オペラ作曲家別索引

オペラ対訳完成

その他対訳完成

対訳一部完成

このサイトについて

アクセス数

  • 今日  -
  • 昨日  -
  • 累計  -

翻訳エンジン


bose_soundlink_color_ii



ACHTE SZENE

BARBIER
geht zur Tür, öffnet sie. Herein treten Isotta und Carlotta in der gleichen Verkleidung wie vordem
Hier diese beiden ehrsamen Damen.

VANUZZI
Könnt ihr bezeugen, dass Lady Morosus Umgang hatte mit einem anderen Mann als Sir Morosus?

CARLOTTA
Dös man i. Da leist ichs Jurament darauf.

ISOTTA
Auch ich will es beeiden.

BARBIER
Ihr seht, hohe Herren!

AMINTA
Ich lasse mich nicht verleumden, das sind gekaufteWeiber!

CARLOTTA
Was? Du Gschnaufte, selber hast dich kaufen lassenvon dem alten Teppen!

ISOTTA
Ich verachte die Person zu sehr, um ihr zu erwidern!

AMINTA
Lüge, Verleumdung! Meine Ehre, meine Ehre!

CARLOTTA
Die liegt auf'm Misthaufen!

MOROSUS
O Gott, mein Kopf, mein armer Kopf!

BARBIER
beruhigend
Meine Damen, meine Damen, bitte nicht alle zusammen zu sprechen!

ISOTTA
auf Aminta zutretend
Hast du die Stirne,
Frech es zu leugnen,
Dass du dem ander
Zu eigen gewesen
Bei Tag und bei Nacht?

AMINTA
Lüge, Verleumdung!
Erbärmliche Lüge!
Niemals, nein, niemals
Hab' ich die Ehre
Der Ehe entweiht.

HAUSHÄLTERIN
vorn an der Seite der Bühne
Endlich, endlich
Muss es sich klären.
Lange schon, lange
Wittre ich Unrat,
Fühle ich Trug.

BARBIER
auf der andern Seite der Bühne, sich die Hände reibend
Jetzt geht der Wirbel
Gut durcheinander,
Weiter, nur weiter
Wacker spektakelt !
Jetzt geht es famos.

MOROSUS
ganz gebrochen
Dieses Lärmen, dieses Brüllen,
Das die Ohren mir zerstückt!
Wär nur alles schon zu Ende,
Denn sonst werd' ich noch verrückt.

VANUZZI
Meine Herren, meine Damen! 0 keiner hört auf mich!

MORBIO
Man müsste disziplinariter vorgehen.

FARFALLO
Oder die Sitzung aufheben.

VANUZZI
mit dem Stock aufstossend
Silentium!

AMINTA
sich auf den Knien vor den Tisch hinstürzend
Richter, schützet meine Ehre!
Nur aus Hass, aus Neid und Galle,
Dass mich Sir Morosus wählte,
Lügen diese frechen Weiber!
Bei den Sternen will ich's schwören,
Gott im Himmel soll mich hören:
Niemals hab' ich ihn betrogen,
Treulich hielt ich ihm die Treu.

BARBIER
Schon möglich, schon möglich - aber das war insofern nicht schwierig, als Ihr mit ihm bloss zwölf Stunden verheiratet waret. So lange kann sogar ich meiner Alten treu bleiben. Aber vorher, Lady Morosus, vorher - das ist das punctum saliens, der Punkt, welcher springt und im vorliegenden Falle ein wenig stinkt ...
Zu Vanuzzi
Hohes Gericht, ich habe einen weiteren Zeugen bereit, der beeiden kann, die Gunst - dieser tugendhaften Dame in persona genossen zu haben.

VANUZZI
zu den beiden andern hinüberfragend
Doctores?

MORBIO
Ich stimme bei.

FARFALLO
Ich stimme zu.

VANUZZI
So führt ihn vor.


NEUNTE SZENE
Barbier öffnet abermals die Tür, herein tritt Henry, verkleidet und mit einem falschen Bart, der ihn unkenntlich macht

VANUZZI
Ihr kennt diese Dame?

HENRY
Sehr wohl, Eure Lordschaft.

VANUZZI
Ich meine, seid Ihr näher bekannt gewesen mit ihr ... habt Ihr ... habt Ihr mit ihr Umgang gepflogen?

HENRY
Gewiss, Eure Lordschaft!

VANUZZI
Ich meine . . . näheren Umgang, dies ist die Frage ... Habt Ihr sie näher gekannt ... ich meine: carnaliter.

MORBIO
mahnend fragend
Carnaliter!

FARFALLO
ebenso
Carnaliter!

MOROSUS
leise zum Barbier
Was heisst das? Carnaliter?

BARBIER
ebenso leise
Fleischlich, Euer Gnaden, fleischlich.

HENRY
sich verbeugend, leise
Jawohl ... ich beeide es.

VANUZZI
zu Aminta
Was habt Ihr zu antworten?

AMINTA
ausweichend
Ich habe nie einem andern Manne angehört als meinem Gatten. Ich beschwöre es.

VANUZZI
Und kennt Ihr diesen Zeugen?

