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DRITTER AKT


Erste Szene

(Zimmer Palestrinas wie im ersten Akte. Es ist gegen Abend. Von Rom her beständiges Glockengeläute. Im Zimmer stehen fünf junge Kapellsänger der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom. In den Lehnstuhl sitzt, die Augen halb geschlossen, Palestrina. Er ist ganz zurückgelehnt, seine Arme ruhen auf den beiden Lehnen. Er scheint, gegen den ersten Akt, gealtert. Seitlich vor ihm kniet Ighino; Hände und Kopf ruhen auf Palestrinas linker Hand. Hinter der Stuhllehne, steht wie zur Hilfeleistung bereit, Giuseppe, eine kleine, sehr ärmliche Gestalt, Palestrinas alter Diener. Über der ganzen Gruppe eine Stimmung von Erwartung und zugleich wie von Ruhe um einen Kranken)

ERSTER SÄNGER
Wie lange sie bleiben –

ZWEITER SÄNGER
Wie lange sie singen –

DRITTER SÄNGER
Der Abend bricht schon herein –

VIERTER SÄNGER
Wie von Sankt Peter die Glocken klingen –

FÜNFTER SÄNGER
Der Abend wird die Entscheidung bringen –

VIERTER SÄNGER
Möge sie mild für den Armen sein!

ERSTER SÄNGER
Möge sie milde sein!

FÜNFTER SÄNGER
Die Entscheidung –

PALESTRINA
(ohne sich zu bewegen oder die Augenc aufzuschlagen)
Mein Knabe sag – wer sind die Männer?

IGHINO
(sieht zu ihm auf)
Sie kamen, nach dir zu sehn,
Kennst du sie nicht? Es sind deine Sänger.

PALESTRINA
(wendet langsam Kopf und Blick nach der rechten Seite)
Die Sänger –

IGHINO
Dein Chor –

ZWEITER SÄNGER
Wie alt sein Gesicht –

ERSTER SÄNGER
Wie müde der Blick –

DRITTER SÄNGER
Gebleicht das Haar –

VIERTER SÄNGER
Bringt ihm der Abend ein hohes Glück?

FÜNFTER SÄNGER
Bringt er neue Züchtigung Gottes dar?

PALESTRINA
(den Blick immer auf die Sänger geheftet)
Die Sänger, Ighino, sie warten und spähen –
Weisst du, warum sie so stehen und sehen –

IGHINO
Vater – was dir so herrlich gelungen:
Das ewige Werk, das der Welt du gabst,
In dieser Stunde wird es gesungen
Im goldnen Palast vor Prälaten und Papst.

ERSTER SÄNGER
(nähert sich einige Schritte dem Palestrina)
Die Messe, Meister, die Ihr geschaffen –

PALESTRINA
(sieht vor sich hin)
Ich schrieb sie in einer Nacht –

ZWEITER SÄNGER
(nähert sich ebenfalls)
Die Blätter sammelte Silla, der Schüler –

DRITTE SÄNGER
(desgleichen)
Wir haben sie fleissig in Ordnung gebracht.

PALESTRINA
Sie fragtem im Kerker –
ich glaube, ich sagte –

(Vierter unf fünfter Sänger kommen nun auch dazu. Alle umgeben den Stuhl des Palestrina.)

VIERTER SÄNGER
Wir hoben sie auf, wir hüteten sie –

FÜNFTER SÄNGER
Sie wurden uns mit Gewalt genommen.

PALESTRINA
Und dann – wie ist dann alles gekommen?

IGHINO
Als sie dich griffen und banden
An jenem schrecklichen Tag,
Nicht hab’ da die Welt ich verstanden,
Wo solches geschehen mag.
Die Erde schien mir die Hölle,
In Krämpfen lag ich da.
Giuseppe war hilfreich zur Stelle –
Dann wusst’ ich nicht mehr, was geschah.
Als ich im Bette erwachte,
Giuseppe stand neben mir.
Wonach als erstes ich fragte,
War nach der Messe und dir.
Du lagst in Kerker und Ketten.
Sie kamen und stürmten ins Haus:
Die Messe nur sollte dich retten –
Da lieferte ich sie aus.
Den Henkern! – Dass ich’s vermochte,
O Vater, war fürchterlich,
Doch fürchterlicher noch pochte
Im Herzen die Angst um dich.
Nun bist du mir wieder gegeben,
Und die Messe durchklinget die Welt.
Erwache nun wieder zum Leben
Für dein Kind, das umschlungen dich hält!

