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SECHSTE SZENE
Es treten ein: Vanuzzi als Priester verkleidet, Morbio mit Brillen als Notar kostümiert, mit ihnen die Haushälterin. Barbier empfängt sie an der Tür

BARBIER
Anhiero gestatte ich mir, hochverehrliche Herren, Ihnen die beiden Brautwilligen zu präsentieren, den hochberühmten Sir Morosus, Lord Seiner Majestät und weiland Kommandeur seines Flaggenschiffs, und die tugendhafte Jungfrau Timida, beide ledigen Standes, doch gewillt, mit Eurer und des Himmels Hilfe in den heiligen Ehestand zu treten. Ich bitte Euch, hochedle Herren, waltet Eures Amtes.

VANUZZI
als Pfarrer, feierlich
Kein schöner Amt der Priester kennt
In dieser Welt voll Zwist und Streit
Als zwei, die sich in Liebe finden,
Vor Gottes Antlitz zu verbinden.

MORBIO
als Notar
Zwar Todesfall und Testament
Dem Anwalt mehr an Sporteln rafft,
Er lebt vom Streit, doch gerne stellt
Er auch für Liebe Zeugenschaft.
Freilich muss sie geregelt sein,
Nicht freche Wollust ohne Zucht.
Die Liebe nur im Ehestand
Wird von ihm als giltig anerkannt,
Denn Ordnung ist des Anwalts Welt,
Dass allerorts sie innehält,
Ist er vom hohen Amt bestellt.
Zu beiden
So frag' nach Ordnung ich zuvor!
Sehr rasch
Sind alle die verschiedenen Conditiones erfüllt, die nach den Gesetzen der Kirche und den Gesetzen der königlichen Majestät notwendig sind zu einer giltigen und feierlichen Eheschliessung der hier im Pakt bezeichneten Personen? Sind ferners ehrenwerte Zeugen zur Stelle, die Identitas oben genannter Personen mit ihrem Signum zu bezeugen? Bestehen keine obstacula matrimonii, zu deutsch, keine ekklesiastischen oder profanen Hindernisse der Eheschliessung, als da sind, primo ...

VANUZZI
als Pfarrer unterbrechend
Ich glaube, Herr Kollega, wir kürzen die Formali-täten. Die Fama des Sir Morosus ist zu weltbekannt, und für Jungfer Timida bürgen Meister Schneidebart und die ehrsame Wittib Zimmerlein. Wollen die Braut willigen und die Zeugen vorerst noch den Pactus signieren, damit der Regula Genüge geschehen.

MOROSUS
tritt vor und unterschreibt

BARBIER
mitlesend
Sir Morosus, Kommandeur. .

AMINTA
unterschreibt

BARBIER
ebenso
Timida ...

HAUSHÄLTERIN
unterschreibt

BARBIER
Theodosia Zimmerlein, Wittib. Und nun ich selber: Pankrazius Schneidebart.
unterschreibt

VANUZZI
als Pfarrer, sehr pathetisch
So walt' ich meines beil'gen Amtes, das Sacramentum matrimonii zu vollziehen. Seid ihr beide entschlossen, vor Gottes Antlitz und in irdischer Zeugenschaft dieser beiden in den heiligen Ehestand zu treten ?

MOROSUS
rasch
Ich bin's.

AMINTA
zögert, verwirrt sich, schweigt

MOROSUS
Timida - du schweigst?

MORBIO
Ehrt des Mädchens edle Scheu! Ihre Scham verheisst Euch unberührte Tugend.

BARBIER
gibt Aminta einen Stoss, leise
Avanti !

AMINTA
schwach
Ich bin's.

VANUZZI
So verbinde ich euch, und möge der Tod nur lösen, was ich sterblicher Mensch vereine!
Sehr undeutlich und rasch
Sponseo vos in nomine patris, filii et sancti spiriti ...
zurücktretend, mit aufgelockerter Stimme
Und nun lasst mich den Ersten sein, der euch beiden Glück wünscht für immerdar.