AMINTA
erregt ausweichend
Ich kenne ihn nicht mehr! Ich will ihn nicht kennen.

HENRY
auf sie zutretend
Willst du wirklich mich nicht kennen?
Ist dein Sinn so wandelbar?
Willst du wirklich Lüge nennen,
Dass dein Herz das meine war?
Deine Lippen, deine Wangen,
Die ich zärtlich oft umfangen,
Deine Hand, dein süsses Haar?
Sind sie all, die sel'gen Stunden
Unserer Glut Lind Zärtlichkeit,
So vollkommen dir entschwunden,
Dass dein Blick den meinen scheut?
Nein, Geliebte, o besinn dich,
Nicht verleugne deinen Freund!
Sieh mein Auge und sieh in dich,
Dass uns Liebe neu vereint.

AMINTA
scheinbar zornig
Weg, du Falscher! Weg, Verräter!
Lüge blickt aus dir mich an!
FrevIer, Heuchler, Missetäter!
Prahlerischer, feiger Mann!
Wärst du mir doch fern geblieben!
Ach, wir unglücksel'gen Frau'n,
Die getäuscht sind, wo sie lieben,
Und verraten, wo sie trau'n!

VANUZZI
Hem, hem! So leugnet Ihr nicht mehr, diesen Mann zu kennen?

AMINTA
sie wendet sich ab und verhüllt ihr Gesicht
Ach ...

BARBIER
laut zu Morosus
Sie ist überführt! Viktoria!

MORBIO
Eure causa ist gewonnen! Ich gratuliere!

HAUSHÄLTERIN
Ach, ich vergehe vor Freude!

CARLOTTA
Jetzt hat sie sich sauber eintunkt!

ISOTTA
So etwas gibt eine verständige Frau niemals zu.

BARBIER
Vivat Morosus! Viktoria!

ALLE
Vivat Morosus! Viktoria!
Alle umringen den ganz beglückten Morosus

MOROSUS
allen die Hände schüttelnd
Ach, ihr Guten, wie euch danken!
Endlich bin ich ihrer ledig -
Oh, die Seele blüht mir auf.
Niemand ahnt, was ich gelitten,
Niemand meine Seligkeit.

BARBIER
zu Vanuzzi
Das Verdikt, Eure Lordschaft! Wir wollen's gesiegelt und geschrieben!

VANUZZI
mit dem Stock aufstossend und sich erhebend
Da der Petent den Beweis erbracht hat, dass seine Gattin Lady Morosus nicht mehr als virgo desponsa in den Ehestand getreten, ist das impedimentum erroris qualitatis gegeben, und ich beantrage, Doctores, seine Ehe für nichtig zu erklären.

MORBIO
Ich stimme zu.

FARFALLO
aufstehend
Ich opponiere.

MORBIO
Ihr opponiert?

BARBIER
scheinbar erschreckt
Er opponiert?

CARLOTTA
ebenso
Er opponiert?

HAUSHÄLTERIN
Er opponiert?

ISOTTA
ebenso
Er opponiert ?

MORBIO
Er opponiert?

MOROSUS
Oh Gott, was ist das? Er opponiert?

FARFALLO
Ich opponiere. Der contractus matrimonii besagt mit keinem Worte, dass die Tugend ante nuptias der Lady Morosus eine conditio matrimoliii gewesen, ergo besteht kein error qualitatis.

MOROSUS
ängstlich
Was will er? Was sagt er?

VANUZZI
Hem, hem! Rectissime! Der gelehrte Doktor findet nicht in dem contractus, dass Ihr vor der Eheschliessung die Bedingung der virginitas gestellt habt.
Zu Aminta
Hat Sir Morosus vor der Hochzeit Euch befragt? -

AMINTA
Mit nichten.

VANUZZI
Dann liegt kein error vor. Und der Petent ist abgewiesen. Habe ich Eure approbatio, ihr Herrn?

MORBIO
Approbatio absoluta.

FARFALLO
Approbatio absoluta.

MOROSUS
zum Barbier
Was sagen sie? Was wollen sie?

BARBIER
Mir tut's bitter leid, Euer Gnaden, aber sie geben Eurer Bitte nicht nach.

MOROSUS
Aber sie hat doch mit dem andern geschlafen? Es ist doch bezeugt.

BARBIER
Aber ante nuptias, Euer Gnaden, vor Euch, und daran haben wir im Kontrakt vergessen. Ihr müsst sie jetzt behalten.

MOROSUS
Behalten? Ich sie behalten? Das Teufelsweib und noch die Schande dazu? Nein! Nein! Ich lass mich nicht entehren! Ein solches Weib, das noch dazu eine Dirne! Nein, das ist zuviel. Lieber krepieren! Lieber zugrundegehen. Wo sind meine Pistolen? Mein Degen? Einen Strick! Ich geh' ins Wasser! Ich stürz' mich vom Fenster! Nur keinen Tag mehr mit ihr, keinen Tag!

Alle um ihn herum und ihn von seinem Vorhaben abhaltend

VANUZZI
Bedenkt Euch doch! Herr! Ihr könnt noch appellieren.

