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MOROSUS
hat den Stock ergriffen, schlägt damit schmetternd auf denTisch. Alles flieht auseinander und schweigt
Ruhe! Ruhe in meinem Haus! Hier bin ich der Herr und ich allein.
Zu Henry
Ich kenne dich nicht mehr. Du bist gestorben für mich. Ein Morosus, der singt, ist kein Morosus. jetzt wird reiner Tisch gemacht.
Zum Barbier
Morgen bringst du mir eine Frau, eine stille, schweig-
same Frau, und gleich auch Pfarrer und Notar! Sofort
wird geheiratet, morgen noch, sofort, alles soll ihr ge-
hören, alles! Morgen, verstanden ?

HENRY
Aber gütigster Ohm! Hört mich an!

FARFALLO
beiseite
Che arroganza! Impertinenza!

VANUZZI
Mich, einen Ritter vom goldenen Sporn!

MORBIO
Mich, der vorm Papst gesungen!

MOROSUS
wütend
Ich bin nicht gütig! Ich bin nicht mehr dein Ohm! Kein Schritt mehr über die Schwelle! Fort mit deinem Pack!
Zum Barbier
Und morgen die Frau her, und käm' sie aus dem Armenhaus! Nur still muss sie sein, nur still, nicht singen darf sie, verstanden! Endlich jemand, der nicht schreit und nicht zetert, der einem nicht Lärm in die Ohren schmettert. Meine Ruhe will ich, meine Ruhe! Endlich einmal Ruhe!
brüsk zu den andern
Hol' euch alle der Henker!
läuft hinaus und schmettert die Tür hinter sich zu

LETZTE SZENE

HENRY
ganz konsterniert
Oh Gott, war das ein saurer Empfang!

AMINTA
Ach, Liebster, ich hatte es immer geahnt, er wird mich nicht mögen, er stösst uns von sich! jetzt hast du alles durch mich verloren, alles durch meine Schuld: die Heimat, das Haus, das Erbe, den Ohm!

FARFALLO
Grosser Verlust! Ein solcher Grobian! Ein solcher Banause! Ein solcher Sack voll Gift und Galle!

MORBIO
Ein solcher Grobian! Ein solcher Sack voll Gift und Galle! Ein solcher Banause!

VANUZZI
Mich einen Bettelmusikanten! Mich, Cesare Vanuzzi! Oh, canaglia!

ISOTTA
Ein solcher Sack voll Gift und Galle! Ein solcher Banause!

CARLOTTA
Ein solcher Banause! Eine Dirne mich! Mich, die mit dem Prinzen von Guastalla nicht schlafen wollte für dreihundert Dukaten und eine diamantene Uhr!

MORBIO
Ein solcher Banause! Die Ohren sollte man ihm abschneiden und an die Tür nageln!

FARFALLO
Che sono io? Die Zähne ausreissen, dass er nicht mehr schimpfieren kann, dieser Schreihals!

ISOTTA
Ihm das Haus anzünden!

VANUZZI
Aber die Kunst hat er gelästert, unsere Kunst hat er geschmäht, das soll er büssen. Ein Katzenkonzert jeden Abend vor seiner Tür. Grossi Timpani e Tromboni jeden Abend, jeden Abend, bis er revoziert.

CHORUS
Ein Katzenkonzert! ja, ja! jeden Abend. Bis er revoziert!

BARBIER
dazwischentretend
Sachte, sachte, illustre Herren! Es gibt hierzulande Gesetze, welche die Nachtruhe jedes ehrsamen Bürgers beschirmen. Und dann, mit Verlaub, ihr tut Sir Morosus unrecht.

HENRY
Unrecht? Er hat mich enterbt!

AMINTA
Unrecht? Er hat mich verstossen!


MORBIO
Unrecht? Er hat uns beschimpft!

CARLOTTA
Er hat mich beleidigt.

ISOTTA
Er hat mich gekränkt!

CHORUS
Unrecht? Zum Henker hat er uns geschickt! Zum Henker!

BARBIER
Piano, piano! Und ich sage euch, er ist ein kreuzbraver Kerl, der Beste in der ganzen Grafschaft, er ist leutselig und freigebig, eine Seele aus Wachs, ein Herz von Gold. Nur mit den Ohren hapert's bei ihm, der Arme kann Lärm partout nicht vertragen, an den Ohren ist er so kitzlig wie andere unter der Sohle. Er ist einmal mit der Pulverkammer seiner Galione in die Luft geflogen, den Krach hat man vierzig Meilen weit gehört, ein Kirchturm ist drüber eingestürzt ' halbgeröstet haben sie ihn aus dem Wasser gefischt, er war - ein Wunder - lebendig. Nur das Trommelfell ist in tausend Winde gegangen. Seitdem, versteht ihr's, kann er keine Art von Lärm ertragen, ausser den er selber macht.

AMINTA
Ach der Arme! Hätten wir das doch geahnt!