MOROSUS
Ich dank' Euch, ehrwürdiger, und Euch, hochgelehrter Herr, und den ehrenwerten Zeugen, und ich danke Gott, dass er mir so viel unverdientes Glück im Herbst meiner Jahre noch zugeteilt hat.
Macht eine Geste zur Haushälterin
Darf ich die ehrenwerten Herren nun bitten, einen kleinen Imbiss mit uns zu nehmen?
Die Haushälterin bringt gefüllte Gläser; alle abwechselnd

VANUZZI
als Pfarrer
Nur ein wenig will ich weilen,
Um Euch nicht zur Last zu sein,
Liebe liebt ja nicht zu teilen,
Glückliche sind gern allein.

MORBIO
als Notar
Nur ein Gläschen will ich munden,
Junge Eh' ist leicht gestört,
Endlos scheint da jede Stunde,
Die ihr nicht allein gehört.

MOROSUS
Aminta anblickend
Wunderbar, sie anzuschauen,
Wie sie scheu und zaghaft blickt-.
Stillste, süsseste der Frauen,
Die mir Gott ans Herz gedrückt!

AMINTA
Ach, wenn sie nur länger blieben,
Denn kaum sind wir allein,
Drängt er mich mit seiner Liebe,
Und ich muss zu ihm hässlich sein.

BARBIER
Nun heisst's, baldigst sich verkrümeln
Eh' die Bombe explodiert.
Noch schwimmt er in allen Himmeln,
Morgen ist er auskuriert.

HAUSHÄLTERIN
Kann mir keinen Reim da machen,
Keiner zeigt sein wahr' Gesicht.
Halber Ernst und halbes Lachen
Irgend etwas stimmt da nicht.

VANUZZI
als Pfarrer
Da wir so guter Art versammelt sind, lasst uns Glück wünschen, denen wir dieses Glück danken. Es lebe das junge Paar, vivat, floreat, crescat!
Alle stossen an, die Gläser klingen, sie trinken aus. Stille

MOROSUS
Mir ist, als hörte ich einen Engel schweben durch diese Stille ...


SIEBENTE SZENE
Furchtbares Gepolter vom Eingang her. Die Treppe stürmen laute Schritte herauf, die Tür wird aufgerissen, herein bricht eine Schar ordinärer Seemänner, die alle von Vanuzzis Truppe dargestellt werden, mit Enterhaken, Kolben, Fanfaren, Trommeln, Dudelsäcken, als erster einrotgeschminkter trun-kener alter Matrose, den Farfallo spielt, der eine Harpune in der Hand schwingt

FARFALLO
als alter Matrose
Potz Deubel, so hat die alte Hur' diesmal doch nicht geflunkert; er hat sich ein Mädel geentert, der alte Kaptän Morosus! Aber so still, wie du denkst, wirst du deine Prise doch nicht in den Hafen hineinbugsieren! Wär eine Schmach für das ganze Seemannsvolk, sollt' ohne Salut der Kommandant von unserer Flotte Hochzeit halten. Ehre, dem Ehre gebührt!

MOROSUS
Ihr irrt Euch wohl! Ich kenne Euch nicht. Seid keiner von meiner Mannschaft gewesen.

FARFALLO
Mach keinen Stunk! Hast wohl Nebel im Oberdeck, dass du Tom Fexer nicht kennst und den dicken Jonny und die ganze Schwefelbande von deiner Fregatte! Aber wir kennen unsern alten Morosus, und ungeteert sollst du heute nicht in deine Kombüse kriechen.
Zu den andern
Vorwärts, brave Kameraden,
Unser alter Admiral
Hat uns zwar nicht eingeladen
Zu dem Fest und Hochzeitsmahl,
Kann's uns aber nicht verwehren,
Dass wir ihm ein Ständchen bringen!
Vorwärts! Tusch zu seinen Ehren!
Lasset die Trommeln frisch erklingen
Und im Reigen, hell und laut:
Vivat, vivat, Sir Morosus!
Vivat, vivat, seine Braut!
Sie trommeln, spielen auf Dudelsäcken, trompeten und brüllen