(Palestrina zieht ihn näher an sich. Schweigen und Teilnahme. Plötzlich wird auf der Strasse ein vielstimmiger Ruf laut, der sich dem Hause zu nähern scheint.)

VOICES
Evviva Palestrina,
Der Retter der Musik!
Evviva, Evviva!

(Ighino und Giuseppe sind mit Palestrina links; Die fünf Sänger gehen an die Eingangstür, wo ihnen sofort eine Anzahl Sänger der päpstlichen Kapelle Entgegengelaufen kommen)

Zweite Szene

DIE PÄPSTLICHEN KAPELLSÄNGER
Ist Palestrina der Meister hier?
Der grosse Mann, ist er zu Haus?
Wisst Ihr auch, wer Euch dirigiert?
Wisst Ihr, mit wem ihr musiziert?
Mit wem Ihr täglich geht ein und aus?
Der grösste Musiker ist’s in Rom!
Der Heilige Vater hat’s selbst gesagt.
Und die neue Messe sein bestes Werk.
Den Kardinälen hat’s auch behagt.
Es hat einen grossen
Eindruck gemacht,
Als wir es sangen im heiligen Haus:
Man hörte die Worte genau heraus.
Wir haben es herrlich zur Geltung gebracht.
Freilich – der Vortrag macht auch was aus!
Doch hört, die allergrösste Ehr’,
Die einem Sterblichen je geschah –

(Eine neue Gruppe päpstlicher Kapellsänger kommt an.)

DIE NEUE GRUPPE
(eilig)
Der Heilige Vater kommt selber her!
Auf die Knie und Platz – er ist schon nah.

(Noch einige neue kommen und rufen)

Auf die Knie, der Papst ist nicht mehr weit.
Wo ist Palestrina – ist er bereit?

(Sie drängen sich näher ins Zimmer herein. Acht Kardinäle kommen, unter ihnen Borromeo. Die bevorstehende Ankunft des Papstes wird dem Palestrina von den Kardinälen bedeutet. Er geht allein nach dem Hintergrunde zu, den Papst zu erwarten. Dieser wird nun in einer Sänfte – von Jungen Klerikern getragen – im Hintergrunde sichtbar. Bei seinem Erscheinen wirft sich alles auf die Knie.)

PAPST PIUS DER VIERTE
(freundlich zu Palestrina)
Wie einst im himmlischen Zion Jahannes
der Heilige hörte
Singen die Engel der Höhe, also lieblich und hehr
Tönte im Ohre die Messe mir eines andern Giovanni.
Bis an dein Ende nun bleibe, Pierluigi, bei mir;
Fromm die Sixtina mir leite, wie weiland dem
heil’gen Macellus.
Fürst der Musik aller Zeiten!
Dem Papste Diener und Sohn.

(Palestrina küsst dem Papste den Fuss; der Papst gibt ihm und allen den Segen und wird wieder fortgetragen. Die Kardinäle, ausser Borromeo, begleiten ihn. Die Sänger drängen sich, nachdem der Papst verschwunden ist, zu Palestrina, der langsam wieder ins Zimmer kommt, um ihn zu beglückwünschen. Borromeo bedeutet sie lautlos und etwas heftig fortzugehen. Ighino zieht sich, wie in unwillkürlicher Angst von Borromeo, ganz nach links in die Ecke bei der Hausorgel zurück. Ausser ihm sind jetzt Borromeo und Palestrina allein auf der Bühne. Beide stehen einen Augenblick Auge in Auge. Borromeo ringt danach, etwas zu sagen, stürzt aber plötzlich in tiefster Erschütterung Palestrina zu Füssen und bricht in heftiges Weinen aus. Palestrina neigt sich wie unwillkürlich zu ihm und legt ihm die Hände auf den Kopf. Endlich hebt Borromeo den Blick zu ihm und bricht in die Worte aus)

BORROMEO
Die Messe – ach, der Messe süsses Licht –
O Palestrina, du Gefäss der Gnade –
Aus dir spricht Gott – und ich erkannt’ es nicht!

(Er senkt wieder weinend den Kopf)

PALESTRINA
(sucht ihn zu beruhigen)
Was ist – mein Freund –
o Lieber, steh doch auf!

BORROMEO
Ach lass den Sünder weinen, lass ihn weinen!

