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DRYADE
aufgeregt
Ein schönes Wunder!

NAJADE
Ein reizender Knabe!

DRYADE
Ein junger Gott!

ECHO
Ein junger Gott, ein junger Gott!

DRYADE
So wisst ihr - ?

NAJADE
Den Namen?

DRYADE
Bacchus!

NAJADE
Mich höret.

ECHO
Mich höret doch an!

DRYADE
Die Mutter starb bei der Geburt.

NAJADE
Königstochter.

DRYADE
Eines Gottes Liebste!

NAJADE
Was für eines Gottes?

ECHO
enthusiastisch
Eines Gottes Liebste!

NAJADE
eifrig
Was für eines Gottes?

DRYADE
Aber den Kleinen - hört doch! - Nymphen,
Nymphen zogen ihn auf!

ECHO
begeistert
Nymphen zogen ihn auf!

NAJADE, DRYADE
Nymphen! das zarte, göttliche Kind!

ZU DREIEN
Ach, dass nicht wir es gewesen sind.

ECHO
vogelhaft
Ach, dass nicht wir es gewesen sind.

DRYADE
Es wächst wie die Flamme unter dem Wind.

NAJADE
Ist schon kein Kind mehr - Knabe und Mann!

DRYADE
Schnell zu Schiffe mit wilden Gefährten!

NAJADE
Nächtig im Wind die Segel gestellt!

DRYADE
Er am Steuer, er am Steuer.

NAJADE
Kühn! der Knabe!

ECHO
vogelhaft
Er am Steuer.

DRYADE, NAJADE
Heil dem ersten Abenteuer!

ECHO
Er am Steuer!

DRYADE
Das erste! Ihr wisst, was es war?

NAJADE
Circe! Circe! an ihrer Insel
Landet das Schiff, zu ihrem Palast
Schweift der Fuss, nächtlich mit Fackeln -

DRYADE
An der Schwelle empfängt sie ihn,
An den Tisch zieht sie ihn hin,
Reicht die Speise, reicht den Trank

NAJADE
eifrigst
Den Zaubertrank-! Die Zauberlippen!
Allzu süsse Liebesgabei

ECHO
Allzu süsse Liebesgabe!

DRYADE
Triumph im Ton
Doch der Knabe - doch der Knabe!
Wie sie frech und überheblich
Ihn zu ihren Füssen winkt
Ihre Künste sind vergeblich,
Weil kein Tier zur Erde sinkt!

ZU DREIEN
Alle Künste sind vergeblich,
Weil kein Tier zur Erde sinkt!

DRYADE
Aus den Armen ihr entwunden
Blass und staunend, ohne Spott -
Nicht verwandelt, nicht gebunden
Steht vor ihr ein junger Gott!

ZU DREIEN
Nicht verwandelt, nicht gebunden
Steht vor ihr ein junger Gott!

ECHO
vogelhaft entzückt
Nicht verwandelt!

NAJADE, DRYADE
am Eingang der Höhle
Ariadne!

NAJADE
Schläft sie?

DRYADE
Schläft sie?

NAJADE
Nein! sie hört uns!

ECHO
Nicht verwandelt!

DRYADE
der Ariadne meldend
Ein schönes Wunder!

NAJADE
Ein Knabe! Ein Gott!

DRYADE
immer gegen die Höhle hin
Gestern noch der Gast der Circe,
Mit ihr liegend bei dem Mahle
Nippend von dem Zaubertrank -

ECHO
Nicht verwandelt!

NAJADE
Heute ist er hier bei uns!

DRYADE
Hörst du?

NAJADE
Hörst du?

ZU ZWEIEN
Ariadne!
Bacchus' Stimme wird hörbar. Im gleichen Augenblick, wie von Magie hervorgezogen, tritt Ariadne lauschend aus der Höhle. Die drei Nymphen, lauschend, treten seit- und rückwärts zurück.

BACCHUS
erscheint auf einem Felsen, Ariadne und den Nymphen unsichtbar
Circe, kannst du mich hören?
Du hast mir fast nichts getan
Doch die dir ganz gehören,
Was tust du denen an?
Circe, ich konnte fliehen,
Sieh, ich kann lächeln und ruhn -
Circe, was war dein Wille,
An mir zu tun?