MORBIO
Beruhigt Euch, nichts ist unumstösslich!

HAUSHÄLTERIN
Gnädigster Herr, schont Euer Leben!

BARBIER
Wir werden eben noch etwas finden.

CARLOTTA
Net so gach wegen so einem Weibsbild.

ISOTTA
Ihr werdet jederzeit Trost finden bei andern.

MOROSUS
sich losreissend
Lasst mich los! Zum Teufel mit euch allen' Ihr tötet mich mit eurem Geschrei! Nur Ruhe will ich! Ich ertrag's nicht mehr! Ich ertrag's nicht! Oh, nur niemanden mehr sehen! Nichts mehr hören! Tot sein, weg sein! Ruhe will ich, nichts mehr hören! Ruhe, Ruhe ...
Er wirft sich in seiner Verzweiflung auf eine Bettstatt, bohrt seinen Kopf unter die Decken und stopft sich die Ohren zu

BARBIER
hebt die Hand. Es wird plötzlich still. Henry und Aminta werfen die Verkleidung ab, gehen leise an die Bettstatt heran, wo Morosus stöhnend unter den Kissen liegt, und knien beide hin


FINALE

HENRY
kniend
eurer Ohm, nicht länger kann ich
Eure Not und Sorge schau'n.
Auf! Ermannt Euch und erwachet
Aus dem bösen Ehetraum!
Blickt um Euch! Nur Freunde seht Ihr!
All die Schrecknis, die Marter ist entflohn,
Und um Eure Liebe fleht hier
Euer Neffe, Euer Sohn!

MOROSUS
langsam sich erhebend, wirr um sich starrend, aufatmend
Henryl Gott sei Dank, Henry, mein guter Henry! Wo kommst du her? Es war doch erst ein andrer da. Und wer ist die ... das ist ja
erschreckend
das ist ja Timida.

HENRY
Nein, die wird Euch nimmer plagen,
Die ist fort für immerdar.
Nur Aminta ist geblieben,
Milde, wie sie immer war.

AMINTA
kniend
Wollet gütigst mir verzeihen,
Was Euch jene angetan.
Und wenn dann ein ganzes Leben
Hingegeb'ner Kindesliebe
Euren Groll beschwichtigen kann,
Nehmt als Wahre von den zweien,
Nehmt Aminta, die getreue,
Nun als Eure Tochter an!

MOROSUS
Wie? Was? Ich versteh' nichts. Aminta ist Timida und Timida ist Aminta? Und sie ist meine Frau und ist deine Frau? Bin ich in ein Rumfass gefallen? Hab' ich geträumt? Bin ich betrunken? Und die da, die Richter, die Doctores ...

HENRY
Sind meine Kameraden.
Vanuzzi, Morbio, Farfallo haben die Verkleidungen abgestreift und stehen in demütiger Haltung da

MOROSUS
Wie? Was? Kameraden ... am Ende gar von jener Schmierantenbande? Habt ihr ... habt ihr euch vielleicht gar einen Narren aus mir gemacht? Eine Posse mit mir aufgespielt, und ich bin gar nicht verheiratet, ich war gar nicht richtig verheiratet?
Er greift nach seinem Stock
Wie? Was? Ihr erlaubt euch Spässe mit mir, Sir Morosus? Das werd' ich euch heimzahlen, ihr Banditen! Mich habt ihr wie einen Esel geschunden, mich an der Nase geführt, dass ich Blut schwitzte! Mich habt ihr gehetzt wie ein Wildschwein und so gehusst, dass ich mich aufhängen wollte ...
Plötzlich aus seiner Wut umschlagend und furchtbar zu lachen anfangend
Hah, hah! Aber grossartig habt ihr das gemacht, ihr Burschen! Grossartig, grossartig! So mich altes Seekalb hineinzulegen, ihr frechen Landratten, ha, ha! Ganz recht habt ihr gehabt, Narren gehören gekämmt und Dummheit geprügelt. Ah, ihr Burschen, ihr Burschen, das hätt' ich nie gedacht, dass ihr so fixe Kerle seid.
Zu Vanuzzi
Warst du am Ende auch der Pfarrer, der mich getraut hat?

VANUZZI
noch ganz ängstlich
Allerdings.

MOROSUS
ihn umarmend
Dann warst du der pfäffischeste Pfaff, den ich je gesehen.
Zu Morbio und Farfallo
Und du der advokatischeste Advokat, und du der mauserigste Notar meiner sechzig Jahre.
Er umarmt sie. Zu Carlotta und Isotta
Und ihr, Kinder, famos, famos, wie ihr einen Mann betrügen könnt, jede kriegt einen Kuss. Nein, so mir das Fell zu gerben, ausgezeichnet! Ich hab' euch bitter Unrecht getan, aber fortan will ich eure Kunst respektieren, in all' eure Operas will ich gehen, und wenn ihr so mich zum Lachen bringt, wie ich heute mich selber auslache, dann kriegt ihr fünfzig Guineen in blankem Golde.
Zu Aminta
Ach, du Kalfakterin, wie entzückend du bist, seit du wieder süsse Augen machst. Fast hätt' ich Lust, dich noch einmal zu heiraten. Aber nein - keine Angst, ich bin kuriert, für immer kuriert und von allem! jetzt weiss ich erst: Es gibt nichts Besseres, als mit guten Menschen heiter zu sein.
Zur Haushälterin
Heda! Wein her, wir wollen eine Flasche trinken auf den dümmsten Narren von England und auf die frechsten Burschen und hübschesten Frauen des Königreichs!
Zu den Schauspielern
Und ihr, wenn ihr dazu Musik machen wollt, mich ficht's nicht mehr an, spektakelt soviel ihr wollt ' Wer einmal eine schweigsame Frau gehabt, der kann allen Lärm auf der Welt vertragen. Also vorwärts und los!