BARBIER
zu Henry
Und was Euch anbelangt, junger Herr - nicht so hitzig! Ich würde mir den Handel doch noch überlegen, eh' ich solche Erbschaft fahren liesse. Bares Geld wächst nicht so flink wie die Disteln, und der alte Herr da hat mehr davon als England Trunkenbolde. Er hat zwei spanische Silberschiffe gekapert und auch sonst fleissig Prisen heimgebracht.
Da unten im Keller stehen allerhand Kisten, wenn man die anstösst, dann klirrt's und klimpert's und klingt's von goldener Musik, ich hab' eine Nase dafür, ich rieche Gold durch Holz und Eisen auf hundert Schritt wie die Biene den Honig. jedesmal, wenn ich hier über die Schwelle trete, muss ich niesen, so kitzelt's mich in der Nase, und meine Nase weiss warum: es mögen da im Keller allein ihre sechzigtausend Pfund liegen oder siebzigtausend in guten Barren und runden Dukaten.

ALLE
in ehrfurchtsvollem Staunen wiederholend
Sechzig, sechzig ... siebzig . . . siebzig ... sechzig-tausend ... tausend ... tausend ... tausend Pfund.

BARBIER
Ein fürstliches Erbe und genug jedenfalls, junger Herr, Euch privatissime eine Opera zu halten und (bei allem Respekt) Signor Vanuzzi als Hofmusikus dazu. Darum nicht so voreilig, nicht so stolz, junger Mann, sonst setzt morgen schon in Eurer Wolle ein fremdes Kätzchen sich fest.

HENRY
Was soll ich tun? Ich kann doch unsre Aminta nicht lassen um seiner Narrheit willen!

CHORUS
noch irnmer staunend leise durcheinander
Sechzig ... Siebzig ... tausend ... tausend ... tau-send ... sechzig ... siebzig ... soviel Geld ... gibt's nicht wieder auf der Welt ... sechzig, siebzig ... tausend . . . tausend ...

AMINTA
sich Henry nähernd
Nicht an mich, Geliebter, denke,
Nur an dich, an dich allein!
Gläubig mich dir hinzuschenken
War für mich schon Seligsein.
Immer schien mir zu gering ich,
Dass solch' Glück mir dauern mag.
Wie aus Gottes Hand empfing ich
Dankbar jeden neuen Tag.

HENRY
auf sie zu
Dich verlassen ? Dich entbehren,
Die mir eins und alles ist?
Nein, Geliebte, wären diese
Keller auch gefüllt mit Gold
Gold die Türen, Gold die Schlösser,
Gold das Dach und Gold die Speicher,
Gold die Mauern, die sie tragen,
Und ich sollt' nur eine Strähne,
Eine dünne blonde Strähne,
Die dein liebes Antlitz ründet,
Nur ein Haar von deinen Wimpern,
Nur ein Lächeln deiner Lippen
Und den Schatten dieses Lächelns
Und den Schatten dieses Schattens
Dafür tauschen - nie und nimmer!

AMINTA
Ist der Letzte nun gekommen,
Endet wirklich so viel Glück
Liebend, wie du mich genommen,
Geb' ich dich dir selbst zurück!
Sei gesegnet! Keine Klage
Soll von meinen Lippen gehn,
Alles will ich gern ertragen,
Kann ich dich nur glücklich sehn.

HENRY
Dich verlassen? Dich entbehren?
Nein, solang' ich lebe,
Immer dein und immer mehr!
Wo ich liebe, ist mein Leben,
Wo du atmest, meine Welt!
Er umarmt sie, dann zu den andern
Nein, ich werde euch nicht lassen,
Mag er wettern, wie er will.
Ihr habt mich zu euch genommen,
Jung und töricht wie ich war,
Habt das Herz mir aufgeweitet
Und gesegnet mit Musik!
Gerne hätt' ich's euch entgolten, -
Doch nun bin ich arm wie damals,
Habe nichts als eure Freundschaft
Und die Kunst, die uns beseligt,
Doch kein Geld, kein Gold der Erde
Wiegt mir diese Schätze auf.

VANUZZI
Wackerer Junge!

MORBIO
Teurer Bruder!

FARFALLO
Sei umfangen!

ISOTTA
Lass dich küssen!

CARLOTTA
Heut' und immer!

AMINTA
Dank, Geliebter!

CHORUS
Immer, immer wollen wir verbunden bleiben, immer Brüder, Freunde, Kameraden!