ARIADNE
in sein Singen hinein, vor sich, leisest
Es greift durch alle Schmerzen,
Auflösend alte Qual: ans Herz im Herzen greift's.

NAJADE, DRYADE, ECHO
leise, zaghaft
Töne, töne, süsse Stimme,
Fremder Vogel, singe wieder,
Deine Klagen, sie beleben,
Uns entzücken solche Lieder!

BACCHUS
schwermütig, lieblich
Doch da ich unverwandelt
Von dir gegangen bin,
Was haften die schwülen Gefühle
An dem benommenen Sinn?
Als wär' ich von schläfernden Kräutern
Betäubt, ein Waldestier! -
Circe, was du nicht durftest,
Geschieht es doch an mir?

ARIADNE
wie oben
O Todesbote, süss ist deine Stimme!
Balsam ins Blut, und Schlummer in die Seele!

NAJADE, DRYADE, ECHO
nachdem die Stimme zu verstummen scheint, leise
Töne, töne, süsse Stimme,
Süsse Stimme, töne wieder!
Deine Klagen, sie beleben!
Uns entzücken deine Lieder!

BACCHUS
fröhlich, mit etwas wie graziösem Spott
Circe, ich konnte fliehen!
Circe, du hast mir fast nichts getan!
Sieh, ich kann lächeln und ruhn!
Circe - was war dein Wille,
An mir zu tun?

ARIADNE
zugleich mit ihm, die Augen geschlossen, die Händegehoben nach der Richtung, von der die Stimme tönt, leise
Belade nicht zu üppig
Mit nächtlichem Entzücken
Voraus den schwachen Sinn!
Die deiner lange harret,
Nimm sie dahin!

Bacchus tritt hervor, steht vor Ariadne.

ARIADNE
in jähem Schreck, schlägt die Hände vors Gesicht
Theseus!
dann schnell sich neigend
Nein! nein! es ist der schöne stille Gott!
Ich grüsse dich, du Bote aller Boten!

Najade, Dryade, Echo haben sich unter tiefer Verneigug zurückgezogen.

BACCHUS
ganz jung, zartest im Ton
Du schönes Wesen? Bist du die Göttin dieser Insel?
Ist diese Höhle dein Palast? sind diese deine Dienerinnen?
Singst du am Webstuhl Zauberlieder?
Nimmst du den Fremdling da hinein
Und liegst mit ihm beim Mahl,
Und tränkest du ihn da mit einem Zaubertrank?
Und ach, wer dir sich gibt, verwandelst du ihn auch?
Weh! Bist du auch solch eine Zauberin?

ARIADNE
Ich weiss nicht, was du redest.
Ist es, Herr, dass du mich prüfen willst?
Mein Sinn ist wirr von vielem Liegen ohne Trost!
Ich lebe hier und harre deiner, deiner harre ich
Seit Nächten, Tagen, seit wievielen,
Ach, ich weiss es nicht mehr!

BACCHUS
Wie? kennest du mich denn?
Du hast mit einem Namen mich gegrüsst.

ARIADNE
Nein! nein! Der bist du nicht,
Mein Sinn ist leicht verwirrt!

BACCHUS
Wer bin ich denn?

ARIADNE
neigt sich
Du bist der Herr über ein dunkles Schiff,
Das fährt den dunklen Pfad.

BACCHUS
nickt
ich bin der Herr über ein Schiff.

ARIADNE
jäh
Nimm mich! Hinüber!
Fort von hier mit diesem Herzen!
Es ist zu nichts mehr nütze auf der Welt.

BACCHUS
sanft
So willst du mit mir gehen auf mein Schiff?

ARIADNE
Ich bin bereit. Du fragst? Ist es, dass du mich prüfen willst?
Bacchus schüttelt den Kopf. Ariadne mit unterdrückter Angst
Wie schaffst du die Verwandlung? mit den Händen?
Mit deinem Stab? Wie, oder ist's ein Trank,
Den du zu trinken gibst? Du sprachst von einem Trank!

BACCHUS
verträumt in ihrem Anblick
Sprach ich von einem Trank, ich weiss nichts mehr.

ARIADNE
nickt
Ich weiss, so ist es dort, wohin du mich führest!
Wer dort verweilet, der vergisst gar schnell!
Das Wort, der Atemzug ist gleich dahin!
Man ruht und ruht vom Ruhen wieder aus;
Denn dort ist keiner matt vom Weinen -
Er hat vergessen, was ihn schmerzen sollte:
Nichts gilt, was hier gegolten hat, ich weiss -
Sie schliesst die Augen.