MOROSUS
wie ein Rasender aufspringend
Dass euch die Gicht in die Beine fahr', ihr Lügenbrut! Ruhe, oder ich karbatsche euch hinaus mit der neunschwänzigen Katze! Schert euch zum Teufel und seiner Grossmutter!
Die andern haben sich ihm entgegengeworfen

AMINTA
O teurer Mann,
Sie meinen's doch nur gut.

VANUZZI
als Pfarrer, wie erschreckt
Aber Sir, in solcher Stunde
Solch' unheil'ger Fluch aus Eurem Munde!

MORBIO
als Notar
Vorsicht, Vorsicht, nur keine Injurias, es könnt' ein Prozessus daraus resultieren!

FARFALLO
als Matrose, sich wütend stellend
Was? So empfängst du deine alten Kameraden, du ausgemästete Landratte? Schämst dich wohl ihrer vor deinem Püppchen, sind dir wohl zu roh, zu ungeschlacht? Oder schämst dich, dass du mit deinem grauen Haar dir noch den Wanst wärmen willst an jungem Blut statt an altem Rum? Aber alle sollen's wissen, die ganze Stadt!
Er reisst die Fenster auf und schreit hinaus
Heda Nachbarn, heda Leute,
Alle her; alle herauf:
Sir Morosus heuert heute,
Hat euch alle eingeladen.
Vorwärts, lasst die Glocken läuten,
Vorwärts, lasst die Böller krachen,
Vorwärts her und kommt und schaut!
Kommt ihm alle Willkomm' sagen,
Ihm und seiner jungen Braut!

MOROSUS
wutschnaubend und von den andern festgehalten
Meine Pistolen, dass ich diesem Gaukler ein Loch in den Pelz brenne! An den höchsten Mastbaum gehörst du, an die oberste Raa, du Schurke du ... du ... du ...

DIE ANDERN
ihn festhaltend
O schont Euch ... o beruhigt Euch ... Es ist Euer Hochzeitstag ... zähmt doch Eure Nerven ...


ACHTE SZENE
Die Leute und Nachbarn sind hereingeströmt. Abwechselnde Chöre. Frauen und Männer

MÄNNER
Ist es möglich, Sir Morosus?
Seht euch nur den Heuchler an.

FRAUEN
Er der tausendmal geschworen,
Dass er Frau'n nicht leiden kann.

MÄNNER
Der, wenn andere sich vergnügten,
Grimmig Gift und Galle speit.

FRAUEN
Und derweilen grauen Haares
Sich ein junges Kätzchen freit.

ALLE
durcheinander
So ein Heuchler! So ein Schlauer!
Alter Fuchs! Duckmäuserich!
Heimlich holst du dir die Frauen!
Alter Fuchs, wir haben dich!

MOROSUS
noch immer umringt und festgehalten
Lasst mich los! Hinaus, Gesindel, hinaus aus meinem Haus!

HENRY
verkleidet als Führer des Chors
Willst uns wohl den Spass verwehren,
Dich als Freiersmann zu schau'n?
Nein, das soll dir nicht gelingen!
Du sollst eine Fastnacht haben,
Die du nicht so schnell vergisst.
Vorwärts, lasst die Glocken schwingen!
Los die Salven, die Fanfaren,
Und ein Vivat angestimmt:
Holla hoh der alte Knabe!
Holla hoh die junge Braut!