PALESTRINA
Nicht will der Tränen Seligkeit ich wehren,
Gefeiert sei die hohe Stunde so.
Gefässe du und ich; zerschlagen hier,
Doch Liebeshauch
steigt aus den Scherben auf.
Zur Glorie will alles. Fühl’ es doch, mein Freund!

BORROMEO
O Palestrina – Palestrina –

(Er will in leidenschaftlicher Zerknirschung Palestrina die Füsse küssen, dieser hebt ihn rasch auf und küsst ihn auf die Wange. Sie verbleiben einen Moment in stummer Umarmung; dann reisst sich Borromeo rasch los und verlässt mit abgewandtem Gesicht die Bühne. Palestrina bleibt in Gedanken stehen. Nun kommt Ighino aus seiner Ecke hervor und stürzt dem Vater jubelnd an den Hals. Eine Zeitlang hält ihn Palestrina ruhig an der Brust und streichelt sein Haar. Während des ganzen folgenden Gesprächs sieht Palestrina über Ighinos Kopf hinweg, so dass dieser seinen Blick und Gesichtsausdruck nicht sehen kann.)

IGHINO
O Vater, wirst du nun auch wieder froh?
Du bist jetzt der Berühmteste von allen,
In fernsten Zeiten wird man dich noch nennen.
Und nicht nur nennen, deine Werke singen!
Der Papst gibt sicher
dir auch viel Gehalt.

(Zuneigung)

Nun sollst du wieder leben – wieder lachen –
Du bist so still – sag,
freust du dich denn nicht?

PALESTRINA
Doch, doch, mein Kind – nur, sieh –
bin nicht mehr jung,
Ich freu’ mich nicht so laut –
so mehr im Innern.
Willst’ nicht zu Silla, ihm mein Glück erzählen?

IGHINO
(Hesitating)
Ach Vater – Silla, sieh – ist nicht mehr hier –
Doch glaub’, gewiss, er ist nicht undankbar!
Er ist – er ging –

PALESTRINA
(lächelnd)
Zu Bardi nach Florenz.

IGHINO
(erstaunt)
So weisst du schon?

PALESTRINA
Es war nicht schwer zu raten.
Sieh, Jugend will zur Jugend. Doch du bleibst
Bei mir? Nicht wahr, Ighino?

IGHINO
(leise)
Ja, bei dir!

(Er legt wieder den Kopf an seine Brust. Einen Augenblick Ruhe; dann ertönen wieder von der Strasse her Rufe.)

RUFE AUF DER STRASSE
Evviva, Palestrina! Der Retter der Musik!

IGHINO
(fährt freudig aus seiner Stellung auf)
Hör, das gilt dir.
Ach, lass mich noch ein bisschen
Auf die Strasse! Halt ich mich doch kaum
Vor lauter Freude! Schreien muss ich, springen,
Und hören, wie sie meinen Vater feiern.

PALESTRINA
So spring, mein Junge, freue dich,

(er nimmt Ighinos Kopf in beide Hände)

Mein lieber Gesegneter Ighino!
Spring dich wacker aus.

(Ighino umhalst den Vater noch einmal stürmisch und springt dann überglücklich auf die Strasse hinaus. Palestrina bleibt eine Weile ruhig stehen. Sein Blick wird gleich nach Ighinos Abgang ernst und weiterschauend. Die letzten Strahlen der Abendsonne sind schon aus dem Zimmer gewichen, welches nun in abendliche Dunkelheit gehüllt ist. Er geht einige Schritte ins Zimmer hinein und verweilt dann eine Zeitlang vor dem Bilde der Lukrezia. Nach einer Weile wendet er sich vom Bilde ab; er steht jetzt an dem Stuhl vor der kleinen Hausorgel.)

PALESTRINA
(mit ruhiger, fast heiterer Ergebung)
Nun schmiede mich, den letzten Stein
An einem deiner tausend Ringe,Du Gott –
und ich will guter Dinge Und friedvoll sein.

(Er setzt sich auf den Stuhl an die Orgel und versenkt sich, leise spielend, in musikalische Gedanken, den Blick über die Tasten weg ins Weite gerichtet. Von den Strasse ertönen wieder die Rufe: „Evviva Palestrina, evviva der Retter der Musik!“)

RUFE AUF DER STRASSE
Evviva, Palestrina!

(Nur wenige Stimmen, weit entfernten)

Der Retter der Musik!

(Far, kaum hörbar)

Evviva, Evviva!