BACCHUS
tieferregt, unbewusst feierlich
Bin ich ein Gott, schuf mich ein Gott,
Starb meine Mutter in Flammen dahin,
Als sich in Flammen mein Vater ihr zeigte,
Versagte der Circe Zauber an mir,
Weil ich gefeit bin, Balsam und Äther
Für sterbliches Blut in den Adern mir fliesst.
Hör' mich, Wesen, das vor mir steht,
Hör' mich, du, die sterben will:
Dann sterben eher die ewigen Sterne,
Als dass du stürbest aus meinen Armen!

ARIADNE
ängstlich zurückweichend vor der Gewalt seines Tones
Das waren Zauberworte! Weh! So schnell!
Nun gibt es kein Zurück. Gibst du Vergessenheit
So zwischen Blick und Blick?
Entfernt sich alles,
Alles von mir?
Die Sonne? Die Sterne?
Ich mir selber?
Sind meine Schmerzen mir auf immer, immer
Genommen? Ach!
verhauchend
Bleibt nichts von Ariadne als ein Hauch?
Sie sinkt, er hält sie. Alles versinkt, ein Sternenhimmel spannt sich über den zweien.

BACCHUS
mehr ergriffen als laut
Ich sage dir, nun hebt sich erst das Leben an
Für dich und mich!
Er küsst sie.

ARIADNE
entwindet sich ihm, unbewusst, sieht mit bangem Staunen um sich
Lag nicht die Welt auf meiner Brust? hast du,
Hast du sie fortgeblasen?
Da innen lag die arme Hündin
An' Boden gedrückt, auf kalten Nesseln
Mit Wurm und Assel und ärmer als sie -

BACCHUS
Nun steigt deiner Schmerzen innerste Lust
In dein' und meinem Herzen auf!

ARIADNE
Du Zauberer, du! Verwandler, du!
Blickt nicht aus dem Schatten deines Mantels
Der Mutter Auge auf mich her?
Ist so dein Schattenland! also gesegnet!
So unbedürftig der irdischen Welt?

BACCHUS
Du selber! du bist unbedürftig,
Du meine Zauberin!

ARIADNE
Gibt es kein Hinüber?
Sind wir schon da?
Wie konnt' es geschehen?
Auch meine Höhle, schön gewölbt
Über ein seliges Lager,
Einen heiligen Altar!
Wie wunder-, wunderbar verwandelst du!

BACCHUS
Du! Alles du!
Ich bin ein anderer, als ich war!
Der Sinn des Gottes ist wach in mir,
Dein herrlich Wesen ganz zu fassen!
Die Glieder reg' ich in göttlicher Lust!
Die Höhle da! Lass mich, die Höhle deiner Schmerzen
Zieh' ich zur tiefsten Lust um dich und mich!
Ein Baldachin senki sich von oben langsam über beide, sie einschliessend

NAJADE, DRYADE, ECHO
hinter der Bühne, unsichtbar
Töne, töne, süsse Stimme
Fremder Vogel, singe wieder
Deine Klagen, sie beleben,
Uns entzücken solche Lieder.

ARIADNE
an seinem Arm hängend
Was hängt von mir in deinem Arm?
O, was von mir, die ich vergehe.
Fingest du Geheimes
Mit deines Mundes Hauch?
Was bleibt, was bleibt von Ariadne?
Lass meine Schmerzen nicht verloren sein!
Bei dir lass Ariadne sein!

ZERBINETTA
tritt aus der Kulisse, weist mit dem Fächer über die Schulter auf Bacchus und Ariadne zurück und wiederholt mit spöttischem Triumph ihr Rondo
Kommt der neue Gott gegangen,
Hingegeben sind wir stumm!

BACCHUS' STIMME
Deiner hab' ich um alles bedurft!
Nun bin ich ein anderer, als ich war,
Durch deine Schmerzen bin ich reich,
Nun reg' ich die Glieder in göttlicher Lust!
Und eher sterben die ewigen Sterne,
Eh' denn du stürbest aus meinen Armen

Der Baldachin hat sich geschlossen.
DRYADE
aufgeregt
Ein schönes Wunder!