ALLE
umarmen sich begeistert untereinander

BARBIER
hat sich unterdessen die Mütze aufgesetzt und sein Barbier-zeug zusammengerichtet
Sehr rechtschaffen gedacht, junger Herr, aber wie schade, dass alles Rechtschaffensein auf dieser Welt meist eine Dummheit ist, denn Ihr lasst ein schönes Stück Geld wegschwimmen! Wenn ich jetzt sechs-hundert Jahre lang täglich sechzig Leute balbiere, so schabte ich mir nicht die sechzigtausend Pfund zu-sammen, die Ihr da wegwischt, als wär's schmutziger Seifenschaum. Ach, das Leben ist schwer und die paar Groschen sauer verdient! jetzt soll ich noch bis morgen für den Herrn sein schweigsames Fräulein finden! Ist nicht so leicht, wie er meint. Ich kenn' ja allerhand Weibszeug und weiss meine Wege, aber bis morgen, bis morgen, wo find' ich da eine, die Rechte?
Zu Carlotta und Isotta
Nun, meine Schätzchen, hätte nicht eine von euch Lust, sechzigtausend Pfund zu sponsieren ? Überlegt's euch, meine Kinder, solche goldene Äpfel wachsen selten in England.
Zu Isotta
Wie wär's, mein Täubchen, würdest du bei Herrn Morosus auch schön bescheiden und vor allem still und schweigsam sein?

ISOTTA
tanzhaft
Ich würde lachen
Von früh bis spät.
Immer nur lachen,
Schabernack machen,
Bis ihm die Lust
Am Schimpfieren vergeht.
Ich würd' ihn lehren,
Das Lachen mir wehren!
Mit hundert Scherzen,
Hurtig und heiter,
Würd' ich ihn necken,
Picken und packen,
Zwicken und zwacken,
Dass er nicht weiter
Den Tag mir vergällt!
Darf ich nicht so sein,
Wie's mir gefällt,
Darf ich nicht froh sein
Nach meinem Herzen,
Was soll mir sein Geld ?

BARBIER
Oh, das wär' schon gar nichts für meinen Herrn Morosus!
zu Carlotta
Und du, mein Lämmchen?

CARLOTTA
tanzhaft
Ich würde singen,
Von früh bis spät
Immer nur singen,
Die Brust mir ausschwingen,
Bis ihm die Lust
Am Schimpfieren vergeht.
Und mag er versuchen,
Was er auch will,
Zetern und wettern,
Die Scheiben zerschmettern,
Ich bleibe nicht still.
Mag er nur fluchen,
Brüllen und toben,
Wie's ihm gefällt! -
Nur wenn ich singe,
Spür' ich mich leben,
Nur wenn ich singe,
Fühl' ich mich schweben,
Nur wenn ich singe,
Umfass' ich die Welt!

AMINTA
O herbe Schmach,
O bittre Seligkeit!
Geliebter mein,
Ich bleibe treu bei dir.
Was auch die Zukunft bringen mag,
Ich halte fest zu dir.
So lange du nicht lässt von mir,
Beseligt will ich immer sein!

BARBIER
O weh, das wäre eine harte Kost für den Magen des Herrn Morosus! Da würde er, eh' noch die Tinte trocken ist auf dem Heiratsbrief, schon nach dem Scheidungskontrakt verlan - -
er stockt plötzlich und lacht laut
Ha!

ALLE
besorgt um ihn herum
Was ist?

BARBIER
bedeutsam feierlich
Mir fällt etwas ein!

ALLE
ehrfürchtig
Silentium! Silentium! Herrn Schneidebart fällt etwas ein!

BARBIER
aufatmend
Mir ist etwas eingefallen!

ALLE
Ruhe! Ruhe! Herrn Schneidebart ist etwas eingefallen!

BARBIER
Wie wär' es, wenn man Herrn Morosus verheiratete, aber so, dass er meint, dass er verheiratet sei, aber er gar nicht verheiratet wäre, und dann, wenn er verheiratet ist, das heisst, wenn er meint, verheiratet zu sein, während er gar nicht verheiratet ist, diese Heirat, die gar nicht giltig ist, ungiltig zu machen, so dass Ihr wiederum sein Erbe werdet?

ALLE
ratlos
Verstehst du das? Verstehst du das? ... Er redet chinesisch ... ich verstehe kein Wort.

BARBIER
Nur Geduld! Die grossen Gedanken waren der Menschheit niemals sofort verständlich. Lasst mich nur machen, ich habe einen bedeutenden Plan.
Zu Vanuzzi
Ihr könnt notfalls einen Pfarrer glaubhaft darstellen ?

VANUZZI
in seinem Künstlerstolz gekränkt
Einen Pfarrer? Fünfzig, hundert. Einen katholischen, einen lutheranischen, einen protestantischen, alles, was Er begehrt. Einen Bischof, einen Erzbischof, einen verhungerten Landpfarrer, einen - -

BARBIER
Genug, genug!
Zu Morbio
Und Ihr einen Notar?

MORBIO
Einen papiernen, einen feurigen? Einen mausigen oder demosthenischen, ganz wie Ihr wollt.

BARBIER
zu Farfallo
Und Ihr gleichfalls?

FARFALLO
Das will ich meinen!

BARBIER
zu Carlotta
Und du ein dummes, schlichtes Landmädchen, eine rechte Gans vom Misthaufen her?

CARLOTTA
imitatorisch in Haltung und Stimme
Woll, woll, gnä Herr! Dös wer ma scho könna.

BARBIER
zu Isotta
Und du eine zierliche, kleine Kokette?