Er setzt sich mit Aminta und Henry an den Tisch. Sein Platz ist derselbe, den früher Vanuzzi als Chief-Justice einnahm, rechts sitzt Aminta, links Henry. Die Schauspieler haben sich im Hintergrund aufgestellt und beginnen, mit gleichzeitigen Tanzfiguren, zu singen und Musik zu machen

VANUZZI
Die Ihr feindlich aufgenommen,
Unsre Kunst, sie grüsst Euch jetzt,
Denn kein Mahl ist je vollkommen,
Dem sie nicht die Becher netzt.

MORBIO
Ohne sie glänzt keine Freude,
Ohne sie erglüht kein Glück:
Ewig sind verschwistert beide,
Holde Liebe und Musik!

ISOTTA
Nur wo sie die Schwingen breitet,
Wird Gemeinsamkeit zum Fest,
Tor drum jeder, der der sie meidet,
Selig, wer sie walten lässt.

CARLOTTA
Selig, wer sich ihr verbindet
Und sein Herz den Tönen gibt.
Selig, wer sie in sich findet,
Und begnadet, den sie liebt.

FARFALLO
Jeden Gram kann sie bemeistern,
Schmerz und Schwermut lindert sie,
Hellster Geist von allen Geistern:
Gottes Hauch, du, Melodie!

BARBIER
Mach auch diesem, der dir grollte,
Wiederum die Seele weit,
Schenk ihm endlich deine holde
Erdenschwester: Heiterkeit!

ALLE MITEINANDER
Alles Frohe, alles Schöne
Sir Morosus immerdar!
Alles Frohe, alles Schöne
Unserm vielgeliebten Paar!
Freude ihm, der Freude scheute,
Heiterkeit, die er gehasst,
Ewig sei sie so wie heute
Hier in diesem Haus zu Gast.

Morosus, tiefgerührt, hat dem Gesange zugehört und dankt nach allen Seiten. Auf ein Zeichen Vanuzzis treten die Sänger an die Tür zurück

VANUZZI
Und nun Freunde: Ausgesungen!
Junges Glück bleibt gern allein.
Ist uns dieses Spiel gelungen,
Soll's nur neuer Ansporn sein,
Allen Danks, den wir errungen,
Immer wieder wert zu sein.

BARBIER
Und jetzt rasch und heimlich weiter,
Nicht gesäumt und nicht gestört!
Rechter Spass bleibt dann nur heiter,
Wenn er nicht zu lange währt.

Sie haben die Tür geöffnet und verschwinden ganz leise mit Knixen und Verbeugungen, einer nach dem andern

HAUSHÄLTERIN
Noch ein Wunsch für frohe Stunden ...

MORBIO
Ein paar Takte noch Musik ...

FARFALLO
Eine letzte leise Runde ...

VANUZZI
.. Und schon ziehn wir uns zurück.

CARLOTTA
Einen Knix noch ...

ISOTTA
... Ein Verneigen ...

VANUZZI ...
…Einen Gruss …

FARFALLO
. . . Ein letztes Wort . . .

VANUZZI
. . . Und dann Stille nur und Schweigen. . .

BARBIER
... Und jetzt sind wir endlich fort.


LETZTE SZENE
Der Barbier hat die Tür hinter sich geschlossen, es ist vollkommen still geworden. Morosus mit Aminta und Henry allein an dem Tische

MOROSUS
strahlend beglückt sich in den Sessel zurücklehnend
Wie schön ist doch die Musik - aber wie schön erst, wenn sie vorbei ist!
Er trinkt behaglich ein Glas Wein und blickt Aminta lange an
Wie wunderbar ist doch eine junge, schweigsame Frau, - aber wie wunderbar erst, wenn sie die Frau eines andern bleibt! Wie schön ist doch das Leben, - aber wie schön erst, wenn man kein Narr ist und es zu leben weiss! Ah, meine Guten, grossartig habt ihr mich kuriert, noch nie hab ich so glücklich mich gefühlt. ..
Er zündet sich eine Pfeife an und bläst behaglich den Rauchvor sich hin
Ach, ich fühle mich unbeschreiblich wohl. Nur Ruhe!
In den Sessel zurückgelehnt, fasst mit der Rechten undLinken dankbar die Hände Amintas und Henrys
Nur Ruhe! Aaah - - - Aaah - - - Aaah! - - -
ACHTE SZENE

BARBIER
geht zur Tür, öffnet sie. Herein treten Isotta und Carlotta in der gleichen Verkleidung wie vordem
Hier diese beiden ehrsamen Damen.