NAJADE
Ein reizender Knabe!

DRYADE
Ein junger Gott!

ECHO
Ein junger Gott, ein junger Gott!

DRYADE
So wisst ihr - ?

NAJADE
Den Namen?

DRYADE
Bacchus!

NAJADE
Mich höret.

ECHO
Mich höret doch an!

DRYADE
Die Mutter starb bei der Geburt.

NAJADE
Königstochter.

DRYADE
Eines Gottes Liebste!

NAJADE
Was für eines Gottes?

ECHO
enthusiastisch
Eines Gottes Liebste!

NAJADE
eifrig
Was für eines Gottes?

DRYADE
Aber den Kleinen - hört doch! - Nymphen,
Nymphen zogen ihn auf!

ECHO
begeistert
Nymphen zogen ihn auf!

NAJADE, DRYADE
Nymphen! das zarte, göttliche Kind!

ZU DREIEN
Ach, dass nicht wir es gewesen sind.

ECHO
vogelhaft
Ach, dass nicht wir es gewesen sind.

DRYADE
Es wächst wie die Flamme unter dem Wind.

NAJADE
Ist schon kein Kind mehr - Knabe und Mann!

DRYADE
Schnell zu Schiffe mit wilden Gefährten!

NAJADE
Nächtig im Wind die Segel gestellt!

DRYADE
Er am Steuer, er am Steuer.

NAJADE
Kühn! der Knabe!

ECHO
vogelhaft
Er am Steuer.

DRYADE, NAJADE
Heil dem ersten Abenteuer!

ECHO
Er am Steuer!

DRYADE
Das erste! Ihr wisst, was es war?

NAJADE
Circe! Circe! an ihrer Insel
Landet das Schiff, zu ihrem Palast
Schweift der Fuss, nächtlich mit Fackeln -

DRYADE
An der Schwelle empfängt sie ihn,
An den Tisch zieht sie ihn hin,
Reicht die Speise, reicht den Trank

NAJADE
eifrigst
Den Zaubertrank-! Die Zauberlippen!
Allzu süsse Liebesgabei

ECHO
Allzu süsse Liebesgabe!

DRYADE
Triumph im Ton
Doch der Knabe - doch der Knabe!
Wie sie frech und überheblich
Ihn zu ihren Füssen winkt
Ihre Künste sind vergeblich,
Weil kein Tier zur Erde sinkt!

ZU DREIEN
Alle Künste sind vergeblich,
Weil kein Tier zur Erde sinkt!

DRYADE
Aus den Armen ihr entwunden
Blass und staunend, ohne Spott -
Nicht verwandelt, nicht gebunden
Steht vor ihr ein junger Gott!

ZU DREIEN
Nicht verwandelt, nicht gebunden
Steht vor ihr ein junger Gott!

ECHO
vogelhaft entzückt
Nicht verwandelt!

NAJADE, DRYADE
am Eingang der Höhle
Ariadne!

NAJADE
Schläft sie?

DRYADE
Schläft sie?

NAJADE
Nein! sie hört uns!

ECHO
Nicht verwandelt!

DRYADE
der Ariadne meldend
Ein schönes Wunder!

NAJADE
Ein Knabe! Ein Gott!

DRYADE
immer gegen die Höhle hin
Gestern noch der Gast der Circe,
Mit ihr liegend bei dem Mahle
Nippend von dem Zaubertrank -

ECHO
Nicht verwandelt!

NAJADE
Heute ist er hier bei uns!

DRYADE
Hörst du?

NAJADE
Hörst du?

ZU ZWEIEN
Ariadne!
Bacchus' Stimme wird hörbar. Im gleichen Augenblick, wie von Magie hervorgezogen, tritt Ariadne lauschend aus der Höhle. Die drei Nymphen, lauschend, treten seit- und rückwärts zurück.

BACCHUS
erscheint auf einem Felsen, Ariadne und den Nymphen unsichtbar
Circe, kannst du mich hören?
Du hast mir fast nichts getan
Doch die dir ganz gehören,
Was tust du denen an?
Circe, ich konnte fliehen,
Sieh, ich kann lächeln und ruhn -
Circe, was war dein Wille,
An mir zu tun?