ISOTTA
sofort in Pose, schmachtend mit Knix
Glücklich, einem so edlen Kavalier amorosest zu Diensten zu sein.

BARBIER
zu Aminta
Und Ihr ein rührendes Mädchen voll Anmut und Bescheidenheit....
sich unterbrechend
Nein, Ihr braucht nicht zu spielen, Ihr seid es ja. Ihr müsst nur sein, wie Ihr seid und werdet vortrefflich sein!
zu allen
Nun kostümiert euch, wie ich es euch sage, tut alles, was ich verlange. Und ich müsste mich kuriosest irren, wenn wir nicht Herrn Morosus den Geschmack an der Ehe schleunigst abgewöhnten und Euch Euer Erbe wieder zubrächten, wobei ich allerdings auch auf ein Scherflein rechne, denn es wird allerhand Mühe kosten, ihn gründlich einzuseifen und ihm den Schopf seiner Narrheit ein für allemal abzuschneiden. Seid ihr bereit?

HENRY
Ja, das wollen wir probieren,
Jeder stelle seinen Mann!
Mein Herr Oheim soll verspüren,
Was Geschick und Laune kann.
Er hat unsere Kunst gescholten,
Scharf auf scharf jetzt, hart auf hart!
Gleiches sei mit Gleich vergolten,
Und wer Narr ist, sei genarrt!

BARBIER
Also fort, Euch kostümieren,
Gut geplant, ist halb getan.
Herr Morosus soll verspüren,
Was Geschick und Laune kann.
Zu Vanuzzi
Du den Pfarrer!

VANUZZI
mit illustrativer Geste
Ich den Pfarrer!

BARBIER
zu Morbio
Den Notarius!

MORBIO
ebenso
Den Notarius!

BARBIER
zu Aminta
Ihr die Stille!

AMINTA
Ich die Stille!

BARBIER
zu Carlotta
Du die Grobe'

CARLOTTA
Ich die Grobe!

BARBIER
zu Isotta
Ihr die Scharfe!

ISOTTA
Ich die Scharfe!

BARBIER
Und ihr andern, was ich sage,
Tut nur, was ich euch souffliere!
Nicht viel schwätzen, nicht parlieren,
Nicht lang zaudern, nicht viel plaudern,
Und wir werden reüssieren!
Alle Lust dem Spiel gespart!

ALLE
Und wir werden reüssieren,
Vivat, Meister Schneidebart!

CHORUS
zu Henry
Ja, er muss es revozieren,
Dass er dir dein Erbe raubt.

FARFALLO
Und ich werde ihn kurieren,
Dass er nicht mehr Galle spuckt.

MORBIO
breit, voll, lustig
Und ich werd' ihn balbieren,
Dass der Bart ihn nicht mehr juckt.

VANUZZI
Ich werd' ihn kopulieren,
Dass er Stroh für Hafer frisst,
Eine Hochzeit zelebrieren,
die er lebens nicht vergisst.

MORBIO
Dieser Rüpel soll es spüren,
Was ein wahrer Künstler ist.
Ja, er muss es revozieren,
dass er dir dein Erbe raubt.

HENRY
Ja, er muss es revozieren,
Dass er mir die Ehre raubt.

AMINTA
zart
Ach, ich möcht' ihn lieber rühren,
Dass er unser Glück erlaubt.

CARLOTTA
tanzend
Einen Narren riaszuführen,
Das fällt keinem Mädchen schwer,
Das braucht keine erst studieren,
Jede kann's von Anfang her.

ISOTTA
ebenfalls
Fest sich spreizen, keusch sich zieren,
Sachte wickelt man ihn um,
Will ein Mädchen sie verführen,
Werden alle Männer dumm.

CHORUS
im ganzen also zehn oder zwölf Stimmen, übermütig und ganz laut werdend

Diesen Narren zu kurieren,
Wird ein Spass besonderer Art,
Ihn vollendet durchzuführen,
Sei nicht Kunst und List gespart.
Ja, wir wollen es probieren,
Vivat, Meister Schneidebart!

BARBIER
den Tumult beschwichtigend
Sachte, sachte! Leise, leise!
Nur nicht hitzig! Fein und zart
Müssen wir ihn erst umkreisen,
Dass er nicht den Spass gewahrt!
Gut verhüllt, auf leisen Zehen
Pürschen wir uns still heran,
Ihn ins Netz hineinzunähen
Und zu narren, aber dann ...

ALLE
losbrechend
Wollen wir ihn gut balbieren,
Ihn von der Narrheit auskurieren,
Scharmuzieren, intrigieren,
Drangsalieren und vexieren,
Kopulieren und sponsieren,
Wacker an der Nase führen,
Kujonieren, intrigieren.

BARBIER
gleichzeitig
Also vorwärts, nicht gezaudert,
Nicht geflunkert, nicht geplaudert,
Jeder spiele seinen Part,
Und er wird kapitulieren!