ALLE
tumultuarisch durcheinander
Holla hoh der alte Knabe!
Holla hoh die junge Braut!
Sie brüllen, schreien, lachen, trompeten, trommeln, spektakulieren. Von draussen hört man die Glocken und eine Artilleriesalve. Furchtbarster Lärm

MOROSUS
blau im Gesicht vor Zorn, wird ganz vernichtet zu einem Sessel hingeführt
Wasser! Luft! Atem! Sie haben mich hingemacht!
Zum Barbier
Ich ersticke! Lass mir zur Ader! Und schaff' sie mir aus dem Haus um Gottes Gnade willen!

BARBIER
zu den anderen, sich höflich verneigend
Hochansehnliche Brautgesellschaft, illustre Damen und respektable Herrn, Sir Morosus dankt euch tiefgerührt . . .

EINE STIMME
Schlaggerührt. Haha!

BARBIER
...für die unschätzbar gütige Teilnahme an seinem Hochzeitsfest. Da er vor freudiger Erregung das Wort nicht findet, bittet er euch durch mich, im Wirtshause rechts um die Ecke auf seine Kosten drei Fässer vlämisches Bier anschlagen zu lassen und auf sein Wohl zu leeren.

FARFALLO
als Matrose
Das ist eine bess're Rede,
So ist's recht, du alter Knabe,
Und merk dir's für alle Zeit:
Wo sich einer will erlaben,
Sollen alle Freude haben,
Sonst ist's halbe Seligkeit.
Vorwärts jetzt zum Ehrentrunke!
Doch zuvor noch hell und laut,
Einmal noch in voller Runde:
Hoch Morosus, hoch die Braut!

ALLE
aber nicht mehr so lärmhaft
Hoch Morosus, hoch die Braut!
Verziehen sich jetzt mit Bücklingen und Gelächter, auch die Seeleute

MOROSUS
aufatmend
Sind sie jetzt weg? Meine Ohren, meine Schläfen, alles ist wund. Oh, mir war wie Sankt Laurentius am Rost. Wasser! Gib mir Wasser!

AMINTA
bringt ein Glas

VANUZZI
als Pfarrer, nähert sich Morosus mit Morbio-Notar
Nehmt's nicht so streng, als es erscheint,
War etwas laut, doch gutgemeint.
Das Volk, wenn es in Laune ist,
Leicht alle Würdigkeit vergisst.
Doch nun gestattet, Sir, mich zu empfehlen, mich ruft mein Amt und auch Ihr seid wohl lieber mit Eurer Frau allein.

MOROSUS
matt
Ehrwürd'ge Herrn, nehmt meinen Dank!

VANUZZI
Ist gern geschehn.
Hoff', bei der Kindstauf' Euch wiederzusehn.

MORBIO
als Notar
Empfehl' mich sehr,
Kam gern zu solchem Anlass her,
Und braucht Ihr jemals Hilf' und Rat,
Bin allzeit zu Eurem Dienste parat.

BARBIER
leise zu Aminta
Nun aber kräftig losgepfiffen, Aminta! Zeig, was eine schweigsame Frau zetern und posaunieren kann!

AMINTA
Ach, hättet Ihr doch lieber eine andre ausgesucht zu solchem Spiel! Er tut mir ja so leid, der arme, gute Mann!

BARBIER
Eben darum! Nur mit Essig und Salz ist seine Narrheit zu kurieren. Also bring ihn wacker in Saft, wir werden's dann schon auskochen.

VANUZZI
als Pfarrer, sich ihr nähernd
Hochedle Frau, wir wünschen gute Nacht.
Leise
Rupf ihn, zupf ihn, dass alle Federn fliegen!

MORBIO
als Notar
Ich halte mich Euer Gnaden bestens empfohlen!
Leise
Mach' unsrer Kunst keine Schande! Zwick' ihn, zwack' ihn, bis er Blut schwitzt!