(Palestrina scheint es nicht zu hören.)
DRITTER AKT


Erste Szene

(Zimmer Palestrinas wie im ersten Akte. Es ist gegen Abend. Von Rom her beständiges Glockengeläute. Im Zimmer stehen fünf junge Kapellsänger der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom. In den Lehnstuhl sitzt, die Augen halb geschlossen, Palestrina. Er ist ganz zurückgelehnt, seine Arme ruhen auf den beiden Lehnen. Er scheint, gegen den ersten Akt, gealtert. Seitlich vor ihm kniet Ighino; Hände und Kopf ruhen auf Palestrinas linker Hand. Hinter der Stuhllehne, steht wie zur Hilfeleistung bereit, Giuseppe, eine kleine, sehr ärmliche Gestalt, Palestrinas alter Diener. Über der ganzen Gruppe eine Stimmung von Erwartung und zugleich wie von Ruhe um einen Kranken)

ERSTER SÄNGER
Wie lange sie bleiben –

ZWEITER SÄNGER
Wie lange sie singen –

DRITTER SÄNGER
Der Abend bricht schon herein –

VIERTER SÄNGER
Wie von Sankt Peter die Glocken klingen –

FÜNFTER SÄNGER
Der Abend wird die Entscheidung bringen –

VIERTER SÄNGER
Möge sie mild für den Armen sein!

ERSTER SÄNGER
Möge sie milde sein!

FÜNFTER SÄNGER
Die Entscheidung –

PALESTRINA
(ohne sich zu bewegen oder die Augenc aufzuschlagen)
Mein Knabe sag – wer sind die Männer?

IGHINO
(sieht zu ihm auf)
Sie kamen, nach dir zu sehn,
Kennst du sie nicht? Es sind deine Sänger.

PALESTRINA
(wendet langsam Kopf und Blick nach der rechten Seite)
Die Sänger –

IGHINO
Dein Chor –

ZWEITER SÄNGER
Wie alt sein Gesicht –

ERSTER SÄNGER
Wie müde der Blick –

DRITTER SÄNGER
Gebleicht das Haar –

VIERTER SÄNGER
Bringt ihm der Abend ein hohes Glück?

FÜNFTER SÄNGER
Bringt er neue Züchtigung Gottes dar?

PALESTRINA
(den Blick immer auf die Sänger geheftet)
Die Sänger, Ighino, sie warten und spähen –
Weisst du, warum sie so stehen und sehen –

IGHINO
Vater – was dir so herrlich gelungen:
Das ewige Werk, das der Welt du gabst,
In dieser Stunde wird es gesungen
Im goldnen Palast vor Prälaten und Papst.

ERSTER SÄNGER
(nähert sich einige Schritte dem Palestrina)
Die Messe, Meister, die Ihr geschaffen –

PALESTRINA
(sieht vor sich hin)
Ich schrieb sie in einer Nacht –

ZWEITER SÄNGER
(nähert sich ebenfalls)
Die Blätter sammelte Silla, der Schüler –

DRITTE SÄNGER
(desgleichen)
Wir haben sie fleissig in Ordnung gebracht.

PALESTRINA
Sie fragtem im Kerker –
ich glaube, ich sagte –

(Vierter unf fünfter Sänger kommen nun auch dazu. Alle umgeben den Stuhl des Palestrina.)

VIERTER SÄNGER
Wir hoben sie auf, wir hüteten sie –

FÜNFTER SÄNGER
Sie wurden uns mit Gewalt genommen.

PALESTRINA
Und dann – wie ist dann alles gekommen?

IGHINO
Als sie dich griffen und banden
An jenem schrecklichen Tag,
Nicht hab’ da die Welt ich verstanden,
Wo solches geschehen mag.
Die Erde schien mir die Hölle,
In Krämpfen lag ich da.
Giuseppe war hilfreich zur Stelle –
Dann wusst’ ich nicht mehr, was geschah.
Als ich im Bette erwachte,
Giuseppe stand neben mir.
Wonach als erstes ich fragte,
War nach der Messe und dir.
Du lagst in Kerker und Ketten.
Sie kamen und stürmten ins Haus:
Die Messe nur sollte dich retten –
Da lieferte ich sie aus.
Den Henkern! – Dass ich’s vermochte,
O Vater, war fürchterlich,
Doch fürchterlicher noch pochte
Im Herzen die Angst um dich.
Nun bist du mir wieder gegeben,
Und die Messe durchklinget die Welt.
Erwache nun wieder zum Leben
Für dein Kind, das umschlungen dich hält!