VANUZZI
Könnt ihr bezeugen, dass Lady Morosus Umgang hatte mit einem anderen Mann als Sir Morosus?

CARLOTTA
Dös man i. Da leist ichs Jurament darauf.

ISOTTA
Auch ich will es beeiden.

BARBIER
Ihr seht, hohe Herren!

AMINTA
Ich lasse mich nicht verleumden, das sind gekaufteWeiber!

CARLOTTA
Was? Du Gschnaufte, selber hast dich kaufen lassenvon dem alten Teppen!

ISOTTA
Ich verachte die Person zu sehr, um ihr zu erwidern!

AMINTA
Lüge, Verleumdung! Meine Ehre, meine Ehre!

CARLOTTA
Die liegt auf'm Misthaufen!

MOROSUS
O Gott, mein Kopf, mein armer Kopf!

BARBIER
beruhigend
Meine Damen, meine Damen, bitte nicht alle zusammen zu sprechen!

ISOTTA
auf Aminta zutretend
Hast du die Stirne,
Frech es zu leugnen,
Dass du dem ander
Zu eigen gewesen
Bei Tag und bei Nacht?

AMINTA
Lüge, Verleumdung!
Erbärmliche Lüge!
Niemals, nein, niemals
Hab' ich die Ehre
Der Ehe entweiht.

HAUSHÄLTERIN
vorn an der Seite der Bühne
Endlich, endlich
Muss es sich klären.
Lange schon, lange
Wittre ich Unrat,
Fühle ich Trug.

BARBIER
auf der andern Seite der Bühne, sich die Hände reibend
Jetzt geht der Wirbel
Gut durcheinander,
Weiter, nur weiter
Wacker spektakelt !
Jetzt geht es famos.

MOROSUS
ganz gebrochen
Dieses Lärmen, dieses Brüllen,
Das die Ohren mir zerstückt!
Wär nur alles schon zu Ende,
Denn sonst werd' ich noch verrückt.

VANUZZI
Meine Herren, meine Damen! 0 keiner hört auf mich!

MORBIO
Man müsste disziplinariter vorgehen.

FARFALLO
Oder die Sitzung aufheben.

VANUZZI
mit dem Stock aufstossend
Silentium!

AMINTA
sich auf den Knien vor den Tisch hinstürzend
Richter, schützet meine Ehre!
Nur aus Hass, aus Neid und Galle,
Dass mich Sir Morosus wählte,
Lügen diese frechen Weiber!
Bei den Sternen will ich's schwören,
Gott im Himmel soll mich hören:
Niemals hab' ich ihn betrogen,
Treulich hielt ich ihm die Treu.

BARBIER
Schon möglich, schon möglich - aber das war insofern nicht schwierig, als Ihr mit ihm bloss zwölf Stunden verheiratet waret. So lange kann sogar ich meiner Alten treu bleiben. Aber vorher, Lady Morosus, vorher - das ist das punctum saliens, der Punkt, welcher springt und im vorliegenden Falle ein wenig stinkt ...
Zu Vanuzzi
Hohes Gericht, ich habe einen weiteren Zeugen bereit, der beeiden kann, die Gunst - dieser tugendhaften Dame in persona genossen zu haben.

VANUZZI
zu den beiden andern hinüberfragend
Doctores?

MORBIO
Ich stimme bei.

FARFALLO
Ich stimme zu.

VANUZZI
So führt ihn vor.


NEUNTE SZENE
Barbier öffnet abermals die Tür, herein tritt Henry, verkleidet und mit einem falschen Bart, der ihn unkenntlich macht

VANUZZI
Ihr kennt diese Dame?

HENRY
Sehr wohl, Eure Lordschaft.

VANUZZI
Ich meine, seid Ihr näher bekannt gewesen mit ihr ... habt Ihr ... habt Ihr mit ihr Umgang gepflogen?

HENRY
Gewiss, Eure Lordschaft!

VANUZZI
Ich meine . . . näheren Umgang, dies ist die Frage ... Habt Ihr sie näher gekannt ... ich meine: carnaliter.

MORBIO
mahnend fragend
Carnaliter!

FARFALLO
ebenso
Carnaliter!

MOROSUS
leise zum Barbier
Was heisst das? Carnaliter?

BARBIER
ebenso leise
Fleischlich, Euer Gnaden, fleischlich.

HENRY
sich verbeugend, leise
Jawohl ... ich beeide es.

VANUZZI
zu Aminta
Was habt Ihr zu antworten?

AMINTA
ausweichend
Ich habe nie einem andern Manne angehört als meinem Gatten. Ich beschwöre es.

VANUZZI
Und kennt Ihr diesen Zeugen?

AMINTA
erregt ausweichend
Ich kenne ihn nicht mehr! Ich will ihn nicht kennen.