AMINTA
zu sich
Ach Gott, nie war mir was so schwer!
Wollt' schon, dass alles vorüber wär.
Vanuzzi, Morbio, der Barbier gehen, machen bei der Tür noch einmal ermunternde Zeichen zu Aminta
SECHSTE SZENE
Es treten ein: Vanuzzi als Priester verkleidet, Morbio mit Brillen als Notar kostümiert, mit ihnen die Haushälterin. Barbier empfängt sie an der Tür

BARBIER
Anhiero gestatte ich mir, hochverehrliche Herren, Ihnen die beiden Brautwilligen zu präsentieren, den hochberühmten Sir Morosus, Lord Seiner Majestät und weiland Kommandeur seines Flaggenschiffs, und die tugendhafte Jungfrau Timida, beide ledigen Standes, doch gewillt, mit Eurer und des Himmels Hilfe in den heiligen Ehestand zu treten. Ich bitte Euch, hochedle Herren, waltet Eures Amtes.

VANUZZI
als Pfarrer, feierlich
Kein schöner Amt der Priester kennt
In dieser Welt voll Zwist und Streit
Als zwei, die sich in Liebe finden,
Vor Gottes Antlitz zu verbinden.

MORBIO
als Notar
Zwar Todesfall und Testament
Dem Anwalt mehr an Sporteln rafft,
Er lebt vom Streit, doch gerne stellt
Er auch für Liebe Zeugenschaft.
Freilich muss sie geregelt sein,
Nicht freche Wollust ohne Zucht.
Die Liebe nur im Ehestand
Wird von ihm als giltig anerkannt,
Denn Ordnung ist des Anwalts Welt,
Dass allerorts sie innehält,
Ist er vom hohen Amt bestellt.
Zu beiden
So frag' nach Ordnung ich zuvor!
Sehr rasch
Sind alle die verschiedenen Conditiones erfüllt, die nach den Gesetzen der Kirche und den Gesetzen der königlichen Majestät notwendig sind zu einer giltigen und feierlichen Eheschliessung der hier im Pakt bezeichneten Personen? Sind ferners ehrenwerte Zeugen zur Stelle, die Identitas oben genannter Personen mit ihrem Signum zu bezeugen? Bestehen keine obstacula matrimonii, zu deutsch, keine ekklesiastischen oder profanen Hindernisse der Eheschliessung, als da sind, primo ...

VANUZZI
als Pfarrer unterbrechend
Ich glaube, Herr Kollega, wir kürzen die Formali-täten. Die Fama des Sir Morosus ist zu weltbekannt, und für Jungfer Timida bürgen Meister Schneidebart und die ehrsame Wittib Zimmerlein. Wollen die Braut willigen und die Zeugen vorerst noch den Pactus signieren, damit der Regula Genüge geschehen.

MOROSUS
tritt vor und unterschreibt

BARBIER
mitlesend
Sir Morosus, Kommandeur. .

AMINTA
unterschreibt

BARBIER
ebenso
Timida ...

HAUSHÄLTERIN
unterschreibt

BARBIER
Theodosia Zimmerlein, Wittib. Und nun ich selber: Pankrazius Schneidebart.
unterschreibt

VANUZZI
als Pfarrer, sehr pathetisch
So walt' ich meines beil'gen Amtes, das Sacramentum matrimonii zu vollziehen. Seid ihr beide entschlossen, vor Gottes Antlitz und in irdischer Zeugenschaft dieser beiden in den heiligen Ehestand zu treten ?

MOROSUS
rasch
Ich bin's.

AMINTA
zögert, verwirrt sich, schweigt

MOROSUS
Timida - du schweigst?

MORBIO
Ehrt des Mädchens edle Scheu! Ihre Scham verheisst Euch unberührte Tugend.

BARBIER
gibt Aminta einen Stoss, leise
Avanti !

AMINTA
schwach
Ich bin's.

VANUZZI
So verbinde ich euch, und möge der Tod nur lösen, was ich sterblicher Mensch vereine!
Sehr undeutlich und rasch
Sponseo vos in nomine patris, filii et sancti spiriti ...
zurücktretend, mit aufgelockerter Stimme
Und nun lasst mich den Ersten sein, der euch beiden Glück wünscht für immerdar.

