Was nützt mir dein Mitleid?
Ich brauche Geld!

OMAR
Also gut.
Ich bitte die Herren in mein Haus.
Dort will ich alle Forderungen tilgen.

ABU HASSAN
Ich danke dir!

OMAR
Ja, ja, ja, du bist's doch auch zufrieden?

ABU HASSAN
Ja, ja, ja und du?

OMAR
Ja, ja, ja, ich bin es wohl zufrieden,
doch nicht auf lang' geschieden,
bald bin ich wieder da.

ABU HASSAN
Ihr Schurken, reist in Frieden,
euch hab' ich längst gemieden,
wenn ich von fern euch sah.

CHOR
Wir sind es wohl zufrieden,
vergesst nun was geschah,
und so sind wir geschieden,
vergesst nun was geschah.


Dialog

ZEMRUD
Abu Hassan war es gelungen, sich
vorerst die Gläubiger vom Halse zu
schaffen. Doch sein Glück war
vollkommen, als Fatime aus dem
Palast des Kalifen zurückkehrte.

FATIME
Da schau nur, welch reiche Beute mir
dein Tod gebracht hat!

ABU HASSAN
Wahrhaftig,
ein Beutel voller Goldstücke!
Wir sind gerettet!
Doch du musst wissen,
was inzwischen hier geschah.
Omar war hier!

FATIME
Oh, je!

ABU HASSAN
Mit dem ganzen Schwarm unserer
Gläubiger. Sie verlangten sofort ihr Geld!

FATIME
Und du?

ABU HASSAN
Ich bezahlte.

FATIME
Was denn, ohne Geld?

ABU HASSAN
Ohne Geld! lch sagte ihm,
du liessest ihn recht herzlich bitten.

FATIME
Ach!

ABU HASSAN
Der alte Sünder biss an,
nahm die gauze Sippschaft in
sein Haus und zahlt soeben alle
meine Schulden!

FATIME
Gratuliere!

ABU HASSAN
Doch nun zu dir.
Was sagte unsere teuerste
Gebieterin zu meinem Tod?

FATIME
Sie war von Mitleid überwältigt.
Sie weinte, weinte...

ABU HASSAN
Und du?

FATIME
Ich weinte mit ihr!

ABU HASSAN
Liebste Fatime!
Es sollen die letzten Tränen sein,
die du um mich vergossen hast!


Nr. 4 - Duett

ABU HASSAN
Tränen, Tränen sollst du nicht vergiessen
du geliebtes, treues Herz,
dir das Leben zu versüssen
teil' ich willig jeden Schmerz.

FATIME
Tränen sind der Tau der Liebe,
unter welchem sie gedeiht,
und die Wasser edler Triebe, Treue!
Treue und Beständigkeit.

ABU HASSAN
Prüf' dies Herz.

FATIME
Es ist bewähret.

ABU HASSAN
Laune, Arg und Verdacht.

FATIME
Wenn es keine Falschheit nähret,
bleibt es sorglos unbewacht.

FATIME, ABU HASSAN
Wenn das Herz nicht Falschheit nähret,
bleibt es sorglos unbewacht.
Umgaukelt van Liebe und Treue
umfasse voll fröhlichen Mut,
mein Liebchen ich täglich
auf's Neue mit ewig verjüngender Glut.

ABU HASSAN
Tränen, Tränen sollst du nicht vergiessen,
du geliebtes, treues Herz.

FATIME, ABU HASSAN
Dir das Leben zu versüssen,
teil' ich willig jeden Schmerz.
Umgaukelt van Liebe und Treue
umfasse voll fröhlichen Mut,
mein Liebchen ich täglich
auf's Neue mit ewig verjüngender Glut.


Dialog

ABU HASSAN
Doch jetzt schnell zum Kalifen!
Ich muss ihm deinen Tod melden,
bevor er von meinem Ableben
erfährt. Leb wohl, Fatime!

FATIME
Lebe wohl!
Ein Glück, dass alles dies nur Scherz!
Ich liebe ihn!
Was wär' mein Leben ohne Abu Hassan?