(Palestrina zieht ihn näher an sich. Schweigen und Teilnahme. Plötzlich wird auf der Strasse ein vielstimmiger Ruf laut, der sich dem Hause zu nähern scheint.)

VOICES
Evviva Palestrina,
Der Retter der Musik!
Evviva, Evviva!

(Ighino und Giuseppe sind mit Palestrina links; Die fünf Sänger gehen an die Eingangstür, wo ihnen sofort eine Anzahl Sänger der päpstlichen Kapelle Entgegengelaufen kommen)

Zweite Szene

DIE PÄPSTLICHEN KAPELLSÄNGER
Ist Palestrina der Meister hier?
Der grosse Mann, ist er zu Haus?
Wisst Ihr auch, wer Euch dirigiert?
Wisst Ihr, mit wem ihr musiziert?
Mit wem Ihr täglich geht ein und aus?
Der grösste Musiker ist’s in Rom!
Der Heilige Vater hat’s selbst gesagt.
Und die neue Messe sein bestes Werk.
Den Kardinälen hat’s auch behagt.
Es hat einen grossen
Eindruck gemacht,
Als wir es sangen im heiligen Haus:
Man hörte die Worte genau heraus.
Wir haben es herrlich zur Geltung gebracht.
Freilich – der Vortrag macht auch was aus!
Doch hört, die allergrösste Ehr’,
Die einem Sterblichen je geschah –

(Eine neue Gruppe päpstlicher Kapellsänger kommt an.)

DIE NEUE GRUPPE
(eilig)
Der Heilige Vater kommt selber her!
Auf die Knie und Platz – er ist schon nah.

(Noch einige neue kommen und rufen)

Auf die Knie, der Papst ist nicht mehr weit.
Wo ist Palestrina – ist er bereit?

(Sie drängen sich näher ins Zimmer herein. Acht Kardinäle kommen, unter ihnen Borromeo. Die bevorstehende Ankunft des Papstes wird dem Palestrina von den Kardinälen bedeutet. Er geht allein nach dem Hintergrunde zu, den Papst zu erwarten. Dieser wird nun in einer Sänfte – von Jungen Klerikern getragen – im Hintergrunde sichtbar. Bei seinem Erscheinen wirft sich alles auf die Knie.)

PAPST PIUS DER VIERTE
(freundlich zu Palestrina)
Wie einst im himmlischen Zion Jahannes
der Heilige hörte
Singen die Engel der Höhe, also lieblich und hehr
Tönte im Ohre die Messe mir eines andern Giovanni.
Bis an dein Ende nun bleibe, Pierluigi, bei mir;
Fromm die Sixtina mir leite, wie weiland dem
heil’gen Macellus.
Fürst der Musik aller Zeiten!
Dem Papste Diener und Sohn.

(Palestrina küsst dem Papste den Fuss; der Papst gibt ihm und allen den Segen und wird wieder fortgetragen. Die Kardinäle, ausser Borromeo, begleiten ihn. Die Sänger drängen sich, nachdem der Papst verschwunden ist, zu Palestrina, der langsam wieder ins Zimmer kommt, um ihn zu beglückwünschen. Borromeo bedeutet sie lautlos und etwas heftig fortzugehen. Ighino zieht sich, wie in unwillkürlicher Angst von Borromeo, ganz nach links in die Ecke bei der Hausorgel zurück. Ausser ihm sind jetzt Borromeo und Palestrina allein auf der Bühne. Beide stehen einen Augenblick Auge in Auge. Borromeo ringt danach, etwas zu sagen, stürzt aber plötzlich in tiefster Erschütterung Palestrina zu Füssen und bricht in heftiges Weinen aus. Palestrina neigt sich wie unwillkürlich zu ihm und legt ihm die Hände auf den Kopf. Endlich hebt Borromeo den Blick zu ihm und bricht in die Worte aus)

BORROMEO
Die Messe – ach, der Messe süsses Licht –
O Palestrina, du Gefäss der Gnade –
Aus dir spricht Gott – und ich erkannt’ es nicht!

(Er senkt wieder weinend den Kopf)

PALESTRINA
(sucht ihn zu beruhigen)
Was ist – mein Freund –
o Lieber, steh doch auf!

BORROMEO
Ach lass den Sünder weinen, lass ihn weinen!