MOROSUS
Ich dank' Euch, ehrwürdiger, und Euch, hochgelehrter Herr, und den ehrenwerten Zeugen, und ich danke Gott, dass er mir so viel unverdientes Glück im Herbst meiner Jahre noch zugeteilt hat.
Macht eine Geste zur Haushälterin
Darf ich die ehrenwerten Herren nun bitten, einen kleinen Imbiss mit uns zu nehmen?
Die Haushälterin bringt gefüllte Gläser; alle abwechselnd

VANUZZI
als Pfarrer
Nur ein wenig will ich weilen,
Um Euch nicht zur Last zu sein,
Liebe liebt ja nicht zu teilen,
Glückliche sind gern allein.

MORBIO
als Notar
Nur ein Gläschen will ich munden,
Junge Eh' ist leicht gestört,
Endlos scheint da jede Stunde,
Die ihr nicht allein gehört.

MOROSUS
Aminta anblickend
Wunderbar, sie anzuschauen,
Wie sie scheu und zaghaft blickt-.
Stillste, süsseste der Frauen,
Die mir Gott ans Herz gedrückt!

AMINTA
Ach, wenn sie nur länger blieben,
Denn kaum sind wir allein,
Drängt er mich mit seiner Liebe,
Und ich muss zu ihm hässlich sein.

BARBIER
Nun heisst's, baldigst sich verkrümeln
Eh' die Bombe explodiert.
Noch schwimmt er in allen Himmeln,
Morgen ist er auskuriert.

HAUSHÄLTERIN
Kann mir keinen Reim da machen,
Keiner zeigt sein wahr' Gesicht.
Halber Ernst und halbes Lachen
Irgend etwas stimmt da nicht.

VANUZZI
als Pfarrer
Da wir so guter Art versammelt sind, lasst uns Glück wünschen, denen wir dieses Glück danken. Es lebe das junge Paar, vivat, floreat, crescat!
Alle stossen an, die Gläser klingen, sie trinken aus. Stille

MOROSUS
Mir ist, als hörte ich einen Engel schweben durch diese Stille ...


SIEBENTE SZENE
Furchtbares Gepolter vom Eingang her. Die Treppe stürmen laute Schritte herauf, die Tür wird aufgerissen, herein bricht eine Schar ordinärer Seemänner, die alle von Vanuzzis Truppe dargestellt werden, mit Enterhaken, Kolben, Fanfaren, Trommeln, Dudelsäcken, als erster einrotgeschminkter trun-kener alter Matrose, den Farfallo spielt, der eine Harpune in der Hand schwingt

FARFALLO
als alter Matrose
Potz Deubel, so hat die alte Hur' diesmal doch nicht geflunkert; er hat sich ein Mädel geentert, der alte Kaptän Morosus! Aber so still, wie du denkst, wirst du deine Prise doch nicht in den Hafen hineinbugsieren! Wär eine Schmach für das ganze Seemannsvolk, sollt' ohne Salut der Kommandant von unserer Flotte Hochzeit halten. Ehre, dem Ehre gebührt!

MOROSUS
Ihr irrt Euch wohl! Ich kenne Euch nicht. Seid keiner von meiner Mannschaft gewesen.

FARFALLO
Mach keinen Stunk! Hast wohl Nebel im Oberdeck, dass du Tom Fexer nicht kennst und den dicken Jonny und die ganze Schwefelbande von deiner Fregatte! Aber wir kennen unsern alten Morosus, und ungeteert sollst du heute nicht in deine Kombüse kriechen.
Zu den andern
Vorwärts, brave Kameraden,
Unser alter Admiral
Hat uns zwar nicht eingeladen
Zu dem Fest und Hochzeitsmahl,
Kann's uns aber nicht verwehren,
Dass wir ihm ein Ständchen bringen!
Vorwärts! Tusch zu seinen Ehren!
Lasset die Trommeln frisch erklingen
Und im Reigen, hell und laut:
Vivat, vivat, Sir Morosus!
Vivat, vivat, seine Braut!
Sie trommeln, spielen auf Dudelsäcken, trompeten und brüllen