Nr. 5 - Arie

FATIME
Wird Philomele trauern,
dem Käfig kaum entschlüpft,
wenn sie im Duft der Rosen
von Zweig' zu Zweigen hüpft,
scheu blickt sie nach dem Fenster,
nach dem verhassten Haus,
und strömt dann ihre Freude
in Dankgesängen aus,
und hebt die kleinen Flügel
und schwimmet nun auf's Neu
im wolkenlosen Aether
und jauchzt und fühlt sich frei.
Doch Abu Hassan, ohne dich
was wäre mir das Leben?
Du Trauter nur beseligst mich,
nur du kannst mich erheben;
ich fühle mich beglückt
und frei in deiner sanften Ketten,
aus dieser süssen Sklaverei
soll nur der Tod mich retten, der Tod.
Du trauter nur beseligst mich,
nur du kannst mich erheben,
teurer Hassan,
was wäre das Leben ohne dich?
Abu Hassan, ohne dich?


Dialog

ZEMRUD
Während Abu Hassan beim Kalifen den Tod
seiner teueren Gattin meldete, um wie sie einen
Beutel mit Goldstücken zu erhalten, betrat Omar
zum zweiten Mal an diesem Tag sein Haus.

OMAR
Verzeih, schöne Fatime, ich suche deinen Mann.

FATIME
Er ist beim Kalifen.

OMAR
lch möchte dich nicht gerne belästigen,
denn am Ende habe ich aus deinem Munde
doch nur Kränkungen zu erwarten.

FATIME
Du verkennst mich, Omar.
Warum wohl sollte ich dich kränken?

OMAR
Du weisst, dass ich dich liebe, dich vergöttere!

FATIME
Welche Ehre!

OMAR
Dein Mann hat Schulden,
beträchtliche Schulden!

FATIME
Ja, ich weiss.
Mir wird auch ganz bange,
wenn ich an das Heer
unserer Gläubiger denke.

OMAR
Ich habe mir erlaubt, euren Gläubigern
eure Schulden abzukaufen.
Ich bin nun der einzige Gläubiger,
der dir gegenübersteht.
Doch glaube mir, ich komme
nicht in feindlicher Absicht!


Nr. 6 - Duett

OMAR
Siehst du diese grosse Menge,
teils von Wechseln, teils yon Scheinen,
du vermissest auch nicht einen,
auch nicht einen.
Alle! Alle! Alle sind nun mein,
alle sind nun mein!

FATIME
Wer entreisst uns dem Gedränge?
Wird sich unser Schicksal wenden?
ach! ich fühl's in deinen Händen,
stehet unser Glück allein!

OMAR
Siehst du jene grosse Menge,
teils von Wechseln, teils von Scheinen.
Alle! Alle! Alle sind nun mein!
Fasse Mut!

FATIME
Ich will mich fassen.

OMAR
Liebst du mich?

FATIME
Ich kann nicht hassen.

OMAR
Rede frei.

FATIME
Oft trügt der Schein.

OMAR
Unverblümt!

FATIME
Nein, ja, nein, ja, nein, nein!

OMAR
Ha, das Närrchen ist gefangen,
und geglückt mein schlauer Plan,
ach mein Sehnen, mein Verlangen zeigt
dies Tiktak deutlich an!

FATIME
Schon glaubt er, ich sei gefangen,
und geglückt sein schlauer Plan,
mich verrät die Glut der Wangen,
die ich nicht verbergen kann.

OMAR
Du liebst mich,
du liebst mich mein Schätzchen!

FATIME
Ich lieben? Ich lieben? Ich lieben?
Nein! Nein!

OMAR
O räume mir hier nur ein Plätzchen,
ein winziges Plätzchen nur ein.

FATIME
Ich weiss nicht,
mir wird so beklommen,
so ängstlich!

OMAR
Befolg' meinen Rat,
ein Küsschen zur Stärkung genommen,
das Mittel ist wahrlich probat.