HENRY
auf sie zutretend
Willst du wirklich mich nicht kennen?
Ist dein Sinn so wandelbar?
Willst du wirklich Lüge nennen,
Dass dein Herz das meine war?
Deine Lippen, deine Wangen,
Die ich zärtlich oft umfangen,
Deine Hand, dein süsses Haar?
Sind sie all, die sel'gen Stunden
Unserer Glut Lind Zärtlichkeit,
So vollkommen dir entschwunden,
Dass dein Blick den meinen scheut?
Nein, Geliebte, o besinn dich,
Nicht verleugne deinen Freund!
Sieh mein Auge und sieh in dich,
Dass uns Liebe neu vereint.

AMINTA
scheinbar zornig
Weg, du Falscher! Weg, Verräter!
Lüge blickt aus dir mich an!
FrevIer, Heuchler, Missetäter!
Prahlerischer, feiger Mann!
Wärst du mir doch fern geblieben!
Ach, wir unglücksel'gen Frau'n,
Die getäuscht sind, wo sie lieben,
Und verraten, wo sie trau'n!

VANUZZI
Hem, hem! So leugnet Ihr nicht mehr, diesen Mann zu kennen?

AMINTA
sie wendet sich ab und verhüllt ihr Gesicht
Ach ...

BARBIER
laut zu Morosus
Sie ist überführt! Viktoria!

MORBIO
Eure causa ist gewonnen! Ich gratuliere!

HAUSHÄLTERIN
Ach, ich vergehe vor Freude!

CARLOTTA
Jetzt hat sie sich sauber eintunkt!

ISOTTA
So etwas gibt eine verständige Frau niemals zu.

BARBIER
Vivat Morosus! Viktoria!

ALLE
Vivat Morosus! Viktoria!
Alle umringen den ganz beglückten Morosus

MOROSUS
allen die Hände schüttelnd
Ach, ihr Guten, wie euch danken!
Endlich bin ich ihrer ledig -
Oh, die Seele blüht mir auf.
Niemand ahnt, was ich gelitten,
Niemand meine Seligkeit.

BARBIER
zu Vanuzzi
Das Verdikt, Eure Lordschaft! Wir wollen's gesiegelt und geschrieben!

VANUZZI
mit dem Stock aufstossend und sich erhebend
Da der Petent den Beweis erbracht hat, dass seine Gattin Lady Morosus nicht mehr als virgo desponsa in den Ehestand getreten, ist das impedimentum erroris qualitatis gegeben, und ich beantrage, Doctores, seine Ehe für nichtig zu erklären.

MORBIO
Ich stimme zu.

FARFALLO
aufstehend
Ich opponiere.

MORBIO
Ihr opponiert?

BARBIER
scheinbar erschreckt
Er opponiert?

CARLOTTA
ebenso
Er opponiert?

HAUSHÄLTERIN
Er opponiert?

ISOTTA
ebenso
Er opponiert ?

MORBIO
Er opponiert?

MOROSUS
Oh Gott, was ist das? Er opponiert?

FARFALLO
Ich opponiere. Der contractus matrimonii besagt mit keinem Worte, dass die Tugend ante nuptias der Lady Morosus eine conditio matrimoliii gewesen, ergo besteht kein error qualitatis.

MOROSUS
ängstlich
Was will er? Was sagt er?

VANUZZI
Hem, hem! Rectissime! Der gelehrte Doktor findet nicht in dem contractus, dass Ihr vor der Eheschliessung die Bedingung der virginitas gestellt habt.
Zu Aminta
Hat Sir Morosus vor der Hochzeit Euch befragt? -

AMINTA
Mit nichten.

VANUZZI
Dann liegt kein error vor. Und der Petent ist abgewiesen. Habe ich Eure approbatio, ihr Herrn?

MORBIO
Approbatio absoluta.

FARFALLO
Approbatio absoluta.

MOROSUS
zum Barbier
Was sagen sie? Was wollen sie?

BARBIER
Mir tut's bitter leid, Euer Gnaden, aber sie geben Eurer Bitte nicht nach.

MOROSUS
Aber sie hat doch mit dem andern geschlafen? Es ist doch bezeugt.

BARBIER
Aber ante nuptias, Euer Gnaden, vor Euch, und daran haben wir im Kontrakt vergessen. Ihr müsst sie jetzt behalten.

MOROSUS
Behalten? Ich sie behalten? Das Teufelsweib und noch die Schande dazu? Nein! Nein! Ich lass mich nicht entehren! Ein solches Weib, das noch dazu eine Dirne! Nein, das ist zuviel. Lieber krepieren! Lieber zugrundegehen. Wo sind meine Pistolen? Mein Degen? Einen Strick! Ich geh' ins Wasser! Ich stürz' mich vom Fenster! Nur keinen Tag mehr mit ihr, keinen Tag!

Alle um ihn herum und ihn von seinem Vorhaben abhaltend

VANUZZI
Bedenkt Euch doch! Herr! Ihr könnt noch appellieren.

MORBIO
Beruhigt Euch, nichts ist unumstösslich!

HAUSHÄLTERIN
Gnädigster Herr, schont Euer Leben!