MOROSUS
wie ein Rasender aufspringend
Dass euch die Gicht in die Beine fahr', ihr Lügenbrut! Ruhe, oder ich karbatsche euch hinaus mit der neunschwänzigen Katze! Schert euch zum Teufel und seiner Grossmutter!
Die andern haben sich ihm entgegengeworfen

AMINTA
O teurer Mann,
Sie meinen's doch nur gut.

VANUZZI
als Pfarrer, wie erschreckt
Aber Sir, in solcher Stunde
Solch' unheil'ger Fluch aus Eurem Munde!

MORBIO
als Notar
Vorsicht, Vorsicht, nur keine Injurias, es könnt' ein Prozessus daraus resultieren!

FARFALLO
als Matrose, sich wütend stellend
Was? So empfängst du deine alten Kameraden, du ausgemästete Landratte? Schämst dich wohl ihrer vor deinem Püppchen, sind dir wohl zu roh, zu ungeschlacht? Oder schämst dich, dass du mit deinem grauen Haar dir noch den Wanst wärmen willst an jungem Blut statt an altem Rum? Aber alle sollen's wissen, die ganze Stadt!
Er reisst die Fenster auf und schreit hinaus
Heda Nachbarn, heda Leute,
Alle her; alle herauf:
Sir Morosus heuert heute,
Hat euch alle eingeladen.
Vorwärts, lasst die Glocken läuten,
Vorwärts, lasst die Böller krachen,
Vorwärts her und kommt und schaut!
Kommt ihm alle Willkomm' sagen,
Ihm und seiner jungen Braut!

MOROSUS
wutschnaubend und von den andern festgehalten
Meine Pistolen, dass ich diesem Gaukler ein Loch in den Pelz brenne! An den höchsten Mastbaum gehörst du, an die oberste Raa, du Schurke du ... du ... du ...

DIE ANDERN
ihn festhaltend
O schont Euch ... o beruhigt Euch ... Es ist Euer Hochzeitstag ... zähmt doch Eure Nerven ...


ACHTE SZENE
Die Leute und Nachbarn sind hereingeströmt. Abwechselnde Chöre. Frauen und Männer

MÄNNER
Ist es möglich, Sir Morosus?
Seht euch nur den Heuchler an.

FRAUEN
Er der tausendmal geschworen,
Dass er Frau'n nicht leiden kann.

MÄNNER
Der, wenn andere sich vergnügten,
Grimmig Gift und Galle speit.

FRAUEN
Und derweilen grauen Haares
Sich ein junges Kätzchen freit.

ALLE
durcheinander
So ein Heuchler! So ein Schlauer!
Alter Fuchs! Duckmäuserich!
Heimlich holst du dir die Frauen!
Alter Fuchs, wir haben dich!

MOROSUS
noch immer umringt und festgehalten
Lasst mich los! Hinaus, Gesindel, hinaus aus meinem Haus!

HENRY
verkleidet als Führer des Chors
Willst uns wohl den Spass verwehren,
Dich als Freiersmann zu schau'n?
Nein, das soll dir nicht gelingen!
Du sollst eine Fastnacht haben,
Die du nicht so schnell vergisst.
Vorwärts, lasst die Glocken schwingen!
Los die Salven, die Fanfaren,
Und ein Vivat angestimmt:
Holla hoh der alte Knabe!
Holla hoh die junge Braut!