FATIME
Und meinst du,
dann würd' ich genesen?

OMAR
Von Geld und von Gütern entblösst
kannst du die Wechselchen lösen!

FATIME
Die Wechsel?

OMAR
Sie sind schon gelöst.

FATIME
Ha, der Vogel ist gefangen
und misslungen ist sein Plan,
alter Tor, verblühte Wangen
ziehen nimmer Herzen an!

OMAR
Ha! Das Närrchen ist gefangen
und geglückt ist mein schlauer Plan.
Ach die Rosen deiner Wangen
ziehen aller Herzen an!


Dialog

ZEMRUD
Omar hoffte auf ein zartes Liebesstündchen
und hatte der schönen Fatime alle Wechsel
zurückgegeben. Als er nun begann, sich
seiner Schönen zärtlich zu nähern, rief sie ...

FATIME
Weh'mir!

OMAR
Was gibt's?

FATIME
Wir sind verloren! Mein Mann!

OMAR
Hilf, Allah, hilf und rette mich!

FATIME
Zur Flucht ist es zu spät!
Hier, schnell in daB Cabinet!

ZEMRUD
So war Omar gefangen. -
Auch Abu Hassan hatte vom Kalifen ein
schönes Stück Geld für die Beerdigung
seiner lieben Gattin erhalten.
Glücklich kam er in sein Haus.

ABU HASSAN
Da schau,
wie reich bei mir die Beute war!

FATIME
Pst! Leise!
Ich habe ihn gefangen!
Dort im Cabinet!

ABU HASSAN
Wen?

FATIME
Den lockeren Vogel, Omar.
Und hier sind aIle deine Wechsel!

ABU HASSAN
Vortrefflich!
Ganz vortrefflich! Doch warte,
seine Liebesglut soll gelöscht werden,
Blut soll er schwitzen!
Warum ist das Cabinet versperrt?
Wo ist der Schlüssel?

FATIME
Der Schlüssel? Ich weiss nicht ...

ABU HASSAN
Gib ihn heraus!
Ich verlange den Schlüssel!


Nr. 7 - Terzett

FATIME
Ich such' und such' in allen Ecken,
wo ist denn das vertrackte Ding?

ABU HASSAN
Ich sah' ihn noch im Schlosse stecken,
eh' ich zu dem Kalifen ging.

OMAR
O weh! nun wird er bald entdecken,
dass ich hier im Netze hing.

ABU HASSAN
Und war' ich noch so kalten Blutes,
so schlich sich doch ein Argwohn ein.

FATIME
Glaub' mir, ich bin getrosten Mutes,
denn mein Gewissen fühl' ich rein.

FATIME UND ABU HASSAN
Er weiss sich nicht vor Angst zu fassen
und fleht umsonst den Himmel an,
nie wird er mehr sich blicken lassen,
wenn er entrinnen kann.

OMAR
Ich weiss mich nicht vor Angst zu fassen
O Mahomet, dich fleh' ich an,
wirst du mich ohne Hilfe lassen,
so ist es heut' um mich getan.

ABU HASSAN
Im Cabinette war wohl ein
Buhler von dir verstecket,
gleich her den Schlüssel,
dass ich ihn strafe,
dass ich ihn morde,
dass schnell dass zürnende Aug'
ihn entdeckt.

FATIME
Welche Vermutung wird
in der Seele plötzlich geweckt!
Du hast den Schlüssel vom Cabinett vorhin,
ich wette, zu dir gesteckt.

ABU HASSAN
Wenn du noch zögerst,
spreng' ich gewaltsam Riegel und Tür!

FATIME
Jegliche Falte hab' ich durchsuchet,
aber der Schlüssel, glaub' mir,
auf Ehre findet ...

ABU HASSAN
Sieh' hier!

OMAR
Weh mir!

FATIME
Er ist verloren,
kommt er hinein,
er hat ihm den Tod geschworen
und nichts soll ihn befrein,
kommt er hinein.