ARIADNE
in sein Singen hinein, vor sich, leisest
Es greift durch alle Schmerzen,
Auflösend alte Qual: ans Herz im Herzen greift's.

NAJADE, DRYADE, ECHO
leise, zaghaft
Töne, töne, süsse Stimme,
Fremder Vogel, singe wieder,
Deine Klagen, sie beleben,
Uns entzücken solche Lieder!

BACCHUS
schwermütig, lieblich
Doch da ich unverwandelt
Von dir gegangen bin,
Was haften die schwülen Gefühle
An dem benommenen Sinn?
Als wär' ich von schläfernden Kräutern
Betäubt, ein Waldestier! -
Circe, was du nicht durftest,
Geschieht es doch an mir?

ARIADNE
wie oben
O Todesbote, süss ist deine Stimme!
Balsam ins Blut, und Schlummer in die Seele!

NAJADE, DRYADE, ECHO
nachdem die Stimme zu verstummen scheint, leise
Töne, töne, süsse Stimme,
Süsse Stimme, töne wieder!
Deine Klagen, sie beleben!
Uns entzücken deine Lieder!

BACCHUS
fröhlich, mit etwas wie graziösem Spott
Circe, ich konnte fliehen!
Circe, du hast mir fast nichts getan!
Sieh, ich kann lächeln und ruhn!
Circe - was war dein Wille,
An mir zu tun?

ARIADNE
zugleich mit ihm, die Augen geschlossen, die Händegehoben nach der Richtung, von der die Stimme tönt, leise
Belade nicht zu üppig
Mit nächtlichem Entzücken
Voraus den schwachen Sinn!
Die deiner lange harret,
Nimm sie dahin!

Bacchus tritt hervor, steht vor Ariadne.

ARIADNE
in jähem Schreck, schlägt die Hände vors Gesicht
Theseus!
dann schnell sich neigend
Nein! nein! es ist der schöne stille Gott!
Ich grüsse dich, du Bote aller Boten!

Najade, Dryade, Echo haben sich unter tiefer Verneigug zurückgezogen.

BACCHUS
ganz jung, zartest im Ton
Du schönes Wesen? Bist du die Göttin dieser Insel?
Ist diese Höhle dein Palast? sind diese deine Dienerinnen?
Singst du am Webstuhl Zauberlieder?
Nimmst du den Fremdling da hinein
Und liegst mit ihm beim Mahl,
Und tränkest du ihn da mit einem Zaubertrank?
Und ach, wer dir sich gibt, verwandelst du ihn auch?
Weh! Bist du auch solch eine Zauberin?

ARIADNE
Ich weiss nicht, was du redest.
Ist es, Herr, dass du mich prüfen willst?
Mein Sinn ist wirr von vielem Liegen ohne Trost!
Ich lebe hier und harre deiner, deiner harre ich
Seit Nächten, Tagen, seit wievielen,
Ach, ich weiss es nicht mehr!

BACCHUS
Wie? kennest du mich denn?
Du hast mit einem Namen mich gegrüsst.

ARIADNE
Nein! nein! Der bist du nicht,
Mein Sinn ist leicht verwirrt!

BACCHUS
Wer bin ich denn?

ARIADNE
neigt sich
Du bist der Herr über ein dunkles Schiff,
Das fährt den dunklen Pfad.

BACCHUS
nickt
ich bin der Herr über ein Schiff.

ARIADNE
jäh
Nimm mich! Hinüber!
Fort von hier mit diesem Herzen!
Es ist zu nichts mehr nütze auf der Welt.

BACCHUS
sanft
So willst du mit mir gehen auf mein Schiff?

ARIADNE
Ich bin bereit. Du fragst? Ist es, dass du mich prüfen willst?
Bacchus schüttelt den Kopf. Ariadne mit unterdrückter Angst
Wie schaffst du die Verwandlung? mit den Händen?
Mit deinem Stab? Wie, oder ist's ein Trank,
Den du zu trinken gibst? Du sprachst von einem Trank!

BACCHUS
verträumt in ihrem Anblick
Sprach ich von einem Trank, ich weiss nichts mehr.

ARIADNE
nickt
Ich weiss, so ist es dort, wohin du mich führest!
Wer dort verweilet, der vergisst gar schnell!
Das Wort, der Atemzug ist gleich dahin!
Man ruht und ruht vom Ruhen wieder aus;
Denn dort ist keiner matt vom Weinen -
Er hat vergessen, was ihn schmerzen sollte:
Nichts gilt, was hier gegolten hat, ich weiss -
Sie schliesst die Augen.