ALLE
tumultuarisch durcheinander
Holla hoh der alte Knabe!
Holla hoh die junge Braut!
Sie brüllen, schreien, lachen, trompeten, trommeln, spektakulieren. Von draussen hört man die Glocken und eine Artilleriesalve. Furchtbarster Lärm

MOROSUS
blau im Gesicht vor Zorn, wird ganz vernichtet zu einem Sessel hingeführt
Wasser! Luft! Atem! Sie haben mich hingemacht!
Zum Barbier
Ich ersticke! Lass mir zur Ader! Und schaff' sie mir aus dem Haus um Gottes Gnade willen!

BARBIER
zu den anderen, sich höflich verneigend
Hochansehnliche Brautgesellschaft, illustre Damen und respektable Herrn, Sir Morosus dankt euch tiefgerührt . . .

EINE STIMME
Schlaggerührt. Haha!

BARBIER
...für die unschätzbar gütige Teilnahme an seinem Hochzeitsfest. Da er vor freudiger Erregung das Wort nicht findet, bittet er euch durch mich, im Wirtshause rechts um die Ecke auf seine Kosten drei Fässer vlämisches Bier anschlagen zu lassen und auf sein Wohl zu leeren.

FARFALLO
als Matrose
Das ist eine bess're Rede,
So ist's recht, du alter Knabe,
Und merk dir's für alle Zeit:
Wo sich einer will erlaben,
Sollen alle Freude haben,
Sonst ist's halbe Seligkeit.
Vorwärts jetzt zum Ehrentrunke!
Doch zuvor noch hell und laut,
Einmal noch in voller Runde:
Hoch Morosus, hoch die Braut!

ALLE
aber nicht mehr so lärmhaft
Hoch Morosus, hoch die Braut!
Verziehen sich jetzt mit Bücklingen und Gelächter, auch die Seeleute

MOROSUS
aufatmend
Sind sie jetzt weg? Meine Ohren, meine Schläfen, alles ist wund. Oh, mir war wie Sankt Laurentius am Rost. Wasser! Gib mir Wasser!

AMINTA
bringt ein Glas

VANUZZI
als Pfarrer, nähert sich Morosus mit Morbio-Notar
Nehmt's nicht so streng, als es erscheint,
War etwas laut, doch gutgemeint.
Das Volk, wenn es in Laune ist,
Leicht alle Würdigkeit vergisst.
Doch nun gestattet, Sir, mich zu empfehlen, mich ruft mein Amt und auch Ihr seid wohl lieber mit Eurer Frau allein.

MOROSUS
matt
Ehrwürd'ge Herrn, nehmt meinen Dank!

VANUZZI
Ist gern geschehn.
Hoff', bei der Kindstauf' Euch wiederzusehn.

MORBIO
als Notar
Empfehl' mich sehr,
Kam gern zu solchem Anlass her,
Und braucht Ihr jemals Hilf' und Rat,
Bin allzeit zu Eurem Dienste parat.

BARBIER
leise zu Aminta
Nun aber kräftig losgepfiffen, Aminta! Zeig, was eine schweigsame Frau zetern und posaunieren kann!

AMINTA
Ach, hättet Ihr doch lieber eine andre ausgesucht zu solchem Spiel! Er tut mir ja so leid, der arme, gute Mann!

BARBIER
Eben darum! Nur mit Essig und Salz ist seine Narrheit zu kurieren. Also bring ihn wacker in Saft, wir werden's dann schon auskochen.

VANUZZI
als Pfarrer, sich ihr nähernd
Hochedle Frau, wir wünschen gute Nacht.
Leise
Rupf ihn, zupf ihn, dass alle Federn fliegen!

MORBIO
als Notar
Ich halte mich Euer Gnaden bestens empfohlen!
Leise
Mach' unsrer Kunst keine Schande! Zwick' ihn, zwack' ihn, bis er Blut schwitzt!

AMINTA
zu sich
Ach Gott, nie war mir was so schwer!
Wollt' schon, dass alles vorüber wär.
Vanuzzi, Morbio, der Barbier gehen, machen bei der Tür noch einmal ermunternde Zeichen zu Aminta



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