ABU HASSAN
Er ist verloren,
komm' ich hinein,
ich hab' ihm den Tod geschworen
und nichts soll ihn befrein,
komm' ich hinein.

OMAR
Ich bin verloren, kommt er herein,
er hat mir den Tod geschworen,
soll ich um Hilfe schrei'n,
soll ich um Hilfe schrei'n.


Dialog

ZEMRUD
So trieben sie ihren Spass
mit dem dicken Omar, der ängstlich
in seinem Versteck schwitzte.
Doch dann sah Fatime einen Diener
des Kalifen auf ihr Haus zueilen.

FATIME
Schau nur, er kommt zu uns!

ABU HASSAN
Geschwind! Leg dich hin,
die Füsse gegen Mekka gewendet!
Ich will dich zudecken.
Er kommt gewiss, um sich
von deinem Tod zu überzeugen.
Pst! da ist er schon.

MESRUR
Beim Barte des Propheten,
der Kalif hat die Wette gewonnen!

ABU HASSAN
Was sagt ihr? Eine Wette?

MESRUR
Denk dir, der Beherrscher der Gläubigen
sprach mit seiner Gattin vom Tod der
schönen Fatime. Seine Gattin jedoch
behauptete, du seist gestorben. Anfangs
stritten sie, doch dann einigten sie sich
auf eine Wette. Wie ich sehe, hat mein
Herr die Wette gewonnen. Fatime ist also
wirklich tot.

ABU HASSAN
Bei Allah! Da liegt sie!

MESRUR
Bleib standhaft, armer Abu Hassan!
Ich eile, meinem Herrn die frohe Botschaft
zu überbringen!

ZEMRUD
Der Diener lief, so schnell ihn seine Füsse
trugen, zum Kalifen, um zu berichten, dass
wirklich Fatime gestorben sei. Er hatte es
schliesslich mit eigenen Augen gesehen. Zur
gleichen Zeit schickte Zobeide, die Gattin
des Kalifen, mich in das Haus des Abu Hassan.
Ihr müsst wissen, dass ich die Dienerin der
Zobeide bin. - Doch hatten unsere Helden
mich wohl kommen sehen. Als ich das Haus
betrat, fand ich Fatime verzweifelt klagend
am Lager des toten Abu Hassan.


Nr. 8 - Arie

FATIME
Hier liegt, welch' martervolles Los,
das Liebste was ich habe.
Scharrt ihr es in der Erde Schoss,
so tragt auch mich zu Grabe!
Ach freudig hätte ich dem Tod
für dich mich hingegeben,
doch nach des Schicksals Machtgebot
stirbst du und ich muss leben.


Dialog

ZEMRUD
Nein, die Frechheit der Männer
geht doch zu weit!
Arme Fatime!
Beim Barte des Propheten
beteuert der Kalif,
dass nicht den Mann,
sondern du gestorben bist!

FATIME
Bei Allah! Ich wollte,
ich läge statt seiner hier!

ZEMRUD
Aber nein, liebste Fatime!
Besser es sterben zehn Männer
als eine einzige Frau!
Ich bitte dich,
lass mich ihn einmal sehen,
denn ich muss beschwören,
dass er wirklich tot ist.

FATIME
Da schau! Hier liegt er.
Mein besseres ich! Die gute Seele!

ZEMRUD
Armer Abu Hassan! Arme Fatime!
Doch sonderbar, er sieht gar nicht aus,
wie andere ehrliche Leute,
wenn sie gestorben sind.

FATIME
Er war doch so jung!
Ich kann es selbst
noch gar nicht fassen!

ZEMRUD
Tröste dich!
Du bist noch jung und hübsch!
Und Abu Hassan war nicht der einzige
Mann auf dieser weiten Welt. Adieu!

So verliess ich Fatime, um meiner
Herrin den Tod Abu Hassans zu bestätigen.
Unseren Helden war nicht wohl zumute.
Sie hatten ihren Streich recht klug
begonnen, aber wie sollte er enden?