ALLE
Vivat, Meister Schneidebart!
Alle umarmen den Barbier, dann sich untereinander
MOROSUS
hat den Stock ergriffen, schlägt damit schmetternd auf denTisch. Alles flieht auseinander und schweigt
Ruhe! Ruhe in meinem Haus! Hier bin ich der Herr und ich allein.
Zu Henry
Ich kenne dich nicht mehr. Du bist gestorben für mich. Ein Morosus, der singt, ist kein Morosus. jetzt wird reiner Tisch gemacht.
Zum Barbier
Morgen bringst du mir eine Frau, eine stille, schweig-
same Frau, und gleich auch Pfarrer und Notar! Sofort
wird geheiratet, morgen noch, sofort, alles soll ihr ge-
hören, alles! Morgen, verstanden ?

HENRY
Aber gütigster Ohm! Hört mich an!

FARFALLO
beiseite
Che arroganza! Impertinenza!

VANUZZI
Mich, einen Ritter vom goldenen Sporn!

MORBIO
Mich, der vorm Papst gesungen!

MOROSUS
wütend
Ich bin nicht gütig! Ich bin nicht mehr dein Ohm! Kein Schritt mehr über die Schwelle! Fort mit deinem Pack!
Zum Barbier
Und morgen die Frau her, und käm' sie aus dem Armenhaus! Nur still muss sie sein, nur still, nicht singen darf sie, verstanden! Endlich jemand, der nicht schreit und nicht zetert, der einem nicht Lärm in die Ohren schmettert. Meine Ruhe will ich, meine Ruhe! Endlich einmal Ruhe!
brüsk zu den andern
Hol' euch alle der Henker!
läuft hinaus und schmettert die Tür hinter sich zu

LETZTE SZENE

HENRY
ganz konsterniert
Oh Gott, war das ein saurer Empfang!

AMINTA
Ach, Liebster, ich hatte es immer geahnt, er wird mich nicht mögen, er stösst uns von sich! jetzt hast du alles durch mich verloren, alles durch meine Schuld: die Heimat, das Haus, das Erbe, den Ohm!

FARFALLO
Grosser Verlust! Ein solcher Grobian! Ein solcher Banause! Ein solcher Sack voll Gift und Galle!

MORBIO
Ein solcher Grobian! Ein solcher Sack voll Gift und Galle! Ein solcher Banause!

VANUZZI
Mich einen Bettelmusikanten! Mich, Cesare Vanuzzi! Oh, canaglia!

ISOTTA
Ein solcher Sack voll Gift und Galle! Ein solcher Banause!

CARLOTTA
Ein solcher Banause! Eine Dirne mich! Mich, die mit dem Prinzen von Guastalla nicht schlafen wollte für dreihundert Dukaten und eine diamantene Uhr!

MORBIO
Ein solcher Banause! Die Ohren sollte man ihm abschneiden und an die Tür nageln!

FARFALLO
Che sono io? Die Zähne ausreissen, dass er nicht mehr schimpfieren kann, dieser Schreihals!

ISOTTA
Ihm das Haus anzünden!

VANUZZI
Aber die Kunst hat er gelästert, unsere Kunst hat er geschmäht, das soll er büssen. Ein Katzenkonzert jeden Abend vor seiner Tür. Grossi Timpani e Tromboni jeden Abend, jeden Abend, bis er revoziert.

CHORUS
Ein Katzenkonzert! ja, ja! jeden Abend. Bis er revoziert!

BARBIER
dazwischentretend
Sachte, sachte, illustre Herren! Es gibt hierzulande Gesetze, welche die Nachtruhe jedes ehrsamen Bürgers beschirmen. Und dann, mit Verlaub, ihr tut Sir Morosus unrecht.

HENRY
Unrecht? Er hat mich enterbt!

AMINTA
Unrecht? Er hat mich verstossen!


MORBIO
Unrecht? Er hat uns beschimpft!

CARLOTTA
Er hat mich beleidigt.

ISOTTA
Er hat mich gekränkt!

CHORUS
Unrecht? Zum Henker hat er uns geschickt! Zum Henker!

BARBIER
Piano, piano! Und ich sage euch, er ist ein kreuzbraver Kerl, der Beste in der ganzen Grafschaft, er ist leutselig und freigebig, eine Seele aus Wachs, ein Herz von Gold. Nur mit den Ohren hapert's bei ihm, der Arme kann Lärm partout nicht vertragen, an den Ohren ist er so kitzlig wie andere unter der Sohle. Er ist einmal mit der Pulverkammer seiner Galione in die Luft geflogen, den Krach hat man vierzig Meilen weit gehört, ein Kirchturm ist drüber eingestürzt ' halbgeröstet haben sie ihn aus dem Wasser gefischt, er war - ein Wunder - lebendig. Nur das Trommelfell ist in tausend Winde gegangen. Seitdem, versteht ihr's, kann er keine Art von Lärm ertragen, ausser den er selber macht.

AMINTA
Ach der Arme! Hätten wir das doch geahnt!