BARBIER
Wir werden eben noch etwas finden.

CARLOTTA
Net so gach wegen so einem Weibsbild.

ISOTTA
Ihr werdet jederzeit Trost finden bei andern.

MOROSUS
sich losreissend
Lasst mich los! Zum Teufel mit euch allen' Ihr tötet mich mit eurem Geschrei! Nur Ruhe will ich! Ich ertrag's nicht mehr! Ich ertrag's nicht! Oh, nur niemanden mehr sehen! Nichts mehr hören! Tot sein, weg sein! Ruhe will ich, nichts mehr hören! Ruhe, Ruhe ...
Er wirft sich in seiner Verzweiflung auf eine Bettstatt, bohrt seinen Kopf unter die Decken und stopft sich die Ohren zu

BARBIER
hebt die Hand. Es wird plötzlich still. Henry und Aminta werfen die Verkleidung ab, gehen leise an die Bettstatt heran, wo Morosus stöhnend unter den Kissen liegt, und knien beide hin


FINALE

HENRY
kniend
eurer Ohm, nicht länger kann ich
Eure Not und Sorge schau'n.
Auf! Ermannt Euch und erwachet
Aus dem bösen Ehetraum!
Blickt um Euch! Nur Freunde seht Ihr!
All die Schrecknis, die Marter ist entflohn,
Und um Eure Liebe fleht hier
Euer Neffe, Euer Sohn!

MOROSUS
langsam sich erhebend, wirr um sich starrend, aufatmend
Henryl Gott sei Dank, Henry, mein guter Henry! Wo kommst du her? Es war doch erst ein andrer da. Und wer ist die ... das ist ja
erschreckend
das ist ja Timida.

HENRY
Nein, die wird Euch nimmer plagen,
Die ist fort für immerdar.
Nur Aminta ist geblieben,
Milde, wie sie immer war.

AMINTA
kniend
Wollet gütigst mir verzeihen,
Was Euch jene angetan.
Und wenn dann ein ganzes Leben
Hingegeb'ner Kindesliebe
Euren Groll beschwichtigen kann,
Nehmt als Wahre von den zweien,
Nehmt Aminta, die getreue,
Nun als Eure Tochter an!

MOROSUS
Wie? Was? Ich versteh' nichts. Aminta ist Timida und Timida ist Aminta? Und sie ist meine Frau und ist deine Frau? Bin ich in ein Rumfass gefallen? Hab' ich geträumt? Bin ich betrunken? Und die da, die Richter, die Doctores ...

HENRY
Sind meine Kameraden.
Vanuzzi, Morbio, Farfallo haben die Verkleidungen abgestreift und stehen in demütiger Haltung da

MOROSUS
Wie? Was? Kameraden ... am Ende gar von jener Schmierantenbande? Habt ihr ... habt ihr euch vielleicht gar einen Narren aus mir gemacht? Eine Posse mit mir aufgespielt, und ich bin gar nicht verheiratet, ich war gar nicht richtig verheiratet?
Er greift nach seinem Stock
Wie? Was? Ihr erlaubt euch Spässe mit mir, Sir Morosus? Das werd' ich euch heimzahlen, ihr Banditen! Mich habt ihr wie einen Esel geschunden, mich an der Nase geführt, dass ich Blut schwitzte! Mich habt ihr gehetzt wie ein Wildschwein und so gehusst, dass ich mich aufhängen wollte ...
Plötzlich aus seiner Wut umschlagend und furchtbar zu lachen anfangend
Hah, hah! Aber grossartig habt ihr das gemacht, ihr Burschen! Grossartig, grossartig! So mich altes Seekalb hineinzulegen, ihr frechen Landratten, ha, ha! Ganz recht habt ihr gehabt, Narren gehören gekämmt und Dummheit geprügelt. Ah, ihr Burschen, ihr Burschen, das hätt' ich nie gedacht, dass ihr so fixe Kerle seid.
Zu Vanuzzi
Warst du am Ende auch der Pfarrer, der mich getraut hat?

VANUZZI
noch ganz ängstlich
Allerdings.

MOROSUS
ihn umarmend
Dann warst du der pfäffischeste Pfaff, den ich je gesehen.
Zu Morbio und Farfallo
Und du der advokatischeste Advokat, und du der mauserigste Notar meiner sechzig Jahre.
Er umarmt sie. Zu Carlotta und Isotta
Und ihr, Kinder, famos, famos, wie ihr einen Mann betrügen könnt, jede kriegt einen Kuss. Nein, so mir das Fell zu gerben, ausgezeichnet! Ich hab' euch bitter Unrecht getan, aber fortan will ich eure Kunst respektieren, in all' eure Operas will ich gehen, und wenn ihr so mich zum Lachen bringt, wie ich heute mich selber auslache, dann kriegt ihr fünfzig Guineen in blankem Golde.
Zu Aminta
Ach, du Kalfakterin, wie entzückend du bist, seit du wieder süsse Augen machst. Fast hätt' ich Lust, dich noch einmal zu heiraten. Aber nein - keine Angst, ich bin kuriert, für immer kuriert und von allem! jetzt weiss ich erst: Es gibt nichts Besseres, als mit guten Menschen heiter zu sein.
Zur Haushälterin
Heda! Wein her, wir wollen eine Flasche trinken auf den dümmsten Narren von England und auf die frechsten Burschen und hübschesten Frauen des Königreichs!
Zu den Schauspielern
Und ihr, wenn ihr dazu Musik machen wollt, mich ficht's nicht mehr an, spektakelt soviel ihr wollt ' Wer einmal eine schweigsame Frau gehabt, der kann allen Lärm auf der Welt vertragen. Also vorwärts und los!