Nr. 9 Terzett und Chor

FATIME UND OMAR
Ängstlich klopft es mir im Herzen,
wie wird sich das Schicksal wenden?
Die Gefahr von uns zu wenden,
kann ein Wunder nur allein.

ABU HASSAN
Zwar klopft es mir ein wenig im Herzen,
doch wird es so übel nicht enden,
von sich die gefahren zu wenden,
vermag die Klugheit nur allein.

FATIME
Du kannst scherzen?

ABU HASSAN
Allerdings!

FATIME
In dieser Lage!
Wie wird's gehen?

ABU HASSAN
Dumme Frage, dumme Frage,
das erfährt man hinterdrein.

FATIME
Ach wie ist mir so beklommen!

ABU HASSAN
So war mir eh' ich entschlief ...

FATIME
Hörst du nicht?

ABU HASSAN
O weh, sie kommen.

FATIME
Zobeide!

ABU HASSAN
Der Kalif!

FATIME, ABU HASSAN UND OMAR
O weh, sie kommen!
Angst und Schrecken lähmt die Glieder,
Wie entrinn' ich dieser Not?

ABU HASSAN
Hurtig, hurtig, leg' dich nieder,

FATIME
Schon zur Hälfte bin ich tot!

ABU HASSAN
Du erwachst im Morgenrot
bald zum neuen Leben wieder.

FATIME
Hätt' ich früher das bedacht,

ABU HASSAN, OMAR UND FATIME
Stille, stille, gute Nacht, gute Nacht!

CHOR VON DES KALIFEN GEFOLGE
Öffnet ehrfurchtsvoll die Pforten,
werfet tief in Staub euch hin,
denn es naht sich diesem Orte
Harun und die Sultanin.


Dialog

KALIF
Was sehe ich? Beide tot?
lch verstehe die Welt nicht mehr.
Mir wurde der Tod der schönen Fatime
gemeldet. Doch meiner Gattin meldete
man seinen Tod. Die Frage lautet nun,
wer ist zuerst gestorben?

MESRUR
Als ich das Haus betrat,
fand ich Fatime tot.
Also habt ihr die Wette gewonnen!

ZEMRUD
Doch ich fand Fatime
am Lager des toten Abu Hassan.
Also habt ihr die Wette verloren!

KALIF
Beim grossen Propheten!
Ich will demjenigen
tausend Goldstücke geben,
der mir sagen könnte,
wer zuerst gestorben ist.

ABU HASSAN
Ich, Herr! Ich bin zuerst gestorben!
Ich bitte um die tausend Goldstücke!

KALIF
Was ist das?

ABU HASSAN
Deine Gnade hat mich
zu neuem Leben erweckt!

KALIF
Und Fatime, deine Gattin?

FATIME
Ich lebe, Herr! Verzeiht, ich lebe!

ABU HASSAN
Allein die Not gab uns den Einfall ein.
Seht diese Wechsel hier.
Sie alle sind nicht eingelöst.
Einer meiner Gläubiger,
der Fatime mit seiner Liebe verfolgt,
setzte sie als Preis
ihrer Gegenliebe aus.

KALIF
Wer ist es? Nenne mir den Namen!

ABU HASSAN
Omar ist es, euer Geldwechsler.
Jetzt sitzt er schwitzend
dort im Cabinet.

KALIF
Er kann es meiner Gnaden danken,
wenn ich ihn nicht zu hart bestrafe.
Lasst ihn getrost dort
noch ein Weilchen schwitzen!
Meinem Schatzmeister befehle ich,
dir die versprochenen
tausend Goldstücke zu zahlen!

ABU HASSAN
Wir danken dir,
Beherrscher der Gläubigen!
Wir hatten nicht die Absicht,
für immer tot zu bleiben.
Wir sind nur schlecht gestorben,
um einmal besser leben zu können!


Nr. 10 - Schlusschor

CHOR
Heil ist dem Haus beschieden,
dem der Kalif sich naht,
und das mit Zobeiden
des Herrschers Fuss betrat.
Heil, Heil, Heil, Heil, Heil, Heil!



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