BARBIER
zu Henry
Und was Euch anbelangt, junger Herr - nicht so hitzig! Ich würde mir den Handel doch noch überlegen, eh' ich solche Erbschaft fahren liesse. Bares Geld wächst nicht so flink wie die Disteln, und der alte Herr da hat mehr davon als England Trunkenbolde. Er hat zwei spanische Silberschiffe gekapert und auch sonst fleissig Prisen heimgebracht.
Da unten im Keller stehen allerhand Kisten, wenn man die anstösst, dann klirrt's und klimpert's und klingt's von goldener Musik, ich hab' eine Nase dafür, ich rieche Gold durch Holz und Eisen auf hundert Schritt wie die Biene den Honig. jedesmal, wenn ich hier über die Schwelle trete, muss ich niesen, so kitzelt's mich in der Nase, und meine Nase weiss warum: es mögen da im Keller allein ihre sechzigtausend Pfund liegen oder siebzigtausend in guten Barren und runden Dukaten.

ALLE
in ehrfurchtsvollem Staunen wiederholend
Sechzig, sechzig ... siebzig . . . siebzig ... sechzig-tausend ... tausend ... tausend ... tausend Pfund.

BARBIER
Ein fürstliches Erbe und genug jedenfalls, junger Herr, Euch privatissime eine Opera zu halten und (bei allem Respekt) Signor Vanuzzi als Hofmusikus dazu. Darum nicht so voreilig, nicht so stolz, junger Mann, sonst setzt morgen schon in Eurer Wolle ein fremdes Kätzchen sich fest.

HENRY
Was soll ich tun? Ich kann doch unsre Aminta nicht lassen um seiner Narrheit willen!

CHORUS
noch irnmer staunend leise durcheinander
Sechzig ... Siebzig ... tausend ... tausend ... tau-send ... sechzig ... siebzig ... soviel Geld ... gibt's nicht wieder auf der Welt ... sechzig, siebzig ... tausend . . . tausend ...

AMINTA
sich Henry nähernd
Nicht an mich, Geliebter, denke,
Nur an dich, an dich allein!
Gläubig mich dir hinzuschenken
War für mich schon Seligsein.
Immer schien mir zu gering ich,
Dass solch' Glück mir dauern mag.
Wie aus Gottes Hand empfing ich
Dankbar jeden neuen Tag.

HENRY
auf sie zu
Dich verlassen ? Dich entbehren,
Die mir eins und alles ist?
Nein, Geliebte, wären diese
Keller auch gefüllt mit Gold
Gold die Türen, Gold die Schlösser,
Gold das Dach und Gold die Speicher,
Gold die Mauern, die sie tragen,
Und ich sollt' nur eine Strähne,
Eine dünne blonde Strähne,
Die dein liebes Antlitz ründet,
Nur ein Haar von deinen Wimpern,
Nur ein Lächeln deiner Lippen
Und den Schatten dieses Lächelns
Und den Schatten dieses Schattens
Dafür tauschen - nie und nimmer!

AMINTA
Ist der Letzte nun gekommen,
Endet wirklich so viel Glück
Liebend, wie du mich genommen,
Geb' ich dich dir selbst zurück!
Sei gesegnet! Keine Klage
Soll von meinen Lippen gehn,
Alles will ich gern ertragen,
Kann ich dich nur glücklich sehn.

HENRY
Dich verlassen? Dich entbehren?
Nein, solang' ich lebe,
Immer dein und immer mehr!
Wo ich liebe, ist mein Leben,
Wo du atmest, meine Welt!
Er umarmt sie, dann zu den andern
Nein, ich werde euch nicht lassen,
Mag er wettern, wie er will.
Ihr habt mich zu euch genommen,
Jung und töricht wie ich war,
Habt das Herz mir aufgeweitet
Und gesegnet mit Musik!
Gerne hätt' ich's euch entgolten, -
Doch nun bin ich arm wie damals,
Habe nichts als eure Freundschaft
Und die Kunst, die uns beseligt,
Doch kein Geld, kein Gold der Erde
Wiegt mir diese Schätze auf.

VANUZZI
Wackerer Junge!

MORBIO
Teurer Bruder!

FARFALLO
Sei umfangen!

ISOTTA
Lass dich küssen!

CARLOTTA
Heut' und immer!

AMINTA
Dank, Geliebter!

CHORUS
Immer, immer wollen wir verbunden bleiben, immer Brüder, Freunde, Kameraden!