PALESTRINA
Nicht will der Tränen Seligkeit ich wehren,
Gefeiert sei die hohe Stunde so.
Gefässe du und ich; zerschlagen hier,
Doch Liebeshauch
steigt aus den Scherben auf.
Zur Glorie will alles. Fühl’ es doch, mein Freund!

BORROMEO
O Palestrina – Palestrina –

(Er will in leidenschaftlicher Zerknirschung Palestrina die Füsse küssen, dieser hebt ihn rasch auf und küsst ihn auf die Wange. Sie verbleiben einen Moment in stummer Umarmung; dann reisst sich Borromeo rasch los und verlässt mit abgewandtem Gesicht die Bühne. Palestrina bleibt in Gedanken stehen. Nun kommt Ighino aus seiner Ecke hervor und stürzt dem Vater jubelnd an den Hals. Eine Zeitlang hält ihn Palestrina ruhig an der Brust und streichelt sein Haar. Während des ganzen folgenden Gesprächs sieht Palestrina über Ighinos Kopf hinweg, so dass dieser seinen Blick und Gesichtsausdruck nicht sehen kann.)

IGHINO
O Vater, wirst du nun auch wieder froh?
Du bist jetzt der Berühmteste von allen,
In fernsten Zeiten wird man dich noch nennen.
Und nicht nur nennen, deine Werke singen!
Der Papst gibt sicher
dir auch viel Gehalt.

(Zuneigung)

Nun sollst du wieder leben – wieder lachen –
Du bist so still – sag,
freust du dich denn nicht?

PALESTRINA
Doch, doch, mein Kind – nur, sieh –
bin nicht mehr jung,
Ich freu’ mich nicht so laut –
so mehr im Innern.
Willst’ nicht zu Silla, ihm mein Glück erzählen?

IGHINO
(Hesitating)
Ach Vater – Silla, sieh – ist nicht mehr hier –
Doch glaub’, gewiss, er ist nicht undankbar!
Er ist – er ging –

PALESTRINA
(lächelnd)
Zu Bardi nach Florenz.

IGHINO
(erstaunt)
So weisst du schon?

PALESTRINA
Es war nicht schwer zu raten.
Sieh, Jugend will zur Jugend. Doch du bleibst
Bei mir? Nicht wahr, Ighino?

IGHINO
(leise)
Ja, bei dir!

(Er legt wieder den Kopf an seine Brust. Einen Augenblick Ruhe; dann ertönen wieder von der Strasse her Rufe.)

RUFE AUF DER STRASSE
Evviva, Palestrina! Der Retter der Musik!

IGHINO
(fährt freudig aus seiner Stellung auf)
Hör, das gilt dir.
Ach, lass mich noch ein bisschen
Auf die Strasse! Halt ich mich doch kaum
Vor lauter Freude! Schreien muss ich, springen,
Und hören, wie sie meinen Vater feiern.

PALESTRINA
So spring, mein Junge, freue dich,

(er nimmt Ighinos Kopf in beide Hände)

Mein lieber Gesegneter Ighino!
Spring dich wacker aus.

(Ighino umhalst den Vater noch einmal stürmisch und springt dann überglücklich auf die Strasse hinaus. Palestrina bleibt eine Weile ruhig stehen. Sein Blick wird gleich nach Ighinos Abgang ernst und weiterschauend. Die letzten Strahlen der Abendsonne sind schon aus dem Zimmer gewichen, welches nun in abendliche Dunkelheit gehüllt ist. Er geht einige Schritte ins Zimmer hinein und verweilt dann eine Zeitlang vor dem Bilde der Lukrezia. Nach einer Weile wendet er sich vom Bilde ab; er steht jetzt an dem Stuhl vor der kleinen Hausorgel.)

PALESTRINA
(mit ruhiger, fast heiterer Ergebung)
Nun schmiede mich, den letzten Stein
An einem deiner tausend Ringe,Du Gott –
und ich will guter Dinge Und friedvoll sein.

(Er setzt sich auf den Stuhl an die Orgel und versenkt sich, leise spielend, in musikalische Gedanken, den Blick über die Tasten weg ins Weite gerichtet. Von den Strasse ertönen wieder die Rufe: „Evviva Palestrina, evviva der Retter der Musik!“)

RUFE AUF DER STRASSE
Evviva, Palestrina!

(Nur wenige Stimmen, weit entfernten)

Der Retter der Musik!

(Far, kaum hörbar)

Evviva, Evviva!

(Palestrina scheint es nicht zu hören.)



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