Er setzt sich mit Aminta und Henry an den Tisch. Sein Platz ist derselbe, den früher Vanuzzi als Chief-Justice einnahm, rechts sitzt Aminta, links Henry. Die Schauspieler haben sich im Hintergrund aufgestellt und beginnen, mit gleichzeitigen Tanzfiguren, zu singen und Musik zu machen

VANUZZI
Die Ihr feindlich aufgenommen,
Unsre Kunst, sie grüsst Euch jetzt,
Denn kein Mahl ist je vollkommen,
Dem sie nicht die Becher netzt.

MORBIO
Ohne sie glänzt keine Freude,
Ohne sie erglüht kein Glück:
Ewig sind verschwistert beide,
Holde Liebe und Musik!

ISOTTA
Nur wo sie die Schwingen breitet,
Wird Gemeinsamkeit zum Fest,
Tor drum jeder, der der sie meidet,
Selig, wer sie walten lässt.

CARLOTTA
Selig, wer sich ihr verbindet
Und sein Herz den Tönen gibt.
Selig, wer sie in sich findet,
Und begnadet, den sie liebt.

FARFALLO
Jeden Gram kann sie bemeistern,
Schmerz und Schwermut lindert sie,
Hellster Geist von allen Geistern:
Gottes Hauch, du, Melodie!

BARBIER
Mach auch diesem, der dir grollte,
Wiederum die Seele weit,
Schenk ihm endlich deine holde
Erdenschwester: Heiterkeit!

ALLE MITEINANDER
Alles Frohe, alles Schöne
Sir Morosus immerdar!
Alles Frohe, alles Schöne
Unserm vielgeliebten Paar!
Freude ihm, der Freude scheute,
Heiterkeit, die er gehasst,
Ewig sei sie so wie heute
Hier in diesem Haus zu Gast.

Morosus, tiefgerührt, hat dem Gesange zugehört und dankt nach allen Seiten. Auf ein Zeichen Vanuzzis treten die Sänger an die Tür zurück

VANUZZI
Und nun Freunde: Ausgesungen!
Junges Glück bleibt gern allein.
Ist uns dieses Spiel gelungen,
Soll's nur neuer Ansporn sein,
Allen Danks, den wir errungen,
Immer wieder wert zu sein.

BARBIER
Und jetzt rasch und heimlich weiter,
Nicht gesäumt und nicht gestört!
Rechter Spass bleibt dann nur heiter,
Wenn er nicht zu lange währt.

Sie haben die Tür geöffnet und verschwinden ganz leise mit Knixen und Verbeugungen, einer nach dem andern

HAUSHÄLTERIN
Noch ein Wunsch für frohe Stunden ...

MORBIO
Ein paar Takte noch Musik ...

FARFALLO
Eine letzte leise Runde ...

VANUZZI
.. Und schon ziehn wir uns zurück.

CARLOTTA
Einen Knix noch ...

ISOTTA
... Ein Verneigen ...

VANUZZI ...
…Einen Gruss …

FARFALLO
. . . Ein letztes Wort . . .

VANUZZI
. . . Und dann Stille nur und Schweigen. . .

BARBIER
... Und jetzt sind wir endlich fort.


LETZTE SZENE
Der Barbier hat die Tür hinter sich geschlossen, es ist vollkommen still geworden. Morosus mit Aminta und Henry allein an dem Tische

MOROSUS
strahlend beglückt sich in den Sessel zurücklehnend
Wie schön ist doch die Musik - aber wie schön erst, wenn sie vorbei ist!
Er trinkt behaglich ein Glas Wein und blickt Aminta lange an
Wie wunderbar ist doch eine junge, schweigsame Frau, - aber wie wunderbar erst, wenn sie die Frau eines andern bleibt! Wie schön ist doch das Leben, - aber wie schön erst, wenn man kein Narr ist und es zu leben weiss! Ah, meine Guten, grossartig habt ihr mich kuriert, noch nie hab ich so glücklich mich gefühlt. ..
Er zündet sich eine Pfeife an und bläst behaglich den Rauchvor sich hin
Ach, ich fühle mich unbeschreiblich wohl. Nur Ruhe!
In den Sessel zurückgelehnt, fasst mit der Rechten undLinken dankbar die Hände Amintas und Henrys
Nur Ruhe! Aaah - - - Aaah - - - Aaah! - - -



|新しいページ|検索|ページ一覧|RSS|@ウィキご利用ガイド | 管理者にお問合せ
|ログイン|