ALLE
umarmen sich begeistert untereinander

BARBIER
hat sich unterdessen die Mütze aufgesetzt und sein Barbier-zeug zusammengerichtet
Sehr rechtschaffen gedacht, junger Herr, aber wie schade, dass alles Rechtschaffensein auf dieser Welt meist eine Dummheit ist, denn Ihr lasst ein schönes Stück Geld wegschwimmen! Wenn ich jetzt sechs-hundert Jahre lang täglich sechzig Leute balbiere, so schabte ich mir nicht die sechzigtausend Pfund zu-sammen, die Ihr da wegwischt, als wär's schmutziger Seifenschaum. Ach, das Leben ist schwer und die paar Groschen sauer verdient! jetzt soll ich noch bis morgen für den Herrn sein schweigsames Fräulein finden! Ist nicht so leicht, wie er meint. Ich kenn' ja allerhand Weibszeug und weiss meine Wege, aber bis morgen, bis morgen, wo find' ich da eine, die Rechte?
Zu Carlotta und Isotta
Nun, meine Schätzchen, hätte nicht eine von euch Lust, sechzigtausend Pfund zu sponsieren ? Überlegt's euch, meine Kinder, solche goldene Äpfel wachsen selten in England.
Zu Isotta
Wie wär's, mein Täubchen, würdest du bei Herrn Morosus auch schön bescheiden und vor allem still und schweigsam sein?

ISOTTA
tanzhaft
Ich würde lachen
Von früh bis spät.
Immer nur lachen,
Schabernack machen,
Bis ihm die Lust
Am Schimpfieren vergeht.
Ich würd' ihn lehren,
Das Lachen mir wehren!
Mit hundert Scherzen,
Hurtig und heiter,
Würd' ich ihn necken,
Picken und packen,
Zwicken und zwacken,
Dass er nicht weiter
Den Tag mir vergällt!
Darf ich nicht so sein,
Wie's mir gefällt,
Darf ich nicht froh sein
Nach meinem Herzen,
Was soll mir sein Geld ?

BARBIER
Oh, das wär' schon gar nichts für meinen Herrn Morosus!
zu Carlotta
Und du, mein Lämmchen?

CARLOTTA
tanzhaft
Ich würde singen,
Von früh bis spät
Immer nur singen,
Die Brust mir ausschwingen,
Bis ihm die Lust
Am Schimpfieren vergeht.
Und mag er versuchen,
Was er auch will,
Zetern und wettern,
Die Scheiben zerschmettern,
Ich bleibe nicht still.
Mag er nur fluchen,
Brüllen und toben,
Wie's ihm gefällt! -
Nur wenn ich singe,
Spür' ich mich leben,
Nur wenn ich singe,
Fühl' ich mich schweben,
Nur wenn ich singe,
Umfass' ich die Welt!

AMINTA
O herbe Schmach,
O bittre Seligkeit!
Geliebter mein,
Ich bleibe treu bei dir.
Was auch die Zukunft bringen mag,
Ich halte fest zu dir.
So lange du nicht lässt von mir,
Beseligt will ich immer sein!

BARBIER
O weh, das wäre eine harte Kost für den Magen des Herrn Morosus! Da würde er, eh' noch die Tinte trocken ist auf dem Heiratsbrief, schon nach dem Scheidungskontrakt verlan - -
er stockt plötzlich und lacht laut
Ha!

ALLE
besorgt um ihn herum
Was ist?

BARBIER
bedeutsam feierlich
Mir fällt etwas ein!

ALLE
ehrfürchtig
Silentium! Silentium! Herrn Schneidebart fällt etwas ein!

BARBIER
aufatmend
Mir ist etwas eingefallen!

ALLE
Ruhe! Ruhe! Herrn Schneidebart ist etwas eingefallen!

BARBIER
Wie wär' es, wenn man Herrn Morosus verheiratete, aber so, dass er meint, dass er verheiratet sei, aber er gar nicht verheiratet wäre, und dann, wenn er verheiratet ist, das heisst, wenn er meint, verheiratet zu sein, während er gar nicht verheiratet ist, diese Heirat, die gar nicht giltig ist, ungiltig zu machen, so dass Ihr wiederum sein Erbe werdet?

ALLE
ratlos
Verstehst du das? Verstehst du das? ... Er redet chinesisch ... ich verstehe kein Wort.

BARBIER
Nur Geduld! Die grossen Gedanken waren der Menschheit niemals sofort verständlich. Lasst mich nur machen, ich habe einen bedeutenden Plan.
Zu Vanuzzi
Ihr könnt notfalls einen Pfarrer glaubhaft darstellen ?

VANUZZI
in seinem Künstlerstolz gekränkt
Einen Pfarrer? Fünfzig, hundert. Einen katholischen, einen lutheranischen, einen protestantischen, alles, was Er begehrt. Einen Bischof, einen Erzbischof, einen verhungerten Landpfarrer, einen - -

BARBIER
Genug, genug!
Zu Morbio
Und Ihr einen Notar?

MORBIO
Einen papiernen, einen feurigen? Einen mausigen oder demosthenischen, ganz wie Ihr wollt.

BARBIER
zu Farfallo
Und Ihr gleichfalls?

FARFALLO
Das will ich meinen!

BARBIER
zu Carlotta
Und du ein dummes, schlichtes Landmädchen, eine rechte Gans vom Misthaufen her?

CARLOTTA
imitatorisch in Haltung und Stimme
Woll, woll, gnä Herr! Dös wer ma scho könna.

BARBIER
zu Isotta
Und du eine zierliche, kleine Kokette?