BACCHUS
tieferregt, unbewusst feierlich
Bin ich ein Gott, schuf mich ein Gott,
Starb meine Mutter in Flammen dahin,
Als sich in Flammen mein Vater ihr zeigte,
Versagte der Circe Zauber an mir,
Weil ich gefeit bin, Balsam und Äther
Für sterbliches Blut in den Adern mir fliesst.
Hör' mich, Wesen, das vor mir steht,
Hör' mich, du, die sterben will:
Dann sterben eher die ewigen Sterne,
Als dass du stürbest aus meinen Armen!

ARIADNE
ängstlich zurückweichend vor der Gewalt seines Tones
Das waren Zauberworte! Weh! So schnell!
Nun gibt es kein Zurück. Gibst du Vergessenheit
So zwischen Blick und Blick?
Entfernt sich alles,
Alles von mir?
Die Sonne? Die Sterne?
Ich mir selber?
Sind meine Schmerzen mir auf immer, immer
Genommen? Ach!
verhauchend
Bleibt nichts von Ariadne als ein Hauch?
Sie sinkt, er hält sie. Alles versinkt, ein Sternenhimmel spannt sich über den zweien.

BACCHUS
mehr ergriffen als laut
Ich sage dir, nun hebt sich erst das Leben an
Für dich und mich!
Er küsst sie.

ARIADNE
entwindet sich ihm, unbewusst, sieht mit bangem Staunen um sich
Lag nicht die Welt auf meiner Brust? hast du,
Hast du sie fortgeblasen?
Da innen lag die arme Hündin
An' Boden gedrückt, auf kalten Nesseln
Mit Wurm und Assel und ärmer als sie -

BACCHUS
Nun steigt deiner Schmerzen innerste Lust
In dein' und meinem Herzen auf!

ARIADNE
Du Zauberer, du! Verwandler, du!
Blickt nicht aus dem Schatten deines Mantels
Der Mutter Auge auf mich her?
Ist so dein Schattenland! also gesegnet!
So unbedürftig der irdischen Welt?

BACCHUS
Du selber! du bist unbedürftig,
Du meine Zauberin!

ARIADNE
Gibt es kein Hinüber?
Sind wir schon da?
Wie konnt' es geschehen?
Auch meine Höhle, schön gewölbt
Über ein seliges Lager,
Einen heiligen Altar!
Wie wunder-, wunderbar verwandelst du!

BACCHUS
Du! Alles du!
Ich bin ein anderer, als ich war!
Der Sinn des Gottes ist wach in mir,
Dein herrlich Wesen ganz zu fassen!
Die Glieder reg' ich in göttlicher Lust!
Die Höhle da! Lass mich, die Höhle deiner Schmerzen
Zieh' ich zur tiefsten Lust um dich und mich!
Ein Baldachin senki sich von oben langsam über beide, sie einschliessend

NAJADE, DRYADE, ECHO
hinter der Bühne, unsichtbar
Töne, töne, süsse Stimme
Fremder Vogel, singe wieder
Deine Klagen, sie beleben,
Uns entzücken solche Lieder.

ARIADNE
an seinem Arm hängend
Was hängt von mir in deinem Arm?
O, was von mir, die ich vergehe.
Fingest du Geheimes
Mit deines Mundes Hauch?
Was bleibt, was bleibt von Ariadne?
Lass meine Schmerzen nicht verloren sein!
Bei dir lass Ariadne sein!

ZERBINETTA
tritt aus der Kulisse, weist mit dem Fächer über die Schulter auf Bacchus und Ariadne zurück und wiederholt mit spöttischem Triumph ihr Rondo
Kommt der neue Gott gegangen,
Hingegeben sind wir stumm!

BACCHUS' STIMME
Deiner hab' ich um alles bedurft!
Nun bin ich ein anderer, als ich war,
Durch deine Schmerzen bin ich reich,
Nun reg' ich die Glieder in göttlicher Lust!
Und eher sterben die ewigen Sterne,
Eh' denn du stürbest aus meinen Armen

Der Baldachin hat sich geschlossen.

(libretto: Hugo von Hofmannsthal)


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