ISOTTA
sofort in Pose, schmachtend mit Knix
Glücklich, einem so edlen Kavalier amorosest zu Diensten zu sein.

BARBIER
zu Aminta
Und Ihr ein rührendes Mädchen voll Anmut und Bescheidenheit....
sich unterbrechend
Nein, Ihr braucht nicht zu spielen, Ihr seid es ja. Ihr müsst nur sein, wie Ihr seid und werdet vortrefflich sein!
zu allen
Nun kostümiert euch, wie ich es euch sage, tut alles, was ich verlange. Und ich müsste mich kuriosest irren, wenn wir nicht Herrn Morosus den Geschmack an der Ehe schleunigst abgewöhnten und Euch Euer Erbe wieder zubrächten, wobei ich allerdings auch auf ein Scherflein rechne, denn es wird allerhand Mühe kosten, ihn gründlich einzuseifen und ihm den Schopf seiner Narrheit ein für allemal abzuschneiden. Seid ihr bereit?

HENRY
Ja, das wollen wir probieren,
Jeder stelle seinen Mann!
Mein Herr Oheim soll verspüren,
Was Geschick und Laune kann.
Er hat unsere Kunst gescholten,
Scharf auf scharf jetzt, hart auf hart!
Gleiches sei mit Gleich vergolten,
Und wer Narr ist, sei genarrt!

BARBIER
Also fort, Euch kostümieren,
Gut geplant, ist halb getan.
Herr Morosus soll verspüren,
Was Geschick und Laune kann.
Zu Vanuzzi
Du den Pfarrer!

VANUZZI
mit illustrativer Geste
Ich den Pfarrer!

BARBIER
zu Morbio
Den Notarius!

MORBIO
ebenso
Den Notarius!

BARBIER
zu Aminta
Ihr die Stille!

AMINTA
Ich die Stille!

BARBIER
zu Carlotta
Du die Grobe'

CARLOTTA
Ich die Grobe!

BARBIER
zu Isotta
Ihr die Scharfe!

ISOTTA
Ich die Scharfe!

BARBIER
Und ihr andern, was ich sage,
Tut nur, was ich euch souffliere!
Nicht viel schwätzen, nicht parlieren,
Nicht lang zaudern, nicht viel plaudern,
Und wir werden reüssieren!
Alle Lust dem Spiel gespart!

ALLE
Und wir werden reüssieren,
Vivat, Meister Schneidebart!

CHORUS
zu Henry
Ja, er muss es revozieren,
Dass er dir dein Erbe raubt.

FARFALLO
Und ich werde ihn kurieren,
Dass er nicht mehr Galle spuckt.

MORBIO
breit, voll, lustig
Und ich werd' ihn balbieren,
Dass der Bart ihn nicht mehr juckt.

VANUZZI
Ich werd' ihn kopulieren,
Dass er Stroh für Hafer frisst,
Eine Hochzeit zelebrieren,
die er lebens nicht vergisst.

MORBIO
Dieser Rüpel soll es spüren,
Was ein wahrer Künstler ist.
Ja, er muss es revozieren,
dass er dir dein Erbe raubt.

HENRY
Ja, er muss es revozieren,
Dass er mir die Ehre raubt.

AMINTA
zart
Ach, ich möcht' ihn lieber rühren,
Dass er unser Glück erlaubt.

CARLOTTA
tanzend
Einen Narren riaszuführen,
Das fällt keinem Mädchen schwer,
Das braucht keine erst studieren,
Jede kann's von Anfang her.

ISOTTA
ebenfalls
Fest sich spreizen, keusch sich zieren,
Sachte wickelt man ihn um,
Will ein Mädchen sie verführen,
Werden alle Männer dumm.

CHORUS
im ganzen also zehn oder zwölf Stimmen, übermütig und ganz laut werdend

Diesen Narren zu kurieren,
Wird ein Spass besonderer Art,
Ihn vollendet durchzuführen,
Sei nicht Kunst und List gespart.
Ja, wir wollen es probieren,
Vivat, Meister Schneidebart!

BARBIER
den Tumult beschwichtigend
Sachte, sachte! Leise, leise!
Nur nicht hitzig! Fein und zart
Müssen wir ihn erst umkreisen,
Dass er nicht den Spass gewahrt!
Gut verhüllt, auf leisen Zehen
Pürschen wir uns still heran,
Ihn ins Netz hineinzunähen
Und zu narren, aber dann ...

ALLE
losbrechend
Wollen wir ihn gut balbieren,
Ihn von der Narrheit auskurieren,
Scharmuzieren, intrigieren,
Drangsalieren und vexieren,
Kopulieren und sponsieren,
Wacker an der Nase führen,
Kujonieren, intrigieren.

BARBIER
gleichzeitig
Also vorwärts, nicht gezaudert,
Nicht geflunkert, nicht geplaudert,
Jeder spiele seinen Part,
Und er wird kapitulieren!

ALLE
Vivat, Meister Schneidebart!
Alle umarmen den Barbier, dann sich untereinander



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